[Kommentare: 70]

Irrige Annahme

Schweinegrippe: Viele Muslime hielten sich für immun

Kein Schweinefleisch, keine Schweinegrippe? Mediziner kämpfen gegen das Gerücht an, dass Essgewohnheiten die Gläubigen vor Infektion schützen.
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Wenn die Muslime in Berlin über ihre Satellitenschüsseln Nachrichten aus der Heimat empfangen, sind zurzeit zwei große Themen täglich dabei: der Hadsch, die größte alljährliche Pilgerfahrt nach Mekka – und die Schweinegrippe. Beide werden im engen Zusammenhang erörtert. Denn die arabischen Behörden fürchten, Mekka könne sich durch den Ansturm von rund zweieinhalb Millionen Gläubigen zur Drehscheibe für die Verbreitung des neuen Grippevirus entwickeln. „Spätestens diese Debatte hat auch dem letzten Muslim in Berlin klargemacht, dass der Verzicht auf Schweinefleisch keinesfalls vor Schweinegrippe schützt“, sagt der Sprecher der Gesellschaft Türkischer Mediziner, Ilker Duyan. Tatsächlich hatte sich in der türkischen Community das Gerücht verbreitet, dass Muslime aufgrund ihrer Essgewohnheiten gegen die neue Grippe gewissermaßen immun sind.

Dass die Viren von Mensch zu Mensch übertragen werden, wiederholen die saudischen Behörden derzeit gebetsmühlenartig, und es geht auch aus den Auflagen für die Ende November in Mekka erwarteten Pilger hervor. Wer aus einem Land kommt, in dem der Impfstoff gegen die H1N1-Infektion schon vorhanden ist, darf nur immunisiert einreisen. Außerdem sind Kinder und ältere Menschen diesmal von der Pilgerfahrt gänzlich ausgeschlossen. Das sei „die beste Aufklärung“, sagen Vertreter türkischer und arabischer Vereine in Berlin.

Schweine gelten nach dem Koran als unreine Tiere, ihr Fleisch darf nicht verzehrt werden. Duyans Medizinergesellschaft vertritt rund vierzig niedergelassene türkische Ärzte in Berlin und betreibt seit dem Auftauchen der Krankheit eine breite Aufklärungskampagne. Duyan: „Kommenden Mittwoch informieren wir beispielsweise über alle Fragen rund um die neue Grippe in einer arabischen Moschee in Moabit und einer türkischen Moschee in Neukölln.“ Auch die Imame seien in ähnlicher Weise aktiv.

Im Vergleich zur deutschen Bevölkerung gelten die Berliner Muslime sogar als „besonders impfwillige Kandidaten“. Das bestätigt auch der Türkische Bund. Hintergrund sei eine „ausgeprägte Impftradition“ in der Türkei, wo in früheren Jahrzehnten nach Epidemien konsequent alle Schulkinder immunisiert wurden. Die Teilnahme war Pflicht, heißt es. Das sei auch für die heutigen Türken in der Emigration noch selbstverständlich, „weshalb sie jedes Impfangebot in großer Zahl wahrnehmen“ – von Polio bis zur klassischen Influenza.

Zum Wochenbeginn gab es in Berlin 923 bestätigte Infektionsfälle. Gesundheitsstaatssekretär Benjamin Hoff unterschrieb am Montag die ersten hundert Verträge mit niedergelassenen Medizinern, die ab kommender Woche Impfungen anbieten. Wie viele Berliner Praxen sich letztendlich an der Impfaktion beteiligen werden, kann die Gesundheitsverwaltung bislang nicht sagen. Rund 2000 Praxen sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Behörde dafür geeignet und bekamen entsprechende Verträge zugesandt. Vor allem wegen der Vorbehalte unter Medizinern gegen den neuen Impfstoff wird aber nur mit „etwa 500 Ärzten“ gerechnet, die die Immunisierung unterstützen. Diese Praxen seien dann aber „gut über die Bezirke verteilt“, heißt es in der Gesundheitsverwaltung.
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Kommentare [ 70 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von f.u. f.u. ist gerade offline | 2.11.2009 17:47 Uhr
Kompliment an Saudi-Arabien
Wenn das stimmen sollte, dass Personen, die aus Ländern mit verfügbarem Impfstoff gegen die Schweinegrippe kommen, nur geimpft einreisen dürfen, dann wäre das sehr zu begrüßen und geradezu ein Vorbild für Europa.

