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Homophobie

Sizzla-Konzert ins Huxley's verlegt - und wieder abgesagt

Das geplante Konzert des homophoben Dancehall-Interpreten Miguel Collins ("Sizzla") ist am Donnerstag endgültig abgesagt worden. Aufgrund der massiven Proteste wurde das Konzert bereits im Kesselhaus abgesagt und sollte im Huxley's stattfinden. Doch auch dort hat es nicht stattgefunden.
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Foto: promo
Es war ein Tag wie eine Achterbahnfahrt: Erst hieß es gestern Mittag, das Konzert des für seine schwulenfeindlichen Texte bekannten Reggae-Sängers Sizzla würde wie geplant im Kesselhaus stattfinden. Allerdings nur, wenn der Künstler – der in einigen seiner Lieder offen zum Mord an Schwulen aufruft – sich schriftlich verpflichten würde, eine Kampagne gegen Homophobie in seiner Heimat Jamaika zu finanzieren und aktiv zu unterstützen. Und wenn der 33-Jährige sich in einer öffentlichen Videobotschaft im Internet gegen Gewalt gegenüber Homosexuellen aussprechen würde.

Diese Forderungen waren nach massiven Protesten von Schwulenverbänden und Politikern gegen den Auftritt des eigentlich mit einem Schengen-Einreiseverbot belegten Sängers kurzfristig gemeinsam vom Kesselhaus, dem Künstlermanagement und dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland, kurz LSVD, ausgearbeitet worden. Sizzla wollte jedoch nicht unterschreiben und soll dies am Nachmittag auf der Fahrt nach Berlin während eines Telefonats mit dem Geschäftsführer des Kesselhauses, Sören Birke, mit den Worten begründet haben: „Ich verstoße sonst gegen die Gesetze meines Landes.“

„Es ist nur folgerichtig, dass das Kesselhaus daraufhin den Auftritt abgesagt hat, und wir begrüßen diesen Schritt sehr“, sagte LSVD-Sprecher Klaus Jetz nach Bekanntgabe der Konzertabsage und fügte hinzu: „Doch es bleibt abzuwarten, ob der Künstler nicht einen anderen Ort in Berlin findet.“ Sizzla und sein Manager Klaus Maack seien nämlich dafür berüchtigt, „es immer wieder zu probieren“. Und tatsächlich: Kurz darauf wird bekannt, dass Sizzla am selben Abend im „Huxleys neue Welt“ in der Hasenheide auftreten soll. Bereits Donnerstagfrüh sei bei ihnen eine Anfrage des Londoner Veranstalters Pride Music International eingegangen – für den Auftritt eines nicht namentlich genannten Künstlers, erzählt Huxleys-Mitarbeiter Christoph Becker. „Und da der Vertrag zustande kam und rechtswirksam ist, kann er von uns nicht gebrochen werden“, so Becker. Doch zwei Stunden später sieht alles, wen wundert es noch, schon wieder ganz anders aus: Das Huxleys sagt Sizzlas Auftritt ab und distanziert sich auf seiner Homepage ausdrücklich vom Inhalt der Veranstaltung. „Ich kann nur vermuten, dass uns dies juristisch doch möglich ist, weil der Schaden für unser Haus unverhältnismäßig groß wäre", sagt Becker auf Rückfrage des Tagesspiegels.

Doch nicht nur Veranstalter und Clubbetreiber mussten bei dem ganzen Hin und Her flexibel bleiben: Auch von den mehreren hundert Menschen, die einem Aufruf des Berliner Bündnisses „Smash Homophobia“ folgten und gegen Sizzlas möglichen Auftritt protestierten, erforderte der Tag Beweglichkeit: Zunächst war eine Demonstration von der Schönhauser Allee zum Kesselhaus geplant. Als der Auftritt dort abgesagt wurde, fand eine Kundgebung an der S-Bahnstation Schönhauser Allee statt, dann zog man weiter zur Eberswalder Straße, wo sich die Demonstration gegen 20 Uhr auflöste. Martin Sonnenburg von der Antifa Friedrichshain ist über das vorzeitige Ende sehr froh: „Unser Ziel ist erreicht. Sizzla hat in Berlin keine Plattform für seinen Schwulenhass gefunden."

Mehr zum Thema unter: http://smashhomophobia.blogsport.de/.

