[Kommentare: 39]

Steuerbetrug

Steuersünder: Drei Selbstanzeigen in Berlin

Nach der Diskussion um die Schweizer Steuersünder-CD gibt es jetzt in Berlin erste Geständnisse: Insgesamt drei Berliner Steuersünder haben sich in den vergangenen Tagen selbst angezeigt.
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Berlin - Nach der Diskussion um die Schweizer Steuersünder-CD gibt es jetzt in Berlin erste Geständnisse. Drei Berliner Steuersünder haben sich in den vergangenen Tagen selbst angezeigt, sagte der Sprecher der Finanzverwaltung Daniel Abbou am Freitag dem Tagesspiegel. „Wir sind hoffnungsvoll, dass da noch mehr kommt.“ Auch riefen vermehrt Rechtsanwälte an, um sich betont unauffällig nach der momentanen Situation zu erkundigen, hieß es. Um welche Summen es sich in den drei Fällen handelt, werde derzeit noch geprüft: „Da werden wir einige Tage oder Wochen brauchen.“

Nach der ähnlich gelagerten Liechtenstein-Affäre vor zwei Jahren habe es in Berlin 15 Selbstanzeigen von Steuersündern gegeben. Wie viel Geld dadurch nachträglich in die Landeskasse gespült wurde, ist allerdings noch immer unklar. Die Unterlagen darüber liegen zum Teil noch heute bei der nordrhein-westfälischen Steuerfahndung, teilte die Finanzverwaltung mit. Nachzahlen müssen die Steuersünder auch bei einer Selbstanzeige, betonte Abbou: „Eine rechtzeitig gestellte Selbstanzeige bewahrt aber vor der weiteren Strafverfolgung.“ Überführten Steuerbetrügern drohen je nach Schwere des Falls eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren oder Geldstrafen.

Der Kauf der Steuersünder-CD wird dem Staat nach Überzeugung eines Experten weniger Geld bringen als gedacht. „Das werden keine 400 Millionen Euro sein. Da müsste ja rein rechnerisch jeder der 1500 Kontoinhaber knapp 270 000 Euro nachzahlen. Vorausgesetzt, alle 1500 haben tatsächlich illegal Geld in der Schweiz“, sagte der Fachanwalt für Steuer- und Strafrecht, Andreas Hagenkötter, der Nachrichtenagentur dpa. Viel eher baue die Regierung eine Drohkulisse auf, damit es Selbstanzeigen gibt, vermutete Hagenkötter, der in Schleswig-Holstein reumütige Steuerhinterzieher berät.

Für den Dresdner Strafverteidiger Frank Hannig, der Anzeige gegen Kanzlerin Angela Merkel wegen Hehlerei und anderer möglicher Delikte im Zusammenhang mit dem Ankauf der Steuerdaten- CD erstattet hat, hat die Frage grundsätzliche Bedeutung. Er würde auch im Falle von Ermittlungen gegen Terroristen oder die Mafia auf dem Grundsatz bestehen, „dass der Staat sich nicht strafbar machen darf“, sagte er dem Tagesspiegel. Ihm gehe es darum, dass ein Gericht darüber entscheidet, ob der Datenkauf mit rechtsstaatlichen Prinzipien vereinbar ist.

Wann die Finanzverwaltung eventuelle Berliner Namen von der neuen Schweizer CD auf den Tisch bekommt, ist laut Abbou noch nicht absehbar. Zunächst müssten die nordrhein-westfälischen Steuerfahnder aktiv werden. Das nordrhein-westfälische Finanzministerium hatte am Donnerstag grünes Licht für den Kauf der CD gegeben. Sie soll die Daten von insgesamt 1500 Bankkunden enthalten, der Informant soll dafür 2,5 Millionen Euro verlangen.

Auch dem Land Baden-Württemberg liegt ein Kaufangebot von Daten potenzieller Steuersünder vor. Das Finanzministerium in Stuttgart bestätigte einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“: „Wir haben Daten bekommen und prüfen sie.“ Es soll sich um Daten von rund 2000 möglichen Steuersündern handeln. Der Datensatz betreffe Kunden „verschiedener Schweizer Banken und Versicherungen“, sagte der Sprecher. mit dpa

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Kommentare [ 39 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von rechtsstaat rechtsstaat ist gerade offline | 5.2.2010 13:52 Uhr
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff
Mein persönliches Rechtsempfinden sagt mir, dass es Unrecht ist die gestohlenen Daten zu kaufen und sie dann zur Strafverfolgung einzusetzen - das kann nicht rechtens sein, zumindest nicht in einem Rechtsstaat.