F.U.
Comment
von lindblom lindblom ist gerade offline | 2.11.2009 20:10 Uhr
@f.u 2.11.2009 17:47 Uhr
Vorbildlich?

Impfzwang können totalitäre Regime vielleicht anordnen, in Demokratien geht das in dem Falle und unter diesen Umständen zum Glück nicht!
Comment
von ganymed ganymed ist gerade offline | 2.11.2009 23:04 Uhr
bei der pockenschutzimpfung vor
fast 50 jahren gab es impfpflicht.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 3.11.2009 9:04 Uhr
@f.u.
Ja ja, das sind schon alles sehr fortschrittliche und vorbildliche Länder! Da können wir in der EU uns eine Scheibe von abschneiden!

Nicht zu vergessen war die Großartige Aktion der Ägypter, als sie fast alle Schweine des Landes geschlachtet haben. Die haben zwar nicht mit der Übetragtung dieser Grippe zu tun, waren aber einer der Hauptnahrungsquellen der Christlichen Minderheit in Ägypten.
Comment
von labcool labcool ist gerade offline | 2.11.2009 19:05 Uhr
ein Vorbild für Europa?
Klar,und alle anderen möglichen Risiken inclusive
Kopfläuse gleich mit.
Oder gleich alle Grenzen dicht.
Dank globaler Panikmache ist alles möglich.

Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 2.11.2009 19:30 Uhr
Schade, dass die ägyptische Regierung
weniger Augenmaß bewiesen hat. Es gba nicht einen Grippetoten in Ägypten, aber als "Vorsichtsmaßnahme" wurden alle Schweine umgebracht.

Angst macht Menschen irrational.

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von ganymed ganymed ist gerade offline | 2.11.2009 23:07 Uhr
aus vorsicht
ganze tierkolonien umbringen..das können die europäer auch. siehe bse, geflügelpest. nur sind wir ja immer viel vernünftiger und deswegen darf man unsere verhaltensweise nie kritisieren.
Comment
von quovadis quovadis ist gerade offline | 3.11.2009 11:42 Uhr
@ganymed
Natürlich dürfen wir hierzulande Missstände kritisieren. Sie tun es, und ich tue es auch. Die Schweine in Ägypten wurden aber nicht aus Vorsicht, sondern aus politischen Gründen getötet.

