Eine 44-jährige Autofahrerin geriet gestern Abend in Hohenschönhausen mit ihrem Fahrzeug in ein Gleisbett der Straßenbahn. Der Fahrer der Bahn konnte das Gefährt nicht mehr anhalten und krachte in den Wagen.
Die "Ford"-Fahrerin fuhr gegen 18 Uhr 20 die Karl-Lade-Straße in Fahrtrichtung Weißenseer Weg entlang. Nach bisherigen Erkenntnissen verlor die Frau aufgrund der schneebedeckten Fahrbahn kurzzeitig die Orientierung und fuhr in das Gleisbett der Straßenbahn. Nach dem sie nicht mehr weiterfahren konnte, verließ sie Ihr Fahrzeug und versuchte mit Unterstützung von Zeugen zunächst den "Ford" aus dem Gleisbett zu schieben.
Als dies nicht gelang, lief ein 61-jähriger Zeuge der heranfahrenden Straßenbahn der Linie M8 entgegen und gab dem Fahrer mit den Armen ein Warnzeichen. Der 51-jährige Straßenbahnfahrer konnte jedoch eine seitliche Kollision mit dem Auto nicht mehr verhindern. Ein 41-jähriger Fahrgast verletzte sich bei dem Zusammenstoß und kam zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Weitere Personen wurden nicht verletzt. tso
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Man könnte auch fragen: Wieso hat die Autofahrerin nicht gesehen, dass die Fahrbahn zu Ende ist? Wieso fährt sie eigentlich weiter, wenn sie die Orientierung verloren hat? Wäre anhalten und sich orientieren nicht konsequenter?
Und: Wieso ist es eigentlich im Winter um 18.20 Uhr dunkel? Da die Bahn seitlich ins Auto hineingefahren ist, haben dessen Scheinwerfer offenbar auch zur Seite gezeigt. Wie hätte der Fahrer es also frühzeitig erkennen sollen?
Ihre Fragen könnten Sie übrigens jedem Autofahrer stellen, der ein Wildschwein angefahren hat - sie wären hierbei genauso wenig angebracht.
Und nochmals: Wenn bei Dunkelheit ein Auto seitlich zur Fahrtrichtung steht und seine Scheinwerfer folglich zur Seite zeigen, hat der Straßenbahnfahrer keine Möglichkeit, es vorher zu sehen. Ich kenne die betreffende Stelle (es scheint am Anton-Saefkow-Platz passiert zu sein): zwischen der Bahntrasse und den Straßenlaternen steht eine Baumreihe, die Bahnstrecke ist folglich dunkel. Bildlicher gesprochen: Vor einem schwarzen Hintergrund ist es egal, ob Sie ein kleines schwarzes Viereck oder ein großes schwarzes Viereck sehen sollen. Daher möchte ich auch nochmals auf meinen Wildschweinunfallvergleich verweisen.