[Kommentare: 18]

Suizid

Zwei Polizisten erschießen sich mit Dienstwaffen

Zwei Polizisten des gleichen Abschnittes in Wedding haben sich mit ihren Dienstwaffen das Leben genommen.
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Am Dienstag nahm sich ein 49-jähriger Polizeihauptkommissar während seines Dienstes in den Räumen des Polizeiabschnitts 35 in der Oudenarder Straße das Leben, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Kollegen fanden ihn tot im Sanitätsraum, nachdem er zu einer Besprechung nicht erschienen war.

Bereits am Wochenende hatte sich in einer Kleingartenanlage am Halligweg in Tegel ein 44-jähriger Polizist des Abschnittes 35 mit seiner Dienstwaffe getötet. Nach ersten Ermittlungen gebe es keinen Zusammenhang zwischen beiden Todesfällen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. (ho/ddp)
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Kommentare [ 18 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von freistaat.sachsen freistaat.sachsen ist gerade offline | 10.2.2010 9:07 Uhr
Anderer Zusammenhang
Aber vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrer jeweiligen dienstlichen Tätigkeit und ihrer Verzweiflungstat.
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von pupuzius pupuzius ist gerade offline | 10.2.2010 9:29 Uhr
Was ist der Grund?
Was ist der Grund, welche Vermutungen gibt es. Vielleicht Mobbing oder Intensivtäter?
werden noch weitere Beamten folgen?
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von haster haster ist gerade offline | 10.2.2010 19:49 Uhr
suizid
suizid ist ein dermaßen weit verbreitetes phänomen. nur weil die allerwenigsten fälle öffentlich werden, sind sie dennoch alltäglich. die gründe sind meist in depressionen und psychosen zu suchen. alles andere wäre eine ausnahme.
wenn jetzt zwei polizisten hier verkündet innerhalb wneiger tage am krebs versterben würden, würden sie auch nicht nach zusammenhängen fragen.
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von paule paule ist gerade offline | 10.2.2010 9:41 Uhr
Wer glaubt
das da kein Zusammenhang besteht, der ist reichlich naiv.
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von haster haster ist gerade offline | 10.2.2010 19:53 Uhr
naiv?
wer den jetzt auf's blaue hinaus konstruieren will, hat von medizin und suizidalität keine ahnung.
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von paule paule ist gerade offline | 11.2.2010 10:54 Uhr
Wer mit
Fachbegriffen um sich schmeisst und das Offensichtliche dabei ignoriert hat vom Leben keine Ahnung.
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von Smith Smith ist gerade offline | 10.2.2010 11:53 Uhr
Es braucht endlich eine anständige
externe und unabhängige psychologische Betreuung der Beamten.

Immer wieder kommt es zu Mobbing, bei dem Vorgesetzte Teil des Problems sind und es keine Möglichkeiten gibt, sich zur Wehr zu setzen. Der Korpsgeist lässt viele Beamte schweigsam ihre Probleme in sich hineinfressen und das vorherrschende Männlichkeitsbild, besonders in geschlossenen Einheiten, hat zur Folge, dass "keine Schwäche" gezeigt werden darf: ein häufiger Selbstmordgrund bei Männern (so auch im Leistungssport, vgl. R. Enke).

Es gibt regelmäßig Fälle von Beamten, die sich frustriert aus dem Dienst verabschieden (in Berlin z. B. oftmals Migranten, die nach ihrer Ausbildung keine Lust mehr haben, aber auch schwule Männer oder Frauen). Dabei sind diejenigen, die ihren Dienst quittieren, häufig auch die, die der nicht sonderlich beliebten Organisation Polizei positive Impulse geben könnten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass an dieser Stelle Abhilfe geschaffen wird. Natürlich wird auch dieser Fall individuelle Gründe haben, die zu klären sind, was aber nicht bedeuten darf, systematische Gründe (wie das Fehlen externer psychologischer Betreuung) zu ignorieren.

