[Kommentare: 8]

Neonazi-Aufmarsch

Linke kritisiert Polizeiauflagen

Der Senat will die geplanten Demonstrationen gegen den Naziaufmarsch in Lichtenberg verlegen. Bezirksbürgermeisterin Emmerich protestiert im Namen der Bürger mit einem offenen Brief an den Innensenator. Unterdessen hat das Verwaltungsgericht die Auflagen bestätigt.
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Berlin -  Wegen des für Samstag  in Karlshorst geplanten Neonazi-Aufmarsches hat sich die Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg, Christina Emmrich (Linke), an Innensenator Ehrhart Körting (SPD) gewandt. In einem Offenen Brief protestierte sie im Namen der Bürger gegen die erzwungene Verlegung von Gegendemonstrationen. Insgesamt sind nach Angaben der Kommunalpolitikerin 19 Protestaktionen gegen den rechten Aufzug angemeldet.

Das Lichtenberger Bündnis demokratischer Kräfte habe kein Verständnis für die Entscheidung der Polizei zur Umleitung der Gegendemonstrationen, heißt es in dem Schreiben. Zudem stoße die Route des rechten Aufmarsches durch die Weitlingstraße bei der Bevölkerung auf Unverständnis. Schließlich hätten vielfältige Aktivitäten und Projekte den - einst rechtslastigen - Ruf des Weitlingkiezes verändert. Zu den Veranstaltern der Gegendemonstrationen gehören unter anderem die SPD Lichtenberg, die Antifaschistische Linke, das Interkulturelle Bildungszentrum sowie Initiativen gegen Rechtsextremismus von Treptow-Köpenick und Karlshorst.

Kritik der Bürgermeisterin als polemisch verurteilt

Ein Sprecher Körtings verteidigte am Freitag das Vorgehen der Behörde. Die Versammlungsfreiheit sei ein "sehr hochwertiges Rechtsgut", dessen Einhaltung beachtet werden müsse. Der Polizeiarbeitskreis der Berliner CDU verurteilte die Kritik der Bezirksbürgermeisterin als "polemisch" und von Unkenntnis" geprägt. Am Donnerstagmorgen war auf das Wohnhaus des Leiters für versammlungsrechtliche Angelegenheiten bei der Berliner Polizei ein Farbanschlag verübt worden. Der Staatsschutz ermittelt.

Unterdessen mussten die Gegner des Meonazi-Aufmarsches eine Niederlage vor Gericht einstecken. Das Berliner Verwaltungsgericht vereigert zwei linken Gegendemonstrationen die Rücknahme strenger Polizeiauflagen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Organisatoren beider Demonstrationen müssen sich "zeitliche und örtliche" Verschiebungen gefallen lassen. In beiden Fällen drohe eine gewaltttätige Konfrontation bei Begegnung von Neonazis und Gegendemonstranten, so das Gericht. (bvdw/ddp)
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Kommentare [ 8 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von jorglehnert jorglehnert ist gerade offline | 5.12.2008 20:17 Uhr
Die Polizei muss das geltende Recht durchsetzen
Auch wenn es bei den rechtsextremen Widerlingen schwer fällt, die Polizei muss nun einmal das geltende Recht durchsetzen, auch bei Rechtsextremen, solange die noch nicht verboten sind. Um also möglichst Konfrontationen zu vermeiden, ist es mehr als sinnvoll, wenn beide Demonstrationsgruppen (Rechsextreme und Gegendemonstranten) möglichst getrennt werden, zeitlich und örtlich. Leider gibt es ja auch bei den Gegendemonstranten immer wieder einige, die um jeden Preis gewalttätig werden wollen. Die PDS Politiker kennen die Rechtslage sehr genau und beschliessen, sie zu ignorieren, im Bewusstsein der moralischen Überlegenheit der eigenen Position. So etwas ist bei jungen Menschen vielleicht noch akzeptabel, nicht aber bei Berufspolitikern, die es besser wissen. Dies zeigt ein weiteres Mal, dass die PDS nicht regierungsfähig ist.
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von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 6.12.2008 9:27 Uhr
zeitlich und örtlich getrennt?
Würde man Ihren Ausführungen folgen, dürfte die antifaschistische Demonstration am morgigen Sonntag in Hinterposemuckl gestattet werden.
So läuft Demokratie aber nicht.
Die Nazis müssen am eigenen Leib merken, wie unbeliebt sie sind.
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von nachdenken nachdenken ist gerade offline | 6.12.2008 10:20 Uhr
@yogi1954
Wer denkt rechtes Gedankengut könnte mit mit Schlägereien bekämpft werden hat aus der Geschichte nichts gelernt, und sollte sich mal mit Weimarer Zeit befassen. Ein großes umfassendes Aufgebot an Gegner setzt die Zeichen, zu erwartende Randale schreckt eher Leute ab. Wer denkt er müsse dort dann Polizisten bekämpfen steht mit seinem Demokratieverständnis den Faschos sehr viel näher als er glauben machen will. Für einen harten Kern der Antifa geht es vor allem um totalitäres Machogehabe und Gewalt, ein austauschbarer Bandenkrieg, mit dem nötigen Bekämpfen von Rassismus und Antisemitismus hat das nur wenig zu tun. Hier sollten die anderen Demonstranten gemeinsam wachen sich ihre Demo nicht wieder kidnappen zu lassen.
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von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 6.12.2008 11:37 Uhr
es geht nicht darum, Polizisten "zu bekämpfen"
es geht darum, Faschisten den Weg zu versperren. Den Weg in eine nationalfaschistische Republik. Wehret den Anfängen...
und das muss dort geschehen, wo immer die braunen Banden auftauchen.

