Als Familien wollen sie im Kiez ihren Traum verwirklichen – ihr Mehrgenerationenhaus in Prenzlauer Berg wurde jetzt Ziel eines Anschlags. Dass ausgerechnet ihr Projekt ins Visier möglicher Linksextremisten geraten ist, können die Mitglieder der Baugruppe nicht nachvollziehen.
Das kann teuer werden. Helene Anders, 37, steht vor dem Rohbau in der Thaerstraße/Ecke Zur Börse in Prenzlauer Berg und schaut verzweifelt auf die Plastikplanen, die im Wind flattern. „Wir haben nachts einen Bewacher engagiert“, sagt sie. „Außerdem haben wir eine Kamera installiert, Warnschilder aufgehängt und Scheinwerfer am Gerüst angebracht.“
Nötig sind all diese Sicherheitsvorkehrungen, weil am vorigen Wochenende Unbekannte einen Brandsatz gegen die Fassade geworfen haben. Die Polizei schließt einen linksextremen Anschlag nicht aus; immerhin hat es in den vergangenen zwei Wochen während der linksradikalen „Action weeks“ 116 Anschläge auf Gebäude und Autos gegeben. Doch die Täter haben ausgerechnet ein Öko-Bauprojekt getroffen, noch dazu ein Mehrgenerationenhaus. Diese Zielgruppe dürfte so gar nicht dem Feindbild der Linken entsprechen.
„Das ist ganz schön frustrierend“, sagt Helene Anders. Sie ist eine der Mitinitiatoren des Öko-Bauprojekts „Zur Börse“, ein „Kernbaugruppen-Mitglied“, wie sie sagt. Die Anwältin will mit ihrem Mann, den drei Kindern und 30 anderen Familien im kommenden Frühjahr in das energieeffiziente Haus einziehen. Dass ausgerechnet ihr Projekt ins Visier möglicher Linksextremisten geraten ist, die sich mit ihren Anschlägen gegen „kapitalistische Stadtumstrukturierungen“ und Reiche wenden, können die Mitglieder der Baugruppe nicht nachvollziehen. „Wir sind alle keine Wohlhabenden, sondern haben uns das Ganze auch nur über Kredite bei der Umweltbank finanziert“, erklärt sie.
"Viele von uns haben nicht mal ein Auto - aus ökologischen Gründen"
Wir – das war anfangs in erster Linie ein Kreis von Freunden, die gemeinsam und selbstbestimmt zusammen leben wollten, „und zwar in coolen Wohnungen, die wir selbst gestalten“, sagt sie. Eine Idee, wie sie im Grunde auch die Bewohner vieler linker Wohnprojekte in Kreuzberg oder anderen Bezirken teilen. Aus der kleinen Kerngruppe wurden bald 30 Leute: Viele Schwangere, Mütter mit kleinen Kindern, Familien mit schon größeren Kindern sowie Rentner – zwei von ihnen sind auf den Rollstuhl angewiesen und wollten eine behindertengerechte Wohnung. Die einzelnen Wohneinheiten, die auf drei Gebäude verteilt sind, reichen von 48 bis zu mehr als 200 Quadratmetern – je nach Bedarf. Das Haus heißt Passivhaus, da es im Grunde keine eigene Heizung braucht, denn es sei so gut gedämmt. Wenn es mal richtig kalt wird, dann machten es sich die Familien per Geothermieheizung kuschelig, also mit aus der Erde durch Rohre hochgepumpter Wärme.
Die meisten der Initiatoren seien in der DDR aufgewachsen und wohnen seit langem in Friedrichshain und Prenzlauer Berg. Knapp ein Drittel der künftigen Ökohaus-Bewohner wird aus dem Bundesgebiet hierher ziehen, zwei Familien kommen aus Dänemark und Holland. „Viele von uns haben nicht einmal ein Auto. Aus ökologischen Gründen“, sagt Anders. Auch ein Bio-Bauer sei mit in der Gruppe. „Wir machen doch im Grunde auch nichts anders als die Linksautonomen in ihren selbstverwalteten Hausprojekten“, sagt sie. „Nur, dass wir das Grundstück mit legalen Mitteln beschafft haben und keine bunten Transparente aus den Fenstern hängen.“
Verhängnisvolles Missverständnis?
