[Kommentare: 52]

"24h Berlin"

Stadt auf dem Schirm

24 Stunden lang konnten die Berliner ihr Leben auf der Leinwand sehen – auch draußen auf vielen Plätzen.
Anzeige
Bild vergrößern
Berlin im Blick. Auch im Sony-Center, einem fürs Public Viewing erprobten, zudem durchs Zeltdach regengeschützten Ort, lief "24 h Berlin" über den Bildschirm. - Foto: David Heerde
Es ist 12.12 Uhr, und Leslie aus Neukölln tuscht sich die Wimpern. Sie erzählt, wie wichtig es ihr ist, in den Spiegel zu sehen, bevor sie ihre Wohnung verlässt. Das sei wohl eine ihrer „Macken“. Das Gesicht der 34-Jährigen ist in Großaufnahme zu sehen, darunter die Uhrzeit – auf einem Bildschirm auf dem Alexanderplatz.

Normalerweise läuft hier ein Film zur Mauerfall-Open-Air-Ausstellung nebenan. Doch am Sonnabend ist schon seit 6 Uhr morgens die RBB-Dokumentation „24h Berlin. Ein Tag im Leben“ zu sehen – laut Sender „die längste TV-Produktion in der Geschichte des Fernsehens“. Vor genau einem Jahr, am 5. September 2008, haben 80 Kamerateams 20 Berliner Protagonisten und viele Nebenfiguren 24 Stunden lang begleitet – von 6 bis 6 Uhr.

750 Stunden Material kamen dabei heraus, die zu einem 24-stündigen Film zusammengeschnitten wurden – streng chronologisch. Der Film ist nun, ein Jahr später, ebenfalls von 6 bis 6 Uhr zu sehen. Und es ist auf die Minute genau ein Jahr her, dass Leslie vor dem Spiegel stand. Der einzige Unterschied: Im vergangenen Jahr war der 5. September ein Freitag, dieses Mal ist es ein Sonnabend.

So haben mehr Berliner frei und können den Film sehen. Nicht nur zu Hause im Fernsehen, sondern auch an 50 öffentlichen Orten – zum Beispiel in Banken, Geschäften, Cafés und hier am Alexanderplatz. Aber wo sind die Zuschauer? Immer mal wieder bleibt jemand stehen, allerdings nur kurz. Wie Roland Horn mit seinem Hund „Smilla mit Gespür für alles“. Er hat noch nicht ganz verstanden, worum es geht. „Ich muss nicht unbedingt sehen, wie sich eine Frau 24 Stunden lang schminkt“, sagt er halb im Scherz.

Unter der Kuppel des Sony-Centers trifft man auf begeistertere Zuschauer: Klaus Dittgen guckt schon seit heute morgen um sechs. Zuerst zu Hause und jetzt hier, auf der großen Leinwand. Auch Dittgen hat seinen Hund dabei: Der 51-Jährige hat den Spaziergang mit „Schnecke“ so geplant, dass er an mehreren Orten vorbeikommt, wo „24h Berlin“ zu sehen ist. „Der Film spiegelt so richtig mein Leben wider“, sagt er. „So ist Berlin.“ Er hat sogar seine Mutter im Saarland überredet, sich die Dokumentation auf Arte anzusehen. Da werden Ausschnitte gezeigt. „Damit sie mal einen Eindruck davon bekommt, wie ihr Sohn hier so lebt. Sie war noch nie in Berlin.“ Er fiebert mit den Protagonisten mit: „Der Junkie hat sich vorhin einen Schuss gesetzt.“ Und Leslie aus Neukölln ist auf der Leinwand gerade an ihrem Arbeitsplatz in einem Callcenter angekommen. „Ich werde versuchen, bis morgen früh durchzuhalten“, sagt Dittgen. Sabine Jacob ist eigens aus Steglitz ins Sony-Center gekommen, um „nicht allein zu Hause zu gucken“. Jetzt ist die 51-Jährige etwas enttäuscht – weil sie nicht besonders viel Gesellschaft hat. Sabine Jacob will trotzdem mindestens eine Stunde gucken, „wie andere Berliner so ihre Tage verbringen – besonders Wowereit“. Auch der Regierende Bürgermeister gehört zu den Protagonisten, am Sonnabend spricht er nun im Technikmuseum mit den Machern der Dokumentation. Dort läuft der Film überall auf Bildschirmen an den Wänden – plötzlich läuft Wowereit an sich selbst vorbei und wird erneut gefilmt. Schon morgens um sechs hat er den Fernseher eingeschaltet und dabei vor allem sein Doppelkinn gesehen: „Das kommt wunderbar raus, wenn man mich so dicht von der Seite filmt.“

