Entspannung pur: Die Betreiber des populären Kreuzberger Liquidroms wollen expandieren – und nördlich des Hauptbahnhofs eine große Wellness-Landschaft bauen.
Die Betreiber des populären Kreuzberger Liquidroms wollen expandieren – und nördlich des Hauptbahnhofs eine große Wellnesslandschaft bauen. „Wir haben die letzten Finanzierungsfragen noch nicht geklärt“, sagte Stefan Theune. „Wir wollen aber zwischen 16 und 20 Millionen Euro investieren.“ Theune betreibt mit seinem Bruder Markus neben dem Liquidrom Thermen bei Köln sowie in Bad Oeynhausen.
Bis zu 600 Tagesbesucher sollen in Berlin ab 2011 in fernöstlichem Ambiente entspannen. Das passende Gelände dafür haben die Brüder auch schon gefunden: das Areal des Poststadions in Moabit. Die Fläche haben sie im Frühjahr vom landeseigenen Liegenschaftsfonds erworben. Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, soll 2010 mit den Arbeiten begonnen werden. „Wir wollen im Herbst 2011 eröffnen“, sagt Theune. Auch der Name stehe schon fest: „Amala Spa“.
Damit wäre es das erste verwirklichte Bauprojekt zwischen Fritz-Schloss-Park und Heidestraße. Denn neben der Schwimmhalle am Poststadion – die Arena wird seit Jahren denkmalgerecht saniert – will der Bezirk im nächsten Jahr noch ein Außenbecken für eine Million Euro aus dem Programm Stadtumbau West bauen. Genutzt werden soll der Standort des bisherigen Schwimmbades.
Kundschaft dürfte bald genug da sein: In unmittelbarer Nachbarschaft soll bis 2015 das Quartier Heidestraße entstehen. Auf einer Fläche, die doppelt so groß ist wie der Potsdamer Platz, sollen zwischen dem Hauptbahnhof, dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und der Fernbahntrasse Hochhäuser mit Büros und teuren Wohnungen entstehen.
Der Anfang für das Wellnesszentrum ist das Ende des Campingplatzes „Tentstation“. Dort legen seit 2006 DJs auf, wird Volleyball im alten Schwimmbecken gespielt, können junge Leute preiswert in der Innenstadt zelten. Auch große Musikfestivals fanden auf dem Gelände statt. Die Campingveranstalter werden nach Ablauf der Saison im Oktober keine Vertragsverlängerung mehr erhalten. „Momentan suchen wir nach einer neuen Fläche“, sagt Bernd Häußler von Tentstation.
Bert Szilagyi
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.07.2009)
Kommentare [ 5 ] Kommentar hinzufügen »
Der einzige Unterschied in der Zukunft dürfte sein, dass höhere Geldbeträge notwendig sind für eine schlechtere Leistung. Ich kann nur jedem empfehlen die jetzigen Qualitäten noch zu geniesen mitten in Berlin in einer wilden Umgebung. In welcher Metropole gibt es das sonst noch. Ein einmaliges Unterscheidungsmerkmal gegenüber allen andern Metropolenregionen der Welt.
Weg mit!! Hier gibt´s nur eines: Weg nit !! Keine neue Ideen sondern mit dem überall bekannten Geschäfte - Rasenmäher, mit Developer, Investor etc.nur Geldscheine im Kopf, darüber - wirtschaftlich platt machen den vorhanden Besitz der Allgemeinheit. Ärgerlich ! Äusserst Ärgerlich!
Viele Grüsse im Zorn aus Moabit und dem Paradies im Schwimmbad
Hermann Valentin Schmitt
art&media institut berlin
www. schmittcrass.de
Es handelt sich doch nicht um Steuergelder.
Als in Moabit wohnender bin ich froh wenn sich an der ein oder anderen Ecke mal was vernünftiges tut.
Wenn man sich die "Einkaufsmeile Turmstraße" mit ihren unzähligen "Schrabbelläden" so ansieht, ist man dankbar für jedes halbwegs vernünftige Projekt!
Und keine Angst: bis die Armut in Moabit der Vergangenheit angehört werden sicher noch Jahrzehnte vergehen...!
PS: dem Rathaus am Mathilde-Jakobs Platz täte auch mal ein frischer Anstrich gut....