[Kommentare: 39]

Rechtsextremismus

Hetztiraden und Bombenpläne

Am Montag stehen Neonazis als Betreiber eines Internetradios vor Gericht. Ein Strafverfahren, das die üblichen Fälle rechtsextremer Volksverhetzung noch übertrifft – eine Angeklagte arbeitete dem Verfassungsschutz zu.
Anzeige
Bild vergrößern
Die Moderatoren des Internetradios nannten sich auf ihrer Homepage „K.Nackentod“ oder „N.S.D.A.P.“ und kannten auch sonst keine Hemmungen. Es wurde „Heil Hitler“ gerufen, „Sieg Heil“ und „Zion verrecke“. Passend zu den Parolen erschallte die Musik von Bands wie „Landser“, „Zillertaler Türkenjäger“, „Arische Wut“ und „Kommando Freisler“ – mit Texten, bei denen der Holperreim „Adolf Hitler, Führer der Nation, Adolf Hitler, des Volkes größter Sohn“ eher das untere Ende der Skala brauner Hassausbrüche markiert. Andere Zeilen sind so ekelhaft, dass sich wörtliche Zitate verbieten. Da wurde der Holocaust geleugnet oder sogar gefeiert und ein Atomschlag auf Israel gefordert. Selbst erfahrene Sicherheitsexperten sprechen von unfassbarer Verrohung.

Sie ist nun Gegenstand eines Strafverfahrens, das die üblichen Fälle rechtsextremer Volksverhetzung noch übertrifft. Von heutigen Montag an müssen sich sieben Neonazis, darunter zwei Frauen, vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft hält den Angeklagten unter anderem vor, sich nach und nach von November 2005 bis zum März 2009 an einer kriminellen Vereinigung beteiligt oder diese zumindest unterstützt zu haben. Kern des Vorwurfs ist der Betrieb des Internetradios „European Brotherhood Radio (EBR)“, das den Nazihörern die jeweils gewünschten Musiktitel vorspielte.

Dazu gab es Interviews, beispielsweise mit dem Anführer der kürzlich von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verbotenen Kameradschaft „Frontbann 24“, und auch noch einen Service für Feierabendterroristen. Auf einer Unterseite der Homepage wurden Baupläne für die Herstellung von Brand- und Sprengsätzen bis hin zu Glassplitterbomben veröffentlicht. Worauf die Radiomoderatoren gern und häufig verwiesen.

Im März 2009 hatte das Landeskriminalamt genug und machte der Hetze ein Ende. Sechs der sieben Angeklagten wurden in Berlin und vier weiteren Bundesländern festgenommen.

So klar die Ermittlungen auch erscheinen, es gibt da aus Sicht der Sicherheitsbehörden ein unangenehmes Detail. Eine Angeklagte, die 31-jährige Sandra F., hatte für den niedersächsischen Verfassungsschutz in die Szene hineingehorcht. Die V-Frau wurde Ende 2007 von der Behörde verpflichtet und erhielt für ihre Spitzeldienste ein geringes Honorar. Sandra F. sollte sich aber, so sagt es der Verfassungsschutz, mit der DVU beschäftigen. Dass die Frau als Moderatorin im European Brotherhood Radio mitmischte, sei erst bekannt geworden, als die Ermittlungen gegen sie und weitere Angeschuldigte schon im Gange waren. So erscheint es möglich, dass Sandra F. ein Exemplar jener traurigen Figuren darstellt, die als V-Leute aus dem Ruder laufen und nicht nur der Szene schaden, sondern auch dem Verfassungsschutz.

Die Strafkammer erwartet offenbar, die Hauptverhandlung dauere nicht allzu lang. Es sind nur fünf Termine angesetzt, der letzte ist schon der 3. Dezember. Ein Verteidiger steht indes der NPD nahe und ist bei früheren Prozessen als konfliktfreudig aufgefallen.




(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 16.11.2009)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Christoph Schlingensief:

Der Gott der guten Dinge
Praktisch Wahnsinn: Christoph Schlingensief legt in Burkina Faso den Grundstein für sein afrikanisches Operndorf.