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 06.09.2009)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Interview:

"Ich zahle gerne Steuern"
Benjamin von Stuckrad-Barre über Westerwelles Hautproblem, Popliteratur und seine Kindheit als Pastorensohn.

Vampir-Western:

Amerikanische Blutsauger

Claudia Pechstein:

Heraus aus der Zelle
Renommierte Wissenschaftler erklären: Claudia Pechstein hat eine Kugelzellanämie – und nicht gedopt.

Großer Preis von Bahrain:

Auf Speed in der Wüste

Kommentare [ 52 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von Freiheitsfreund Freiheitsfreund ist gerade offline | 6.9.2009 9:36 Uhr
Ziemlich überflüssig
Es mag ja wirklich sein, dass es sich um "die längste TV-Produktion in der Geschichte des Fernsehens“ gehandelt hat. Auf jeden Fall war es eine der überflüssigsten seit Abschaffung des Testbildes. Wer sollte eigentlich die "Zielgruppe" darstellen?
Und da das Gesamtkunstwerk auch noch vom RBB zu arte durchgeschaltet wurde, droht uns wahrscheinlich in absehbarer Zeit "24 Stunden Paris" als "Rückspiel".
Immerhin: Wieder ein Grund mehr, den Fernseher ausgeschaltet zu lassen. Wie wusste es schon Robert Lembke: "Hörfunk geht ins Ohr, Fernsehen geht ins Auge" (Gruß auch an alle IFA-Besucher und -Aussteller).
Comment
von kokoko kokoko ist gerade offline | 6.9.2009 17:54 Uhr
Hohe Einschaltquoten
Die Produktion erzielte auf arte und dem rbb bis zu dreimal höhere Einschaltquoten als die anderen Programme, die sonst auf diesen Sendern laufen. Egal wie man zu 24hBerlin steht, erfolgreich war die Sendung allemal.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 10:13 Uhr
freiheitsfreund
da sehen Sie mal, wie unterschiedlich Meinungen sind. Ich stehe dem RBB wirklich sehr kritisch gegenüber. Aber die Sendung ist so ziemlich das beste, was dieser Sender einschl SFB jemals zustande gebracht hat. Sicherlich gab es das eine oder andere, was nicht so gelungen war. Aber das ist für das Gesamtwerk völlig nebensächlich. Dieser Film spiegelt genau das wieder, was diese Stadt und ihre Menschen ausmacht. Man kann dem RBB und denjenigen, die diesen Film zustande gebracht haben nur Lob zollen.
Comment
von indianway77 indianway77 ist gerade offline | 6.9.2009 17:15 Uhr
Zustimmung
Dini
Hey, ich möchte mich auch schlicht anschliessen, es war spitze!!
Comment
von gilbrator gilbrator ist gerade offline | 6.9.2009 10:39 Uhr
die längste doku?
und was ist mit "die Kindern von Golzow"? das waren 45h über mehrere Jahre...
Comment
von unbekannt | 6.9.2009 10:54 Uhr
was mich gestört hat,
so richtig bis zum ende begleiten konnte man einzelne nur, wenn man die ganze zeit vor dem tv gesessen hat...das kann ich nicht. kopfschmerzen..
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 11:15 Uhr
ganymed
klar, war es lang, habe insgesamt auch nur ca 5 std gesehen. Aber es soll ja noch mal in mehreren Folgen gesendet werden, und da man ja weiss, das es sich lohnt, kann man es dann ja aufzeichnen.
Comment
von lariusz lariusz ist gerade offline | 6.9.2009 11:15 Uhr
ich find auch
das war das beste, was das fernsehen
in den letzten jahren zustande ge-
bracht hat. die stadt kann dankbar
dafür sein.
Comment
von darthvuffi darthvuffi ist gerade offline | 6.9.2009 11:24 Uhr
Gelungen
Also ich muss sagen ich fand die Doku wirklich gut.