Im Übrigen Glückwunsch zu Ihrer Polemik. Hilft ungemein weiter.
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von blumentopfche blumentopfche ist gerade offline | 6.12.2008 17:54 Uhr
@ yogi
Jetzt mal ehrlich! Glauben Sie wirklich, dass von Anhängern einer 3% Partei , oder sind es noch weniger, eine ernsthafte Gefahr für unsere Demokratie ausgeht?

Und wenn sie eine Gesinnung haben, die mir und Ihnen mißfällt, so haben Sie und ich nicht das Recht diese Leute zu verfolgen oder zu verprügeln oder mit Steinen zu beschmeißen.

Wie heißt es doch so schön in einem Lied der 48er: Die Gedanken sind frei.

Comment
von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 7.12.2008 8:08 Uhr
@ blumentopfche
Wollen Sie allen Ernstes warten, bis die Nazis wieder eine gefährliche Größe erreicht haben?
Dann nämlich kommt jeder Widerstand zu spät.
Comment
von gieslinder gieslinder ist gerade online | 7.12.2008 11:32 Uhr
@yogi
...und von "Wehret den Anfängen" ist es ja dann nicht mehr
weit zum "Antifaschistischen Schutzwall"...
Comment
von manfred manfred ist gerade offline | 7.12.2008 11:52 Uhr
@ yogi1954
Wenn ich Ihre Kommentare der letzten Tage so lese bzw. Revue passieren lasse muss ich feststellen, dass Sie offensichtlich eine Demokratie und die pluralistische Gesellschaft nicht verstanden oder abgeschafft haben wollen.
Als Demokrat muss ich andere Meinungen aushalten, auch wenn sie mir komplett gegen den Strich gehen.
So gewinnen die Kommunisten bei mir nicht gerade den Beliebtheitspreis (genauso wie der rechte Mob), denn BEIDE vertreten eine menschenverachtende Ideologie.
Ich will hier nicht wieder die Rechnung aufmachen, aber durch vermeintlich Linke sind auch sehr viele Menschen umgekommen, eben nicht nur durch Rechte.
Ich bitte Sie einfach mal zu akzeptieren, dass diese rechten Spinner die gleichen demokratischen Rechte haben (sofern sie sich an die gestzlichen Regeln halten, es gibt da keine Sippenhaft!), wie ein politisch Andersdenkender.
Wenn sie DAS in Frage stellen, befürworten Sie eine Diktatur der Meinungen!
Wollen wir das wirklich?

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