[Kommentare: 17]

Sachbeschädigungs-Serie

Noble Plattfüße für den Klimaschutz

An mehreren Dutzend Nobelkarossen in Charlottenburg und Wilmersdorf wurde am Wochenende die Luft aus den Reifen gelassen. An allen Fahrzeugen fanden sich Flugblätter mit einem Appell, Autos zugunsten des Klimaschutzes stehen zu lassen.
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Berlin -  Polizei und Fahrzeugbesitzer stellten am Sonntag zwischen 8:30 und 13:45 Uhr in Charlottenburg und Wilmersdorf an 31 Fahrzeugen platte Reifen fest. Schadensmeldungen erhielten die Beamten aus nahezu zwanzig verschiedenen Straßen, besonders betroffen war das Gebiet rund um die Autobahnausfahrt am Hohenzollerndamm. Bis zu Montagmittag wurden weitere zwölf Fälle aus dem gleichen Bezirk gemeldet, teilte Lars Bernau von der Pressestelle der Berliner Polizei mit.

Ähnliche Vorfälle hat es in den vergangenen Wochen besonders im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bereits mehrfach gegeben, eine derartige große Serie von Sachschäden war bisher allerdings nicht darunter. Im gesamten Jahr 2007 verzeichnete die Behörde bisher 103 derartige Fälle.

Flugblätter fordern zum Umweltschutz auf

Auf den Flugblättern forderten die Verfasser die Autobesitzer auf, ihre Fahrzeuge stehenzulassen, um damit einen Beitrag für den Umweltschutz und gegen die Klimaerwärmung zu leisten. Die Kriminalpolizei ermittelt nun in allen Fällen wegen Sachbeschädigung. Den genauen Wortlaut wollte das zuständige Landerkriminalamt 5 aus ermittlungstaktischen Gründen allerdings nicht mitteilen. Wenngleich dutzende Geschädigte und deren Familien den Inhalt der Flugblätter kennen und auch ihrem privatem und beruflichen Umfeld mitgeteilt haben dürften, wollte das LKA keine Auskunft geben, da es sich bei dem Wortlaut des Appells angeblich um reines Täterwissen handele.

Tagesspiegel-Leser, die zum Kreis der Geschädigten gehören und den genauen Wortlaut des Aufrufs mitteilen möchten, bevor die Kollegen der Boulevardpresse das Flugblatt abdrucken, können mit Kontakt mit der Online-Redaktion aufnehmen und eine E-Mail an online.redaktion@tagesspiegel.de , ein Fax an 030-26009-605 senden, oder die Kommentarfunktion unterhalb dieses Artikels nutzen.
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Kommentare [ 17 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von unbekannt | 10.9.2007 12:49 Uhr
Umweltschützer?
Mit den aktuellen Gesetzen macht es kaum Sinn, das Auto stehen zu lassen oder es wenig zu nutzen. Ich mache das seit vielen Jahren und werde dafür durch eine erhöhte Steuerabgabe bestraft, weil das Auto mittlerweile etwas älter ist. Ein Brief an den ehemaligen Minister Trittin hat als Antwort ergeben, dass dies mein Bier wäre und ich mir halt ein neues Auto kaufen solle um weniger Steuern zahlen zu müssen. Das ist ziemlich engstirnig und besonders "Grün" gedacht. Ein Konzept ist es allerdings nicht. Vielleicht sollten sich die selbsternannten Umweltaktivisten, die bestimmt auch "grün" sind, mal Gedanken zu einem ordentlichen Konzept machen. Als nächstes kommt wieder eine neue Verordnung wegen der Staubbelastung in der Innenstadt. Mein Auto ist wieder von einer Strafsteuer betroffen, obwohl es kaum bewegt wird. Grünes Scheuklappendecken ohne Inhalte ermöglicht diese Streiche, die auch noch als Fortschritt gefeiert werden.
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von spruance spruance ist gerade offline | 10.9.2007 13:16 Uhr
Zu freundlich!
Wer würde nicht einem so freundlich formulierten Appell nachkommen? Zumal ja der Neukauf von Reifen ja wieder zu klimaschädlichen Emissionen führen würde? Also bleibt das Auto mit den zerstochenen Reifen an der Straße stehen, während der geläuterte Ex-Autofahrer begeistert die Freuden der BVG kennenlernt. Vielleicht findet sich ja noch ein weiterer Klimaaktivist, der das Wrack noch in Flammen aufgehen läßt?
Aber mal im Ernst: Für wie blöde halten die einen eigentlich?
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von derfalkner derfalkner ist gerade offline | 10.9.2007 14:47 Uhr
???
Was bitte ist so wichtig daran, dass der Inhalt der Flugblätter veröffentlicht wird? Warum möchte TSP-Online gegen den Willen der Ermittler Informationen veröffentlichen, noch dazu solche, die ansonsten von "den Kollegen der Boulevardpresse" publiziert werden - gibt es da ein Geschwindigkeitswettrennen, und wenn ja, was nützt es dem Leser?
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von larkxram larkxram ist gerade offline | 10.9.2007 15:40 Uhr
Ungenaue Berichterstattung = Unehrlich!
"Sachbeschädigung in Berlin Klimaschützer zerstechen Autoreifen" heißts im Aufmacher auf Seite Eins, hier jedoch dann kein Wort mehr davon, nur noch "die Luft aus den Reifen gelassen" und "Fahrzeugbesitzer stellten ... platte Reifen fest", das kann ja auch durch Aufdrehen der Ventile erfolgt sein, oder nicht?