Für etwas über eine Million Euro hat der Senat das zuvor ungenutzte Grundstück verkauft. Es liegt im Entwicklungsgebiet Alter Schlachthof, an der Schnittstelle von Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg-Hohenschönhausen. Hier, auf dem circa 50 Hektar großen Gelände des ehemaligen „Central Vieh- und Schlachthofes Berlin“ soll peu à peu ein neues Stadtquartier entstehen.
Wer weiß, vielleicht haben die Brandstifter auch nur auf das Bauschild geachtet, und aus dem Namen „Bauprojekt Zur Börse GbR“, geschlossen, dass es sich um Kapitalisten handeln könnte, die hier ein neues Quartier suchen. „Wir haben wahnsinnig Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist“, sagt Helene Anders. Es hätte auch schnell der ganze Rohbau abbrennen können, wenn nicht Anwohner gerade rechtzeitig die brennende Plastikplane entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert hätten.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.06.2009)
Kommentare [ 51 ] Kommentar hinzufügen »
Diese Art der Gewalt gab es schon einmal in Deutschland! Wie wir wissen, tat es uns Deutschen nicht gut.
Wehret den Anfängen - von rechts UND links!
gestern habe ich @andreashermes, der Brandanschläge auf Autos gerechtfertigt hat, gefragt, ob es seiner Meinung nach dann auch gerechtfertigt sei, jemandem der "reich" ist, auch das Haus anzuzünden.
Hier ist die praktische Antwort.
Pfui Teufel.
Und ich bin gespannt, ob sich auch hier wieder Foristen finden, die diese kriminellen Anschläge mit "sozialer Ungerechtigkeit" oder ähnlichen Parolen verteidigen.
Das Schlachthofgelände liegt bislang brach. Durch einen Neubau dort wird niemand verdrängt. Es ist einzig und allein Neid, der sich hier brutal Bahn bricht. Leider fügen sich die Bauherren, wie oben zu lesen, noch dem Freund-Feind-Denken. "Wir gehören doch gar nicht zu den Wohlhabenden", sagen sie sinngemäß. Dieses Entgegenkommen könnten die Kriminellen (ja, das sind sie) auch missverstehen, so, als gebe es eben doch Gruppen, gegen die mit Billigung der Allgemeinheit vorgegangen werden darf. Reiche eben.
Besser wäre, klipp und klar zu sagen, dass Berlin eine freie Stadt ist und dass JEDER, der die Gesetze befolgt, sich hier aufhalten darf.
MFG
bereit sind in Kauf zu nehmen, für ihren so wichtigen und richtigen Kampf gegen den bösen Staat.
Oder, wie ich denke, für ihre Spätpubertäre Abenteuerlust.
Wenn ich so einen Holzkopf mal erwische, warte ich nicht auf die Polizei, komme dafür dann aber ganz schnell vor den Richter.
Armes Berlin
Gruß Hosse
Linke wollen lieber umverteilen. Das erspart, selbst etwas zu schaffen.
Doch: Genau das entspricht dem Feindbild dieser Spinner. Die lehnen alles ab, was nicht so ist wie sie und wenn jemand in der Lage ist, Geld zu beschaffen und ein Haus zu bauen, wird ihm das eben geneidet.
So einfach funktioniert das Weltbild dieser Typen.
Sie wissen schon, was ich meine.
Also jedenfalls, links war das nicht, denn links heißt Unterwerfung, nein Quatsch, Frieden! Schnell noch 'nen Kaffee.
Jruß dali...
also nochmal:
Was ist GEWALT,
kann Gewalt "legitim" sein,
wo kann sie legitim sein?
Legitimität versus Legalität!
Solange das nicht geklärt ist, darf man Diskussionen über Gewaltanwendung getrost knicken,
denn sie sind dann inhaltsfrei bzw. heiße Luft
und soll nur dazu dienen, den jeweils anderen zu verunglimpfen...
