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Hundekot-Entsorgung

Umsonst und draußen

Hundedreck gilt in Berlin als ewiges Ärgernis. Doch es gibt einen Erfolg zu vermelden: Die kostenlosen Beutelspender zeigen Wirkung.
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Sauber ausgedacht: Ein Beutelspender für Hundehalter in Friedrichshain. - Foto: David Heerde
Einfacher geht’s nicht. Die Tüte gratis aus der blauen Box ziehen, den Haufen damit aufnehmen, die Tüte umstülpen und im Abfalleimer entsorgen. In 25 Kiezen in Berlin können Hundehalter bereits die Hinterlassenschaften entsorgen, ohne sich die Finger zu beschmutzen. Rund 200 Beutelspender haben die Bezirke, Quartiersmanagements und Anwohnerinitiativen seit 2006 gemeinsam mit dem Projektbüro „Stadt & Hund“ aufgestellt. Erstmals wird damit vor allem in den City-Bezirken großflächig und beharrlich gegen den Häufchen-Ärger vorgegangen. Erste Erfolge der Offensive sind sichtbar: Auf vielen Straßen und Plätzen liegt weniger Hundedreck.

„Es wird langsam besser, mehr Hundebesitzer greifen zum Beutel“, heißt es übereinstimmend in den Ordnungsämtern von Neukölln, Kreuzberg und Pankow. Kontinuierlich gehe es voran, freut sich der Stadtrat für öffentliche Ordnung in Pankow/Prenzlauer Berg, Jens-Holger Kirchner. Das gelte nicht nur für die Projektgebiete mit den Beutelspendern, sondern auch für andere Wohngebiete. Die Putzkolonnen der Stadtreinigung vermelden Ähnliches. Und sogar eine der engagiertesten Kämpferinnen gegen hartnäckige Hundehalter, die grüne Abgeordnete Claudia Hämmerling, spricht vom Mentalitätswechsel: „Die Mehrheit wird verantwortungsbewusster.“ Der öffentliche Druck und das neue Hundegesetz hätten viele zum Nachdenken gebracht.

Auch in den ausgewählten Projektkiezen überwiegt das Lob. „Wir sind hier Slalom zwischen Haufen gelaufen“, sagt Adrienne Pataki vom Quartiersmanagement Soldiner Kiez in Wedding. „Doch seit die Tütenspender vor vier Monaten installiert wurden, ist es weniger schlimm.“ Entlang der Bänschstraße im Samariter-Viertel in Friedrichshain bestätigt ein Blick in die Abfallkörbe, dass der Tüten-Service ankommt. In jedem liegt eine Vielzahl gefüllter Beutel. Und schließlich legt das Projektbüro „Stadt & Hund“, das die Tütenspender meist im Auftrag der Bezirke beschafft, aufstellt und nachfüllt, sogar eine statistische Erfolgskontrolle vor. Nach dem Start eines Projektes gehen Mitarbeiter regelmäßig auf Häufchensuche. Ergebnis: „Ein durchschnittlicher Rückgang von 20 bis 30 Prozent im ersten Jahr.“

Etlichen Anwohnern geht diese Besserung nicht schnell genug. Ihr Zorn über die Verschmutzung und die vielen gescheiterten Initiativen ist groß. Denn bis zu 50 Tonnen Hundekot von 150 000 Hunden landen täglich auf Berlins Straßen. Nur wenig Besserung brachten die Kiezstreifen der personalschwachen Ordnungsämter. Maximal 14 Kontrolleure sind in Neukölln täglich unterwegs, in Kreuzberg sind es nur zehn. In Neukölln erwischten sie seit Januar 2007 insgesamt 96 Halter. Jeder muss 35 Euro Strafe zahlen. Berlins Bezirke suchen schon lange gemeinsam mit Anwohnern und den Wohnungsbaugesellschaften nach einer neuen erfolgversprechenderen Strategie – und fanden sie vor zwei Jahren in der Kooperation mit „Stadt & Hund“. Vier Landschaftsarchitekten und Umweltgutachter haben das Projektbüro gegründet. Ihr Vorbild ist die Schweiz. Nicht im Streit, sondern im Dialog mit den Hundebesitzern habe man dort dank der vielen aufgestellten Tütenspender weitgehend häufchenfreie Straßen geschaffen, so Stadt&Hund-Sprecher Christof Wüllner. Mit ähnlichem Werbeaufwand werden die Beutelspender seit zwei Jahren nun auch in Berlin installiert, kombiniert mit ausreichenden Abfallkörben. Flugblätter gehören dazu, ausgelegte Beutel auch in Kneipen und Geschäften – sowie der Appell an alle Anwohner: „Sprechen Sie ignorante Hundehalter an. Der Tütenspender steht um die Ecke. Es gilt keine Ausrede mehr.“