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Kommentare [ 128 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von elvira elvira ist gerade offline | 26.11.2009 12:00 Uhr
Wenn jeamnd zum Mord aufruft,
egal an wem, gehört der in den Knast und nicht auf die Bühne. Egal was für Ausgleichsleistungen er dafür bietet.
Comment
von p.petersen p.petersen ist gerade offline | 26.11.2009 17:40 Uhr
Konzert NICHT abgesagt, nur verlegt!
Das Sizzla-Konzert wurde vom Kesselhaus ins Huxley’s Neue Welt verlegt! (KLICK)
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 26.11.2009 12:07 Uhr
Wie glaubwürdig wäre eine solche Vereinbarung?
Natürlich, man muss dem Musiker sicher nur mal gut zureden, und dann wird der sofort zum Anti-Homophobie-Aktivisten - zumindest bis die Konzerte in Deutschland gespielt sind.

Hat bestimmt nichts damit zu tun, dass die Veranstalter bei einer Absage des Auftritts auf den Kosten sitzen bleiben.

Und an den Weihnachtsmann glauben wir ja auch alle...


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von titanic titanic ist gerade offline | 26.11.2009 12:30 Uhr
Ich bin fassungslos und wütend!
Wie kann man einen "Künster" von Auftritt zu Auftritt durch unser Land touren lassen, dessen Ansagen und Songs offenen menschenverachtenden Hass propagieren und Mordaufrufe gegen Homosexuelle beinhalten???

Wie kann es angehen, dass die Betreiber des Kesselhauses nich von vornherein solch einem homophoben Volksverhetzer den Auftritt verwehrt haben?

Wie kann es angehen, dass dieser Typ überhaupt hier in Deutschland auftreten kann?

Ich werde heute auf jeden Fall mit gegen diesen ungeheuerlichen Skandal demonstrieren!
Comment
von FranzHacke FranzHacke ist gerade offline | 26.11.2009 12:36 Uhr
blabla
Kann das nicht mehr hören!
Als ob jede Songs von Sizzla sich
ausschließlich diesen Thema widmen wuerde.
Scheinbar wird vergessen das es nicht
selbstverständlich auf den ganzen Planet
akzeptiert wird -freuet euch doch as es hier
so ist. Nie hab ich davon gehört dass nach 1 Konzert
von Sizzla (oder Ähnliches) zu pogromartige Krawalle
gegen Schwule gekommen waere.
Die Aussage der Künstler werden einfach überbewertet.
Was meine Meinung nach zur Überreaktionen führt.
peace.
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 26.11.2009 12:47 Uhr
Vielleicht sollte @FranzHacke
weniger rauchen. Die "Aussagen" des "Künstlers" Sizzla sind indiskutabel und sollten es auch für jeden sein, der hier lebt.
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von unbekannt | 26.11.2009 13:28 Uhr
ach, betrachter,
lassen sie uns doch mal ausprobieren, ob danach schwulenanmache ist.es ist ja fast schon auf dem nollendorfplatz schwierig für schwule.. ein wenig testen auf kosten anderer macht ja nichts....jo, wir haben hier alle möglichen freiheiten. jeder darf jedem in die fresse treten. und ob solche lieder kunst sind..mein kunstverständnis ist da anders.
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von paetchee paetchee ist gerade offline | 26.11.2009 12:48 Uhr
Stellen Sie sich mal vor,
er würde Hasslieder über Juden singen, auch wenn "nicht alle Lieder diesem Thema widmen." Wären Sie dann immer noch dieser Ansicht?
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von eilbekermicha eilbekermicha ist gerade offline | 26.11.2009 16:44 Uhr
eilbekermicha
Franz Hacke, mit solcher Gleichgültigkeit, wie Sie sie hier ganz schamlos zeigen, tragen und stützen Sie solche menschenverachtenden Einstellungen mit. Es gruselt mich.

Glückwunsch an die Protestierenden!!! Einen klasse Job habt Ihr gemacht! Ich bin sehr froh!
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 26.11.2009 19:34 Uhr
FranzHacke:
"Nie hab ich davon gehört dass nach 1 Konzert
von Sizzla (oder Ähnliches) zu pogromartige Krawalle
gegen Schwule gekommen waere"


Man bekommt beim Lesen Ihrer Kommentare den Eindruck, dass Sie generell noch nicht viel mitbekommen haben. Vielleicht werden Sie bald mal ein Mitmensch, der seine Nächsten liebt und Hasstexte und ihre Spachrohre ächtet. Das würde mich freuen, es ist nie zu spät.
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 27.11.2009 12:47 Uhr
liebe und ächtet
@ brdmatrix

seine mitmenschen lieben und ächten schließt sich aus...

