[Kommentare: 26]

Obduktionsergebnis

Bestätigt: Berliner starb an Schweinegrippe

Jetzt ist es offiziell: Todesursache des am Montag verstorbenen Berliners ist die Schweinegrippe. Die Angehörigen erheben schwere Vorwürfe gegen das Urban-Krankenhaus. In Brandenburg können sich Patienten seit Tagen über Impfpraxen informieren.
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Am Freitagnachmittag gab es die endgültige Gewissheit: Bei dem zu Beginn dieser Woche im Urban-Krankenhaus gestorbenen 40-jährigen Berliner hat sich der Verdacht von Schweinegrippe als Todesursache bestätigt. „Die Obduktion liegt jetzt vor, der Patient ist an Schweinegrippe gestorben“, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die virale Lungenentzündung des Toten, mit der er in die Klinik eingeliefert wurde, sei auf eine H1N1-Infektion zurückzuführen. Weitere Vorerkrankungen habe der 40-Jährige nach bisherigen Untersuchungen nicht gehabt. Der Leichnam war zuvor im Institut für Rechtsmedizin der Charité obduziert worden. Die Angehörigen des an der Schweinegrippe Verstorbenen haben unterdessen Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen Unbekannt gestellt.

„Der Anzeige nach hat der Kranke über längere Zeit nach einem Arzt geklingelt, aber es kam keine Hilfe“, sagte am Freitag ein Polizeisprecher. Aufgrund der Anzeige sei jetzt ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden. Nach Angaben von Vivantes-Sprecher Uwe Dolderer hat es keinerlei Anzeichen dafür gegeben, dass die virale Lungenentzündung des Patienten einen solch schweren Verlauf nehmen würde. „Bei der Ankunft im Krankenhaus hat der Patient angegeben, bereits seit fünf Tagen an den Krankheitssymptomen zu leiden.“ Entsprechend dieser Angaben hätte sich an der Behandlung nichts geändert, auch wenn bereits vor seinem Tod die H1N1-Infektion bekannt gewesen wäre, sagte Dolderer. Die Infektion wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt. Zu den Vorwürfen der Familie wollte er sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Am Freitag riefen erneut tausende verunsicherte Berliner in den Gesundheitsämtern an, um sich zu erkundigen, ab wann und wo sie sich impfen lassen können. Zugleich klagten impfwillige niedergelassene Ärzte, dass sie von der Gesundheitsverwaltung noch keine ausreichenden Informationen zum Ablauf der geplanten Impfaktion in ihren Praxen erhalten hätten. In Brandenburg würden diese Vorbereitungen besser laufen.

Im Vergleich zur Mark schneidet Berlin tatsächlich schlecht ab. In beiden Länder wurden 2000 niedergelassene Ärzte befragt, ob sie sich ab Montag an der Impfaktion beteiligen wollen. In Brandenburg sind inzwischen 630 Praxen dabei. In Berlin nur knapp 400 – und von diesen werden zunächst auch nur bis zu 200 tatsächlich impfen. Bei den restlichen Praxen sind die Impfverträge zwischen dem Land und den Medizinern von der Verwaltung noch nicht fertig bearbeitet.

In Brandenburg gehen am Montag schon die meisten der 630 Praxen an den Start. Alle Interessierten können dort schon seit vergangenem Donnerstag einen Impftermin mit einem Arzt in ihrer Nähe vereinbaren, weil es seither eine Service-Website des Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mit den Adressen aller Impfpraxen gibt. In Berlin soll eine solche Information im Internet erst ab Montag früh im Netz stehen. Kritiker befürchten, dass wegen der fehlenden Vorlaufzeit dann tausende Berliner auf einmal die Praxen anrufen und ein Chaos ausbricht.


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Kommentare [ 26 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von unbekannt | 6.11.2009 17:11 Uhr
nun ja,
wer mit beinahe blinddarmdurchbruch in die klinik kommt,sodass jeder laie es begreift, muss auch nicht damit rechnen, sofort behandelt zu werden. so langsam aber sicher steht es mir bis obenhin.
Comment
von berggeist berggeist ist gerade offline | 7.11.2009 8:59 Uhr
Wir sollten doch ...
vorerst beobachten wie viele an der Impfung und nicht an der Schweinegrippe sterben werden.

