Mai-Krawalle
Staatsanwaltschaft legt Revision gegen Freisprüche ein
In der vergangenen Woche wurden Yunus K. und Rigo B. vom Vorwurf des versuchten Mordes freigesprochen. Doch die Berliner Staatsanwaltschaft ist weiter von der Schuld der beiden Jugendlichen überzeugt und hat Revision eingelegt.
Die Berliner Staatsanwaltschaft akzeptiert die Freisprüche für zwei junge Männer vom Vorwurf des versuchten Mordes bei den Mai-Krawallen 2009 in Kreuzberg nicht. Die Anklagebehörde habe Revision eingelegt, teilte Justizsprecher Martin Steltner am Dienstag mit.
Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche Haftstrafen für den heute 17-jährigen Rigo B. und den heute 20 Jahre alten Yunus K. beantragt. Das Landgericht sprach die beiden aber aus Mangel an Beweisen frei. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die damaligen Schüler am 1. Mai einen Molotowcocktail gegen Polizisten geschleudert.
(dpa)

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Kommentare [ 18 ] Kommentar hinzufügen »
Ich glaube zwar nicht an die Unschuld der beiden Männer, einfach weil sie nicht zum ersten Mal in diesem Zusammenhang aufgefallen sind, aber ich glaube auch nicht, daß die Staatsanwaltschaft die Schuld zweifelsfrei beweisen kann. Dann gilt im Zweifel für den Angeklagten.
Die Polizei muß in Zukunft ihre Beweissicherung gründlicher erledigen. Dann wird sie auf Dauer auch besser vor Mordangriffen geschützt sein.
...soll denn das gewesen sein?
Oder weiß die Staatsanwaltschaft mehr über die beiden Herren als die über sich selbst?
Es gibt auch viele Leute, die das nicht tun. Je bekannter eine Person, desto härter ein Verfahren also? Komischer Standpunkt.
Ich kann verstehen, dass eine Staatsanwaltschaft auch Bauchentscheidungen treffen muss, aber dennoch sollten die Maßstäbe, die zu einer Anklage/Revision führen, einigermaßen gleich für alle Menschen sein, wir sind ja nicht im Mittelalter.
Offenbar ist Ihnen entgangen, dass die Freisprüche im Zusammenhang mit dem 1. Mai von eben dieser "politischen Justiz" ergangen sind. Aber schon ok, passt eben nicht ins Weltbild...
Aber zurück zur Logik: Wie soll etwas politisch sein, was vollkommen rechtens war? Es gab kaum Beweise, die Untersuchungshaft war schon vollkommen undemokratisch und sittenwiedrig lang, überzogen, nebenbei vollkommen unbegründet, weil niemals Fluchtgefahr bestand, man sie sich aber unter dem Deckmantel der Gesetze zurechtgebastelt hat und all das von richterlicher Seite angeordnet wurde. Das Urteil war in diesem Sinne nicht nur eine große Schelte gegen die Staatsanwaltschaft, sondern auch gegen den verantwortlichen Richter, der diese Untersuchungshaft so lange durchgesetzt hat und eben nicht Richter am Landgericht ist, was man bei einer solchen Handlungsweise auch verstehen kann. Und weiter: Die Beweise wurden schlampig oder garnicht aufgenommen oder verarbeitet, Zeugen schlecht oder garnicht vernommen usw. Natürlich war auf dieser Seite eindeutig das Politische aktiv, auch wenn der gute Herr Staatsanwalt und das für die lange U-Haft verantwortliche Gericht, dies immer wieder verneinen. Würde die Wahrheit ans Licht kommen, wäre ein Skandal da und diese Leute Ihren Job los.
Und natürlich bezieht das Landgericht auch die öffentliche Meinung mit ein, weil es zum demokratischen Grundverständnis gehört, eine vollkommen überzogene U-Haft und seltsam konstruierte Beweise miteinfließen zu lassen, nebenbei auch noch zu wissen, das es weitere Tatverdächtige für genau dieselbe Tat gibt und diese weitaus mehr in Betracht kommen, als die Angeklagten. Im Zweifel eben für den Angeklagten und nicht gegen Ihn - soviel zum Weltbild, Ihrem Weltbild.
Und das hört sich für Sie nach "politischer Justiz" an? Offenbar sind Ihnen die Maßstäbe verloren gegangen.
Aber es sind ja nur Steuergelder...
Die zig-tausendfachen Falschbescheide legen zumindest einen Anfangsverdacht nahe.
Im Übrigen habe ich das Gefühl, die Staatsanwaltschaft will mit ihrem Getue unbedingt eine RAF_3.0 heranzüchten.
Damit ist das Thema ausgelutscht und die Medien brauchen und haben andere Aufreißer.
Es geht alles so weiter wie gehabt.
Und sollte es politisch angesagt sein, jemandem habhaft zu werden, der strafrechtlich für den augenblicklichen Schneefall verantwortlich gemacht werden kann, so werden sich bestimmt Polizeibeamte und Staatsanwälte finden, die bestimmte Personen beim Betten schütteln beobachtet haben. Und hinterher, nach 5 Monaten U-haft stellt sich heraus, das die keine Federn, sondern Kunstfasern enthielten. Ein böses Märchen? Nein heutige Realität.
Olli