das prinzip liebe bedeutet grenzen- und bedingungslosigkeit...

man liebt auch den der hasst, denn er braucht es viel nötiger als der liebende um seine ihm inne wohnende liebe wieder zu entdecken...
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 27.11.2009 18:59 Uhr
snorema:
Es sollen auch nicht die Menschen, sondern Hasstexte und ihre Sprachrohre geächtet werden. Lieben kann man den Menschen immer noch. Das bedeutet aber nicht, dass man die Texte die er schreibt und singt auch lieben muss. Die sollte man ächten. Sonst ist man nur eine Plaudertasche, die Friede, Freude, Eierkuchen von sich gibt und nichts zum Wachsen und Werden der Menschen beizutragen hat. Von nichts kommt nichts.
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 28.11.2009 0:50 Uhr
ja klar...
...und jetzt kommt das aber...

auf verdacht hin er könnte sich schwulenfeindlich äußern ein konzert abzusagen ist nicht fair...

ein urteil zu fällen über etwas was noch nicht geschehen ist...

scheint mir nicht gerecht...

wär ich hingegangen (und hätte ihn geliebt), hätte ich (und jeder andere) mir (sich) ein bild machen können aber so...

Comment
von boffi boffi ist gerade offline | 27.11.2009 9:38 Uhr
dies ist kein "bla-bla" ...
..sondern ernstzunehmende wirklichkeit, haben sie das nicht verstanden?
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von hebold hebold ist gerade offline | 26.11.2009 12:44 Uhr
Schwarz-Weiß Malerei
Wenn jemand, der weiß ist, aus Europa kommt und womöglich eine Glatze hat, zum Mord an Schwulen aufruft, wird er ausnahmslos von jedem angegriffen.

Wenn jemand schwarz ist und aus der Dritten Welt kommt, dann verhalten sich hier einige wie gegenüber kleinen Kindern. Da wird ebenfalls Inakzeptables akzeptiert.

Sicher darf man in diesem Fall von Rassismus sprechen. Die Frage ist nur, wer rassistisch ist.
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von loewenherz loewenherz ist gerade offline | 26.11.2009 12:50 Uhr
Alles richtig, aber..
würde man dann auch Bushido und andere Rapper mit ihren Frauen- und schwulenfeindlichen Liedern am Auftritt hindern? Alles andere wäre doch sonst verlogen und geheuchelt!
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 26.11.2009 19:38 Uhr
loewenherz:
Ja na klar. Viele meldeten sich zu Wort, als Bushido am Brandenburger Tot auftreten sollte. Aber "Bravo" und "Viva" waren dafür. NEIN! Wir sollten den Dreck, den solche Texte transportieren auch als solchen benennen und in die Tonne schmeißen. Es ist nichts als Dreck. Man muss doch nicht zu allem klatschen und jede "geile" Show gut finden ... ...
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von Neukoelln_rockt Neukoelln_rockt ist gerade offline | 27.11.2009 11:37 Uhr
Ähnlich
Bushido hat ähnliche Inhalte ("Tunten vergasen"). Er schafft es aber trotzdem sich bei der Presse einzuschleimen, hat da bessere Kontakte (z.B. Morgenpost), das verschafft ihm eine bessere Ausgangslage in Berlin.
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von mariop mariop ist gerade offline | 26.11.2009 12:51 Uhr
wech damit...
Ist das Singen von homophoben Liedern ein Straftatbestand? Eher wohl nicht, aber moralisch sehr wohl verurteilbar. Wenn das Kesselhaus sein Gesicht wahren will, sollte es das Konzert absagen. Homophobie darf nicht geduldet werden!
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von cpeters cpeters ist gerade offline | 26.11.2009 14:23 Uhr
Mordaufrufe sind strafbar
kT
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von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 26.11.2009 19:43 Uhr
mariop:
ja doch, sie sind strafbar:

§ 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuches.

