Kein Schweinefleisch, keine Schweinegrippe? Mediziner kämpfen gegen das Gerücht an, dass Essgewohnheiten die Gläubigen vor Infektion schützen.
Wenn die Muslime in Berlin über ihre Satellitenschüsseln Nachrichten aus der Heimat empfangen, sind zurzeit zwei große Themen täglich dabei: der Hadsch, die größte alljährliche Pilgerfahrt nach Mekka – und die Schweinegrippe. Beide werden im engen Zusammenhang erörtert. Denn die arabischen Behörden fürchten, Mekka könne sich durch den Ansturm von rund zweieinhalb Millionen Gläubigen zur Drehscheibe für die Verbreitung des neuen Grippevirus entwickeln. „Spätestens diese Debatte hat auch dem letzten Muslim in Berlin klargemacht, dass der Verzicht auf Schweinefleisch keinesfalls vor Schweinegrippe schützt“, sagt der Sprecher der Gesellschaft Türkischer Mediziner, Ilker Duyan. Tatsächlich hatte sich in der türkischen Community das Gerücht verbreitet, dass Muslime aufgrund ihrer Essgewohnheiten gegen die neue Grippe gewissermaßen immun sind.
Dass die Viren von Mensch zu Mensch übertragen werden, wiederholen die saudischen Behörden derzeit gebetsmühlenartig, und es geht auch aus den Auflagen für die Ende November in Mekka erwarteten Pilger hervor. Wer aus einem Land kommt, in dem der Impfstoff gegen die H1N1-Infektion schon vorhanden ist, darf nur immunisiert einreisen. Außerdem sind Kinder und ältere Menschen diesmal von der Pilgerfahrt gänzlich ausgeschlossen. Das sei „die beste Aufklärung“, sagen Vertreter türkischer und arabischer Vereine in Berlin.
Schweine gelten nach dem Koran als unreine Tiere, ihr Fleisch darf nicht verzehrt werden. Duyans Medizinergesellschaft vertritt rund vierzig niedergelassene türkische Ärzte in Berlin und betreibt seit dem Auftauchen der Krankheit eine breite Aufklärungskampagne. Duyan: „Kommenden Mittwoch informieren wir beispielsweise über alle Fragen rund um die neue Grippe in einer arabischen Moschee in Moabit und einer türkischen Moschee in Neukölln.“ Auch die Imame seien in ähnlicher Weise aktiv.
Im Vergleich zur deutschen Bevölkerung gelten die Berliner Muslime sogar als „besonders impfwillige Kandidaten“. Das bestätigt auch der Türkische Bund. Hintergrund sei eine „ausgeprägte Impftradition“ in der Türkei, wo in früheren Jahrzehnten nach Epidemien konsequent alle Schulkinder immunisiert wurden. Die Teilnahme war Pflicht, heißt es. Das sei auch für die heutigen Türken in der Emigration noch selbstverständlich, „weshalb sie jedes Impfangebot in großer Zahl wahrnehmen“ – von Polio bis zur klassischen Influenza.
Zum Wochenbeginn gab es in Berlin 923 bestätigte Infektionsfälle. Gesundheitsstaatssekretär Benjamin Hoff unterschrieb am Montag die ersten hundert Verträge mit niedergelassenen Medizinern, die ab kommender Woche Impfungen anbieten. Wie viele Berliner Praxen sich letztendlich an der Impfaktion beteiligen werden, kann die Gesundheitsverwaltung bislang nicht sagen. Rund 2000 Praxen sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Behörde dafür geeignet und bekamen entsprechende Verträge zugesandt. Vor allem wegen der Vorbehalte unter Medizinern gegen den neuen Impfstoff wird aber nur mit „etwa 500 Ärzten“ gerechnet, die die Immunisierung unterstützen. Diese Praxen seien dann aber „gut über die Bezirke verteilt“, heißt es in der Gesundheitsverwaltung.
Kommentare [ 70 ] Kommentar hinzufügen »
F.U.
Impfzwang können totalitäre Regime vielleicht anordnen, in Demokratien geht das in dem Falle und unter diesen Umständen zum Glück nicht!
Nicht zu vergessen war die Großartige Aktion der Ägypter, als sie fast alle Schweine des Landes geschlachtet haben. Die haben zwar nicht mit der Übetragtung dieser Grippe zu tun, waren aber einer der Hauptnahrungsquellen der Christlichen Minderheit in Ägypten.
Kopfläuse gleich mit.
Oder gleich alle Grenzen dicht.
Dank globaler Panikmache ist alles möglich.
Angst macht Menschen irrational.