Das Fernsehen krankt ja daran, dass es immer nur der selbe Mist ist, der läuft. Und hier wurde wirklich mal etwas gewagt! Das ganze Programm für 24 Stunden für eine Doku freigeräumt! Allein für diesen Mut gebührt den Programmdirektoren der öffentlich-rechtlichen zur Abwechslung mal Beifall.

Und wenn man die Zeit hatte, große Teile der Doku zu verfolgen, dann konnte man zu den handelnden Personen wirklich eine Bindung aufbauen, z.B. zu der werdenden Mutter, die man frühs gesehen und dann abends immernoch in den Wehen lag. Abwechslungsreich war das Ganze sowieso und es wurde die volle Bandbreite des Lebens gezeigt zwischen Hochzeit und Beerdigung, rappenden Jugendlichen und einsamer alter Dame, Drogenjunkie und Call Center-Agentin.

Also mir hat dieses Experiment wirklich gut gefallen und bitte mehr davon - nicht von Berlin oder Dokus, sondern von der Kreativität und dem Mut sowas zu planen und durchzuziehen!
Comment
von serafin serafin ist gerade offline | 6.9.2009 11:40 Uhr
freiheitsfreund
Sie sagen uns, dass Ihnen "24hBerlin" nicht gefallen hat, leider nicht warum. Geht es grundsätzlich um das Fernsehen ("Fernsehen geht ins Auge")oder speziell gegen Dokumentationen oder einfach nur um dieses Format?
Den Vorwurf der Niveaulosigkeit, wie bei (Vorabend-)serien kann man den Machern ganz bestimmt nicht machen. Auch die so beliebten, weil wohl billig zu produzierenden, Zoo-Dokumentationen gehen mir ziemlich auf den Geist. Hab "nur" rund 3 Std. der Dokumentation angesehen, fand so manche Darstellung für die Protagonisten sicherlich peinlich, aber das ist halt einmal ein Ausschnitt unserer Gesellschaft.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 11:45 Uhr
und noch was,
bind heute schon von mehreren Bekannten aus dem übrigen Bundesgebiet angerufen worden, die es hervorragend fanden und mich leicht beneidet haben, hier zu leben. Und nach der Sendung bin ich auch ein bischen stolz, soll aber jetzt nicht pathetisch klingen.
Comment
von beigu beigu ist gerade offline | 6.9.2009 12:18 Uhr
Ich fand es super
und hoffe, daß es (diesmal in Teilstücken) wiederholt wird, denn 24 Stunden konnte man wirklich nicht vor dem Fernseher sitzen.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 18:06 Uhr
beigu
die Wiederholung beginnt schon heute Nacht, jeweils 4 Stunden bis einschl. Samstag
Comment
von lear lear ist gerade offline | 6.9.2009 12:26 Uhr
Die Neuvermessung der Metropole
Mit der 24h Produktion hat sich Berlin durch sein populärstes Massenmedium erstmals seit 1989 neudefiniert.

Die Lebenswelten Berlins wurden zu einem großen Teil authentisch eingefangen. Man kann von einem Meilenstein der städtischen Selbstfindung sprechen. Gängige oder veraltete Berlin Klischees wurden vermieden. Der rbb als Film und Meinungsmacher hat der Stadt eine zeitgemäße Identität und Neuorientierung gegeben. Ich habe kaum Zweifel, dass dieses Format in ähnlicher Form national und international kopiert wird.

Von 9 - 2 Uhr habe ich die meisten Teile mitverfolgt und kann sagen, hier ist ein nahezu ausbalanciertes Berlin vorgeführt worden. Generationen, Schicksale, Ethnien, Klassen, Stimmungen,
wurden in einem repräsentativen Kaleidoskop dargestellt.