Völlig unmissverständlich. Manchmal denke ich, wenn wir doch alle wüssten, wie gut unsere Gesetze sind. Sie sind wirklich sehr gut.
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 26.11.2009 13:00 Uhr
locker bleim
an den tagesspiegel:
sizzla hat nie zum mord an schwulen aufgerufen und wird dies auch nie tun...
er bedient sich der biblischen feuermetaphorik, bei der es um reinigung des von Krankheit (um die handelt es sich aus sicht vieler rastas bei Homosexualität, ebenso wie bei Gier, Zorn und vielem mehr) befallenen geht...

das verstehen auf Jamaika auch manche falsch und singen, es gelte die schwulen zu töten... (in diesem Falle nicht sizzla)

und Homophobie (angst vor schwulen) ist meiner meinung nach eher ein grund für schwule auf sein konzert zu gehen und ihn liebevoll mit homosexualität zu konfrontieren, als es zu verhindern zu versuchen...

er könnte statt "Bun out a batty boy" (wörtlich: verbrenn den Schwulen - sinngemäß: verbrenn das schwule in ihm) auch "bun out a greedy man": verbrenn den Gierigen /das gierige in ihm...

und da gibt's noch viel mehr was verbrannt wird...

und Homophobie (angst vor schwulen) ist meiner meinung nach eher ein grund für schwule auf sein konzert zu gehen und ihn liebevoll mit homosexualität zu konfrontieren, als es zu verhindern zu versuchen...

es geht nicht darum Homophobie die feuermetaphorik oder offenen schwulenhass gut zu heißen...

ich will da gar keine position beziehen, denn dazu bin ich, der viel mit reggae und rastas kontakt hat(te), nicht nah genug dran an der kultur, von der wir höchstens einen winzigen teil mitbekommen...

aber mich nervt, dass so viel verurteilt wird, obwohl man über so wenig information verfügt...

Jemand sagte mal, dass das seltsame am Informationszeitalter die tatsache ist, dass es die uninformierte Meinung gesellschaftsfähig macht...

da ist auf jeden fall was dran...

im Namen der Liebe...

BUN OUT A FOOLISHNESS...

WISE UP...

LIVE AN LET LIVE...
Comment
von unbekannt | 26.11.2009 13:31 Uhr
snorema
wenn mal alle so dächten wie du, könnten die schwulen hin und ihn überzeugen. aber wir haben leider die blindprügler unter unseren volksgenossen, die verkraften oft nichtmals ein normales fußballspiel.die w o l l e n den sänger vielleicht falsch verstehen..
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 26.11.2009 13:45 Uhr
Ihre Kommentare, @ganymed,
verstehe ich immer weniger.
Aber kann ja auch an mir liegen.
Comment
von unbekannt | 26.11.2009 16:13 Uhr
betrachter
snorema glaubt und hofft, dass man mit liebe die welt verändern kann..ich aber nicht.
Comment
von palmfiction palmfiction ist gerade offline | 26.11.2009 15:55 Uhr
@snorema
ich glaub nicht, dass diese von Dir angesprochenen Leute verstehen was "bun out a batty boy" heisst. Und erst recht nicht, dass sie wissen was es bedeutet.

ohne jetzt rechtfertigen zu wollen, dass Sizzla das singt!
nur so ein gedanke.
Comment
von baerliner baerliner ist gerade offline | 26.11.2009 13:53 Uhr
zu einfach gemacht
Leider machen Sie es sich hier etwas zu einfach.
Es gibt sicher religiös motivierte Textzeilen, die unterschiedlich interpretiert werden können. Und auf diese beziehen Sie sich in Ihrem Post. Aber Sie verschweigen die ganz klaren, zum Mord aufrufenden Textzeilen von Sizzla wie z.B. diese hier:

"Shot battybwoy, my big gun boom"
("Shoot queers, my big gun goes boom")

aus: Pump Up

"Boom Boom! Batty boy them fi dead"
("Boom Boom! Queers must be killed")

aus: Boom Boom

"mi kill sodomite and batty man dem bring aids and
disease pon people"
("I kill sodomites and queers, they bring AIDS and
disease upon people")

"shot a kill dem, mih nu go tek back mi chat"
("shoot and kill them, I won't take back my
words")

Ihr Motto "Live and let live" geht an solchen Texten doch eher vorbei denn solche Aussagen kann man nicht falsch interpretieren.
Ich verstehe Patois und kenne mich in Jamaika einigermaßen aus. Es gibt keinen Grund, einen solchen "Hassprediger" in Deutschland auftreten zu lassen. Der Versuch, eine Kampagne gegen Homophobie in Jamaika, unter Mitwirkung von Sizzla, zu starten mag eine lobenswerte Idee sein. Aber sie wird auf keinen fruchtbaren Boden fallen. Seine Karriere könnte er nämlich dann in die Tonne treten, da er sein Gesicht verlieren würde. Homohass wird in Jamaika regelrecht staatlich sanktioniert. Da gilt es anzusetzen. Und nicht, indem man den verbalen Durchfall solcher "Künstler" auf Bühnen in Deutschland zulässt.
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 26.11.2009 23:26 Uhr
@ baerliner
haste recht...
ich hab etwas zu wohlwollend und kurz in meinem inneren sizzla textverzeichnis geblättert...

aber ich glaube, dass du ihm mit der betitelung Hassprediger auch nicht gerecht wirst und es dir zu einfach machst...

denn sizzla spiegelt eine vielschichtige kultur wieder und die ist auch nicht nur homophob...