Ausstellung:

Poth für die Welt

J.M. Coetzees „Sommer des Lebens“:

Mein Name sei Avatar

DFB-Pokal:

Werder Bremen steht im DFB-Halbfinale
Mit zwei "Hammertoren" hat Werder Bremen das Viertelfinalspiel gegen Hoffenheim gewonnen. Womöglich ist der Sieg schon die halbe Miete für einen Europapokalplatz.

VfL Osnabrück:

Der Glaube ist wieder da

Kommentare [ 39 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von josse josse ist gerade offline | 15.11.2009 18:48 Uhr
Wieviel bliebe wohl von dieser Szene,
wenn es die helfenden und spendenden Hände des Verfassungsschutzes nicht mehr gäbe?
Wer inszeniert hier was für wen?
Und das soll also ein Kriminalgericht beantworten - - -
Comment
von stpl stpl ist gerade offline | 15.11.2009 23:27 Uhr
Leider, @Josse
...bliebe zuviel von dieser Szene übrig
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 15.11.2009 18:58 Uhr
Habe ich das ...
jetzt richtig verstanden? Diese verachtenswerten Nazis konnten seit November 2005 ihr volksverhetzendes, verleumderisches, kriminelles und zutiefst menschenverachtendes Unwesen treiben und das Landeskriminalamt hatte dann doch schon im März 2009 die Güte, dem ein Ende zu machen? Nach schlappen 3,5 Jahren?

Wie gut, dass wir unsere fähigen V-Leute haben, die zwar "nicht nur der Szene schaden", aber natürlich unheimlich unverzichtbar sind. Und mit Steuergeldern bezahlt werden.

mog
Comment
von chronist chronist ist gerade offline | 15.11.2009 22:44 Uhr
vielleicht begreift man endlich,
dass die npd als "arsxxxoch im wandschrank" gebraucht wird.
die darf sich nicht selbst zerstören, da wird schon aufgepasst.

p.s. der begriff "arxxxxoch im wandschrank" stammt von volker pispers, allerdings in einem anderen zusammenhang
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 15.11.2009 23:06 Uhr
Mag schon sein, ...
dass irgendjemand aus irgendwelchen Erwägungen die NPD zu brauchen meint. Ich brauche keine Nazis. Nicht einen einzigen.

mog
Comment
von chronist chronist ist gerade offline | 15.11.2009 23:29 Uhr
ab und an
sollte man über seinen eigenen tellerrand schauen, dann begreift man auch, warum die npd gebraucht wird.
da hängt richtig geld dran und dann machen z.b auch veränderungen in der zählweise von rechtsextremistischen straftaten durchaus sinn. hohe zahlen versprechen hohe mittel, da hängt eine ganze "industrie" dran und dann ist auch das verständnis bei der bekämpfung in der gesellschaft höher....da brauch man es nicht so genau nehmen
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 16.11.2009 8:07 Uhr
@anachronist
Ich bin für die Bekämpfung von Faschismus und Rassismus. Und dafür geben wir nicht zuviel Geld aus, sondern zuwenig.

Kapiert?

mog
Comment
von chronist chronist ist gerade offline | 16.11.2009 10:30 Uhr
Kapiert?
warum denn gleich so unfreundlich, dieses verhalten scheint hier bei einigen normal zu sein?

natürlich wird die npd gebraucht. die gründe habe ich deutlich gemacht. durch veränderung der tatstatistik stieg die zahl der rechtsextremen straftaten rapide an und dient als grundlage für den kampf gegen rechts und letztendlich auch bei der bemessung der gelder.
Comment
von fledermaus fledermaus ist gerade offline | 16.11.2009 12:09 Uhr
stimmt, chronist.
Zumal die Idioten mit ihrem Internetradio anscheinend selber nicht wissen, was sie senden sollen, "Holocaust geleugnet oder sogar gefeiert"- was denn nun?
Sich täglich über Rechts aufzuregen ist absolut nötig, man stelle sich nur mal vor Rechts- und Linksaußen kommen mal dahinter, wie groß der gemeinsame Nenner ist. Nicht auszudenken!

