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Berlins Ästhetik

Weltoffen und ignorant

Was ist das für eine Stadt, in der Fahrradfahren mit Licht als spießig gilt und beinahe jede Schmiererei Kunststatus erhält? Die Berliner scheinen alles zu tolerieren - ihrer Heimat tut das nicht immer gut.
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Nach den Wochenenden sind viele Berliner Parks komplett vermüllt. - Foto: ddp
Natürlich wieder Berlin. Noch nie haben wir davon gehört, dass irgendwelche Verrückte mit Feuerlöschern voller Farbe in der Morgendämmerung über die Fassade von Harrod’s in London, von Lafayette in Paris oder Macy’s in New York herfallen. Passiert es dem KaDeWe wie in der vergangenen Woche, wundert sich aber im Grunde niemand: Berlin gilt weltweit als Magnet für alles und jeden, es ist hip und kreativ und locker und leckmichamarsch, und da ist es im Grunde kein Wunder, dass neben ganz normalen Touristen auch die Internationale der sprühenden und schmierenden Selbstverwirklicher anreist, um sich hier jenen Ruhm zu verdienen, den ihre ortsansässigen Mitglieder offenbar schon längere Zeit besitzen.

Die Grundfrage ist freilich, ob Berlin an diesen Zuständen selbst schuld ist – oder sie wie eine Grippepidemie einfach nur zufällig ertragen muss. Klar: Eine Stadt wie Berlin kann nicht an den Grundsätzen gemessen werden, die für reiche Bürgermetropolen wie Hamburg oder München gelten. Doch leider erreichen wir, was den gefühlten ästhetischen Gesamtzustand der Stadt angeht, im Moment nicht einmal Amsterdam oder Lissabon.

Auch klar: Eine gewisse lockere Haltung, die man Nonchalance nennen mag oder auch Anarchie, ist nun einmal die Voraussetzung dafür, dass sich jene jungen, kreativen Menschen wohlfühlen, die ihr Lebensziel nicht in der akkuraten Abheftung ihrer Versicherungsverträge sehen. Sie sind die Zukunft von Städten wie dieser, das stimmt ja, auch wenn es unentwegt immer wieder behauptet wird. Aber der Untergang der Bürgerlichkeit bedeutet eben auch den Untergang des Bürgersinns, der solche Großstädte geistig zusammenhält wie der Mörtel ihre Gebäude. Es spricht einiges dafür, dass die Beliebtheit Berlins als Entsorgungspark für die Verlierer dieser Welt und ihre seltsamen Ausdrucks- und Existenzformen mit der Haltung der Berliner selbst zu tun hat: Es ist die regionale Variante der New Yorker „Broken-Window“-Theorie, die besagt, dass die Verwahrlosung einer ganzen Nachbarschaft damit beginnt, dass irgendjemand die Scheiben eines geparkten Autos einschlägt.

Das ist in Berlin eher selten, auch wenn sich ein paar durchgedrehte Ökostalinisten darauf verlegt haben, sogenannte „Bonzenautos“ in Flammen aufgehen zu lassen. Es geht eher um die Kleinigkeiten, die wir trotz gelegentlicher Aufschreie längst als alltäglich akzeptiert haben, nicht nur Graffiti und zerkratzte U-Bahn-Scheiben, sondern Hundehaufen und Alltagsabfall. Und um verwahrloste Verhaltensweisen, die Ausdruck der dahinterstehenden Haltung sind.

Wer als Außenstehender nur einmal erlebt hat, wie die Radler von, sagen wir, Prenzlauer Berg sich nachts die Straßen ihrer Umgebung zur Beute machen und ohne Licht und Verstand wie die Fledermäuse herumhuschen, der wird nicht behaupten können, dass es sich dabei um eine authentische Lebensäußerung kreativer junger Leute handelt. Es ist vielmehr schlicht asozial. Wer fragt, erhält im Zweifel den berlintypischen Hinweis, dass „die anderen“ es ja auch nicht besser machen. Die anderen, das sind beispielsweise die wild parkenden und immer bedenkenloser über rote Ampeln hinwegrasenden Autofahrer, die schon ihn ihrer Eigenschaft als Kohlendioxidausstoßer moralisch ohnehin einen schlechten Stand haben. Wer radelt, fühlt sich schon deshalb als besserer Mensch und leitet daraus die Lizenz zum Ignorieren einfachster Regeln ab – nur ein Beispiel.

Es gibt ja immer eine Entschuldigung, und wenn es nur ein absurdes Expertenurteil ist. Kein Graffito kann so ärmlich sein, dass es nicht doch von irgendeinem Kunstprofessor zur ästhetisch adäquaten Ausdrucksform der urbanen Avantgarde hochgejubelt wird, ungeachtet der Tatsache, dass die letzten avantgardistischen Graffiti vermutlich um 1960 entstanden sind. Da ist die BVG zu verstehen, wenn sie seufzend die immensen Kosten für den Ersatz von zerkratzten Scheiben und zerstochenen Polstern in die Bilanz einrückt und still hofft, dass wenigstens nicht noch mehr Fahrgäste es als ihr Menschenrecht ansehen, in der U-Bahn Döner und Pommes rot-weiß zu verschlingen. Machen doch alle! Immerhin ereignen sich bisweilen kleine Wunder: Die lächerliche, praktisch undurchsetzbare Drohung, das Rauchen auf Bahnhöfen mit 15 Euro Strafe zu belegen, hat weitgehend funktioniert – praktisch umgehend verschwanden die Kippengebirge zwischen den Gleisen.