Und: Dass wir hier für den Tierschutz kämpfen und es noch viele Probleme gibt, darf auch nicht heißen, dass man Missstände, die in anderen Ländern geschehen, nicht ansprechen darf. Probleme muss man benennen können, egal, wo sie auftreten.
Comment
von ganymed ganymed ist gerade offline | 3.11.2009 14:08 Uhr
ich halte mich
beim thema tierschutz in europa auf und geh da schon am stock. nun kommt noch ägypten dazu...unsere sogenannte vorsicht müssen wir walten lassen, weil wir den hals nicht vollkriegen mit monokultur viehzucht und milchüberproduktion.gelernt wird nichts draus.
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 2.11.2009 20:13 Uhr
Eine echte Lachnummer.
und der Beweis, dass Wissenschaft und Bildung, Aufklärung eher eine gute Gesundheit garantieren, als religiös motivierter Aberglaube. Schweinefleisch ist nicht "schmutzig", nicht "schmutziger" als anderes Fleisch. Die Gedanken sind das "Schmutzige".
Comment
von dali dali ist gerade online | 2.11.2009 22:06 Uhr
nein @matrix
das Schweinefleischverbot in südlichen Speisevorschriften waren allemal und sind es noch teilweise sinnvoll:
Schweinefleisch ist bei entsprechenden Temparaturen extrem anfällig für Salmonellen, auch der Trichinenbefall ist unter diesen Umständen gesteigert.
Gerade an dieser Stelle wird mal wieder deutlich,
das religiöse Speisevorschriften fast immer hygenische Grundlagen haben.
Es sind übrigens die (noch erheblich schärferen) Regeln, die auch für das Judentum gelten...
Comment
von wahrheitler wahrheitler ist gerade offline | 2.11.2009 23:42 Uhr
Trägt Hühnerfleisch keine Salmonellen?
Viel mehr, und Eier, bzw. Mayonaise auch.
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 9:22 Uhr
Das Pech ist nur, @wahrheitler,
DASS ES ZU ZEITEN DES PROPHETEN DORT NOCH GAR KEINE HÜHNER GAB!!!
Soviel zur Argumentation von Schlaumeiern...
Comment
von loucass loucass ist gerade offline | 3.11.2009 11:11 Uhr
@schlaumeier dali


Zitat von en.wikipedia.org - Chicken

Bones of domestic chickens have been found about 6000-4000 BC in Yangshao and Peiligan, China... Later traces are found about 3000-2000 BC in Hrappa and Mohenjo-Daro, Pakistan,[22]... A northern road spread chicken to the Tarim basin of central Asia, modern day Iran. The chicken reached Europe (Romania, Turkey, Greece, Ukraine) about 3000BC, and the Indus Valley about 2500 BC.[19] Introduction into Western Europe came far later, about the 1st millennium BC. Phoenicians spread chickens along the Mediterranean coasts, to Iberia. Breeding increased under the Roman Empire, and was reduced in the Middle Ages. Middle East traces of chicken go back to a little earlier than 2000 BC, in Syria; chicken went southward only in the 1st millennium BC. Little is known about the chicken's introduction into Africa. Three possible ways of introduction in about the early first millennium AD could have been through the Egyptian Nile Valley, the East Africa Roman-Greek or Indian trade, or from Carthage and the Berbers, across the Sahara.



Halten wir also fest: bereits im sechsten bis ersten Jahrtausend vor Christus waren Hühner bekannt in China, im heutigen Iran, in Phönizien (heute Libanon/Türkei), in Indien, in Ägypten. Phönizische, indische und chinesische Handelsrouten führten durch Arabien oder berührten es. Nach Europa kam das Huhn - offenbar unter weiträumiger Umgehung Arabiens - bereits im 3. Jahrtsd. v. Chr. Und trotzdem soll es noch tausende Jahre später, zu Zeiten Mohammeds im damals fortschrittlichen und handelsfreudigen Arabien keine Hühner gegeben haben?! Ist ja wirklich erstaunlich! Wann kam das Huhn denn da an? Sie fordern doch so gern von anderen Belege für deren Behauptungen. Wie wäre es, wenn Sie mal welche liefern?
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 12:08 Uhr
Es geht auch @loucass,
mit der deutschen Version von wiki,
an ihr wird nämlich deutlicher,
dass das Huhn sich, wahrscheinlich durch die Kelten, in nördlicheren Bereichen aubreitete und seine südliche Verbreitung vornehmlich durch römische Soldaten bewerkstelligt wurde.
Auch finden Hühner in arabischen Staaten bis heute schlicht kein Futter.
Je nördlicher wir kommen, desto besser wird die natürliche Futterversorgung...
Comment
von loucass loucass ist gerade offline | 3.11.2009 13:34 Uhr
@dali
Da Sie genau zu wissen vorgaben, dass es zu Zeiten Mohammeds in Arabien - obwohl von Landstríchen umgeben, die Hühner damals schon bereits seit Jahrtausenden kannten - keine Hühner gab, und meinten, daher wahrheitler als Schlaumeier bezeichnen zu müssen, ist es für ja sicherlich nicht schwer, den hiermit nochmals erbetenen Beleg zu bringen. Oder endet die Diskussion so wie hier?

