Zwei Polizisten des gleichen Abschnittes in Wedding haben sich mit ihren Dienstwaffen das Leben genommen.
Am Dienstag nahm sich ein 49-jähriger Polizeihauptkommissar während seines Dienstes in den Räumen des Polizeiabschnitts 35 in der Oudenarder Straße das Leben, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Kollegen fanden ihn tot im Sanitätsraum, nachdem er zu einer Besprechung nicht erschienen war.
Bereits am Wochenende hatte sich in einer Kleingartenanlage am Halligweg in Tegel ein 44-jähriger Polizist des Abschnittes 35 mit seiner Dienstwaffe getötet. Nach ersten Ermittlungen gebe es keinen Zusammenhang zwischen beiden Todesfällen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit.
(ho/ddp)
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werden noch weitere Beamten folgen?
wenn jetzt zwei polizisten hier verkündet innerhalb wneiger tage am krebs versterben würden, würden sie auch nicht nach zusammenhängen fragen.
Immer wieder kommt es zu Mobbing, bei dem Vorgesetzte Teil des Problems sind und es keine Möglichkeiten gibt, sich zur Wehr zu setzen. Der Korpsgeist lässt viele Beamte schweigsam ihre Probleme in sich hineinfressen und das vorherrschende Männlichkeitsbild, besonders in geschlossenen Einheiten, hat zur Folge, dass "keine Schwäche" gezeigt werden darf: ein häufiger Selbstmordgrund bei Männern (so auch im Leistungssport, vgl. R. Enke).
Es gibt regelmäßig Fälle von Beamten, die sich frustriert aus dem Dienst verabschieden (in Berlin z. B. oftmals Migranten, die nach ihrer Ausbildung keine Lust mehr haben, aber auch schwule Männer oder Frauen). Dabei sind diejenigen, die ihren Dienst quittieren, häufig auch die, die der nicht sonderlich beliebten Organisation Polizei positive Impulse geben könnten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass an dieser Stelle Abhilfe geschaffen wird. Natürlich wird auch dieser Fall individuelle Gründe haben, die zu klären sind, was aber nicht bedeuten darf, systematische Gründe (wie das Fehlen externer psychologischer Betreuung) zu ignorieren.
Auf der anderen Seite gilt es innerhalb der Polizeiausbildung einen kritischeren Umgang mit eingeschliffenen Handlungsmustern zu etablieren. Dazu empfehle ich folgende Lektüre: http://www.springerlink.com/content/n856465560807223/
Insgesamt hat Rafael Behr unterschiedliche Studien und Bücher veröffentlicht, die auf bemerkenswerte Art und Weise ignoriert werden, wenn sich z. B. europäische Innenminister und Polizeichefs zum Polizeikongress treffen. Da geht es dann lediglich um die verbesserte Kooperation der Führungsebenen und neue Bündnisse mit Großunternehmen, auf dass die polizeiliche Überwachungstechnik auf dem neuesten Stand bleibe.
Diw Wache Oudenarder Straße ist so groß nun auch wieder nicht....
.................wrzlbrmft
Ein Schuss in einem Gebäude fängt sich an vielen Hindernissen, geschlossenen Türen, langen Gängen, Treppenhäusern. Er ist ziemlich hochfrequent (Hörschäden durch Schießen zeigen sich in den hohen Frequenzen zuerst) - und diese übertragen sich schlechter als tiefe, dumpfe Frequenzen.
Ich kann's nur bestätigen: Wir haben damals alle nichts davon gehört oder mitbekommen und trotzdem hatte es der Kollege am hellichten Tag im Waschraum erledigt.
Für mich ebenso erstaunlich wie für Sie!
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,518271-2,00.html
"Michaela Brekau, die Witwe des Verstorbenen, deutet im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE an, ihr Mann sei in den letzten Wochen vor dem tödlichen Einsatz sehr unglücklich über seine berufliche Situation gewesen. 'Er wollte sich versetzen lassen und hatte ungewöhnlich viele Bedenken vor der Fahrt nach Heiligendamm', so Brekau. Offenbar war es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen ihres Mannes mit den von ihr als 'rabiat' beschriebenen Kollegen gekommen. (...)
Nachdem Benjamin auch noch ihren Namen angenommen hätte, erklärt Michaela Brekau, sei er 'regelrecht in die Mangel genommen worden'. So habe einer der anderen Beamten ihren Mann gefragt, 'warum er sich seiner Frau unterwerfe?'"
Auch in diesem Fall, hätte eine unabhängige psychologische Betreuung Abhilfe schaffen können und das Schlimmste wäre eventuell verhindert worden. Die militärisch organisierten Polizeiapparate lassen zu wenig Raum für diejenigen, die den erwarteten Rollenbildern nicht entsprechen.
Dennoch darf in diesem Fall nicht vorverurteilt werden. Es gibt jedes Jahr tausende Selbstmorde in Deutschland. Es sollte zunächst ehrliches Beilied mit den Angehörigen der Verstorbenen gezeigt werden. Bei eventuellen Ermittlungen (auch wegen Mobbings), die zu führen sind, muss allerdings klar sein, dass dieser tragische Vorfall nicht rückgängig gemacht werden kann, wie auch beim Toten von Heiligendamm. Es sollte stattdessen darum gehen, solcherart Vorkommnisse in der Zukunft unwahrscheinlicher werden zu lassen. Durch Strukturveränderungen in Ausbildung und Alltagspraxis.
Das ist entweder Anmaßung und/oder Wichtigtuerei.
Und wenn jemand mehr weiß, als diese Pressemeldung hergibt, dann darf er das gern hier schreiben.
Mein Mitgefühl ist bei den betreffenden Familien.
Die Suizidrate könnte man als Aushängeschild einer Gesellschaft betrachten. Jedoch wird es dazu kaum verläßliche Statistiken geben. Wer weiß schon, wer sich alles "verabschiedet" hat, wovon keiner weiß? wie viele Totenscheine mag es geben, auf dem ein Arzt "natürlicher Tod" angekreuzt hat? Dabei war dieser Tod ganz und gar nicht "natürlich"?
Im Übrigen glaube ich persönlich, und das möge man mir nicht krumm nehmen, dass die ganzen Mobbingkommissionen, Konfliktberater und was es da alles so gibt, nix bringt. Derartige Einrichtungen sollte man mal (wissenschaftlich)evaluieren.
Angesprochen wurden "Nachahmertaten" Ich kann das nicht ausschließen. Wer sowieso schon mit Suizidgedanken spielt, wird sich möglicher Weise "anschließen". Dieser "Effekt" kann ja auch bei sonstigen Amoktaten beobachtet werden.
Ich kann nur hoffen, dass Hilfeschreie rechtzeitig bemerkt werden, von wem auch immer. Im Zweifelsfall Hilfe anbieten -mehr geht wohl nicht....