Diese "Kapiert!"-Kommunikation, naja… kommt irgendwie immer aus den selben Richtungen.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 16.11.2009 12:17 Uhr
@chronist


Zitat von chronist

warum denn gleich so unfreundlich, dieses verhalten scheint hier bei einigen normal zu sein?



Weil das Ende seiner Sachargumente erreicht ist.

Aber ja, leider hat sich "Der Kampf gegen Rechts(extremismus)" zu einger riesigen ABM. Dabei ist es äußerst zweifelhaft haft was viele dieser Projekte überhaupt machen. Zum Glück wird dieser Wildwuchs an unnützen Projekten bald eingedampft und die wenigen wirklich effektiven Projekte wie zum Beispiel Exit bekommen mehr Geld mit dem sie arbeiten können.
Überigend interessant ist, dass diese ganze Flut an Geld mit "Dem Aufstand der Anständigen" kam. Hierbei werden nun primät Projekte gefördert, die sich mit dem Rassismus von Deutschen gegenüber Ausländern beschäftigen bzw. mit Antisemitismus ausgehend von Deutschen.
Damals die Synagoge wurde jedoch von arabischen Jugendlichen angezündet. Nur gibt es so gut wie keine Projekte, die sich mit dem Antisemitismus in der Türkischen und Arabischen Kreisen befasst.

In einem Interview hat mal ein Lehrer gesagt, er hat ein Projekt angemeldet, in dem es ganz spezifisch darum ging, die toleranz seiner muslimischen Schüler gegenüber Andersgläubigen, Homosexuellen und Juden zu erhöhen. Das Projekt wurde abgelehnt.

Dann stelle er nochmal einen Projektantrag den er so formulierte, dass es um die Intoleranz von deutschen Schülern ging. Der Antrag ging durch.

Zum Glück hat der eingestellte Sozialpädagoge nicht allzu viel damit zu tun den deutschen Schülern den angeblich typisch Deutschen Rassismus auszutreiben, wodurch er sich allen Schülern witmen kann.
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 16.11.2009 14:32 Uhr
@nielas
Soso, in "einem" Interview hat also doch tatsächlich mal "ein Lehrer" etwas gesagt, was @nielas.aran hier in dieser Form wiederzugeben beliebt.

Wieviel Leute gehen dieser Masche eigentlich noch auf den Leim, lieber Forumstroll?

mog
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 16.11.2009 14:27 Uhr
@chronist
Tja, lieber @chronist, Sie empfanden mein "Kapiert?" als unfreundlich? Wie bewerten Sie dann Ihre Formulierungen "endlich begreifen" und "Tellerrand"?

...letztendlich auch bei der bemessung der gelder.

Und es sind noch zu wenig. Da können Sie Ihren Meinung noch so "deutlich" machen

mog
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 16.11.2009 11:41 Uhr
@mogberlin
Ach wirklich? Dafür geben wir zu wenig Geld aus? Schaut man sich die Summe an, gibt man dafür eine ganze Menge geld aus, leider geht die an die falschen Organisationen.
Viele "Anti-Rechts" Organisationen scheinen ihre einzige Aufgabe darin zu sehen zu schreiben "Rechts ist Scheiße" und ihr Budget aus Steuermitteln für sonst irgendwas auszugeben. Hierbei bilden sie eine gewaltige ABM für jede Sozialpädagogen, der gerade einmal mit 4,0 seinen Abschluss geschafft hat.
Da hingegen stehen gute Programme, wie zum Beispiel Exit, welches Leuten hilt aus der braunen Szene auszusteigen kurz vor dem Kollaps.

Nein, ein Großteil der nutzlosen "Anti-Rechts" Projekte gehören eingestampt. Mit dem Geld kann man dann wirklich wirkungsvolle Programme wie zum Beispielt Exit unterstützen und es zum Kampf gegen Linkextremismus einsetzen.

Zum Glück wird ja schwarz-gelb eine entsprechende Umschichtung vornehmen und dem Wildwuchs dieser "Projekte" ein Ende setzen.
Comment
von southcross southcross ist gerade offline | 16.11.2009 13:28 Uhr
Niellas


Zitat von Nielas

Programme wie zum Beispielt Exit unterstützen und es zum Kampf gegen Linkextremismus einsetzen.