[url=dali | 15.10.2009 15:42 Uhr ]http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Hartz-IV-Schwarz-Gelb;art122,2923888,7-pg1[/url]

Zum Thema "Hühner und kein Futter in der kargen Wüstenlandschaft Arabiens" (abgesehen davon, dass Haushühner das Futter von ihrem Besitzer vorgesetzt bekommen und nicht danach suchen müssen), noch zwei Fundstellen:



Zitat von de.wikipedia - Saudi-Arabien - Flora und Fauna

Verbreitet sind Wildkatzen, in der Wüste lebende Flughühner...





Zitat von en.wikipedia - Chicken - Origins

Little is known about the chicken's introduction into Africa. Three possible ways of introduction in about the early first millennium AD could have been through the Egyptian Nile Valley, the East Africa Roman-Greek or Indian trade, or from Carthage and the Berbers, across the Sahara. The earliest known remains are from Mali, Nubia, East Coast, and South Africa and date back to the middle of the first millennium AD.



Karthago, Berber, Sahara, Mai, Ostküste Afrikas, das wüstenreichen Südafrika - wie kamen die Hühner da bloß zurecht? Waren die tougher als die Hühner zu Mohammeds Zeiten?
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 14:57 Uhr
@loucass (12:08)
"and date back to the middle of the first millennium AD."
und landeten von dort direkt in Mohammeds Kochtopp.
Das ist doch Korinthenka.....,
weder in bildlichen Darstellungen noch in Schriften findet eine Darstellung von Hühnern als übliches Nahrungsmittel statt. Auch waren Ostafrika noch mehr Südafrika vor gut 100 Jahren alles andere als Wüste. Und für "Flughühner", also Wild gelten die für Wild üblichen Speisevorschriften...
Comment
von loucass loucass ist gerade offline | 3.11.2009 22:25 Uhr
@dali


Zitat von dali

weder in bildlichen Darstellungen noch in Schriften findet eine Darstellung von Hühnern als übliches Nahrungsmittel statt.



"Die bildhafte oder textliche Darstellung von domestiziertem Geflügel in der arabischen Kunst zur Zeit Mohammeds" - wieder mal ein neues Spezialgebiet, auf dem dali eine Koryphäe ist! Aber im Ernst: diese Behauptung soll Ihr Beleg sein?



Zitat von dali

and date back to the middle of the first millennium AD... und landeten von dort direkt in Mohammeds Kochtopp.



Nö, das sollte nur zeigen, dass Hühner - anders als von Ihnen behauptet - auch in Wüstenlandschaften durchaus überlebensfähig sind und somit auch in Arabien bekannt gewesen sein dürften.



Zitat von dali

Und für Flughühner, also Wild gelten die für Wild üblichen Speisevorschriften...



Ich denke, die können in Arabien mangels Futter gar nicht überleben?



Zitat von dali

Das ist doch Korinthenka.....,



Ausnahmsweise völlig richtig! Und besonders korinthenka... werde ich, wenn Sie - in alter Übung und ohne des Beweises des Gegenteils durch die von Ihnen immer wieder von anderen abverlangten Belege - Mitdiskutanten als "Schlaumeier" abqualifizieren oder wie hier

dali hat plötzlich 'ne andere Baustelle

der Spinnerei, des Fälschens, des Täuschens und des Lügens, des Irrsinns oder "Gagaseins" bezichtigen.

Übrigens wird von Mohammed folgende Aussage überliefert:



Zitat von http://www.archive.org/details/DasGebetDesPropheten_248

er 'verbot drei Dinge: picken wie ein Huhn, hocken wie ein Hund (iq 'aa ')und umherblicken wie ein Fuchs.'