Die Beutelspender im Internet: www.stadtundhund.de
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Kommentare [ 10 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von robertderhut robertderhut ist gerade offline | 27.8.2007 9:48 Uhr
Steinzeit
Willkommen in der Zukunft.
In anderen euopäischen Ländern ist das seit Jahrzehnten Usus.
Jetzt auch in Berlin. Respekt!
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von agentschneider agentschneider ist gerade offline | 27.8.2007 10:03 Uhr
und wohin damit?
es ist ja schön, den Hundedreck aufzunehmen, aber wohin dann damit? Oft sind weit und breit keine Mülleimer zu sehen - besonders auch in den Hundeauslaufgebieten im Grunewald. Die Bäume werden dort nicht zum Spaß mit Kotbeuteln dekoriert, sondern als dezenter Hinweis aus fehlende Mülleimer.
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von lindenberg lindenberg ist gerade offline | 27.8.2007 11:55 Uhr
Der Anfang ist gemacht
Gehen Sie nur 10 m mit Ihrem Hund? Die Beutel sind doch geruchsfest zu verschließen und im Notfall kann man doch noch eine zweite drüberziehen!
Ich kann übrigens nur bestätigen, daß bei so macheinem Hundehalter mit den Dog-Stations offene Türen eingerannt wurden, so daß z.B. im Falkenhagener Feld die Spender sehr oft leer sind.
Der Anfang ist gemacht!
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von uvatha uvatha ist gerade offline | 27.8.2007 12:58 Uhr
total dezent, der Hinweis
Ich finde es sinnvoll, den Wald nicht mit Mülleimern vollzupflastern, (die ja auch jemand leren muß, und nicht nur Wildschweine), nur weil der Hundehalter nicht bereit ist, seine gefüllte Tüte ein paar Meter mitzutragen.
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von stachel stachel ist gerade offline | 27.8.2007 10:52 Uhr
Wer soll das bezahlen?
Ich hoffe, daß die Hundesteuer deutlich erhöht wird, es ist nicht einzushen, daß die Allgemeinheit den zusätlichen Aufwand für hundedreckfreie Zonen bezahlen soll.
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von opus6 opus6 ist gerade offline | 28.8.2007 9:17 Uhr
Hundehasser Stachel und mop
leider gibt es immer wieder Leute wie "Stachel" und "mop" die sich "Ahnungslos" aber voller Inbrunst äußern. Hier sind diese Typen ja anonym aber man kann als Hundebesitzer solche Typen oft genug beobachten. Pissend am Straßenrand, Volltrunken krakelend und lustig Bierflaschen auf dem Gehweg zerchlagend. Und damit meine ich nicht die Jungs von der Alkoholikerfraktion an der Ecke. Also ignorieren wir diese Dummschwätzer in Zukunft und diskutieren mit Leuten die die Existenz von Hunden aber nicht die Hundehaufen akzeptieren .
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von tt tt ist gerade offline | 27.8.2007 14:47 Uhr
@ stachel
Bevor ohne Ahnung kommentiert wird, sollten Sie sich informieren, wie hoch die Steuer in der Hauptstadt ist; nämlich im Verhältnis zu anderen Bundesländern ziemlich hoch! Wie wäre es denn mit der Erhöhung aller anderen Steuern, weil der Mensch der schlimmste Verschmutzer ist?! Berlin ist auf dem Weg...die Tütenidee ist längst überfällig.
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von unbekannt | 27.8.2007 19:17 Uhr
hundesteuer
hallo,

kurz nochmal:

hundesteuer soll die hundepopulation limitieren, ist keine
vollkackpauschale, fragen sie ihren lieblingsfinanzbeamten.

da die anzahl der hunde nicht mehr akzeptabel ist, ist die steuer offensichtlich zu gering.

abgesehen davon frage ich mich, ob nicht vielleicht einer der wie pilze spriessenden tierfutter-läden die automaten sponsoren will. schliesslich landen dessen "produkte" zum schluss auf der strasse - oder man legt die kosten der automaten auf hundefutter um.

ich würde meine steuern lieber in schulen arbeiten sehen als in form von plastiktüten um hundekot gewickelt zu wissen.

m.

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von stachel stachel ist gerade offline | 27.8.2007 22:36 Uhr
Zivilisation
Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es in Berlin die Kanalisation - nun dürfen unsere lieben Hundebesitzer raten, wozu diese Errungenschaft der Zivilisation dienen sollte - schwierige Frage? Das Abwassersystem hat seinen Zweck hervorragend erfüllt und für eine saubere, hygienische Umwelt gesorgt. Das hat lange funktioniert, bis die Hunde kamen und unsere Straßen wieder in Kloaken verwandelten, indem sie täglich tonnenweise Kot hinterließen, weil sich ihre Besitzer offensichtlich in einer Kloake wohler fühlen als in einer sauberen Umwelt. Zurück ins Mittelalter, dank unserer Hundebsitzer.
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von tt tt ist gerade offline | 28.8.2007 9:54 Uhr
@mop
Ich würde meine Steuern auch gern dort angewandt sehen, wofür sie bezahlt werden. Leider ist das oft nicht so (Auto, Rente, Infrastruktur, Kinder etc.). Mein Lieblingsfinanzbeamter könnte sicher auch keine exakte Dunkelziffer der Nichtsteuerzahler bei den Hundebsitzern ermitteln. Ob die Hundesteuer den Punk juckt, der seinen Mischling in der Fußgängerzone neben seiner Bettelmütze zu liegen hat? Wohl kaum! Was ist eigentlich "akzeptabel"? Wenn ich mir manche menschliche Zeitgenossen ansehe, die für größere Verschmutzungen verantwortlich sind, dann könnte man/mop sich doch eine Steuer ausdenken, die für die Verringerung der menschlichen Population sorgt?! Kleiner Hinweis: Die "Krone der Schöpfung" ist nicht allein auf dieser schönen Welt!

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