Upps, da springt die Katze aus dem Sack.
Ein Aussteigerprogramm für "Linksextremismus"

Man muss nur Lesen, bei manchem nicht mal zwischen den Zeilen.
Vielen Dank!
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 16.11.2009 14:04 Uhr
@southcross
Na wenn Du meinst mein Geschriebenes zwanghaft falsch zu verstehen... Bitte, dann sei es so.
Comment
von chronist chronist ist gerade offline | 16.11.2009 15:23 Uhr
Ein Aussteigerprogramm für "Linksextremismus"
wurde doch gar nicht gefordert, sondern



Zitat von nielas.aran

Mit dem Geld kann man dann wirklich wirkungsvolle Programme wie zum Beispielt Exit unterstützen und es zum Kampf gegen Linkextremismus einsetzen.



ein deutlicher unterschied. hintergrund dürfte sein, dass die neue koalition die bekämpfung aller extremismusarten gleich gewichten will und die linke szene wieder greint, dass damit der rechtsextremismus verharmlost werden soll. ich halte den vorschlag für lange überfällig, da ich jede art des extremismus ablehne. das natürlich linke projekte gegen rechts nun vom füllhorn der staatlichen subvention nicht mehr so profitieren werden, liegt auf der hand

http://www.welt.de/politik/deutschland/article4944501/Koalition-will-staerker-gegen-Linksextreme-vorgehen.html
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 16.11.2009 15:09 Uhr
@nielas
Upps, danke für die eindrucksvolle Demonstration der "Sachargumentation" a´ la Nielas Aran.

"Exit" steht vor dem Kollaps? Na, wenn das meinen Standpunkt mal nicht unterstützt. Wenn andere Projekte sich als Sackgasse erwiesen haben sollten, dann ist es natürlich sinnvoll diese und weitere Gelder in neue, vielversprechende Projekte zu stecken.

mog
Comment
von deinschlechtesgewissen deinschlechtesgewissen ist gerade offline | 15.11.2009 19:06 Uhr
Strafe muss sein...
Bitte hier keine Gnade walten lassen, sondern ein Exempel statuieren. Sollte dieses verabscheuungswürdige und demokratiefeindliche Verhalten nicht geahndet werden, findet es sicher noch Nachahmer. Die Angeklagten sind wie z. B. islamistische Terroristen als verfassungsfeindlich zu betrachten und auch bitte so zu behandeln. Man stelle sich mal einen rechten Terroristen mit Bombe im Ballacktrikot auf einem Hauptbahnhof vor. Das sind keine Dorfglatzen, bei denen man die Straßenseite wechselt: Hier handelt es sich um gemeingefährliche Individuen.
Wir können auf das Urteil gespannt sein.
Comment
von peeka peeka ist gerade offline | 16.11.2009 8:49 Uhr
Vor allem...
...hatten wir das doch schon einmal. Zwar nicht auf einem Bahnhof, aber auf dem Oktoberfest in München.
Comment
von derverwalter derverwalter ist gerade offline | 16.11.2009 8:27 Uhr
@mogberlin
Ich brauche auch keine Nazis, keiner braucht Nazis, aber wenn sie verboten werden sollen, muss das Vorliegen von Verbotsgründen gerichtsfest nachgewiesen werden können. Und diese Nachweise liegen halt nicht immer so einfach im Internet wie in diesem Fall.
Um Informationen aus dem Inneren solcher Organisationen zu bekommen, kann ein Nachrichtendienst leider nicht immer auf V-Leute verzichten. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Nachrichtendienst dabei ein gewisses Risiko eingeht und nicht ausschließen kann, dass ein V-Mensch auch mal "aus dem Ruder läuft". Allerdings sollte das Instrument V-Mensch eine ultima ratio sein und daher äußerst sparsam eingesetzt werden.
Ein Rechtsstaat kann die Nazis nicht allein deswegen verbieten, weil sie die überwiegende Mehrheit nicht braucht und verabscheut.
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 16.11.2009 16:50 Uhr
@verwalter
Ein Rechtsstaat kann die Nazis nicht allein deswegen verbieten, weil sie die überwiegende Mehrheit nicht braucht und verabscheut.