Solche Wunder geschehen in den Grünanlagen der Stadt nicht, weil deren Zustand von den Bürgern nur teilweise zu beeinflussen ist. Hundekot und wildes Grillen sind hässlich, gewiss, und bestimmte Anlagen wie die Hasenheide oder die Lesssinghöhe in Neukölln gelten bekanntermaßen als rechtsfreie Zonen. Doch wie es draußen in den „normalen“ Bezirken zugeht, das interessiert niemanden mehr. Nehmen wir die Tegeler Humboldt-Bibliothek, eine Architektur-Ikone internationalen Rangs: Sie steht in einem grotesk verwahrlosten Gestrüpp, das an die Außenbezirke von Neapel erinnert. Der Finanzsenator behauptet immer wieder, das Geld für Anlagenpflege sei da, und die Bezirke entgegnen, sie hätten aber keins. Und aus diesem Ringelreihen kaufen sich die Verantwortlichen frei, indem sie billige Privatfirmen mit schwerem Gerät und weitgehend ahnungslosen Mitarbeitern der Ein-Euro-Job-Kategorie ein Mal jährlich in die Sträucher schicken und dort alles auf Kniehöhe abrasieren lassen. Kein Wunder, dass jeder Berliner, der eine andere Großstadt besucht, dort in der nächstbesten Grünanlage beglückt auf eine Bank sinkt, die Rosen betrachtet und beginnt, Umzugspläne zu schmieden.

Schwer, empirisch verlässlich zu sagen, welche Städte sauber sind und welche dreckig. Mag sein, dass der Ruf Berlins, dreckig zu sein, den kritischen Blick auf manche Kleinigkeit lenkt, die wir anderswo übersehen würden – eine Art selbsterfüllender Schmutzprophezeiung. Es liegt sicher am allerwenigsten an der Stadtreinigung, die einen anerkannt guten Job macht. Doch auch ihr gelingt es nicht einmal, das eigene Erscheinungsbild so zu polieren, dass es dem Durchschnittsniveau einer Metropole der reichen westlichen Zivilisation entspricht: Man betrachte nur den Zustand der Abfallbehälter an den Straßen, deren orange Grundfarbe oft unter mehreren Schichten abgefetzter Aufkleber kaum noch zu sehen ist. Wenn aber schon die Behälter eklig sind, welchen Grund sollte es dann geben, den Müll dort hineinzuwerfen und nicht gleich auf die Straße?

Aufkleber, natürlich. Wozu sind die eigentlich gut? Möchte irgendjemand, der zu Fuß die Stadt durchquert oder mit der U-Bahn fährt, wirklich wissen, dass es am 23.7. um 22 Uhr einen Auftritt von King Jah & The Wobbles im Bitch-Club in der Franz-Fröhlich-Straße geben wird? Das Zeug pappt dann drei Jahre an der Laterne. Nicht einmal, wenn Nazis mit einer Aufkleberkampagne mobilisieren wollen wie im letzten Jahr mit dem Porträt von Rudolf Hess, fühlt sich irgendjemand für die Beseitigung zuständig. Die Polizei verweist ans Ordnungsamt, und dort grinsen sie sich eins und betreuen lieber ihre Parksünder, weil ja die Kohle reinkommen muss.

Was den Staat und seine Ordnung angeht: Das Gefühl, von dort drangsaliert und abgezockt zu werden, und sei es nur im wundersamen Wachstum immer neuer Parkzonen, ist ja nicht ganz realitätsfremd. Und es dient uns dann als moralische Grundlage für Verstöße aller Art, getragen vom angenehmen Gefühl, es „denen da oben“ mal richtig gezeigt zu haben. So trägt der Staat zur Erosion des Bürgersinns und zur Ausbreitung einer Wegsehkultur bei, die seine Funktionsträger dann später ebenso wortreich wie folgenlos beklagen.