Machts zwar nicht weniger lästig, aber ist doch was deutlich anderes.

Jedenfalls sieht ein seriöser Journalismus anders aus, zumindest für mich!
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von hmelas hmelas ist gerade offline | 10.9.2007 16:30 Uhr
Ungenaue Berichterstattung
Sehr geehrte(r) larkxram,

leider muss ich Ihnen absolut Recht geben. Die ursprüngliche Überschrift meines Artikels "Noble Plattfüße für den Klimaschutz" wurde für den Homepage-Teaser ohne Rücksprache mit mir geändert. Ärgerlicherweise suggerierte die neue Überschrift "Klimaschützer zerstechen Autoreifen" eine verfälschte Version der Tatsachen. Wir haben dies geändert, bedanken uns für ihren aufmerksamen Hinweis und bitten um Entschuldigung.

Gruß & Dank
H. Melas
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von stachel stachel ist gerade offline | 10.9.2007 16:00 Uhr
Noch´n dummer Kommentar
Gibt es auch Wettrennen, bei denen es nicht um Geschwindigkeit geht, vielleicht Bewegungslosigkeitswettrennen? ;-))
Comment
von andreasfink andreasfink ist gerade offline | 10.9.2007 16:36 Uhr
Selbstjustiz
Luft aus den Reifen der Autos anderer lassen und "kluge" Flugblätter ablegen...
Rechthaberei ist das -primitivste Selbstjustiz!
Comment
von gigaherz gigaherz ist gerade offline | 11.9.2007 8:46 Uhr
immerhin
ist keine Sachbeschädigung verübt worden - Protestaktionen, die keinen wachrütteln, verpuffen doch ins Leere!
Comment
von larkxram larkxram ist gerade offline | 10.9.2007 16:42 Uhr
Ungenaue Berichterstattung = Korrektur
@hmelas:
Danke für die Klarstellung, rechne Sie ab sofort wieder zu den seriösen Journalisten!

"...wurde für den Homepage-Teaser ohne Rücksprache mit mir geändert."
Sowas sollte aber in einer gutgeführten Redaktion nicht passieren dürfen...

Nichts für ungut. :-)
Comment
von europa europa ist gerade offline | 10.9.2007 18:16 Uhr
bloß ein Tip
Lieber iwc, wenn das Auto kaum bewegt wird, scheint es mir sinnvoll, das Ding abzuschaffen und die Mitgliedschaft bei einem car-sharing-Unternehmen durchzurechnen. Ich rechne es auch immer wieder mal für einen Familien-Zweitwagen durch, komme allerdings zu dem Schluss, dass BVG und Taxi günstiger ist.
Comment
von europa europa ist gerade offline | 10.9.2007 18:19 Uhr
ruhender Verkehr
P.s.: auch ruhender Verkehr verursacht im übrigen meistens Kosten in Form von Flächenverbrauch. Wenn man das Auto nicht auf eigenem Grund parkt, verbraucht man öffentliches Gut, um die Blechlaube zu parken. Oft behindert man dadurch (nicht unbedingt, alleine aber in der Masse) Kinder, Behinnderte, öffentliche Versorgungsunternehmen etc.
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von unbekannt | 10.9.2007 18:49 Uhr
Begünstugt durch ...........
lasche Gesetze, blinden Richtern usw. usw. ist in Berlin nach und nach eine Kultur entstanden die das "Eigentum" von anderen nicht mehr rezpektiert. Egal ob nun die Reifen zerstochen wurden oder "nur" die Luft abgelassen wurde. Es ist und bleibt Sachbeschädigung. Es wird Zeit dass das Problem erkannt wird und hart durchgegriffen wird. Aber das dieses passieren wird glaube ich nicht. Es wird so kommen wie immer, viel Blabla und passieren tut nichts.
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von royalflush royalflush ist gerade offline | 10.9.2007 21:42 Uhr
Blind vor Neid
Es ist traurig, wie diese Assis ihren Neid abreagieren. Feige, bei Nacht und Nebel. Ihren Trieb auch noch mit einer guten Sache zu tarnen ist ein Schlag ins Gesicht jedes Umweltbewussten.
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von gigaherz gigaherz ist gerade offline | 11.9.2007 8:48 Uhr
Neid
ist Ihre küchenpsychologische Interpretation und durch nichts zu belegen!
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von krischan krischan ist gerade offline | 11.9.2007 9:58 Uhr
Assis
Ich nehme an, Sie meinen mit "Assis" Asoziale - unsozial ist es auch, mit seinen überdimensionierten Karossen, die unvernünftig viel Kraftstoff verbrauchen und wieder als Schadstoffe ausstoßen, seine Mittmenschen zu schädigen...
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von daisy daisy ist gerade offline | 11.9.2007 2:13 Uhr
Klimaschutz
Wie würden diese Klimaschützer reagieren, wenn die Luft aus ihren PKW's,Fahrrädern etc. gelassen würde? Oder man einmal kurzfristig den Strom in ihrer Wohnung abstellen würde, um das Umweltbewusstsein zu fördern.

Leider verbreitet sich offenbar mehr und mehr die Auffassung, dass der Zweck die Mittel heiligt und nicht die Mißachtung fremden Eigentums entscheidend ist, sondern die Gesinnung, aus welcher diese erfolgt.

Comment
von stachel stachel ist gerade offline | 11.9.2007 12:25 Uhr
@andreasfink
Mit Selbstjustiz haben diese Aktionen nichts zu tun, denn diese wäre noch irgendwie verständlich. Die Besitzer größerer Autos haben aber in keiner Weise etwas Verbotenes getan.

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