Die deutlichsten Mängel der Fernseh-Doku sollten jedoch auch genannt werden. Folgende für Berlin prägende Gruppierungen waren abwesend: Wissenschaftler, Studenten, Touristen, Hipster und Hunde.

Mein persönlicher Geschmack wurde nur bei der Darstellung des Nachtlebens getroffen. Während den Tageslichtaufnahmen dachte ich nur: Man müsste die eigentlich die halbe Stadt abreißen um ihr dann ein attraktives Gesicht zurückzugeben.
Comment
von mmaseberg mmaseberg ist gerade offline | 6.9.2009 12:29 Uhr
Sympathieträger
Die Doku war interessant, keine Frage.
Nur: ob der sympathische Knacki wirklich typisch für seine Spezies ist? Und leben alle Junkies so normal wie der gezeigte? Da habe ich meine Zweifel.
Comment
von nuncacero nuncacero ist gerade offline | 6.9.2009 12:29 Uhr
voll daneben
sogar am 04.09. gab es schon ein paar Schlaumeier die sich in einem Kommentar über die, noch gar nicht gesendete Doku ereiferten. Es ist einfach immer das gleiche Klientel das mit ihrem Genöle als echte Spassbremse unterwegs ist. Einfach mal ordentlich abkotzen scheint bei diesen Leuten eine Art Philosophie zu sein.
Unnötig zu erwähnen, dass ich das Format mega-grossartig fand?!
Comment
von winnie_1957 winnie_1957 ist gerade offline | 6.9.2009 13:28 Uhr
Gelungenes Experiment
Jawohl, das war Klasse. Abgesehen von notwendigen Unterbrechungen (Einkauf etc.) war ich stundenlang - bis in die Nacht hinein - gefesselt und fasziniert. Das Experiment halte ich für gelungen, weitere dürfen gerne folgen.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 13:40 Uhr
winnie
neugierig frag, weil nicht so lange gesehen, kam es denn noch zur Entbindung?
Comment
von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 6.9.2009 14:52 Uhr
@uwe
Das kam es. Das Material mit dem werdenden Familienvater im Krankenhausflur auch genau dieselben quälend langen Minuten zu zeigen, wie sie vor dem Kreißsaal vergangen sein müssen, und dazu die Minimal-Musik der Elektroparty von Ricardo Villalobos, die gleichzeitig im Berghain stattfand, dazuzuschneiden, war einer der gelungenen Kunstgriffe des Films. Alle Daumen hoch.
Comment
von dini dini ist gerade offline | 6.9.2009 14:41 Uhr
Na bitte RBB, geht doch:

Natürlich war nicht alles perfekt. Wie denn auch-
bei diesen "Ding". Wichtig ist,dass endlich mal etwas neues versucht wurde. Das allein zählt !

Schon allein die Luftaufnahmen der Stadt waren
sehenswert.