Berlin ist erfolgreich, trotzdem, und die Touristen lieben es. Es wäre aber ein gefährliches Missverständnis, dies mit der Verwahrlosung des Stadtbildes zu begründen. Ja, die Besucher kommen trotzdem. Aber das muss ja nicht automatisch immer so bleiben.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 25.05.2008)
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Kommentare [ 63 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von eastside64 eastside64 ist gerade offline | 24.5.2008 21:07 Uhr
Danke Herr Matthies
Sehr guter Artikel, treffend auf den Punkt gebracht, weiter so !
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von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 24.5.2008 21:20 Uhr
Persönliches Ästhetikempfinden ist Grundlage dieses Artikels
Der Kommentar von Herrn Matthies kommt zwar recht peppig daher und stößt auch -weil populär- bestimmt bei einem Großteil der Tagesspiegel auf Zustimmung. Er krankt aber an einem ganz entscheidenden Problem: Ein "desolater ästetischer Gesamtzustand" - das ist ein unglaublich subjektiver Befund, de rsich sehr schlecht objektiv untermauern lässt. Dass Fahrradfahren mit Licht in Berlin spießig sei, oder jede Sprayaktion kollektiv toleriert würde, würde ich stark bezweifeln. Und die Hauptstadt als "Entsorgungspark für die Verlierer dieser Welt" zu bezeichnen ist offen gesagt beleidigend und Spiegelbild der immer verbreiteteren ökonomistischen Auffassung, Gewinner ist wer Geld verdient und zum BSP viel beiträgt und Verlierer, wer es nicht tut. Dass die Akzeptanz von Aufkleberverklebten Mülleimern oder wildem Grillen vielleicht daher kommen könnte, dass die Berliner ein anderes Ästhetikempfinden als in diesem Artikel haben, darauf kommen Sie in dem Kommentar nicht. Ich lebe gern in Berlin!
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von maxwell maxwell ist gerade offline | 25.5.2008 8:12 Uhr
...anderes Ästhetikempfinden
Die Theorie vom anderen "Ästhetikempfinden" würde erheblich plausibler erscheinen, wenn "der Berliner" nicht in Bezug auf sein Eigentum auch ausgesprochen "spießig" agieren und reagieren würde.

Der alte Schrank wird ja nicht direkt vor der eigenen Haustür entsorgt, sondern einige 100 Meter weiter geschleppt und dort an den Straßenrand gekippt.
Die in Grünflächen und auf Gehwegen wild parkenden Autos sind in der Regel überdurchschnittlich neu und gepflegt.
Rücksichtslose Radfahrer pöbeln rücksichtslosen Autofahrern durchaus hinterher.
In der S-Bahn werden die Füße auf die Sitze gelegt, während hinter der eigenen Wohnungstür sofort die Schuhe ausgezogen werden...