Vor allem kann man Nazis nicht verbieten, weil man Menschen (fast hätte ich Menschen in Anführungszeichen gesetzt, aber ich beherrsche mich) nun mal nicht verbieten kann. Aber man kann und muss nationalsozialistische Organisationen und die Verbreitung von nationalsozialistischer Propaganda verbieten.

In diesem Fall war dazu wohl zunächst mal nur ein Computer mit Internetzugang notwendig und keine Unterwanderung durch V-Leute.

Übrigens bin ich mit allen rechtsstaalichen Massnahmen seitens des Verfassungsschutzes gegen Naziorganisationen einverstanden. Aber man sollte sich und dem Ziel (dem Verbot) dabei nicht im Wege stehen. Und dies ist in der Vergangenheit wohl nicht immer so gewesen.

mog
Comment
von jandark jandark ist gerade offline | 16.11.2009 9:38 Uhr
Verfassungsschutz als Mittäter


Zitat von derverwalter

Um Informationen aus dem Inneren solcher Organisationen zu bekommen, kann ein Nachrichtendienst leider nicht immer auf V-Leute verzichten. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Nachrichtendienst dabei ein gewisses Risiko eingeht und nicht ausschließen kann, dass ein V-Mensch auch mal "aus dem Ruder läuft".



Nur der Verfassungsschutz behauptet immer wieder, dass er Täter finanzieren muss, um gerichtsfeste Beweise vorlegen zu können. Eine Polizei würde nie so absurde Argumente vorbringen, dass sie Straftäter finanzieren müsse, um sie überführen zu können.

Es zeigt nur immer wieder, dass der Verfassungsschutz völlig ungegeignet für Strafverfolgung ist. Wenn wir weiter zulassen, dass der Staat Kriminelle bei ihren Taten finanziert, werden wir immer wieder erleben, dass der Staat uns versucht, dummes Zeug zu verkaufen.

So wie der niedersächsische Verfassungsschutz unter Ernst Albrecht das Celler Loch bomben ließ, so wie der Berliner Verfassungsschutz Sprengstoff für den Anschlag auf die Jüdische Synagoge besorgte, so wie der Berliner Verfassungsschutz Molotow-Cocktails für die Brandstiftung am Springer-Hochhaus besorgte.

Wenn man die Dienste weiterhin ungehemmt Kriminelle finanzieren lässt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese wie Maden im Speck das Geld nehmen und ihre Verbrechen damit begehen.

Erfolge haben die Dienste bisher nicht zu verzeichnen mit der Mittäterschaft. Im Gegenteil, wir haben diesem Treiben zu verdanken, dass die NPD immer noch nicht verboten wurde. Kampf gegen das NPD-Verbot mit Steuergeldern aus dem Innenministerium. Absurd.
Comment
von chronist chronist ist gerade offline | 16.11.2009 10:36 Uhr
Eine Polizei würde nie so absurde Argumente vorbringen...
dünnsinn, auch die polizei bedient sich der mitarbeit von v-leuten. direkt finanziert im lebensunterhalt werden die sicherlich nicht, aber sie bekommen finanzielle zuwendungen. bestimmte deliktsbereiche kann man mit dem schutzmann anne ecke wohl kaum bekämpfen.
v-leute müssen direkt aus der jeweiligen kriminellen szene stammen oder glauben sie, dass oma krause da sehr hilfreich wäre? das interesse derer an zusammenarbeit mit der polizei liegt wohl eher im persönlichen bereich.
Comment
von jandark jandark ist gerade offline | 16.11.2009 11:48 Uhr
Polizei und V-Leute
Die Polizei setzt keine V-Leute an, wenn man wegen eines öffentlich zugänglichen Radiosenders und öffentlich für jedermann zugänglicher Informationen auf einer Website ermittelt.