Berggeist
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von berggeist berggeist ist gerade offline | 7.11.2009 9:04 Uhr
Schlimmer, ...
der bereits zum Platzen reife Blindarm wird samt Patient wieder nachhause geschickt, weil er ja kein Fieber hat, dem platz das Ding und nun muss schnellstens operiert werden, obwohl die Infektion kaum noch zu beherrschen ist. Ärztepfusch, wohin man schaut. Das musste vor einigen Jahren ein Polizist aus Woldegk erdulden. Er hat es überlebt.

Berggeist
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von Lutze Lutze ist gerade offline | 6.11.2009 17:26 Uhr
Schweinegrippe
Ich werde mich aber tzotzdem nicht impfen lassen. Ich habe kein Vertrauen mehr zu diesen Artikeln und auch nicht zur Staatsanwaltschaft. Für mich steht fest, dass alle dran verdienen wollen. Verdienen an einem Impfstoff der noch nicht richtig geprüft ist. Wehedem wenn sich das als Negativ erweist.Dann will es keiner gewesen sein.
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von familienkutscher familienkutscher ist gerade offline | 7.11.2009 12:28 Uhr
Verbindung ??
Können Sie mir jetzt die Verbindung zwischen "diesen Artikeln" und der Staatsanwaltschaft erklären, denen sie nicht mehr vertrauen.
Das erschließt sich mir nicht wirklich !
Comment
von PollyB PollyB ist gerade offline | 6.11.2009 17:41 Uhr
Urban
...wie wir's kennen... Gute Ärzte zu wenig Pflegekräfte - und die auch noch überfordert und zum Teil gereizt..
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 6.11.2009 17:55 Uhr
klingeln nach einem Arzt
Seit wann klingelt man da nach einem Arzt, soweit ich weiß klingelt man nach einer Krankenschwester (oder Pfleger oder wie das jetzt auch immer PC heißt). Ergo wäre es wenn dann ein Versäumnis dieses Personals bzw. eine Überlastung dieses Personals, das wird zu prüfen sein.
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von unbekannt | 6.11.2009 18:09 Uhr
zacha,
man spricht zuerst die schwester an und die telefoniert dann normalerweise mit dem arzt.. in einer bestimmten klinik zehlendorf steglitz kam dann, "der arzt sagt, er hat im moment wichtigeres zu tun als den splitter im auge anzugucken."jemand hatte auf dem schulhof meinem 9 jährigen sohn einen tannenzapfen ins auge geworfen. also sind wir nach 2 std und mehrmaligen anfragen in eine notpraxis, wo dann ziemlich negative kommentare zu dieser klinik kamen...man denkt immer, man muss in eine große klinik gehen..besser nicht, so manche kleine gibt sich mehr mühe.
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von dagmar_R dagmar_R ist gerade offline | 6.11.2009 19:32 Uhr
zacha
das stimmt. Also wenn der Patient klingelt, geht einer vom Plegepersonal hin - oder der/die Praktikant/in, oder der/die Medizinstudent/in. Ich hab im Urban Krankenpflegepraktikum gemacht und meine Famulatur - als ich noch studiert hab. Damals war bis 16 oder 17 Uhr der Stationsarzt da, danach der Arzt vom Dienst - den ruft das Pflegepersonal - meist die Oberschwester oder deren Vertretung dann an. Dann gibts noch den Oberarzt und auch noch den Chefarzt. Und wenn es suoerschnell gehen muss, rufen sie einen arzt aus der Rettungsstelle, die rund um die Uhr besetzt ist. Aber manchmal hilft das alles nichts - und der Patient stirbt. Und das ist leider so - auch Ärzte verlieren manchmal den Kampf um das Leben ihrer Patienten. Aber ich habe noch nie jemanden gesehen, dem das egal war.
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 6.11.2009 19:55 Uhr
@dagmar
Man wird den Fall halt prüfen müssen ob ein Versäumnis vorlag, dass wird wohl Routine sein. Aber bisher sehe ich auch keinen Grund von einem Fehler auszugehen, Menschen sterben halt nun mal, da muss nicht immer jemand Schuld dran sein. Tagesspiegel war da nur etwas unakkurat im Text.
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von berggeist berggeist ist gerade offline | 7.11.2009 11:56 Uhr
Ssolange man ...
den fast aufgebenen oder eben erst operierten Patienten nicht in die Besenkammer schiebt und dort verhungern lässt, dürfte alles reparabel sein. Das gab´s leider auch schon.