Diese in Berlin frei gelebten Formen von Ignoranz haben mit Ästhetik nichts zu tun.
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von rallyeheinz rallyeheinz ist gerade offline | 24.5.2008 21:34 Uhr
Berlin Frust
Der Sinn dieses Artikel verschließt sich für mich. Ob der Autor dieses Artikels ein Berliner ist? Ich denke nicht.
Berlin ist schmutzig. Hamburg und München sind vielleicht sauber und reich. Aber leider auch langweilig! Berlin ist die Stadt in Deutschland, die mit dem ordnungsgemäßem Deutschland am wenigsten zu tun hat und das obwohl sie Hauptstadt ist. Und das ist der Grund warum es viele Leute herzieht. Hier gibt es eine so vielschichtige Bevölkerung wie vielleicht nirgends in Deutschland. Fahren Sie eine Runde auf der Ring Bahn. Ander Städte haben halt schöne Rosen und Parkbänke. In Berlin gibt es die Möglichkeit seinen Lebenswandel sehr schnell zu ändern in dem mann einfach umzieht. Das ist der Volksport der Berliner. Beleuchten Sie doch mal diesen Phenomän Herr Matthies.
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von raquette raquette ist gerade offline | 29.5.2008 12:20 Uhr
achso
Also, ich habe in Berlin eigentlich immer den Eindruck, dass die Stadt nur deswegen immer mehr Verbote, Verodnungen, Gesetze,... schafft, um noch mehr Berliner in Uniformen stecken zu können, auf dass sie ihrer urberlinerischen Neigung zu kontrollieren, reglementieren und zu verbieten nachkommen können. Wem dies vorenthalten wird, dem bleibt eine Zukunft als Hausmeister und Blockwart.
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von periquito periquito ist gerade offline | 24.5.2008 21:52 Uhr
Quark.
Wenn man sich in unserem europäischen Ausland umhört, hört man oft, wie sauber unsere Hauptstadt ist, wie ordentlich Deutsche auch in ihrer sind, usw.
Wem Berlin so, wie es ist, ästhetisch gegen den Strich geht und wer es gerne an Hamburg oder München messen möchte, der sollte doch bitte nach Hamburg oder München ziehen.
Übrigens, wer schonmal längere Zeit im ach so ästhetischen und wohlhabenden Paris verbracht hat, der wird das weltoffene und durchaus trotzdem gepflegte Berlin vermissen.
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von raquette raquette ist gerade offline | 29.5.2008 12:39 Uhr
Wie man es nimmt...
Die Banlieues sind nicht Montmartre, die Binnenalster ist nicht Billbrook, und Mitte ist nicht Wedding. Als ich noch in Kreuzberg 61 lebte, hatte ich einmal Besuch aus Friedrichshain. Der konnte garnicht fassen, wie sauber und weltoffen es da ist.
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von rpt rpt ist gerade offline | 24.5.2008 22:10 Uhr
Anstand und Moral
Na dafür ist es in den Vierteln der Aubis-Gewinnler bestimmt alles ordentlich und sauber. Denn dort herrscht sicher noch Anstand und Moral. Natürlich muss man auch nicht wild grillen, wenn man sich auf Kosten der Steuerzahler einen schicken großen Garten zugelegt hat oder auf Kosten der Steuerzahler mal eben in die USA fliegen kann, wenn einem der Sinn nach einen richtigen Barbecue steht.
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von michaelsch. michaelsch. ist gerade offline | 24.5.2008 22:22 Uhr
Fehlende Erziehung
Ich pflichte dem Autor des Artikels in seiner Betrachtung absolut bei. Was bleibt ist die Frage: Wie holt man fehlende Erziehung bei Erwachsenen nach, die deren Eltern versäumt haben, weil sie glaubten ihre Kinder würden, so wie sie selbst, vom Staat erzogen werden ?
Ich vermute viele würden sich selbst den Volkspolizisten wieder wünschen, der ihnen sagt was sie tun oder lassen sollen.
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von alsosowas alsosowas ist gerade offline | 24.5.2008 22:37 Uhr
Buergersteige zahnbuerstengefegt?
Ich weiss nicht, ob Herr Matthies sich tatsaechlich jemals in die von ihm erwaehnten Grossstaedte begeben hat; dann wuesste er naemlich, dass Amsterdams Zentrum vor von Vulgaertouristen verursachtem Dreck und Unrat nur so strotzt, dass das geleckte Paris fuer Nichtmillionaere unerschwinglich geworden ist und letztendlich beide Staedte deutlich unspannender: immerhin koennen es z.B. sich unbekannte vermittels Aufkleber werbende Bands noch leisten, in Berlin aufzutreten; das geht in den Mainstreammetropolen anderer Laender schon laengst nicht mehr. Ihnen als hinreichend gut verdienender Journalist ist es moeglicherweise wichtiger, Ihr Auto aufmerksamheischend zu parken und von Graziositaetsattacken geschuettelt auf anderer Staedte Parkbaenken zu verweilen;ich persoenlich zoege es vor, kulturelle Eigentuemlichkeiten zu unterstuetzen, und sei es indirekt durch die Akzeptanz alternativer Kommunikationsmethoden. Im uebrigen wird Berlin im Ausland nicht im Entferntesten als dreckig empfunden
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von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 24.5.2008 22:41 Uhr
Persönliches Ästhetikempfinden ist Grundlage dieses Artikels
Der Kommentar von Herrn Matthies kommt zwar recht peppig daher und stößt auch -weil populär- bestimmt bei einem Großteil der Tagesspiegel auf Zustimmung. Er krankt aber an einem ganz entscheidenden Problem: Ein "desolater ästetischer Gesamtzustand" - das ist ein unglaublich subjektiver Befund, de rsich sehr schlecht objektiv untermauern lässt. Dass Fahrradfahren mit Licht in Berlin spießig sei, oder jede Sprayaktion kollektiv toleriert würde, würde ich stark bezweifeln. Und die Hauptstadt als "Entsorgungspark für die Verlierer dieser Welt" zu bezeichnen ist offen gesagt beleidigend und Spiegelbild der immer verbreiteteren ökonomistischen Auffassung, Gewinner ist wer Geld verdient und zum BSP viel beiträgt und Verlierer, wer es nicht tut. Dass die Akzeptanz von Aufkleberverklebten Mülleimern oder wildem Grillen vielleicht daher kommen könnte, dass die Berliner ein anderes Ästhetikempfinden als in diesem Artikel haben, darauf kommen Sie in dem Kommentar nicht. Ich lebe gern in Berlin!
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von heureka heureka ist gerade offline | 24.5.2008 22:43 Uhr
Schwabenseelchen
Kann doch nicht sein, dass in regelmäßgien Abständen die gleiche Leier zu hören ist. Wer 1) mit Menschen aus anderen Ländern zutun hat und 2) in anderen Ländern gewesen ist weiss: Berlin ist und gilt als sicher, geordnet und relativ sauber. Ein Schritt weiter und die Stadt erstickt wie Hamburg und München im Ordnungswahn. Und die genannten hübschen Bürgerstädte spielen nun ausserhalb des engen deutschen Horizontes überhaupt keine Rolle und gelten als derart langweilig, dass hier nur jener seine Fuss hinsetzt, der beruflich dazu gezwungen wird oder seinen Lebensabend in Ruhe geniessen möchte. Berlin ist noch etwas kantig, gern auch häßlich und mal etwas verdreckt. Dafür wird es geliebt, vor allem ausserhalb Deutschlands. In diesem Sinne: Die Stadt ist genau darum eine Zierde für das Land und einer der wenigen Möglichkeiten, als Ausländer ein anderes, offenes Deutschland zu entdecken.
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von maxwell maxwell ist gerade offline | 25.5.2008 8:19 Uhr
Heureka!
Wie sie sagen gibt es einen Zusammenhang zwischen Müll, Vandalismus und einem anderen, offenen Deutschland?