Langsam, aber sicher geht mir die Hetzerei auf den Geist! Und die Art der Berichterstattung, ist wie die der Zeitungen mit den großen Buchstaben.
Da hier beim Tagesspiegel doch der Pressekodex so hoch gehalten wurde (in der vergangenen Woche), sei einmal an Richtlinie 13.1 des Presserates erinnert. Er gilt nicht nur für „Personen“, sondern auch für Personengruppen. Schon allein die Bezeichnung die „Feindbild der Linken“ ist eine Unverschämtheit. Etwas mehr Differenziertheit ist durchaus angebracht.
Das Niveau des Artikels ist so, wie oft hier im Forum zu diesem Thema geschrieben wird. Von Argumentieren möchte ich nicht reden, das wäre zu hoch angesetzt.
Allein schon, um diesen Leuten klarzumachen, dass sie nichts weiter als Kriminelle sind.
in meinem kommentar wollte ich auf die UNSCHULDSVERMUTUG hinweisen und gegen eine unzulässige "vermuterei" protestieren. die mehrheit der kommentatoren lässt doch hier ihren frust über LINKE SENAT RADFAHRER und was weiß göttinensonstnochwas ab.
dass die täterInnen LINKE (was auch immer das sein mag) gewesen sein sollen ist nur eine vermutung. sonst nix.
das nieveau hier im forum sinkt immer weiter ab. leider. ein austausch von argumenten ist kaum noch möglich, da zu allen "wichtigen" themen eine unzahl von unqualifizierten statements, wenn nicht sogar hasstiraden gepostet werden.
wenn im forum alles gut läuft, sind die kommentare oft "besser" als die auf sie gründenden artikel. da macht das lesen der kommentare einfach spaß. aber nicht, wenn dumpfbackige kommentare abgegeben werden und diese das forum zumüllen. einige der spezialisten haben sich dazu auch extra noch eine zweit- oder drittaccount zugelegt, um noch massiver auftreten zu können (schöne grüße an @tempelhofer ;-) )
in der sache werter @bcal sind wir uns aber einig. das anzünden von was auch immer, ist nicht die lösung.
Der ganze Artikel trieft von Anbiederung an die sogenannten Linksautonomen (richtiger: Brandstifter oder Kriminelle), nach dem Motto wir sind doch keine Reichen (will sagen, bei Reichen darf man Baustellen anzünden), wir fahren kein Auto (= Autos darf man anzünden), die meisten von uns kommen aus dem Osten (= wir sind keine Wessies, bei denen es ok wäre, die Baustelle anzuzünden), kurz wir sind eigentlich wie die Linken (= bürgerliche Bauherren darf man abfackeln).
Wer bei Gewalt nicht rigoros einschreitet, egal von wem und gegen wen sie sich richtet und wie sie begründet oder "legitimiert" wird, wird bald selbst das Opfer dieser Gewalt.
Auch dass der Tagesspiegel regelmäßig berichtet "Luxusautos" würden angezündet, trägt zur allgemeinen Verharmlosung bestimmter Gewalt bei.
Besten Gruß
Florian Schwanhäußer
Muss man sich aber auch dreimal auf der Zunge zergehen lassen, bis man die ganze Perfidität versteht.
Man sieht schon das rotzheulende Kind vor sich: "Das wollte ich doch gar nicht, ich wollte doch nur eine Börse anzünden, das war alles nur ein Missverständnis, buhuuhuu!"
Also gegen uns alle.
Und da ist es nicht hilfreich, auf andere abstrakte oder auch konkrete Gewalt, die ebenfalls schlimm ist und von anderen verübt wird, hinzuweisen oder gar aufrechnen zu wollen.
Denn das relativiert diese von Demokraten nicht zu tolerierenden Taten!
Alle sollten jede Gewalt verurteilen.
Und da bin ich schon froh, dass es Linke gibt, die zwar die (diskussionswürdigen) Ziele teilen, aber die Mittel unzweideutig und konsequent ablehnen.