Oh,RBB, bitte weiter so kreativ und nie wieder
der Spiessigkeit anheim fallen. Vielleicht fällt
von der Kreativität auch etwas für die Abendschau ab.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 14:57 Uhr
dini
kann mich dem nur anschliessen, und ganz besonders dem letzten Satz, aber ich glaube, da wird unser Hoffen vergeblich sein
Comment
von liberalgeist liberalgeist ist gerade offline | 6.9.2009 14:59 Uhr
Grundsätzlich gutes Projekt...
...allerdings mit zu viel Fokus auf gesellschaftliche Randgruppen. Ich finde nicht, daß man Kriminellen überhaupt ein Forum geben sollte. Entsprechend hätte man die Junkieszenen komplett herausschneiden sollen; ebenso die bosnisch-arabischen Gammler am Hermannplatz. Aber bitte, künstlerische Freiheit. Auch frage ich mich, weshalb ausgerechnet Subkultur protegiert worden ist und nicht die Berliner Hochkultur. Zu wenig Fokus auf Leistung und Arbeit, zu viel auf Versagen. Vielleicht demnächst ein ähnliches Projekt aber unter bürgerlicher Regie in einer bürgerlichen Stadt.
Comment
von frederik frederik ist gerade offline | 6.9.2009 16:30 Uhr
verkehrte welt
sie haben glaube ich keine ahnung von berlin. und ihr gesellschaftsbild will ich gar nicht wissen. aber dass die doku sich an randgruppen aufgehängt hat und zu wenig an arbeit, dass ist wohl totaler quatsch. viele der vorgestellten wurden doch gerade an ihrem arbeitsplatz begleitet. und wenn zwei drittel der kinder in den innenstadtbezirken einen nichtdeutschen hintergrund haben, dann sind die jungs am hermannplatz wohl kein teil einer randgruppe. vielleicht sind die "bürgerlichen" konsumenten der "hochkultur" das wohl eher in dieser stadt, schon mal darüber nachgedacht? aber sie können sich ja gerne weiter zusammen mit der dame aus zehlendorf ereifern, die sich beim waldspaziergang über die fahrradfahrer aufregt und noch so einige steile thesen liefert. kleiner test, ob sie die doku auch wirklich gesehen haben... die szene war ein großes highlight für mich
Comment
von 10999 10999 ist gerade offline | 6.9.2009 17:56 Uhr
Ja, ist ja gut,
Herr liberalgeist, Sie haben in diesem Forum ja schon oft genug zur Schau gestellt, dass Sie alle Menschen abstoßend finden, die nicht so viel Geld haben wie Sie, und Sie haben dabei selbst bisher kein einziges Mal einen besonders qualifizierten Eindruck gemacht. Ich weiß nicht, und möchte auch nicht wissen, was Sie beruflich machen, aber Soziologe sind Sie ja offenbar nicht, sonst würden Sie nicht solche plumpen Definitionen dessen absondern, was Sie sich unter der gesellschaftlichen Mitte bzw. Randgruppen vorstellen. Bei aller Vorhersehbarkeit Ihres üblichen Geredes ist Ihnen dieses Mal allerdings eine sehr lustige Wortpaarung gelungen: "bürgerliche Regie" (Regisseur sind Sie wohl auch nicht, vermute ich mal). Was auch immer das genau bedeuten soll, ich finde es geradezu niedlich, wie simpel Ihre Weltsicht funktioniert.
Vorschlag: Ziehen Sie doch in eine "bürgerliche Stadt" ohne "Randgruppen" und kommentieren Sie die dortigen Zeitungsartikel.
Comment
von ralffrh ralffrh ist gerade offline | 6.9.2009 18:22 Uhr
@ liberalgeist
Ihr Kommentar sagt mal wieder alles über Sie. Allzu oft sind Sie hier schon über die wirklichen Leistungsträger her gezogen. Verkorkster als Sie kann mann wirklich nicht denken.
Die Leistungsträger waren doch alle vorhanden, schon früh um 6 Uhr ging die junge Frau zur schicht bei BMW. das mann keine Bankrotteure gezeigt hat tut auch nur Ihnen leid.
Comment
von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 6.9.2009 19:10 Uhr
@liberalgeist
Das Menschen- und Weltbild der Neoklassiker hat ja scheinbar wie untoter Zombie in den Köpfen der Menschen überdauert. Auch durch die Krise nicht totzukriegen. Eigentlich empfand ich solche Menschen wie die gehbehinderte Frau in der S-Bahn, die sich mit Selbstgedichtetem über Wasser halten musste, oder die Dame von der evangelischen Telefonseelsorge als Berliner Hochkultur, wenn Sie diese unmögliche Formulierung schon benutzen wollten. Bemisst sich der Wert eines Menschen danach, wieviel er zu leisten imstande ist? "Leisten" benutzen Sie hier im borniert materialistischen Sinn als "Beitrag zum Fiskus in Euro".Soll ich ihnen was sagen: Der Film ist für Sie gemacht, die wahrscheinlich bis dato noch gar nicht wussten, was für wunderbare Menschen in dieser Stadt leben.
Comment
von bienban16 bienban16 ist gerade offline | 6.9.2009 15:18 Uhr
Grandios
Die Doku hat ECHT berührt! Diese Idee wird Fernseh-Geschichte schreiben. Ein großer Dank an die Macher, vielleicht schaut man noch mal in ein paar Jahren nach ob z.B. die Ehe gehalten hat, ob es der Omi gut geht und was aus den Kindern wurde usw. Ich bin stolz auf Berlin und das wir so tolle Menschen unter uns haben!
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 15:30 Uhr
liberalgeist
Ach zu wenig Leistungsträger? Barenboim, Fiona Bennet, franz. Joaurnalisten, das Hochzeitspaar, die junge Frau aus dem Callcenter, der Fahrer der Abschleppdienste, die Ärzte und Schwestern in der Charite, als alles Randgruppen. Was sind Sie bloss für ein Mensch? Aber das zu fragen ist bei Ihnen wohl müssig.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 16:02 Uhr
ach so
noch vergessen, den Chef und die Gäste im Luxusfresstempel. Aber weiss wo Sie leben, aber das sind so die Verhältnisse in Berlin, oder wollten Sie ein Hochglanzmagazin
Comment
von plasterix plasterix ist gerade offline | 6.9.2009 19:47 Uhr
Apropos Luxusfresstempel
Wie hieß der doch gleich?