Live and let live...

das empfehle ich allen...

auch sizzla...

der meines wissens seinen kraftmeierischen worten noch nie taten hat folgen lassen...

nochmal zur erinnerung...

ich begrüße das nicht, dass sizzla so etwas singt...

er benutzt sein talent nicht ausschließlich für das Licht und die liebe, was ich schön fänd...

aber ich fänd es trotzdem schön ihn singen zu hören...

was weiß ich wie er jetzt darüber singt...

ich hätte mir gerne ein bild gemacht...

live and let live...

und wenn es auf Jamaika nicht politisch korrekt ist nicht homophob ist zu sein...

schade...

aber das sizzla konzert abzusagen trägt glaub ich nicht dazubei die situation zu entspannen...
Comment
von hebold hebold ist gerade offline | 26.11.2009 15:34 Uhr
@snorema
und Homophobie (angst vor schwulen) ist meiner meinung nach eher ein grund für schwule auf sein konzert zu gehen und ihn liebevoll mit homosexualität zu konfrontieren, als es zu verhindern zu versuchen...

Zwei Fragen:

Würden Sie einem Juden empfehlen auf eine NPD-Veranstaltung zu geben. Und das ähnlich begründen? - Nein!

Und falls eine Neo-Nazi-Band in einem Lied nicht nur fordert, die Kapitalisten, sondern auch die Schwulen zu verbrennen. Würden Sie da auch nach dem tieferen Sinn des Liedes forschen und um Verständnis bitten? - Nein!

Also: Was soll diese Verständnisrhetorik?
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 26.11.2009 23:09 Uhr
ja
ich versteh sehr gut, dass an meinem kommentar dinge nicht gut formuliert waren...

aber ich sehe bei einem sizzla konzert keine gefahr für schwule (zumindest nicht so sehr wie auf einer npd veranstaltung für einen Juden - der dies dazu auch irgendwie zeigen müsste)

und mir geht es nicht nur darum um verständnis zu bitten, sondern vor allem finde ich es schade, dass so schnell über menschen geurteilt wird...

vielleicht wäre es sinnvoller toleranz gegenüber intoleranten zu üben, um sich einen zugang zu schaffen und bewahren zu können, der zum abbau der der missverständnisse und vorurteile beiderseits unerlässlich scheint...

darum geht es mir...

deshalb die verständnisrethorik
Comment
von eilbekermicha eilbekermicha ist gerade offline | 26.11.2009 23:02 Uhr
snorema
Der Mann ruft eindeutig zum Mord an Schwulen auf - auch, wenn Sie und einige andere Schreiber das unbedingt anders interpretieren wollen. Auch das "Ausbrennen des Schwulen in ihm (dem schwulen Mann)" hat nichts von einem menschlichen und respektvollen Umgang an sich. Oder?
Der Sänger fordert wörtlich zum "Erschiessen" und "Umbringen" von Schwulen auf - und Sie beklagen, er würde vorverurteilt werden. Das ist wirklich lächerlich. Auch wenn es stimmt, was Sie in die Texte hineininterpretieren, sind sie hier in Mitteleuropa/Deutschland nicht akzeptabel. Null.

"Leben und leben lassen" schreiben Sie, snorema. Das finde ich auch. Doch Sie tolerieren mit dieser Einstellung ausgerechnet den Aufruf zum Mord an anderen Personen. Daher ist Ihre schöne Einstellung für mich sehr wenig glaubwürdig.

Ich unterstütze den Kommentar von Hebold vom 26. 11. um 15:34 an Sie; Was würden Sie denn noch so tolerieren? Langsam wird es ja eng, wenn selbst der Aufruf zum Mord schon okay ist.


Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 28.11.2009 0:57 Uhr
ich unterstütze nicht
@ eilbekermicha
ich find es nur nicht richtig sich tolerant zu nennen und dann intoleranz gegenüber intoleranten zu üben...

es gibt schwulenhass, nazis und vieles mehr was traurig stimmt...

doch mit ächtung und ausblenden erreicht man nicht sein ziel der veränderung hin zu toleranz...