Nachher haben die Täter ebenfalls Gewalt erlebt und sei es nur in der Repressionspolitik des Staates und wurden beispw. aus ihrem besetzten Haus gentrifiziert..oder so ähnlich.
;-)
Viel Spaß noch, ich tu mir den Blödsinn nicht mehr an.
Deswegen sprach ich ja auch von den "nicht ganz so Bildungsresistenten", die man evtl. noch erreichen kann.
Auch bei den nützlichen Trotteln wird man sich mit dem Erreichen schwer tun, deswegen plädiere ich ja so für Bildung, Bildung, Bildung!
Und daher kann sich die Story von @columbo mit dem rotzheulenden Kind genau soo zugetragen haben, wobei der Bengel auch gut und gerne 23 Jahre alt sein kann :-)
Ein Kerngruppen-Mitglied sagt doch selbst: "Dass ausgerechnet ihr Projekt ins Visier möglicher Linksextremisten geraten ist, können die Mitglieder der Baugruppe nicht nachvollziehen." ...
Also wo ist da nun der Zusammenhang?
Die Mutmaßung von Tanja Buntrock "Wer weiß, vielleicht haben die Brandstifter auch nur auf das Bauschild geachtet, und aus dem Namen „Bauprojekt Zur Börse GbR“, geschlossen, dass es sich um Kapitalisten handeln könnte, die hier ein neues Quartier suchen." ist in meinen Augen ebenso einseitig ideologisch geprägt wie so manches Bekennerschreiben im Zusammenhang mit solchen Taten.
Glauben die denn ernsthaft, dass linke Randalierer wie die vom 1.Mai oder vom Flughafen Tempelhof säuberlich unterscheiden, welches Auto oder Haus sie anzünden und welches ihrer Ideologie entspricht und verschont wird?
Und wenn sie es täten - welche Gründe würden denn die Häuser von anderen Familien zu "abfackelbareren" Objekten machen als ihr Passivhaus?
Weil sie nicht ökologisch gebaut wurden?
Weil die Eigentümer im Gegensatz zu ihnen ein Auto besitzen?
Weil sie nicht als Biobauer ihr Geld verdienen?
Willkommen in der Realität - auch linke Gewalt zerstört unterschiedlos Dinge, die anderen Menschen lieb und teuer sind.
Vielleicht waren es sogenannte "Linke", vielleicht auch Rechte, oder Kinder, oder ein Pyromane oder Opa von neben an...
So was ist einfach nur Stimmungsmache ohne auch nur einen Anhaltspunkt auf den oder die Täter zu haben.
Leider hat der Tagesspiegel eine immer stärker werdende Tendenz so eine Art von "Journalismus" zu betreiben. Entsetzlich. Und vor allem, es ist keine Besserung in Sicht. Unzutreffende und teilweise hetzerische Artikel, schlecht oder meist gar nicht recherchiert. Möglicherweise lässt sich damit in der "breiten Masse" ein "Erfolg" erzielen, aber etwas ganz Wichtiges geht dabei unter: Gutes Zeitungsmachen.
Aber wenigstens gibt es einige Kommentaroren, die dagegen halten. Danke für Ihre Stellungnahme.
(Hoffentlich liest ihn auch @bcal noch, dem ich dazu gerade eine kleine Erwiderung auf seinen Kommentar geschrieben habe ;-) ). Vielleicht versteht er dann besser, was ich mit meinem Ursprungskommentar ausdrücken wollte.
Ungeeignet für unserer Gesellschaft halte ich ebenso Menschen die bestimmte Gruppen, von denen sie meinen das dort Menschen zusammengefasst sind die sie nicht mal kennen, aber eine Meinung über diese haben, in irgendeiner Weise die Eignung abzusprechen am Leben hier und überall teilzuhaben.
Für wen sie im 30-Jährigen-Krieg schließlich mordend, plündernd und brandschatzend durch die Lande zogen, wer Opfer wurde, wurde zweitrangig. Hauptsache sie kamen auf ihre Kosten.