Ein einziges mal möchte ich mir den nämlich gerne gönnen!
Kann mir jemand helfen?
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 6.9.2009 20:22 Uhr
plasterix
bevor mit wieder Falschschreibung unterstellt wird, heisst wohl margeux, falls es richtig geschrieben ist.
Comment
von columbo columbo ist gerade offline | 6.9.2009 21:40 Uhr
Margaux
Mit 'a' vor dem 'u'.
Comment
von plasterix plasterix ist gerade offline | 7.9.2009 10:58 Uhr
@ Uwe und Columbo
Besten Dank!

Ich hoffe ich kann eines Tages vom 12-Gänge Menü "Grand Voyage du Chef" berichten, wenn ich das jemals überlebe.
Wichtig nur: KEINE OBLATE mehr danch!

Viele Grüße!
S.K.
Comment
von rfi2k rfi2k ist gerade offline | 6.9.2009 15:45 Uhr
Zwischen 01:00 und 06:00Uhr
Mit meinen 46 jahren konnte ich doch so einiges neues Lernen... Wofür eine hessische Prostituierte von ihrem Freier 1000,- Euro extra bekam, das es in einem Szene-Club "Darkrooms" für Sex gibt, wie sich schwule Männer auf den Abend vorbereiten...
Welche "Musik" in einem Club gespielt wird und dass ich deswegen dann doch froh bin die 70er,80er und 90er miterlebt zu haben.
Schlaflabor, Telefonseelsorge, Großbäckerei, Notaufnahme, Taxifahrer, Muslime in Trance... Sehr interessant auch die Zwischenkommentare, z.B. wie schnell sich 1,7Millionen Einwohner von Berlin ausgetauscht haben. Die Hälfte der Stadt in relativ kurzer Zeit.
Doch, es gab viel interessantes zu sehen.
Comment
von muttern muttern ist gerade offline | 6.9.2009 15:57 Uhr
gelungen
Gestern fiel es mir sehr schwer, mich vom Fernseher zu lösen. Zu interessant war die Darstellung äußerst verschiedener Menschen und ihrer Bewältigung des Alltags in einer Millionenstadt. Alle Beteiligten wurden mit wohlwollender Sympathie gezeigt, das trug zumindest bei mir zum besseren Verständnis derer bei, die ein Leben am Rande der Gesellschaft führen.
Der Film sollte in Ausschnitten unbedingt im Ethikunterricht der Oberschulen gezeigt werden, z. B. zum Thema Toleranz.
Das war mal Fernsehen der Extraklasse!
Comment
von gedanke gedanke ist gerade offline | 6.9.2009 16:34 Uhr
Nur fast Berlin
Wenn man vom Normalniveau des Fernsehens aus beurteilt war die Sendung für mich grandios, allein von der Idee her. Allerdings kann ich als Berliner sagen, dass viele Stadt-Klischees gezeigt wurden wie das Berghain etc. Nehmen wir als Beispiel das Pärchen, das mit dem Taxi für 15€ zum Club fuhr. Sie zeigen sicher nicht das Gesicht Berlins sondern eher das zugezogener Schwaben oder Touristen.

