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Berlinale

Hollywood-Stars im Visier

In genau einem Monat startet die 60. Berlinale. Viele Schauspieler haben ihr Kommen angekündigt – von Leonardo DiCaprio über Pierce Brosnan und Ewan McGregor bis hin zu Shah Rukh Khan.
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Der Leonardo-Klick. Der mit »Titanic« berühmt gewordene Star war schon mehrfach in Berlin, hier posiert DiCaprio mit Fans bei der Premiere von »The Aviator« im Januar 2004. - Foto: Ben Thomas
Optisch ist das Plakat der am 11. Februar, also in genau einem Monat startenden Berlinale eine Herausforderung: Die Titel aller rund 15 000 Filme, die seit Beginn der Filmfestspiele 1951 je dort gezeigt wurden, dicht an dicht gedruckt, nach Jahren geordnet. Dies alles zweifarbig, der gelbe Schriftzug „Berlinale“ auf lilafarbenem Grund, ein Entwurf der Neuköllner Grafikfirma Büro Otto Sauhaus, der wie im Vorjahr wieder für alle Festivalsektionen gilt. „Mit Geduld wird jeder seine Lieblingsfilme finden“, kommentierte Festivalchef Dieter Kosslick den Entwurf. „Mit dieser filmhistorischen Reise möchten wir alle Filmkünstler, deren Filme die Berlinale so besonders machten, noch einmal ehren.“

Das ab Mitte dieses Monats flächendeckend in der Stadt plakatierte Filmtitel-Suchspiel dürfte auch für die im Februar anreisenden Schauspieler, Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure seinen Reiz haben, können sie doch bei kollegialen Plaudereien beiläufig hier und da aufs Plakat tippen und mit verhaltenem Stolz einfließen lassen: „Hier war ich dabei, und dort und dort ...“ Wer genau kommen könnte, ist bislang weitgehend Gegenstand von Spekulationen, einige Namen aus der Starparade zur 60. Berlinale stehen aber fest.

Roman Polanski müsste mit dem Finger in der Chronologie ganz weit zurückgehen, etwa zu „Ekel“ (Silberner Bär 1965) oder „Wenn Katelbach kommt“ (Goldener Bär 1966), aber dieses Vergnügen ist ihm nicht vergönnt. Es ist kaum zu erwarten, dass in seinem Schweizer Auslieferungsverfahren innerhalb der nächsten Wochen eine Wende eintritt, die ihm den Besuch der Berlinale ermöglicht, um seinen in Babelsberg gedrehten Film „Der Ghostwriter“ vorzustellen. Polanski steht denn auch nicht auf der Liste der Stars, die der Verleih zur Berlinale-Premiere angekündigt hat. Aber Ewan McGregor, Darsteller des Titelhelden, wie auch Pierce Brosnan, der einen ehemaligen, an seinen Memoiren herumbastelnden Premierminister mimt, könnten ohne Weiteres auf dem Plakat ihren Beitrag zur Festivalgeschichte markieren.

Der Film basiert auf dem Politthriller „Ghost“ des Bestsellerautors Robert Harris, der auch das Drehbuch schrieb und ebenfalls anreisen wird. Komplettiert wird das „Ghostwriter“-Team von Olivia Williams als Ehefrau des Ex-Politikers, die in „The Sixth Sense“ an der Seite von Bruce Willis zu sehen war, sowie Kim Cattrall, bekannt als die Nymphomanin Samantha Jones in „Sex and the City“.

Regisseur Martin Scorsese könnte auf dem Plakat besonders viele Kreuzchen zur Markierung seiner Beiträge machen, in den neueren Jahren oft in Verbindung mit seinem derzeitigen Lieblingsschauspieler Leonardo DiCaprio. Auch die kommenden Festspiele feiern sie wieder gemeinsam, bei der Vorstellung des Wettbewerbbeitrags „Shutter Island“. Ebenfalls erwartet werden Ben Kingsley und wahrscheinlich Michelle Williams. Shutter Island, das ist eine Art Alcatraz für psychisch kranke Straftäter, Einsatzort für den von DiCaprio gespielten Marshall Teddy Daniels, nachdem eine Patientin verschwunden ist. Doch als er mit seinem Partner zu ermitteln beginnt, bricht ein Hurrikan los, die Verbindung zum Festland bricht ab und das Chaos los.

Auch Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan könnte auf dem Plakat manches Kreuzchen machen, war erst vor zwei Jahren persönlich da und präsentiert diesmal „My Name is Khan“ – eine Liebesgeschichte zwischen Bombay und San Francisco vor dem Hintergrund des 11. September. Kein autobiografischer Film also, auch wenn die Namensgleichheit von Titelfigur und Hauptdarsteller dies vermuten lässt.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.01.2010)
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Comment
von Kocsis Kocsis ist gerade offline | 11.1.2010 18:19 Uhr
Khan
Nur westliche Journalisten können bei My Name Is Khan auf die Idee einer Autobiographie kommen. Nachnamen in Indien sind kollektiv und zeigen die religiöse, ethnische oder Kasten-Herkunft an. Khan heißt, dass der Träger des Namens ein ursprünglich mongolisch-persisch/afghanisch-paschtunischer Moslem ( nicht konvertiert) ist (so wie alle Sikhs Singh heißen). Zudem deutet der Name eine in vorigen Generationen vorhandene Führerschaft an (so wie Dschingis Khan). Hunderttausende in Indien und Pakistan und anderswo heißen Khan, nicht nur eine Menge Schauspieler, und natürlich sind sie heute keine Anführer mehr. In diesem Sinne ist der Filmtitel zu verstehen.

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