Und: Dass wir hier für den Tierschutz kämpfen und es noch viele Probleme gibt, darf auch nicht heißen, dass man Missstände, die in anderen Ländern geschehen, nicht ansprechen darf. Probleme muss man benennen können, egal, wo sie auftreten.
Schweinefleisch ist bei entsprechenden Temparaturen extrem anfällig für Salmonellen, auch der Trichinenbefall ist unter diesen Umständen gesteigert.
Gerade an dieser Stelle wird mal wieder deutlich,
das religiöse Speisevorschriften fast immer hygenische Grundlagen haben.
Es sind übrigens die (noch erheblich schärferen) Regeln, die auch für das Judentum gelten...
Soviel zur Argumentation von Schlaumeiern...
Halten wir also fest: bereits im sechsten bis ersten Jahrtausend vor Christus waren Hühner bekannt in China, im heutigen Iran, in Phönizien (heute Libanon/Türkei), in Indien, in Ägypten. Phönizische, indische und chinesische Handelsrouten führten durch Arabien oder berührten es. Nach Europa kam das Huhn - offenbar unter weiträumiger Umgehung Arabiens - bereits im 3. Jahrtsd. v. Chr. Und trotzdem soll es noch tausende Jahre später, zu Zeiten Mohammeds im damals fortschrittlichen und handelsfreudigen Arabien keine Hühner gegeben haben?! Ist ja wirklich erstaunlich! Wann kam das Huhn denn da an? Sie fordern doch so gern von anderen Belege für deren Behauptungen. Wie wäre es, wenn Sie mal welche liefern?
an ihr wird nämlich deutlicher,
dass das Huhn sich, wahrscheinlich durch die Kelten, in nördlicheren Bereichen aubreitete und seine südliche Verbreitung vornehmlich durch römische Soldaten bewerkstelligt wurde.
Auch finden Hühner in arabischen Staaten bis heute schlicht kein Futter.
Je nördlicher wir kommen, desto besser wird die natürliche Futterversorgung...
[url=dali | 15.10.2009 15:42 Uhr ]http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Hartz-IV-Schwarz-Gelb;art122,2923888,7-pg1[/url]
Zum Thema "Hühner und kein Futter in der kargen Wüstenlandschaft Arabiens" (abgesehen davon, dass Haushühner das Futter von ihrem Besitzer vorgesetzt bekommen und nicht danach suchen müssen), noch zwei Fundstellen:
Karthago, Berber, Sahara, Mai, Ostküste Afrikas, das wüstenreichen Südafrika - wie kamen die Hühner da bloß zurecht? Waren die tougher als die Hühner zu Mohammeds Zeiten?
und landeten von dort direkt in Mohammeds Kochtopp.
Das ist doch Korinthenka.....,
weder in bildlichen Darstellungen noch in Schriften findet eine Darstellung von Hühnern als übliches Nahrungsmittel statt. Auch waren Ostafrika noch mehr Südafrika vor gut 100 Jahren alles andere als Wüste. Und für "Flughühner", also Wild gelten die für Wild üblichen Speisevorschriften...
"Die bildhafte oder textliche Darstellung von domestiziertem Geflügel in der arabischen Kunst zur Zeit Mohammeds" - wieder mal ein neues Spezialgebiet, auf dem dali eine Koryphäe ist! Aber im Ernst: diese Behauptung soll Ihr Beleg sein?
Nö, das sollte nur zeigen, dass Hühner - anders als von Ihnen behauptet - auch in Wüstenlandschaften durchaus überlebensfähig sind und somit auch in Arabien bekannt gewesen sein dürften.
Ich denke, die können in Arabien mangels Futter gar nicht überleben?
Ausnahmsweise völlig richtig! Und besonders korinthenka... werde ich, wenn Sie - in alter Übung und ohne des Beweises des Gegenteils durch die von Ihnen immer wieder von anderen abverlangten Belege - Mitdiskutanten als "Schlaumeier" abqualifizieren oder wie hier
dali hat plötzlich 'ne andere Baustelle
der Spinnerei, des Fälschens, des Täuschens und des Lügens, des Irrsinns oder "Gagaseins" bezichtigen.
Übrigens wird von Mohammed folgende Aussage überliefert:
Wahrscheinlich meinte er ein als Wild geltendes Flughuhn.
geht alles mit dem GOOGLE-Übersetzer,
viel Spaß beim basteln...
Das gleiche Problem, sogar noch ausgeprägter...
"woran erkennt man ein Entenei?"