Seitdem dürfte der Mensch sich wenig geändert haben, einmal verroht wird es zunehmend egal, wer da zum Opfer wird. Wer heute billigend zuseht, wenn gegen andere Gewalt verübt wird, wird morgen selbst zum Opfer.
So ähnlich kommt mir das hier auch vor.
Seit wann ist Wohnen eine Verbündung mit dem "System"?
Zum Thema muss man nichts groß sagen, erklärt sich von selber.
Aber einige Leute hier scheinen das ja nutzen zu wollen, um Wahlempfehlungen auszusprechen (Grüne, SPD und Linke unterstützen alle tatkräftig Brandstifer) oder ständig das gleiche zu sabbeln, von irgendwelchen unpolitischen Sensationsgeilen, denen es egal ist, um was es geht. Aber das sind sie wohl eher selber.
Sie haben doch nun wirklich gar keine Ahnung, was da passiert ist und lediglich ein paar Schlagzeilen aufgeschnappt.
Schauen Sie sich doch mal folgende Videos an:
http://www.hedonist-international.org/?q=de/node/847
Die fünf-sechs Steine, die an dem Tag geflogen sind und zu Randale hochgeschrieben worden, sind erst viel später geflogen.
Das könnte heute so lauten: Als sie die Bonzen angezündet haben, habe ich nicht protestiert, als sie die Rechten angezündet haben, habe ich nicht protestiert und jetzt wo sie mich selber anzünden ist niemand mehr da der protestieren könnte.
Andererseits habe ich den Eindruck, dass manche sich freuen endlich mal wieder ein Feindbild ("Linksextreme/Chaoten")benennen zu können.
An Frau Anders, wenn man sich einen großen Millionenkredit für den Neubau eines Mehrfamilienhaus und Grundstück leisten kann, dem geht es einem schom ziemlich gut?! Und der Bau solcher Häuser trägt bestimmt dazu bei, dass in dieser Wohngegend die Vergleichsmieten im Mietspiegel in der Zukunft weiter steigen werden. Die Vermieter der umliegenden Häuser werden es Ihnen danken.
Dieser Anschlag ist NATÜRLICH durch nichts zu entschuldigen! ABER ...
Angesichts des bescheidenen Intellekts, dessen Brandstifter sich bedienen müssen, ist diese Vermutung höchstwahrscheinlich richtig.
So ein Quatsch! Den Mieten ist es selbst langfristig total schnuppe, ob da ein Ökohaus steht oder zehn oder hundert. Quatsch, Quatsch, Quatsch. Aber Hauptsache, den Gentrifizierungsunsinn nachgeplappert.
Aber das ist nicht der Kern des Problems, sondern eher, dass man es auch dort versäumt hat, einen zu definierenden Anteil an Wohnungen im Soz. Wohnungsbau zu errichten.
Dass das nicht immer nur Betomquarder sein müssen, kann man am Fraenkelufer, aber auch auf der Lietze (schräg gegenüber dem Platz, wo früher Loretta war) bewundern...
2. Jede Mieterhöhung und die Rücknahme der einseitigen Bevorzugung der Mieter erhöht die Attraktivität für Investoren führt tendenziell zu einem höheren Angebot und somit zu einer tendenziellen Senkung der Mieten
3. Halten Sie es ernsthaft für sinnvoll, in der heutigen Situation (wie hoch ist in 2009 die Verschuldung Berlins und wie hoch ist sie in 2010?) bei ca. 100.000 leeren Wohnungen in Berlin STEUERGELDER für den Wohnungsbau auszugeben, um den Menschen ein Wohnen in Reinickendorf, Spandau oder Marzahn zu ersparen????
SOO wollen Sie mit dem knappen Steuergeld umgehen?
Halten Sie das für in die Zukunft gerichtet? Zum Segen unserer Kinder?
Oder nur wieder eine weitere Investition in die Vergangenheit?
Nach mir die Sintflut! oder wie lautet Ihr Motto?
Dadurch, dass Wohnungen vom (Mieter-)Markt genommen werden, sinken die Preise für Mietwohnungen?
Das Gegenteil ist der Fall,
die Verknappung erhöht die Mietpreise und steigert den Druck auf Mieter, die da schon wohnen.
zu 2.