Aber ich kann nicht sagen, dass ich nun Mitleid mit den das sinkende Schiff verlassenden Ratten habe.
Insbesondere nicht, da ja ständig und widerkehrend die HARTZ IV Empfänger als Plage und Sozialschmarotzer identifiziert wurden.

Jetzt hat es einmal die richtigen erwischt und ich stelle (ja, ja inkonsequenterweise) meine rechtlichen Bedenken zurück.

Aber so löst sich eine Gesellschaft halt auch auf und das ist wiederum nur konsequent, denn wirklich funktioniert sie ja nicht mehr richtig.

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von sanibel sanibel ist gerade offline | 5.2.2010 16:11 Uhr
Ankauf von Steuerdaten unrecht ?
Fast täglich werden irgendwo Belohnungen ausgelobt, um Hinweise zur Aufklärung von Straftaten (u.a. bei Betrug/Wirtschaftskriminalität) zu erhalten. Warum soll das nicht möglich sein, wenn es um Informationen zu millionenfachem Steuerbetrug geht ? Gleiches Recht für alle: Steuerhinterziehung ist auch Betrug, also strafbar. Und zwar am Volk. Die die Steuern hinterziehen, sind doch die ersten, die mangelnde Leistungen des Staates beklagen. Spätestens wenn sie mit Nobelschlitten durch Schlaglochpisten müssen.
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von zacha zacha ist gerade offline | 6.2.2010 11:42 Uhr
@sanibel
Der Stein des Antoßes ist, dass diese Daten-CD nache menschlichem Ermessen illegal beschafft wurde. Wärend Belohnungen für Hinweise eigentlich legale Hinweise meinen, ich weiß nicht was da gemacht werden würde wenn es illegale Hinweise sind.
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von Auslaender Auslaender ist gerade offline | 5.2.2010 19:26 Uhr
Die Realität sieht anders aus:
Viele verlassen das Land weil es nicht mehr rentabel ist hier zu arbeiten. Das Sprichwort hätte in umgekehrter Version Sinn: "die Ratten bleiben am sinkenden Schiff!"
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von marel marel ist gerade offline | 6.2.2010 9:50 Uhr
Richtig, aber ...
das ist eher die Folge der Steuerhinterziehung, welche die Steuern in immer größer Höhe treibt. Es ist Folge der schwäche der deutschen Steuerbehörden.

Diese Leute wandern in die USA aus. Die Steuerbehörden der USA kennen weitaus weniger Skrupel, die Leute bis auf die Unterhose zu durchleuchten.
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von marel marel ist gerade offline | 6.2.2010 9:47 Uhr
Wenn sich die Schweiz unfair verhält
und sich über Jahrzehnte am Betrug an anderen Staaten beteiligt, so müssen sich die anderen Staat dagegen verteidigen dürfen. Auch das ist Gerechtigkeit.

Sobald sich die Schweiz wie ein Rechtsstaat verhält, kann man ihr auch rechtsstaatlich begegnen. Freundliche Worte alleine, sich fair zu verhalten, hat die Schweiz ewig ignoriert.
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von Der_Zyniker Der_Zyniker ist gerade offline | 6.2.2010 22:13 Uhr
Was soll der Unsinn, natürlich ist die Schweiz ein Rechtsstaat!
Die Schweiz verhält sich keineswegs unfair! Die Schweiz ist ein Rechtsstaat und hat halt andere Gesetze als die ,die in der BRD gelten! Das müssen sie akzeptieren, genauso wie Steinbrück und Schäuble! Sie müssen auch akzeptieren, dass in vielen US-Staaten die Todesstrafe gilt, auch wenn Sie die evtl. ablehnen.

Das freche und imperiale Gehabe von Steinbrück (Drohung mit "Kavallerie" etc.) ist ein Skandal, und erinnert mich an den "Panthersprung" zu Kaisers Zeiten.