Es hätte ein wenig mehr Nähe zur Wirklichkeit gebraucht. Super Sache, aber nicht ganz Berlin.
Comment
von andrea andrea ist gerade offline | 6.9.2009 17:06 Uhr
Kann sich noch jemand...
an den letzten fernsehfreien Sonntag erinnern? ;)

Aus Sorge um das Miteinander riet Kanzler Helmut Schmidt
Anfang der 70er Jahre, weniger fernzusehen:

"Sie werden feststellen, dass es Sachen gibt,
die mehr Spaß machen als Fernsehen. So wie
an den autofreien Sonntagen im November 1973
viele erlebt haben, dass es Dinge gibt,
die mehr Spaß machen als Autofahren."

24h Berlin life und in Farbe - in Echtzeit am schönsten.
Comment
von ralffrh ralffrh ist gerade offline | 6.9.2009 18:10 Uhr
endlich rbb
Da hat der rbb endlich mal ein richtig gute Doku gebracht, die das Leben in der Stadt widerspiegelt.
Ein rundum gut gelungenes realistisches Bild vom Leben in der Stadt.
Für einige Kommentatoren hier, es sind so viele Randgruppen darin vorgekommen, dass sie die Mehrheitsgesellschaft darstellen.
Die alle gehören zum Alltag der Stadt.
Comment
von asbach asbach ist gerade offline | 6.9.2009 19:02 Uhr
Absolut ...
gelungen; grandioses Fernsehen! Großartige Beiträge!
Ein guter Kontrapunkt zum privaten Proll- und Verdummungsfernsehen.

Nebenbei wirkte diese Dokumentation auch enorm indentitätsbindend.
Comment
von mewtwo mewtwo ist gerade offline | 6.9.2009 19:31 Uhr
zugezogene reichen Schwaben
die gehören doch nun auch zu Berlin, oder etwa nicht?

Seite : 1 2 >> (2 Seiten)

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 8 + 2 = 


Anzeige
Weitere Themen

Vor der Einschulung geht’s zur Therapie Lesezeichen hinzufügen

Von Hannes Heine und Christoph Stollowsky
Experten beklagen mangelnde geistige und körperliche Fähigkeiten bei Kindern. mehr...

Polizist gibt tödlichen Schuss ab Lesezeichen hinzufügen

Bei einem Polizeieinsatz in Wedding ist am Montagabend ein 37-jähriger Mann ... mehr...

Freispruch zweiter Klasse für Sarrazin Lesezeichen hinzufügen

Von Ulrich Zawatka-Gerlach
Der Bundesbankvorstand Sarrazin darf SPD-Mitglied bleiben. mehr...

Im Ferienlager in Spanien missbraucht Lesezeichen hinzufügen

Hadija Haruna
Ein Opfer des ehemaligen Canisius-Padres Wolfgang S. erhebt weitere Vorwürfe. mehr...

ADAC klagt weiter gegen Umweltzone  Lesezeichen hinzufügen

Von Stefan Jacobs
Der ADAC unternimmt den nächsten Anlauf, um die Umweltzone wegzuklagen. mehr...
Fotostrecken

Friedrichstraße im Wandel (8 Bilder)

Wechseljahre im Abgeordnetenhaus (7 Bilder)

ITB 2010 (9 Bilder)

Unterwegs im Schillerkiez (10 Bilder)

Großbaustelle BBI (38 Bilder)

Überfall auf Pokerturnier (16 Bilder)
Neues Klinikportal
Immer das passende Berliner Krankenhaus für eine stationäre Behandlung oder einer Krankheit finden.
---
Unser neuer Service zeigt die Aussichten in allen Bezirken
Anzeige
---
Alexanderplatz, Hertha, Mediaspree: Leserdebatten auf Tagesspiegel.de. Diskutieren Sie mit!
Anzeige