Also davon möchte ich mich als Berliner und Deutscher distanzieren!
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von manske manske ist gerade offline | 24.5.2008 23:26 Uhr
Ja, Berlin ist herunter gekommen!
Es mag ein prima Umfeld für Schmierfinken und andere Durchgeknallte sein. Manche fühlen sich eben im Dreck wohl. Und wer aus Neapel kommt wird vielleicht Berlin für sauber halten. Jedenfalls klagen auch immer mehr Touristen über den Dreck und kommen sicher eher wegen des Kulturangebots noch in unsere Stadt.

Dafür wagen sich die älteren Berliner nur noch auf die Straße wenn es unbedingt sein muß. Und schon gar nicht nach Einbruch der Dunkelheit, wenn es u. a. wegen der ohne Licht fahrenden Radfahrer besonders lebensgefährlich ist.

Selbst Schuld wenn sie mit ihrem "langweiligen Ordnungswahn" keine "Akzeptanz für alternativer Kommunikationsmethoden" haben und nur schnöde auf ihre Gesundheit bedacht sind...
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von periquito periquito ist gerade offline | 25.5.2008 10:39 Uhr
@manske - schnöde auf die Gesundheit bedacht
Also, ich wohne in der weltbekannten Villensiedlung Marzahn, und ich habe mir bis jetzt über meine Gesundheit noch keine Gedanken machen müssen, zumindest nicht aufgrund meines Wohnortes.
Wenn ich meine ausländischen oder auch außerberlinerischen Freunde nach Berlin eingeladen habe, dann habe ich bis jetzt *immer* Leuten Berlin gezeigt, die es danach unbedingt wieder besuchen wollten. Alles Schmierfinken und Durchgeknallte? Mitnichten.
Berlin ist traditionell eine Arbeiterstadt und besteht eben nicht zu 100% aus Nikolassee und Grunewald. Wenn Sie so eine Stadt suchen, dann empfehle ich Ihnen, doch in die Innenstadt von Paris zu ziehen (wenn Sie es sich leisten können). Als ich das letzt mal dort war, habe ich mich übrigens wie in einer einzigen großen Kloake gefühlt.
Welch merkwürdige Wahrnehmungsstörung lässt Menschen Berlin verdreckt erscheinen? Oder ist Berliner Müll einfach nur hässlicher als Münchener, Hamburger oder Londoner Müll?
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von stpl stpl ist gerade offline | 24.5.2008 23:57 Uhr
Herr Matthies...
...kennt Berlin wohl tatsächlich nur aus der Kurzperspektive des Neu-Westzuzuges.
Es ist so massiv saniert worden in den letzten 15 Jahren und dabei Millionen (Steuergelder) an Förderung für die armen, armen Hausbesitzer zugebuttert worden (Mir fehlt die alte Patina an vielen Stellen -obwohl ich Zentralheizung und Wannenbad auch ganz nett finde).
Nach Herrn Matthies' Ästhetik hätte er vor 15 Jahren im Friedrichshain, Prenzelberg, etc. den sofortigen Totalkollaps erlitten.
Ach so, nebenbei sind die Mieten in jenen Häusern um das Mehrfache gestiegen. Ob dieser Entwicklungen ist unsereins Geringverdiener auch voll enthusiastisch Herrn Matthies' Schönheitsideal zu dienen.

Ich versteh's nicht: Sind die Massenware-Einheitsglasbeton-Fassaden nicht schön genug?

Und dann dieser herrliche Rundumschlag. Fahrrad ohne Licht und Müll. Tolle Zusammenhänge.

P.S.: Mit 'Ökostalinisten' sind Sie übrigens genau auf der gleichen rhetorischen Ebene wie die Angesprochenen selber...lol...

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von hansbaum hansbaum ist gerade offline | 25.5.2008 0:06 Uhr
libido
um kurz zu machen: ich glaube der autor dieses artikels hat ein kulturelles libido-problem und "gott-sei-dank" hat berlin sehr gute therapeuten,:-).
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von stefano1 stefano1 ist gerade offline | 25.5.2008 0:10 Uhr
Jein
Natürlich, eine Scheissegal-Mentalität gibt es hier. Ich verstehe nur zwei Dinge an dem Artikel nicht: 1. Warum immer dieselbe Leier, im Ton der kleinen Apokalypse? Einfach Bußgelder einführen und stark kontrollieren. Fertig. 2. Schürft der Artikel nicht etwas flach? Fällt denn gar nicht auf, dass die Einen ihre Bierflaschen auf die Bürgersteine feuern wie die Anderen ihre Würde in den Zasterbeutel?
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von unbekannt | 25.5.2008 0:56 Uhr
In Minga gibt es den Tsuagraisdn .............
............. und in Berlin den Durchgereisten. Die Hälfte der Bevölkerung von Berlin hat sich bereits ausgetauscht. Der Trend hält an. Das sagt doch eigentlich alles.
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von unbekannt | 25.5.2008 0:58 Uhr
heureka