FIGHTING FOR PEACE IS LIKE FUCKING FOR VIRGINITY



auch bushido und andere rufen zu haufenweise dingen auf...

wobei das problem weniger das ist dass sie sagen was sie sagen, sondern dass ihr ansehen steigt, weil sie so etwas sagen und viele menschen gerne dinge hören, die ich jetzt nicht zu schreiben wage...

Comment
von Volvic Volvic ist gerade offline | 27.11.2009 11:14 Uhr
LIVE AND LET LIVE
das erfahren die schwulen in jamaika ja buchstäblich nicht. deshalb muss man der gewalt, der physischen wie der verbalen, ja entgegentreten.
Comment
von skadi skadi ist gerade offline | 26.11.2009 13:29 Uhr
künstlerische freiheit!???
@snorema: dennoch hat er & alle anderen, die ihre songs, texte & all das veröffentlichen, eine gewisse verantwortung. seine fans, allen alters, hören die songs, hören die texte. inwieweit sie diese verstehen o. hinterfragen, sei mal so dahingestellt.
es ist ja auch nicht grundlos, dass "sizzla" (& andere) verbal angegriffen werden. wenn man sich mit dem thema homophobie befasst, stellt man auch schnell fest, dass es nicht ein bloßes "nicht-leiden-können" ist, sondern gewalt, mord & folter.
von daher sollten bestimmte themen auch nicht VERSCHÖNIGT & VERNIEDLICHT werden!

es zeigt sich zum glück wieder, das friedlicher protest einiges bewegen kann! daher noch einmal der aufruf:
HEUTE - 26.11.09 - 18:30 Uhr - S-Bhf Schönhauser Allee - Demo: SMASH HOMOPHOBIA
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 26.11.2009 13:37 Uhr
abgesehen
von dem ungeheuerlichen Verhalten der Kulturbrauerei, ist es genauso ungeheuerlich, das so Typ nach Deutschland einreisen darf.
Comment
von hoetzendorfer hoetzendorfer ist gerade offline | 26.11.2009 14:05 Uhr
Kulturbrauerei
Welchen Grund kann ein Heterosexueller haben, Homosexuelle so vehement anzugreifen? Sie stellen ja keine Konkurrenz bei den Frauen dar.

Es scheint so zu sein, als wolle er damit eine unterschwellige eigene homosexuelle Neigung unterdrücken, die ihm vielleicht sogar Angst macht.

Man sollte seinen Auftritt einmal unter diesem Aspekt einer gestörten Persönlichkeit beobachten.
Comment
von unbekannt | 26.11.2009 16:11 Uhr
unter dem aspekt
einer gestörten persönlichkeit.möglicherweise verdrängt er eigene interessen in diese richtung.-die frage ist dann, wie wir damit umgehen..
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 26.11.2009 14:11 Uhr
@snorema


Zitat von snorema

aber mich nervt, dass so viel verurteilt wird, obwohl man über so wenig information verfügt...



Also, mir reicht das hier als Information:



Zitat von B.Z.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verwies auf zwei in diesem Jahr indizierte CD des Sängers. Auf beiden werde zur Tötung von Schwulen aufgerufen, sagte eine Sprecherin in Bonn.



Ihnen nicht?

Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 27.11.2009 12:49 Uhr
nee
denn das ist keine information sondern meinungsmache...
genau wie vereinfachende überschriften a la:
"sizzla homophober hassmusiker"...
Comment
von struebchen struebchen ist gerade offline | 26.11.2009 14:30 Uhr
Schwulen und Lesbenverband D...
...war es egal, als ich sie um Hilfe gebeten habe, ein Homophobes Lied in der Grundschule meiner Kinder aufführen zu lassen, nur weil es auf Spanisch war. Eine staatlich vereidigte Übersetzerin hat mir den Rücken gestärkt, die war von mir (Hetera) hinzugezogen und um Rat gefragt worden. Das konnte ich nicht verstehen. Wahrscheinlich haben sie meinen Hilferuf damals ignoriert, weil es "nur" Kinder betraf. Wenn Sizzla zum Mord aufruft, hat er genauso wenig auf der Bühne zu suchen, wie andere Fanatiker, Rechte, Frauengewalttäter, Kinderschläger und anderer Gewaltverherrlicher.

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