So dilettantisch und unprofessionell wir nur beim Verfassungsschutz gehandelt, der Personal rekrutiert, dass zum mit Steuergeldern zum Straftäter avanciert. Der niedersächsische Verfassungsschutz hat da jahrzehntelange Tradition, wie wir am Celler Loch mit den Verfassungsschützern des Ernst ALbrecht, CDU, erleben durften.

Neonazilieder, die im Radion gespielt werden, kann jeder Hauptwachmeister erkennen und vor Gericht bringen. Da braucht es keine "V-Leute", die ihm die Ermittlungsarbeit abnehmen oder wie in dem Fall hier als staatlich bezahlter Moderator Nazi-Propagnada abspielt. Man sollte die Polizei nicht so verächtlich machen, dass sie ordentliche Ermittlungsarbeit ungeeignet sei und private Hilfe ohne Hoheitsrechte bräuchte.
Comment
von chronist chronist ist gerade offline | 16.11.2009 12:35 Uhr
haben sie den artikel auch gelesen
und verstanden? die v-frau wurde in einer anderen sache angeworben und war gezielt auf die dvu angesetzt. erst bei den ermittlungen fiel auf, dass sie scheinbar in dem besagten fall verwickelt war.

lesen hilft, bevor man kommentiert
Comment
von jandark jandark ist gerade offline | 16.11.2009 13:57 Uhr
Lesen hilft
Es geht nicht um die Absichten des Verfassungsschutzes, sondern um die Taten. Absichten sind nur bei islamistischen Terroristen strafbar.

Tatsache ist aber, dass die Frau, die vor Gericht steht, V-Frau vom Verfassungsschutz war. Geld ist auch geflossen. Tatsache ist, dass der Verfassungsschutz Steuergelder aufgewendet hat, um damit eine Frau zu bezahlen, die nun vor Gericht steht. Normale Menschen nennen so was Beihilfe und Anstiftung. Die Frau wurde ja dafür bezahlt, dass sie den rechten Rand unterwandert.

Zudem ist der Niedersächsische Verfassungsschutz kein Ersttäter, sondern Wiederholungstäter, wie die Ermittlungen nach dem Celler Loch ergeben haben.

Wenn man tatsächlich so naiv ist, Leuten zu glauben, die wiederholt bei Brandstiftungen und Bombenanschlägen Anstifter und Mittäter waren, dann muss man die Tatsache dennoch feststellen, das hier staatliche Mitarbeiter unfähige V-Leute angeworben, angestiftet und bezahlt haben. Solche Leute im Staatsdienst, die so unfähig rekrutieren, gehören entlassen.

Man kann es drehen und wenden wir man will, der Verfassungsschutz ist für die Bürger eines der grössten Sicherheitsrisiken.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 16.11.2009 11:47 Uhr
Nazis...
... und Internet? Ich dachte immer Nazis dürfen nur rein Deutsche Produkte verwenden und wären, was ihren Geschmack angeht in den 30er oder 40er Jahren stecken geblieben. Dieses Bild wird zumindest vermittelt, wenn man sich den Schundkatalog des DS-Verlags so ansieht. Also dürfte doch auf der heimischen Kommode des Nazis nur der "gute alte Volksempfänger" stehen.
Aber der Rechtssstaat funktioniert, die Leute sitzen auf der Anklagebank, werden hoffentlich eine empfindliche Strafe bekommen und die Bandbreitenverschwendung im Internet wurde endlich ein wenig eingedämmt. Die Rolle des Verfassungsschutzes in der Sache bleibt zu klären und wird hoffentlich entsprechend untersucht.
Comment
von lichtblau lichtblau ist gerade offline | 16.11.2009 12:11 Uhr
Propagandadelikte
Offenbar handelt es hierbei (wie so oft bei rechten Straftaten)um Propagandadelikte.
Während Vorkommnisse:

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/146225/index.html
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/146119/index.html
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/146117/index.html

bei den Behörden offenbar keine Beunruhigung und entsprechende Maßnahmen auslösen. Offenbar kann man sich hier zu Lande nur mit einseitiger Extremistenbekämpfung profilieren.
Comment
von jandark jandark ist gerade offline | 16.11.2009 14:01 Uhr
"Linksextreme Täter"
Betrachtet man die Vielzahl der Anstiftungen und Mittäterschaften des Verfassungsschutzes, dann ist zu vermuten, dass hinter den sogenannten "linksextremen Täter" auch wieder Mitarbeiter oder V-Leute des Verfassungsschutzes stecken, da der offenbar in der BRD hinter sehr vielen politischen Straftaten steckt.
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 16.11.2009 15:43 Uhr
@lichtblau


Zitat von wikipedia

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion.