Sie haben Osnabrück beleidigt das führt zu weit.
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von unbekannt | 25.5.2008 1:09 Uhr
Im Übrigen gibt es .............
............. in Frankreich sehr viele Leute, die würden nie auf dem Land leben wollen, die wollen in einer Stadt leben, aber Paris finden die zum Kotzen. Wer hier behauptet, in einer anderen Stadt als Berlin zu leben sei bedauerlich, der soll in Berlin wohnen bleiben. Im Übrigen bedeutet der Begriff Großstadt dass mindestens 100.000 People da wohnen. Was wollen Sie denn mit Millionen People? Die Fläche einer Millionenstadt ist so groß, dass Sie sie nie in der Gänze werden erkunden können. Osnabrück kenne ich wie meine Westentasche das macht Spaß. Und trotzdem bin ich froh am Stadtrand zu wohnen. Manche Berliner tun hier ja so als seien Bewohner von Kempten, Höxter, Buxtehude, Marktredwitz oder gar Landbewohner nichts wert. Das passt wohl zu dem Bild was der Autor dann doch ganz korrekt gezeichnet hat in seinem hervorragenden Artikel. Ich sag nur ''leckmichamarsch'' .............
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von unbekannt | 25.5.2008 1:26 Uhr
Darf ich mal fragen ..............
............. wird Berlin im Ausland überhaupt empfunden? Wenn regelmäßig Italienische Bellas in Berlin ihr Bier trinken was hat 'n das dann damit zu tun? Fakt ist dass Berlin sehr sehr viele Ecken hat die herunterkommen sind wie nur was. Solche Ecken gibt es aber auch in anderen großen Städten. Es gibt aber auch Städte die konsequent solche Ecken beseitigen und mit Recht als sauber bezeichnet werden dürfen. Berlin gehört nicht dazu.

Einer hat hier behauptet, Amsterdam ersticke im Dreck. Schon mal da gewesen? Also die Gegend wo die Zuhälter einen anquatschen ist eklig wie nur was aber die Grachten und die Häuser das ist sehr reizvoll und Dreck liegt da keiner das weiß ich genau.

Die Stadt die mich am meisten beeindruckt hat ist Brüssel. Nach Brüssel kam ich direkt von Paris auf einer Reise. Erst die U-Bahn in Paris. Dann die U-Bahn in Brüssel. Per Aspera Ad Astra gewisser Maßen .............
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von alsosowas alsosowas ist gerade offline | 25.5.2008 21:12 Uhr
@joachim.goerner
... das war ich, der das mit Amsterdam gesagt hat und Sie koennen sich gerne auf mich verlassen, ich bin naemlich von dort: es gibt kaum einen dreckigeren Schlammpfuhl als die Amsterdamer Grachten und wenn Sie's mir immer noch nicht glauben wollen, dann informieren Sie sich getrost direkt bei der dortigen Stadtverwaltung. Ob die Haeuser reizvoll sind oder nicht ist eine andere Geschichte, Tatsache ist, dass die gesamte Bausubstanz nebst infrastrukturellen Einrichtungen [schon mal U-Bahn gefahren dort?] spektakulaer ruecksichts- und lieblos behandelt wird, was zu fortgeschrittener Versiffung und in den Aussenbezirken selbst Verslumung fuehrt, obwohl die Stadt eigentlich recht klein ist.
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von unbekannt | 25.5.2008 1:32 Uhr
Der letzte avantgardistische Graffiti .............
............. ist um die Jahrtausendwende von einem der Stützwände der Brücke der A1 über den Osnabrücker Stichkanal entfernt worden. Es handelte sich um eine sehr einfache Figur mit dem Titel ''Beuss Kräuter-Willy''
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von andreas_geyer andreas_geyer ist gerade offline | 25.5.2008 2:53 Uhr
Ist ja eine tolle Kultur,
die einige meiner Vorredner vehement zu verteidigen versuchen. Sicher sind die Schilderungen des Autors recht einseitig. An Wahrheit mangelt es ihnen trotzdem nicht. Ich bin es als Ur-Berliner Leid, die in Jahrzehnten wieder mühsam erreichte ästhetische Qualität der Stadt von ein paar aussätzigen Provinzdeutschen und ein paar gelangweilten Heranwachsenden dahinsiechen zu lassen. Die intellektuelle Glanzleistung dieser Verschönerer besteht allenfalls darin, den Wertekonsens der Mehrheit - der ganz sicher auch andere Motive denn Spießigkeit als Selbstzweck besitzt - mit immer einfältigeren Mitteln zu attackieren. Mag sein, dass die Einkommensschwelle in anderen Metropolen höher liegt. Aber ein paar mehr Gutverdiener können auch Berlin nicht schaden. Irgend wer muss ja schließlich für die Vandalismus- und Dreckbeseitigung aufkommen. Zudem gibt es eine Menge an gegenteiligen Touristeneinschätzungen gegenüber den oben Dargebotenen. Oder soll Berlin auf diese "Schnösel" verzichten?
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von quitzow quitzow ist gerade offline | 25.5.2008 5:42 Uhr
Aesthetik
Das Wort Aesthetik stmmt aus dem Altgriechichen Verb "aisthanomai", wahrneahmen. Wie man bereits weiß, ist diese Indivduell -, doch stopp! Fahrrad fahren ohne Licht ist gefährlich, Graffiti im Übermaß häßlich. Ich wiederhole meine Hoffung,Herr Rudolh Giulani werde für die CDU kandidieren. Denn er weiß, wie man die Graffiti Writer aus einer Stadt wegjagt.
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von mutexx mutexx ist gerade offline | 25.5.2008 8:19 Uhr
Hundescheiße
Also wenn ich diesem Kommentar lese kann ich mir schwer vorstellen, das der Autor Deutschland schon einmal verlassen hat. Schon mal in Rom mit der S-bahn gefahren, schon mal jemand in Paris an ner roten Ampel stehen sehen?