Wahrscheinlich meinte er ein als Wild geltendes Flughuhn.
Comment
von dali dali ist gerade online | 4.11.2009 2:56 Uhr
Es geht viel einfacher @loucass
sucher er sich (die hier nicht darstellbare) arabische Bezeichnung für (Flug-)Huhn und vergleiche diese mit der für Haushuhn,
geht alles mit dem GOOGLE-Übersetzer,
viel Spaß beim basteln...
Comment
von loucass loucass ist gerade offline | 5.11.2009 16:08 Uhr
@dali
Das war Ihre Erwiderung? Eine Aufforderung an mich, den Wahrheitsgehalt Ihrer Behauptungen selbst zu recherchieren?
Comment
von l.orbass l.orbass ist gerade offline | 3.11.2009 11:20 Uhr
Aber
Enten...

Das gleiche Problem, sogar noch ausgeprägter...
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 13:31 Uhr
@lorbass (11:20)
reale Frage aus dem Katalog der Prüfungsfragen aus dem Bereich Lebensmittel von Veterinär-Medizinern:
"woran erkennt man ein Entenei?"
Korrekte Anwort:
"Am roten ovalen Aufdruck,
Entenei, 10 Minuten kochen)"
Comment
von AMatthaeus AMatthaeus ist gerade offline | 3.11.2009 16:18 Uhr
Und die Mayonnaise erst...
Mit der hat man sich anno dazumal auch vorgesehen :-)))
Comment
von ganymed ganymed ist gerade offline | 3.11.2009 14:36 Uhr
natürlich auch.
es ist ein nichtdurchdachtes gebot und viele moslems mögen auch den geruch von schweinefleich nicht. so wie ein deutscher nicht so einfach pferdefleisch essen kann,,die franzosen denken anders. ist erziehungssache. von chinesischen essgewohnheiten rede ich lieber nicht. alles gewohnheit und erziehung. also bleibt es beim alten.
Comment
von lindblom lindblom ist gerade offline | 3.11.2009 16:40 Uhr
@ganymed 3.11.2009 14:36 Uhr
Ich aß neulich Pferderouladen und sie waren phantastisch!
Comment
von bluitgen bluitgen ist gerade offline | 3.11.2009 10:23 Uhr
In der Psychologie ...
... wird dieses Verhalten "Rationalisierung" genannt. Dabei wird versucht, einer Handlung einen "rationalen" Sinn zu geben. Es gab vor 1400 Jahren jedenfalls keinen rationalen Grund, Schweinefleisch zu verbieten und z.B. Hühnchen und Fisch zu zu erlauben. Beide sind viel schneller als Schweinefleisch von bakterieller Besiedlung und Verderb betroffen. Bei Fisch kommt die Gefahr der Infestation durch Würmer hinzu. Trichinen haben übrigens nichts mit der Umgebungstemperatur zu tun, wie Sie das behaupten. Auch Schafe, Ziegen und Rinder können Krankheiten auf den Menschen übertragen (z.B. Brucellen oder Mykobakterien). Wenn Sie schreiben, diese Speisevorschriften wären auch heute noch sinnvoll, darf ich Sie korrigieren: Sinnvoll ist heutzutage allein die Fleischbeschau und die geschlossene Kühlkette. Ihre Schlussfolgerung, dass "Gerade an dieser Stelle wird mal wieder deutlich [würde], das religiöse Speisevorschriften fast immer hygenische Grundlagen haben", ist Wunschdenken oder eben Rationalisierung. Durch diese Speisevorschriften wird nicht mehr und nicht weniger deutlich, als dass Religionen irrational sind, denn sonst müssten andere, schneller verderbliche Speisen, auch verboten sein.
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 11:32 Uhr
da hat aber auch @bluitgen Probleme (10:23)
denn,
wie ich ich schon an "wahrheitler" schrieb,
gab es zu der Zeit dort noch gar keine Hühner
und Fisch wurde nur unmittelbar an der Küste bzw. den Seen oder in bestimmten Konservierungsformen konsumiert...
Comment
von flexton flexton ist gerade offline | 3.11.2009 12:00 Uhr
Exakt!
Die Christen haben nur Glück dass die Bibel, im Gegensatz zum Koran, nicht als verbalinspiriertes "Wort Gottes" (Allah ist auch nur ein anderes Wort für Gott) gilt und somit nicht wörtlich genommen werden muss. Die Speisevorschriften des Judentums könnte man ansonsten natürlich auch aus dem alten Testament herauslesen und ebenso befolgen müssen.
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 13:17 Uhr
"Die Christen" @flexton (12:00)
würde ich mir aber verkneifen,
es gab und gibt immer christliche Gruppen,
die es mit der Lebensweise nach der Bibel bzw. dem AT sehr genau nehmen,
hier seien nur als Beispiel die Kreationisten genannt...
Comment
von ganymed ganymed ist gerade offline | 3.11.2009 15:23 Uhr
als dass
religionen irrational sind...sonst noch beweise? ausser schweinefleisch und...und???
Comment
von ebookowski ebookowski ist gerade offline | 3.11.2009 14:54 Uhr
Trichinenbefall und Temperatur
Warum bei warmen Außentemperaturen der Trichinenbefall relevant ansteigen soll, müssten Sie mal pathophysiologisch erläutern.
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.11.2009 16:26 Uhr
Weiß ich nich @ebo (14:54)
/www.bfr.bund.de/cm/208/trichinellenvorkommen_beim_wildschwein_in_deutschland_und_moeglichkeiten_der_intervention.pdf
ist aber hilfreich, um zu verstehen,
warum Schweine im Schlachthof speziell auf Trichinen untersucht werden...
Comment
von klammer klammer ist gerade offline | 3.11.2009 18:35 Uhr
mit der Außentemperatur
hat der Trichinenbefall wenig zu, meines Wissens. Es geht eher um die Temperatur, bei der das Fleisch zubereitet wird. Trichinen sterben erst bei mehr als 65°C ab, in Wurst wird aber v.a. rohes, d.h. unbehandeltes Schweinefleisch verarbeitet.
Außerdem finden sich Trichinen besonders in solchen Viechern, die selber Fleisch fressen, also in Schwein, Huhn und eben auch Mensch.