Berggeist
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von mascho47 mascho47 ist gerade offline | 6.11.2009 18:21 Uhr
Woher
wissen die Angehörigen, dass der Verstorbene nach einem "Arzt" geklingelt hat?
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von froggy08 froggy08 ist gerade offline | 6.11.2009 19:05 Uhr
Brauchte man...
...etwa einen Schweinegrippentoten, um die Impfbereitschaft zu fördern? Teuflischer Gedanke den wir ganz schnell wir vergessen wollen.
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von Lutze Lutze ist gerade offline | 6.11.2009 20:29 Uhr
froggy
Sie sollten wissen, dass das besorgte Serum unbedingt an den Mann gebracht werden muß. Mann will doch nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Es ist reine Panik mache.
Comment
von lautemann lautemann ist gerade offline | 6.11.2009 20:41 Uhr
Na, siehst de
Dieser Tote ist ein großer Glücksfall für die Schweinegrippe. Es gibt sie, und man kann sogar in Berlin, der deutschen Hauptstadt, an den Folgen der Schweinegrippe sterben.
Was will man mehr?
Am Freitag riefen erneut tausende verunsicherte Berliner in den Gesundheitsämtern an, um sich zu erkundigen, ab wann und wo sie sich impfen lassen können.
Na, siehst de.
Comment
von 10827er 10827er ist gerade offline | 6.11.2009 21:45 Uhr
Schweinegrippehysterie lässt die Kassen klingeln
..bei den Produzenten des Impfstoffes.Ein Sturm im Wasserglas,ein Feuerwerk an den Börsen für die Produzenten.

Comment
von arthur_dent arthur_dent ist gerade offline | 7.11.2009 8:22 Uhr
10827er
> Ein Sturm im Wasserglas,ein Feuerwerk an den Börsen für die Produzenten.

Sagen Sie das auch den Hinterbliebenen?

Lehnen Sie den Privatbesitz von Pharmaunternehmen ab?
Comment
von Dr.Jekyll Dr.Jekyll ist gerade offline | 6.11.2009 22:42 Uhr
grippe
Traurig wenn ein Mensch sterben muss.Aber jetzt die Schuld zu suchen noch schwieriger,Fakt ist aber das es immer weniger Personal gibt,das dazu noch hoffnungslos überfordert ist,das sind die Notstände,und ich glaube nicht das das unter der jetzigen Regierung mit diesem smarten Gesundheitsminister besser werden wird,aber leider wurde diese Regierung die jetzt so klammheimlich damit rausrückt wo gekürzt wird auch von einem beträchtlichen Anteil von "Wählern" gewählt
Comment
von arthur_dent arthur_dent ist gerade offline | 7.11.2009 1:22 Uhr
@Dr. Jekyll
> Traurig wenn ein Mensch sterben muss.
Ja.
Vor allem an einer Krankheit die laut VTlern ungefaehrlich und eine Erfindung der Pharmaindustrie ist.

> Aber jetzt die Schuld zu suchen noch schwieriger,Fakt ist
> aber das es immer weniger Personal gibt,das dazu noch
> hoffnungslos überfordert ist,das sind die Notstände
Naja, Gesundheit ist ein Business in der Marktwirtschaft.
Damit unterliegt es halt den Effizienzkriterien - you get what you pay. Das ist eine politische Entscheidung und da die Mehrheit der Waehler mehr Markt und weniger Sozial(ismus) moechte, muss man halt privat sehen, wieviel Gesundheit man sich leisten moechte/kann.
Als Privatpatient waere die Betreuung sicher besser gewesen.