Viele Berliner wünschen sich im übrigen eine weniger blitzblanke BVG deren Tickets im Gegenzug bezahlbar sind, doch auf diese Menschen wird nicht geghört, schließlich muss die deutzsche Vorzeigestadt ja den Klisches der Touristen entsprechen...

Einzig bei der Kritik an den Hundehaufen kann ich mich anschließen, das wäre wirklich wunderbar, wenn sich die Hundehalter entschließen würden Bürgersinn zu entwickeln. Oder der Senar halt mehr Tütenspender aufstellen würde.

Gruß M
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von kptngraubaer kptngraubaer ist gerade offline | 25.5.2008 8:33 Uhr
Vorbild New York
Der Berliner Dreck und die Spuren des alltäglichen Vandalismus sind in der Tat abstoßend, keinesfalls Ausdruck einer progressiven Lebensart. Vielleicht sollte man sich mal New York als Beispiel vornehmen. Dort gab es ähliche Zustände wie hier, bis Bürgermeister Giuliani energisch gegen das Littering vorging: jeder, der was wegwirft, wird zur Kasse gebeten, und zwar deftig - Pappbecher weggeworfen 500 Dollar Strafe.
Sollen die Ordnungsämter doch ein paar Dutzend 1-Euro-Jobber einstellen, die sich um die Schmutz- und Schmierfinken kümmern. Wenn man denen auch noch zur Förderung ihres Eifers eine Erfolgsprämie zahlt, wird es blitzschnell sauber in der Stadt. Allerdings müssten die Bußgelder schon dreistellig sein. Und die eingesparten Kosten sind als Sozialausgaben allemal besser verwendet.
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von teufelsabbiss teufelsabbiss ist gerade offline | 25.5.2008 8:35 Uhr
Jaja, die bösen Parkzonen
und die noch böseren Radfahrer.
Ich schätze die Glossen von Matthies sehr, aber wenn er ernst wird..............................!?
Immer da, wo es einen selbst betrifft,-ihn wohl als Autofahrer-, da hätte man gern die sonst so beklagte Laissez-faire-Haltung.
Gäbe es keine Bußgelder für Falschparken, wären Radwege und Bürgersteige zugestellt mit Autos. Das zeigt, dass Bußgelder sehr hilfreich sind bei der Durchsetzung allgemeinen Interesses, was man auch an der Schweiz sieht mit ihren zivilisierten Autofahrern.
Und ansonsten haben meine Vorschreiber schon alles gesagt!
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von demosthenes demosthenes ist gerade offline | 25.5.2008 11:39 Uhr
Schweizer Disziplin?
Schon mal einen Schweizer Autofahrer in Deutschland erlebt? Diese sind nicht diszipliniert, sie werden diszipliniert, über den Geldbeutel.
In Deutschland lässt diese Disziplin dann sehr schnell nach. Empfehle mal öfters die A96 zu befahren.
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von europa europa ist gerade offline | 25.5.2008 8:49 Uhr
schmutzig
Dass gebetsmühlenartig wiederholt wird, München sei sauber und Berlin schmutzig, macht das doch auch nicht wahr. Vergleicht man hier vielleicht die Schmuddelecken Berlins mit den schicksten Ecken Münchens? Als ich das letzte Mal in München U-Bahn fuhr (ist schon etwas her) fand ich die ausgesprochen schmuddelig. Im übrigen dürfte das auch etwas mit der Frequenz des Straßenkehrens zu tun haben und nicht mit der Neigung der Bewohner, Müll auf die Straße zu schmeißen. Da unterliegt die Stadt halt dem Sparzwang. Im übrigen ist es auch durchaus nicht ratsam in einer der teueren Wohngegenden Berlins im Park einen Edelhunderassenbesitzer auf die Beseitigung der Hinterlassenschaften anzusprechen, wenn man sich nicht übel beschimpfen lassen möchte. Soviel zu Bürgersinn bei Besserverdienern.
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von toben toben ist gerade offline | 25.5.2008 9:00 Uhr
berlin
also, was ich persönlich ja viel schlimmer finde, ist artikel schreiben ohne licht...
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von auswanderer auswanderer ist gerade offline | 25.5.2008 9:00 Uhr
Auch wenn es weh tut,
würde hart gegen die Verschmutzer durchgreifen und alles liegen lassen.

Jetzt ist Sommer, ......jedes Wochenende möchten kleinerer und *Großfamilien* in den Parks ihre Tagesfreizeit gestalten, also...würde ich den Dreck NICHT von der Stadtreinigung entsorgen lasen, sondern einfach mal vier Wochen liegen lassen.