Auf der anderen Seite gilt es innerhalb der Polizeiausbildung einen kritischeren Umgang mit eingeschliffenen Handlungsmustern zu etablieren. Dazu empfehle ich folgende Lektüre: http://www.springerlink.com/content/n856465560807223/
Insgesamt hat Rafael Behr unterschiedliche Studien und Bücher veröffentlicht, die auf bemerkenswerte Art und Weise ignoriert werden, wenn sich z. B. europäische Innenminister und Polizeichefs zum Polizeikongress treffen. Da geht es dann lediglich um die verbesserte Kooperation der Führungsebenen und neue Bündnisse mit Großunternehmen, auf dass die polizeiliche Überwachungstechnik auf dem neuesten Stand bleibe.
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von wrzlbrmft wrzlbrmft ist gerade offline | 10.2.2010 14:20 Uhr
Furchtbare Geschichte...
Furchtbare Geschichte (ohne jeden Zweifel), aber neben der Frage, ob nicht doch ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, stellt sich mir die Frage, wie sich jemand auf einer Polizeiwache mit seiner Dienstwaffe erschießen kann, ohne dass irgendein Polizist oder eine Polizistin den Schuss hört (Zitat: Kollegen fanden ihn tot im Sanitätsraum, nachdem er zu einer Besprechung nicht erschienen war.).

Diw Wache Oudenarder Straße ist so groß nun auch wieder nicht....

.................wrzlbrmft

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von fellmuetze fellmuetze ist gerade offline | 10.2.2010 17:25 Uhr
@wrzlbrmft
.....ach ja? woher wissen sie denn das?
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von Polizeiphilosoph Polizeiphilosoph ist gerade offline | 11.2.2010 1:04 Uhr
Doch, leider
Ich muss ihnen das leider bestätigen, denn auch ich musste so etwas schon erleben. Und wir haben den Schuss auch nicht gehört, zumindest nicht wissentlich. Vielleicht gab es ein Geräusch, dass aber nicht als solcher identifiziert wurde.

Ein Schuss in einem Gebäude fängt sich an vielen Hindernissen, geschlossenen Türen, langen Gängen, Treppenhäusern. Er ist ziemlich hochfrequent (Hörschäden durch Schießen zeigen sich in den hohen Frequenzen zuerst) - und diese übertragen sich schlechter als tiefe, dumpfe Frequenzen.

Ich kann's nur bestätigen: Wir haben damals alle nichts davon gehört oder mitbekommen und trotzdem hatte es der Kollege am hellichten Tag im Waschraum erledigt.

Für mich ebenso erstaunlich wie für Sie!
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von psylon psylon ist gerade offline | 10.2.2010 14:38 Uhr
Beamter zu sein...
...ist in Berlin anscheinend nicht attraktiv.
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von Smith Smith ist gerade offline | 10.2.2010 15:08 Uhr
nicht nur in Berlin
aus Spiegel-Online (zu einem beim G8 2007 in Heiligendamm mysteriös verstorbenen Polizisten):
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,518271-2,00.html

"Michaela Brekau, die Witwe des Verstorbenen, deutet im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE an, ihr Mann sei in den letzten Wochen vor dem tödlichen Einsatz sehr unglücklich über seine berufliche Situation gewesen. 'Er wollte sich versetzen lassen und hatte ungewöhnlich viele Bedenken vor der Fahrt nach Heiligendamm', so Brekau. Offenbar war es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen ihres Mannes mit den von ihr als 'rabiat' beschriebenen Kollegen gekommen. (...)
Nachdem Benjamin auch noch ihren Namen angenommen hätte, erklärt Michaela Brekau, sei er 'regelrecht in die Mangel genommen worden'. So habe einer der anderen Beamten ihren Mann gefragt, 'warum er sich seiner Frau unterwerfe?'"

Auch in diesem Fall, hätte eine unabhängige psychologische Betreuung Abhilfe schaffen können und das Schlimmste wäre eventuell verhindert worden. Die militärisch organisierten Polizeiapparate lassen zu wenig Raum für diejenigen, die den erwarteten Rollenbildern nicht entsprechen.

Dennoch darf in diesem Fall nicht vorverurteilt werden. Es gibt jedes Jahr tausende Selbstmorde in Deutschland. Es sollte zunächst ehrliches Beilied mit den Angehörigen der Verstorbenen gezeigt werden. Bei eventuellen Ermittlungen (auch wegen Mobbings), die zu führen sind, muss allerdings klar sein, dass dieser tragische Vorfall nicht rückgängig gemacht werden kann, wie auch beim Toten von Heiligendamm. Es sollte stattdessen darum gehen, solcherart Vorkommnisse in der Zukunft unwahrscheinlicher werden zu lassen. Durch Strukturveränderungen in Ausbildung und Alltagspraxis.