Auch das ist Blödsinn pur.
Hannibal tut so, als könnte im Berliner Wohnungsmarkt ein Schweinezyklus entstehen. Das Gegenteil ist der Fall, wie man schon am Beispiel "Bayrisches Viertel" hätte lernen können, als dieses von Bendzko systematisch "umgewandelt" wurde. Die MIET-Preise dort steigen unvermindert.
zu 3.
es kann ja sein, dass es auch in Minsk leere Wohnungen existieren, wenn man da nicht leben will,
und bisher auch woanders lebt,
kann es doch nicht zwangsläufig sein, dass
wenn man sich "verkleinern" oder "vergrößern" will, in die Walachai ziehen muss.
Aber eines muss mir hannibal noch erklären:
nach hannibals Auffassung sollen alle Immobilien erwerben,
dennoch stellt er es ständig so dar, als wäre das ein furchtbar schlechtes Geschäft,
das er nicht mal dem Staat zumuten möchte.
Warum gibt er dann vor, in Immos investiert zu sein?
Wenn das so schrecklich wäre, würde ich mir einfach mal was anderes als Kapitalanlage überlegen.
Naja,
vielleicht besser nicht,
hannibals Wirtschaftsprognosen und aktien würden sich kaum vertragen...
zu 2. Was meinen Sie konkret?
a) werden nach Ihrer Ansicht höhere Renditen und die Rücknahme der einseitigen Mietervergünstigungen nicht zu höherem Investoreninteresse führen?
b) wird das höhere Angebot bei gleichbleibender Nachfrage nach Ihrer Ansicht nicht zu niedrigeren Mieten führen?
c) Beispiel: Bayerisches Viertel
Wie kommen Sie darauf, dass lediglich die Umwandlung von Miet- zu Eigentumswohnungen irgendwelche Auswirkungen auf die Angebotshöhe haben könnte? Das hat sie natürlich nicht!
Wie kommen Sie dann ausgerechnet darauf, aus diesem Sachverhalt denselben Schluss zu ziehen, wie bei dem o.g. Sachverhalt, in dem neuer Wohnraum entsteht?
3. Herr Dali, man kann einfach mal in Gold investieren, aber doch nicht einfach mal in Immobilien. Da ist vor allem die Lage zu beachten und da ist der Kaufpreis ins Verhältnis zur erzielbaren Miete zu setzen.
Daraus ergibt sich: nicht jede Immobilie ist lohnenswert!
Und den sozialen Wohnungsbau als Rendite-Renner anzupreisen, dessen Aufgabe ja nun gerade nicht die Rendite ist und deren Miethöhe sich nach der Bedürftigkeit seiner Mieter richtet, Herr Dali, also ..., na ja ...
Es bleibt dabei: wenn der tatsächliche Wert eines Gutes nicht weitergegeben wird, geschieht genau das, was die DDR erlebt hat und was ich zu "Lafontaine fordert Geschlossenheit" geschrieben habe und dem Sie das Wort reden:
"Weil immer wieder unwirtschaftliche Strukturen aus vermeintlich sozialen Motiven unterstützt werden.
Und der Staat meint, er sei schlauer, als der Markt!"
Also Herr Dali, Steuergeld auszugeben, um den Menschen einen Wohnort in Reinickendorf, Spandau oder Marzahn zu ersparen ist nicht wirklich sinnvoll.
Auch Sie sollten Ihre vermeintlich hehren sozialen Ansprüche dem Geldbeutel anpassen.
Weil sie sich selbst so nennen?
aber hat nicht "links" zu sein, etwas mit Inhalten zu tun?
Was die da treiben,
ist leider nicht "links",
sondern piefig, kleinbürgerlicher Sozialneid,
der nun wiederum so richtig gar nicht "links" ist.
Und ja madlay,
man muss noch viel mehr rechtsextreme Handlungen auch so nennen,
was Schäuble so ständig mit unserer Verfassung versucht,
kann man schon als rechtsextreme Tendenz bezeichen.
Danke für den Hinweis...