Es ist diese Propaganda, die in letzter Konsequenz für Angst, für Schwerstverletzte und für viel zu viele Tote sorgt.

Was haben Ihre Verlinkungen mit dem aktuellen Fall zu tun? Ich weiss, ich weiss: Es hat Methode in diesem und anderen Foren, bei Artikeln zum Thema Rechtsextremismus in Rekordzeit die Debatte in Richtung Linksextremismus umzulenken.

mog
Comment
von giselamittruecker giselamittruecker ist gerade offline | 16.11.2009 12:31 Uhr
"völlig ungeeignet
("Es zeigt nur immer wieder, dass der Verfassungsschutz völlig ungegeignet für Strafverfolgung ist.")

Es behauptet auch kaum jemand Ernstzunehmendes, dass der Verfassungsschutz dafür zuständig sei.
Comment
von stbrumm stbrumm ist gerade offline | 16.11.2009 14:09 Uhr
Manchmal ist es zu einfach


Zitat von southcross

Upps, da springt die Katze aus dem Sack.
Ein Aussteigerprogramm für "Linksextremismus"

Man muss nur Lesen, bei manchem nicht mal zwischen den Zeilen.
Vielen Dank!



(Ironie on) Linksaußen begeht keine Verbrechen. Das was man bei anderen als Verbrechen bezeichnen würde sind hier nur Kämpfe um den Staat, der einen immerhin schon mit H4 unterstützt, durch einen anderen ersetzt, in dem nur noch die ganz linken Meinungen erlaubt sind. Es gibt auch niemanden, der seine Meinung ändern würde, denn jeder weis, nur der Linksradikalismus ist das einzig Wahre. Die Linksextremisten würden auch mit Gewalt propagieren, das sie nie Gewalt anwenden. (Ironie off)

Also ehrlich southcross, was Sind denn für Sie die Angriffe auf Menschen(hier Polizisten) am 1.Mai oder das Anzünden der Autos, für die linke Gruppen die Verantwortung übernehmen?
Comment
von southcross southcross ist gerade offline | 16.11.2009 15:04 Uhr
Herr Brumm
Ich hab das sicher falsch verstanden. Der Forist lobte erst Exit als wichtiges Aussteigerprogramm aus der rechtsextremistischen Szene um im nächsten Satz es zu einem Programm gegen Linksextremismus machen zu wollen.

Nein, der Forist meinte es nicht so. War auch nur wieder so ein Spielchen.

Zu Ihrer Frage: Also ehrlich - das sind Straftaten!
Auch ganz ohne Ironie und ob die alle "H4" erhalten?
Hätten Sie da ne Quelle? Aber Sie meinten es ja ironisch

Wenn Ironie gemeint ist, und sinnfrei draus wird...

Comment
von southcross southcross ist gerade offline | 16.11.2009 16:48 Uhr
Cronist
"Unterschied" Wo?

Beim mehrmaligem Lesen kommt man ins überlegen bei dem Zitat. "es" - meinte der Forist "das Geld" oder "Exit? Etwas unklar formuliert.
Vielleicht aber auch Absicht? So kann dann jeder lesen, was er gerne möchte und der Forist reibt sich wie desöfteren vergnügt die Hände, weil seinen Hintersinn etweder keiner bemerkt hat oder eben alle.

Natürlich müssen alle Extremismusarten gleich gewichtet werden, "lange überfällig" war da im übrigen nie etwas. Wenn aber der "Opferperspektive" (ein von linken aktiven gegründetes Projekt) die Knete gestrichen werden soll, dann fragt man sich eben doch...
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 16.11.2009 19:33 Uhr
Mann oh Mann
"Mit dem Geld kann man dann wirklich wirkungsvolle Programme wie zum Beispielt Exit unterstützen und es zum Kampf gegen Linkextremismus einsetzen."