Der Erfolg wird sich bestimmt schon nach 2 Wochen sehen lassen und es wird wieder selber weggeräumt, da der Bürger ja ungern zwischen Müll sitzt. Wer doch interesse hat im Müll zu Grillen, sollte nach NEAPEL gehen und dies einfach mal ausprobieren.

Meine Einstellung hat auch nichts mit dem Spruch zutun : Zahle ja Steuern dafür....


Mein Reden: Wa ist nur aus Deutschland geworden....
Comment
von krausebe krausebe ist gerade offline | 25.5.2008 9:04 Uhr
Provokant und wahr
ist dieser Artikel, auch wenn es ein wenig schmerzt. Die Frage ist doch wie die Bürger einer Stadt mit ihrer Stadt umgehen. Gedankenlos, rücksichtslos, ignorant fällt einem da ein. Vollgeschissene Bürgersteige sind eben nicht Ausdruck eines speziellen Lebensgefühls, sondern schlicht eklig und auch nicht ganz ungefährlich für die Gesundheit.
Berlin kann und darf niemals wie Hamburg oder München werden, aber jeder normale Bauernhof ist sauberer.
Es geht auch nicht darum was die Behörden mit der Stadt machen, da ist eh nichts zu erwarten, aber jeder einzelne könnte sich einfach normal in der Stadt bewegen, so wie man es von einem halbwegs zivilisierten Mitbürger erwarten kann.
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von toben toben ist gerade offline | 25.5.2008 9:07 Uhr
bla
ach und übrigens gibts es grafittö erst seit ´71. TAKI 183
Comment
von robertderhut robertderhut ist gerade offline | 25.5.2008 9:22 Uhr
Woanders
Paris ist sauber? An welcher Stelle? Ich habe noch nie eine so verdreckte Großstadt geshen..

In New York ist alles besser? Na dann lasst mal eure Hunde in NY auf die Strasse kacken.. ab in de Knast..oder gleich zm Erschiessungskommando..

Berlin ist kaputt/krank?

Seht euch mal WIRKLICH um in der Welt...
Comment
von gerjan gerjan ist gerade offline | 25.5.2008 9:27 Uhr
So und so
Als Exil-Berliner kann man Folgendes festhalten: Ja, Berlin ist deutlich sauberer als so viele andere europäische Großstädte. Und in der Tat hat es etwas Beglückendes an sich, dass man in Berlin nachts um halbdrei rote Fußgängerampeln passieren darf, ohne dass man gleich am örtlichen Rathausplatz an den Pranger kommt. Aber jetzt, da ich nicht mehr tagtägich die Straßen von Berlin begehe, fällt einem bei Besuchen doch sehr deutlich der Geruch, die heruntergekommenen Grünanlagen und vor allem die vielerorts vorhandene "ismirscheißegal"-Mentalität auf. Es wird sich, jedenfalls in Deutschland, in anderen Orten einfach mehr Mühe gegeben. Übrigens gilt das natürlich auch nicht für alle Berliner Bezirke. Also: Lasst der Stadt ihre einmalige Mentalität, aber gebt ihr wieder etwas mehr Bürgersinn. Muss ja kein Widerspruch sein, oder?
Comment
von demosthenes demosthenes ist gerade offline | 25.5.2008 12:06 Uhr
ausgelaugt
Die "ismirscheißegal-Mentalität" ist der eine Teil, der andere die Erschöpftheit der ursprünglichen Bewohner, sowohl nervlich, wie auch finanziell. Wenn in einem früher als nürgerlich eingstuften Stadtteil in den letzten zehn Jahren vier mal die Haustür eingetreten und zigmal kleinere Scheiben eingeschlagen wurden, jede Nacht die Besuffkis, danach die Schüler der nahegelegenen Schule, danach die imbissenden Werktätigen kubikmeterweise Müll und Dreck hinterlassen, welchen die BSR trotz satter Gebühren nur zweimal im Monat entfernt, dann ist halt irgendwann einmal Schluss.
Das Gleichgewicht ist gekippt; es ist n-i-c-h-t scheißegeal, aber man kann einfach nicht mehr und will es auch nicht mehr.

MfG - ein demnächst Exil-Berliner
Comment
von mutexx mutexx ist gerade offline | 25.5.2008 9:35 Uhr
Werbung?
Manchmal ist es gut mit den Kollegen zu sprechen.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/KaDeWe;art270,2536606

Scheinbar waren die, die sich darüber wunderten, dass das KaDeWe mit grüner Farbe beschmutzt wurde nicht mehr als die Zielgruppe, an deren Geld man wollte....

...nicht traurig sein, dafür seid ihr jetzt wenigstens ein bisschen Berlin (be Berln), wie es in der Welt geliebt wird.

frech, bunt, lebendig

- ist doch besser als -

verstaubt, verspießt, schon tausendmal gesehen


Comment
von lichtbringer lichtbringer ist gerade offline | 25.5.2008 10:29 Uhr
Worte so wahr...
Zutreffend beschrieben. Insofern hat Berlin mit Wowereit auch den dazu passenden Bürgermeister. In Abwandlung seines Zitats: Dreckig aber Sexy!

Seite : 1 2 >> (2 Seiten)

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