Comment
von familienkutscher familienkutscher ist gerade offline | 7.11.2009 12:36 Uhr
kurzer Abstecher


Zitat von arthur_dent

Als Privatpatient wäre die Behandlung sicher besser gewesen



Das ist mal wieder eine typische und leider genauso falsche und unsinnige Bemerkung.
Auch der "Privatpatient" muss nach dem Personal klingeln. Wer glaubt, dass bei dem der Arzt neben dem Bett sitzt, ist absurd.
Noch die Anmerkung: Es gibt nicht "den Privatpatienten". So zahlt z. B. bei den priveligierten überbezahlten Beamten die Beihilfe meist weniger als die gesetzlichen Krankenkassen. Andere Leistungen (2-Bett-Zimmer, Chefarzt, ...) muss ich genauso wie jeder andere extra zahlen. Mein "Vorteil" ist nur, dass die meist mehrere Tausend Euro hohe Rechnung des Krankenhauses an mich geschickt wird, ich die zahlen darf und dann 6-8 Wochen später evtl. zurückbekomme.
Das ist Zwei-Klassen-Medizin.
Comment
von teufelsabbiss teufelsabbiss ist gerade offline | 7.11.2009 8:16 Uhr
Dazu ein passender Kommentar
Comment
von sanchopanza sanchopanza ist gerade offline | 8.11.2009 1:39 Uhr
@ teufelsabbiss
Danke zu dem Beitrag von Gerd Antes in der Süddeutschen. Und dann geht's auf derselben Seite zu einem Dossier über Alzheimer, einer Krankheit, die in der westlichen Welt zur vierthäufigsten Todesursache geworden sein soll. Angeblich, weil die Menschen immer älter werden. Wenn man nun aber weiss, dass in älteren Impfstoffen die berühmt-berüchtigten Wirkverstärker Aluminiumverbindungen waren und Aluminium bei manchen Wissenschaftlern im Verdacht steht Alzheimer auszulösen, dann fragt man sich, warum denn die alten Wirkverstärker überhaupt gegen andere ausgetauscht wurden.
Pöse, pöse Impfskepsis.....
Comment
von baerliner42 baerliner42 ist gerade offline | 7.11.2009 13:54 Uhr
Grippe oder Therapie?
Eine interessante Frage wäre, ob der Patient Medikamente wie Tamiflu bekam, das ähnliche Nebenwirkungen wie Grippesyntome hat und evtl. daran gestorben sein könnte...
Comment
von berggeist berggeist ist gerade offline | 7.11.2009 17:24 Uhr
Deshalb würde ich Tamiflu
nicht einnehmen. Es gibt hinreichend genug natürliche Mittel, die eine Grippe beseitgen. Wichtig ist dabei eine komplexe Vorgehensweise.

Berggeist
Comment
von deranalyst deranalyst ist gerade offline | 7.11.2009 17:50 Uhr
Grippe
jedes Jahr gibt es zwischen 10000 und 20000 Tote durch die normale Grippe, und da kräht keine Hahn danach. Habe mich vor ner knappen Woche impfen lassen und lebe sogar noch, wer hätte das gedacht. Nehm auch ejdes Jahr die normale Grippeimpfung mit und mir hat das noch nie geschadet, eher im Gegenteil. Und bei all den wirren Verschwörungstheorien die zu dem Thema durch Netz geistern kann man sich als Normalsterblicher nur impfen lassen. Dann sind wenigstens die Verschwörungsheinis mal 14 Tage weg wenn sie an der Grippe erkranken und man hat mal seine Ruhe :)
Comment
von lupo lupo ist gerade offline | 7.11.2009 22:04 Uhr
Ist doch ein alter Hut !
Ich war 1982 in einem Krankenhaus, durfte nicht aufstehen und habe geklingelt. Nach über 20 Minuten erschien die Schwester und schaute nach der Ursache, die nicht besonders besorgniserregend war.

Auf meinen Einwand, dass ein schlimmer Notfall nun eventuell zum Tod geführt haben könnte, erfolgte nur ein resignierendes Achselzucken.

Wie gesagt, das war 1982, heute sind wir da schon 27 Jahre weiter ...

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