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Kurzfilme

Mit mobilem Kino auf Tour

Eine Leinwand, eine mobile Bar und ein paar gute Filme – viel mehr braucht das deutsch-polnische Wanderkino „Kinomobilny“ nicht, um Dorfplätze und stillgelegte Mühlen in Deutschland und Polen in Freiluftkinos zu verwandeln. Acht Berliner reisen mit ihrem mobilen Kino-Wohnwagen durch die Lande und zeigen Kurzfilme.
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Die Technik hat im Wohnwagen Platz. - Foto: Mike Wolff
Drei Wochen reist das nomadische Kurzfilmprojekt entlang der Oder und der Neiße von Berlin bis an die Ostsee, erste Station ist am heutigen Mittwochabend das Amphitheater des Mauerparks in Prenzlauer Berg. Zur selben Zeit startet der polnische Teil der Filmcrew in Danzig – ab Görlitz geht die Reise zusammen weiter.

„Unsere Filme zeigen das Leben und den Alltag im jeweiligen Nachbarland“, sagt die Berliner Organisatorin Julia Schneeweis, die selbst Dokumentarfilmerin ist. Um Klischees und Konflikte geht es, um Reisen und Geschichte, um Lodz und Berlin. Filmisch und geografisch überschreitet „Kinomobilny“ so die Grenzen. Die Technik hat dabei im umgebauten Wohnwagen Platz, die Organisatoren selbst sind auf dem Zickzackkurs bis nach Swinemünde mit dem Fahrrad unterwegs.

Die Anfänge des Projekts liegen im Jahr 2003, als acht Berliner Studenten den reisenden Kurzfilmverein „Moviemiento“ gründeten. Mit dem Bus und einem Filmprogramm aus Roadmovies im Gepäck ging es etwa nach Barcelona, Zagreb oder Budapest. Drei Touren, sechs Jahre und 16 Städte später sind die Organisatoren zwar keine Studenten mehr, aber die Prinzipien sind dieselben geblieben: „Wir möchten jungen europäischen Film fördern und mit unserem Programm ein europäisches Publikum erreichen“, sagt Julia Schneeweis, 30. Dabei setzen die Macher auf lokale Kulissen: In Görlitz etwa wird das Kino in der Nähe der Altstadtbrücke aufgebaut, die von Deutschland nach Polen führt und für das Zusammenwachsen der Nachbarländer steht.

Der Kulturaustausch funktioniert allerdings nicht nur via Kurzfilmprogramm: Auch das Projekt selbst, das unter anderem durch Mittel der Europäischen Union finanziert wird, ist in deutsch-polnischer Koproduktion entstanden. „Wir haben mit unseren Partnern von der Universität Danzig sehr gut zusammen gearbeitet“, sagt Mitorganisator Matthias Laminski. Die Website gibt es auf deutsch und polnisch, die Filme wurden gemeinsam ausgewählt und für das Publikum beiderseits der Grenze jeweils auf deutsch oder polnisch untertitelt.

Eineinhalb Stunden Kino bringt „Kinomobilny“ zu seinem Publikum – und wird dabei selbst Gegenstand eines Films. Während der Tour drehen die Organisatoren eine Dokumentation über ihr Wanderkino, die im Anschluss an das Projekt zu sehen sein wird.

Mauerpark, Prenzlauer Berg, Musik ab 20 Uhr, Kurzfilme ab 21.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen unter www.kinomobilny.org.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.07.2009)
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