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von Watchman Watchman ist gerade offline | 11.2.2010 5:19 Uhr
@ Smith: Sind sie Psychologe und werben hier für ihre Praxis?
Sicherlich gibt es auch bei der Polizei Mobbing. Dies nun auf einen "Korpsgeist" zu schieben ist Schwachsinn. Da kenne ich viele Handwerksbetriebe, wo gerade Azubis mehr erleiden müssen als bei der Polizei. Es ist aber schon sinnig, dass die Polizei selber keine Statistik darüber führt, wieviele Beamte sich erschießen. Es ist nur meine persönliche Wahrnehmung, aber mir kommt es so vor, als werden es immer mehr. Meist sind aufgrund des immer mehr belastenden Dienstes ( Zeit, psychische Belastung) die Beziehungen zerrüttet. Dies hat dann meist Trennung auch mit katastrophalen finanziellen Folgen zur Folge und der Dienstherr reibt sich dann die Hände und sagt" Die Probleme waren im privaten Bereich zu suchen." Das er aber Verursacher ist, das verschweigt er gerne. MAn beachte nur mal die hohen Scheidungsraten, die frühen Tode und frühpensieonen bei Polizisten. Wahrscheinlich alles Einzelfälle oder wie Smith uns glauben machen will: Alles Mobbing von korpsdgistigen vermutlich rechten und gewalttätigen Kollegen
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von haster haster ist gerade offline | 10.2.2010 19:50 Uhr
so ein schwachsinn
so attraktiv wie fußballer in hannover zu sein!
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von guderian guderian ist gerade offline | 10.2.2010 18:26 Uhr
Gelegenheit schafft Täter.
Menschen die beruflich viel mit Schußwaffen zu tun haben, bringen sich schnell mal um. Kein Witz! Bei der Bundeswehr geben sie dem GvD, der am Wochende die Stuben bewachen soll, auch keine Munition mehr mit, seit sich ein Wehrdienstleistender aus Leibeskummer erschossen hat.
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von peach4404 peach4404 ist gerade offline | 10.2.2010 19:13 Uhr
Beileid für die Angehörigen.
Eine beispielsweise Burn-Out-Syndrom würde die Polizeiführung als Ursache wohl verschweigen.
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von terrier terrier ist gerade offline | 10.2.2010 20:43 Uhr
TSP-Leser sind scheinbar schlauer
Warum glauben hier so viele Schreiber zu wissen, was der Hintergrund dieser Suizide ist?

Das ist entweder Anmaßung und/oder Wichtigtuerei.

Und wenn jemand mehr weiß, als diese Pressemeldung hergibt, dann darf er das gern hier schreiben.

Mein Mitgefühl ist bei den betreffenden Familien.
Comment
von geddyx geddyx ist gerade offline | 10.2.2010 20:47 Uhr
Verabschiedungsmotive....
Jeder Suizid ist tragisch. Die zum Entschluss führenden Motive und Gründe können so vielschichtig sein, dass man hier sicher nicht in jedem Fall einen Bezug zum Dienstlichen herstellen oder gar konstruieren kann/darf. Richtig scheint mir wiederum, dass jeder, der eine scharfe Schusswaffe hat, sich ergebnissicherer fühlen sollte, wenn er seine Suizidabsicht umsetzen will. Die Wahrscheinlichkeit des Erfolges ist weitaus größer als der Versuch mit einer selbst gebastelten Schlinge.

Die Suizidrate könnte man als Aushängeschild einer Gesellschaft betrachten. Jedoch wird es dazu kaum verläßliche Statistiken geben. Wer weiß schon, wer sich alles "verabschiedet" hat, wovon keiner weiß? wie viele Totenscheine mag es geben, auf dem ein Arzt "natürlicher Tod" angekreuzt hat? Dabei war dieser Tod ganz und gar nicht "natürlich"?

Im Übrigen glaube ich persönlich, und das möge man mir nicht krumm nehmen, dass die ganzen Mobbingkommissionen, Konfliktberater und was es da alles so gibt, nix bringt. Derartige Einrichtungen sollte man mal (wissenschaftlich)evaluieren.

Angesprochen wurden "Nachahmertaten" Ich kann das nicht ausschließen. Wer sowieso schon mit Suizidgedanken spielt, wird sich möglicher Weise "anschließen". Dieser "Effekt" kann ja auch bei sonstigen Amoktaten beobachtet werden.

Ich kann nur hoffen, dass Hilfeschreie rechtzeitig bemerkt werden, von wem auch immer. Im Zweifelsfall Hilfe anbieten -mehr geht wohl nicht....


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