Auch habe ich mal gelesen, dass das Verbot von Schweinefleisch - abgesehen vom Parasitenbefall - auch ökonomisch begründet sein könnte: Das Verbot korreliert ganz gut mit Regionen, in denen durch Rodung zur Gewinnung von Nutzflächen der natürliche Lebensraum des Schweins minimiert wurde (Wälder, Feuchtigkeit). Der unappetitliche Effekt: Statt sich in Pfützen zu wälzen, sind sie auf den eigenen Kot ausgewichen. Der ökonomische: Das Schwein wurde zum Konkurrenten um Nahrungsmittel (in etwa die gleichen Dinge, die wir auch verzehren), während Wiederkäuer wie Rind und Schaf eben auch für uns unverdauliche Zellulose verstoffwechseln können.
Comment
von southcross southcross ist gerade offline | 2.11.2009 21:47 Uhr
Herr Stollowsky


Zitat von Heimat?

Wenn die Muslime in Berlin über ihre Satellitenschüsseln Nachrichten aus der Heimat empfangen



Die Berliner Muslime haben in Berlin ihre Heimat!
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 2.11.2009 22:03 Uhr
Das mit der Heimat
sehen die weitaus meisten Muslime aber anders.
Einfach mal fragen...

Und: Nein, wetten Sie nicht mit mir, ich kenne garantiert mehr Muslime als Sie... ;-)
Comment
von southcross southcross ist gerade offline | 2.11.2009 22:36 Uhr
Betrachter
;-)

Nun, die die ich kenne, haben hier Ihre Heimat.
Und die, die hier leben, arbeiten, Steuern zahlen, Kinder groß ziehen und zu Schule schicken haben auch hier ihre Heimat.