Ich habe das einmal gelesen und für mich so übersetzt:

Mit dem eingesparten Geld kann man Exit unterstützen (also den Rechtsextremisten schaden) und es (das Geld) zum Kampf gegen Linkextremismus einsetzen (also den Linksextremisten schaden).

Tja, und ich dachte, nun gut, jetzt wird das Geld zum Kampf gegen Extremismus (ob rechts, ob links) eingesetzt!

WO ist das Problem?

Falls der Verfasser aber Exit gemeint haben sollte, was nach längerer Überlegung nun tatsächlich ja auch nicht undenkbar ist, da denke ich, na fein, ist ja nicht blöd, ob die Idioten von rechts oder von links, kommen, wenn'se schlau geworden sind, sollte denen aus beiden Richtungen kommend, geholfen werden. Und ich bin dabei! Mit meinen Steuergeldern! Klasse!

Und es bleibt die Frage: WO ist das Problem?
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 16.11.2009 19:22 Uhr
"Im März 2009 hatte das Landeskriminalamt genug"
Warum?
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 16.11.2009 21:52 Uhr
Mein WARUM kann missverständlich wirken
Es meint:

Warum hatte das Kriminalamt auf einmal so ruckartig genug? Nachdem es doch so lange mit der untätigen Zuschauerrolle zufrieden gewesen war!

Mit anderen Worten: auf was haben die denn noch gewartet?



Comment
von zweifel zweifel ist gerade offline | 16.11.2009 22:31 Uhr
Gegenfrage:
Wie kann man zögern, eine Organisation "Frontbann 24" zu verbieten?
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 17.11.2009 9:10 Uhr
@zweifel - Genau DAS
hatte ich gemeint und gehofft, wenn jemand mein WARUM für sich beantwortet, dann selber darauf kommt, dass exakt dieser Grund, diese Antwort auf mein WARUM, bereits seit einigen Jahren vorliegt!!

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 10 x 2 = 


Anzeige
Weitere Themen

Das Riesenrad am Zoo klemmt Lesezeichen hinzufügen

Ralf Schönball
Für den Bau des 175 Meter hohen Riesenrads am Bahnhof Zoo fehlen den Investoren ... mehr...

Zwei Polizisten erschießen sich mit Dienstwaffen Lesezeichen hinzufügen

Zwei Polizisten des gleichen Abschnittes in Wedding haben sich mit ihren ... mehr...

Öffentlicher Dienst erhält mehr Geld – ab August 2011 Lesezeichen hinzufügen

Von Sigrid Kneist
Im Kampf um höhere Gehälter im öffentlichen Dienst schließen der Senat und ... mehr...

Politiker fordern mehr Hilfe für Kinder Lesezeichen hinzufügen

Von Sabine Beikler und Hadija Haruna
Sozialsenatorin Bluhm fordert eine Erhöhung der Regelsätze, die nicht zu Lasten ... mehr...

CDU: Eis auf Gehwegen soll Chefsache werden Lesezeichen hinzufügen

Der SPD-Vorsitzende Müller droht Hauseigentümern und Schneeräumern mit ... mehr...
Fotostrecken

Straßenschäden und Schlaglöcher (8 Bilder)

Winter in Berlin (116 Bilder)

Boulevard der Stars (13 Bilder)

Brandanschlag auf Haus der Wirtschaft (5 Bilder)

Neue Uniformen für die Feuerwehr (5 Bilder)

Transmediale 2010 (10 Bilder)
Neues Klinikportal
Immer das passende Berliner Krankenhaus für eine stationäre Behandlung oder einer Krankheit finden.
Ehrenmord
» ERGEBNIS ANSEHEN
---
Unser neuer Service zeigt die Aussichten in allen Bezirken
Anzeige
Meist diskutiert
versendet
---
Alexanderplatz, Hertha, Mediaspree: Leserdebatten auf Tagesspiegel.de. Diskutieren Sie mit!
Anzeige