Korrekte Anwort:
"Am roten ovalen Aufdruck,
Entenei, 10 Minuten kochen)"
wie ich ich schon an "wahrheitler" schrieb,
gab es zu der Zeit dort noch gar keine Hühner
und Fisch wurde nur unmittelbar an der Küste bzw. den Seen oder in bestimmten Konservierungsformen konsumiert...
es gab und gibt immer christliche Gruppen,
die es mit der Lebensweise nach der Bibel bzw. dem AT sehr genau nehmen,
hier seien nur als Beispiel die Kreationisten genannt...
ist aber hilfreich, um zu verstehen,
warum Schweine im Schlachthof speziell auf Trichinen untersucht werden...
Außerdem finden sich Trichinen besonders in solchen Viechern, die selber Fleisch fressen, also in Schwein, Huhn und eben auch Mensch.
Auch habe ich mal gelesen, dass das Verbot von Schweinefleisch - abgesehen vom Parasitenbefall - auch ökonomisch begründet sein könnte: Das Verbot korreliert ganz gut mit Regionen, in denen durch Rodung zur Gewinnung von Nutzflächen der natürliche Lebensraum des Schweins minimiert wurde (Wälder, Feuchtigkeit). Der unappetitliche Effekt: Statt sich in Pfützen zu wälzen, sind sie auf den eigenen Kot ausgewichen. Der ökonomische: Das Schwein wurde zum Konkurrenten um Nahrungsmittel (in etwa die gleichen Dinge, die wir auch verzehren), während Wiederkäuer wie Rind und Schaf eben auch für uns unverdauliche Zellulose verstoffwechseln können.
Die Berliner Muslime haben in Berlin ihre Heimat!
Einfach mal fragen...
Und: Nein, wetten Sie nicht mit mir, ich kenne garantiert mehr Muslime als Sie... ;-)
Nun, die die ich kenne, haben hier Ihre Heimat.
Und die, die hier leben, arbeiten, Steuern zahlen, Kinder groß ziehen und zu Schule schicken haben auch hier ihre Heimat.
Nein, ich wette nicht mit Ihnen. Meine Familie ist im Vergleich zu Ihrer konfessionslos ;-)
Es ist, so erlebe ich es, für viele Muslime gar nicht im Bereich des Denkbaren, Deutschland als Heimat zu sehen. Das hängt weniger mit der Religion zusammen, sondern zum Beispiel mit dem Klima, mit den kulturellen Traditionen, dem Familienleben, dem Tempo des Lebens.
Es gehen eben doch viele Muslime nach ihrem Berufsleben und wenn sie genug Geld haben, wieder zurück in die alte Heimat, schon darum, weil es das Land ist, wo sie geboren sind.
Bei den Kindern die hier geboren sind, ist es vielleicht anders. Das hängt dann ganz von den Einstellungen ab, die sie von ihren Eltern mitbekommen haben.
Aber machen wir uns nichts vor: Selbst unter den studierten Muslimen gibt es viele, die Deutschland nicht als ihre Heimat sehen WOLLEN. Weil es ihnen zu fremd ist von der Liberalität und den Normen her.
Ich finde das nicht schlimm. Für mich ist die einzig wichtige Frage eigentlich nur, ob man richtig Deutsch kann bzw. lernt, wenn man hier lebt.
Ich finde es nur nicht nötig, so zu tun, als würden die meisten Muslime die hier leben, Deutschland als ihre Heimat betrachten oder betrachten wollen. Sie haben hier Religionsfreiheit, können weitgehend leben, wie sie wollen und leben hier besser als in Anatolien oder Kairo.
Da müssen sie doch Deutschland nicht noch als Heimat sehen.
Wobei ich auch da noch mal differenzieren würde: Frauen sind da viel aufgeschlossener. Wohl auch, weil sie hier viel mehr Möglichkeiten haben. Aber Männer leiden oft unter übersteigertem Nationalgefühl oder verbissenen Begriffen von Ehre und Stolz oder unter Männlichkeitswahn.
Meist unter einer Kombination von allem dreien....
Meine Hoffnung für die Integration jedenfalls liegt eindeutig bei den Frauen...
(Nicht umsonst sind gibt es in Neukölln die "Stadtteilmütter" und eben nicht die "Stadtteilväter")
MfG
Betrachter
Ich erlebe es nun mal ganz anders.
Das Sie zahlenmäßig aus verwandtschaftsgründen mehr Muslime kennen, tut dabei sicher nichts zur Sache, oder?
dass nur wenige türkische Alte zurück in die Türkei gehen,
obwohl sie DA mit ihren Renten so ziemlich wie die Fürsten leben könnten,
was man von jemandem der 800 oder 1000 hier hat, ja wohl nicht sagen könnte.
Wenn er als 1000 hat und sie 700,
dann könnten die dort nahezu in 'nem Schloss wohnen,
macht aber kaum jemand von ihnen,
aber WIR werden es machen...