Nein, ich wette nicht mit Ihnen. Meine Familie ist im Vergleich zu Ihrer konfessionslos ;-)
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 2.11.2009 23:22 Uhr
Mal abseits von Polemik,
(der ich ja sonst auch gerne fröhne... ;-)

Es ist, so erlebe ich es, für viele Muslime gar nicht im Bereich des Denkbaren, Deutschland als Heimat zu sehen. Das hängt weniger mit der Religion zusammen, sondern zum Beispiel mit dem Klima, mit den kulturellen Traditionen, dem Familienleben, dem Tempo des Lebens.

Es gehen eben doch viele Muslime nach ihrem Berufsleben und wenn sie genug Geld haben, wieder zurück in die alte Heimat, schon darum, weil es das Land ist, wo sie geboren sind.
Bei den Kindern die hier geboren sind, ist es vielleicht anders. Das hängt dann ganz von den Einstellungen ab, die sie von ihren Eltern mitbekommen haben.

Aber machen wir uns nichts vor: Selbst unter den studierten Muslimen gibt es viele, die Deutschland nicht als ihre Heimat sehen WOLLEN. Weil es ihnen zu fremd ist von der Liberalität und den Normen her.

Ich finde das nicht schlimm. Für mich ist die einzig wichtige Frage eigentlich nur, ob man richtig Deutsch kann bzw. lernt, wenn man hier lebt.

Ich finde es nur nicht nötig, so zu tun, als würden die meisten Muslime die hier leben, Deutschland als ihre Heimat betrachten oder betrachten wollen. Sie haben hier Religionsfreiheit, können weitgehend leben, wie sie wollen und leben hier besser als in Anatolien oder Kairo.
Da müssen sie doch Deutschland nicht noch als Heimat sehen.

Wobei ich auch da noch mal differenzieren würde: Frauen sind da viel aufgeschlossener. Wohl auch, weil sie hier viel mehr Möglichkeiten haben. Aber Männer leiden oft unter übersteigertem Nationalgefühl oder verbissenen Begriffen von Ehre und Stolz oder unter Männlichkeitswahn.
Meist unter einer Kombination von allem dreien....

Meine Hoffnung für die Integration jedenfalls liegt eindeutig bei den Frauen...
(Nicht umsonst sind gibt es in Neukölln die "Stadtteilmütter" und eben nicht die "Stadtteilväter")

MfG
Betrachter


Comment
von southcross southcross ist gerade offline | 3.11.2009 19:01 Uhr
Betrachter


Zitat von Betrachter

Es ist, so erlebe ich es, für viele Muslime gar nicht im Bereich des Denkbaren, Deutschland als Heimat zu sehen.



Ich erlebe es nun mal ganz anders.

Das Sie zahlenmäßig aus verwandtschaftsgründen mehr Muslime kennen, tut dabei sicher nichts zur Sache, oder?
Comment
von dali dali ist gerade online | 2.11.2009 22:49 Uhr
Na klar @betrachter,
das sieht man besonders daran,
dass nur wenige türkische Alte zurück in die Türkei gehen,
obwohl sie DA mit ihren Renten so ziemlich wie die Fürsten leben könnten,
was man von jemandem der 800 oder 1000 hier hat, ja wohl nicht sagen könnte.
Wenn er als 1000 hat und sie 700,
dann könnten die dort nahezu in 'nem Schloss wohnen,
macht aber kaum jemand von ihnen,

aber WIR werden es machen...
Comment
von ganymed ganymed ist gerade offline | 2.11.2009 23:10 Uhr
dali
schloss allein genügt nicht. von meinem stiefschwiegervater, welcher istanbule ist, weiß ich, die medizinische versorgung auch in den türkischen städten ist.....er hat einen teil seiner mischpoke noch dort.

Seite : 1 2 >> (2 Seiten)

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