Am Montag brannte ein BVG-Bus während einer Leerfahrt aus, der Fahrer erlitt eine Rauchvergiftung. Ein Unglück wie auf der Autobahn bei Hannover, bei dem 20 Fahrgäste starben, hält die Verkehrsgesellschaft jedoch für ausgeschlossen.
Nach dem Brand eines Busses am Montagabend beruhigt die BVG: Ein Feuer mit den Folgen wie am 4. November in einem Reisebus auf der Autobahn bei Hannover, bei dem 20 Fahrgäste starben, sei in den Linienbussen der BVG so gut wie ausgeschlossen, sagte Johannes Müller, der Leiter des Busbereichs. Auch Busse der BVG haben in der Vergangenheit schon mehrfach gebrannt, zuletzt im April 2006. Fahrgäste wurden dabei nicht verletzt.
Der am Montagabend ausgebrannte Bus war ohne Fahrgäste unterwegs und sollte über die Autobahn A 113 zum Betriebshof an der Gradestraße in Britz fahren. Zwischen den Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Späthstraße hatte der Fahrer nach Angaben der Polizei bemerkt, dass es aus dem Heck des Fahrzeuges qualmte, wo der Motor untergebracht ist, und fuhr auf den Standstreifen. Der Versuch, den Brand mit einem Handfeuerlöscher zu bekämpfen, war vergeblich. Erst die Feuerwehr hatte Erfolg. Der 46-jährige Fahrer erlitt eine Rauchvergiftung und kam ins Krankenhaus. Die Autobahn war Richtung Neukölln eine Stunde gesperrt.
Bei dem auf der Autobahn bei Hannover ausgebrannten Bus seien durch ein Feuer in der Toilette Gase entstanden. Beim Öffnen der Tür habe sich das Feuer sofort ausgebreitet, sagte Müller. Ein Brand im Motorraum entwickele sich dagegen langsam; Rauch und Gestank seien deutlich zu riechen. In einem solchen Fall sei es sogar gut, wenn Fahrgäste an Bord sind, sagte Müller, weil diese dann sofort den Fahrer alarmieren könnten.
Nach ersten Untersuchungen war bei dem BVG-Bus wahrscheinlich eine Kraftstoffleitung defekt. Weil es in den modernen Niederflurbussen nur wenig Platz für den Motor gebe, könnten Leitungen durch Reibungen beschädigt werden, sagte Müller.
In die neuen Doppeldecker hat die BVG Brandmelder einbauen lassen, die den Fahrer bei einem Feuer alarmieren. Denn je früher ein Brand entdeckt werde, desto geringer sei der Schaden.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.11.2008)
Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »
Solange die BVG nicht aus Kontrollzwecken die Nutzung der hinteren Türen zum Aussteigen untersagen möchte, dürften die Fluchtmöglichkeiten ausreichend sein.
Ob mit einem Diepgen-Hammer* die als Notausstieg deklarierten Scheiben wirklich zerstört werden können, steht hingegen auf einem ganz anderen Blatt, sind sie einerseits von außen mit Reklame zugeklebt und andererseits von innen mit einer Jugendschutzfolie bedeckt, die besonders stabil ist.
*) erinnert sich noch wer an die CDU-Kampagne aus dem Jahr 2000? "Diepgen zeigen, wo der Hammer hängt" - abgebildet war ein Busnothammer.