Die BRD hätte längst ein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz abschließen können.
Außerdem wird bereits Quellensteuer in der Schweiz erhoben und anonym nach D überwiesen.
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von gilbrator gilbrator ist gerade offline | 5.2.2010 14:30 Uhr
es kann auch nicht rechtens sein...
...das der Staat Lösegeld für entführte Schiffe und Touristen zahlt... machen tut er es trotzdem...
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von 09we 09we ist gerade online | 5.2.2010 17:25 Uhr
Können Sie sich vorstellen
auf einem Schiff zu sein, welches durch vermeintlich sichere Gewässer fährt und sie werden von Terroristen o.ä. in Geiselhaft genommen. Die Bundesregierung sagt dann, was geht uns der Typ an. Warum ist er nicht zu Hause in seiner sicheren Wohnung geblieben ?
Vor Ihren Augen wird der erste Mitfahrer getötet, sie sollen als zweiter dran sein.
Ich wette, sie würden heulen, winseln und die Bundesregierung verfluchen, die Ihnen wegen ein paar lumpige Euro nicht hilft, sondern das Geld, den Bankbossen in den Rachen wirft.

Ihr Beitrag ist weltfremder Unsinn !!!
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von teerpaul teerpaul ist gerade offline | 5.2.2010 20:27 Uhr
Kein Unsinn
...lieber 09we, sondern Realität für jden Israeli. Israel lehnt konsequent in dieser Situation jede Verhandlung ab. Die Israelis wissen das und können damit leben. Die Entführer wissen das und nehmen keine Israelis als Geisel, weil es sich nicht lohnt.

Denken Sie mal darüber nach, lieber 09we. Ich würde mir wünschen unsere Regierung wäre genauso konseqent.
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von demokratur demokratur ist gerade offline | 6.2.2010 8:09 Uhr
Irgendwie richtig
Auch wenn es für denjenigen, der das Pilotprojekt startet, hart ist.

Aber nur so ist eine Regierung eben nicht mehr erpressbar.

Oder Menschen eben generell nicht.

Es gibt immer Zwei...
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von zacha zacha ist gerade offline | 6.2.2010 11:44 Uhr
@teerpaul
Sehe ich genau so.
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von donfuego donfuego ist gerade offline | 5.2.2010 14:36 Uhr
Datenschutzbedenken? Blabla!
Wenn Verbrecher (uns als solchen bezeichne ich jeden, der uns um Millionen Steuergelder betrügt) geschützt werden, halte ich das nicht mehr für Datenschutz, sondern Strafvereitelung. Her mit den CDs! Selbst schuld, Schweizer Banken, wenn Ihr solches Geschmeiß nicht nur toleriert, sondern auch aktiv anwerbt. Heult halt rum, wenn's rauskommt. Sümpfe trockenlegen! Auch wenn die Frösche sich beschweren!
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von reisjue reisjue ist gerade offline | 5.2.2010 14:50 Uhr
Was ist aus Deutschland geworden?
Das einzige was in diesem zur Bananenrepublik mutierten Deutschland noch sicher ist, sind die unrechtmäßigen Pensionen von Politikern und Beamten.
Wo sonst noch in Europa muss man 50 Jahre arbeiten um seine volle Rente zu bekommen.
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von mimimat mimimat ist gerade offline | 5.2.2010 15:24 Uhr
Z.B.
in Belgien, Dänemark, Irland, Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien, UK und Zypern. Das war alphabetisch nur die EU und nur die Länder mit dem gleichen Renteneintrittsalter wie Deutschland. Hier nachzulesen
Also weg von der Stammtischpolemik und hin zu echten Argumenten (zur Erinnerung: eigentlich ging es um Steuersünder)
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von ladybird ladybird ist gerade offline | 5.2.2010 16:17 Uhr
Mag ja sein,
aber was hat denn das mit kriminellen Steuerhinterziehern zu tun??

Höchstens, dass hier am Staat ( das sind wir alle, nicht nur die Regierung ) viel Geld vorbeigeschmuggelt wird, während der normale Steuerzahler abkassiert wird.
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von berlinradler berlinradler ist gerade offline | 5.2.2010 15:20 Uhr
Der Lacher wäre ...
... wenn das Geld bezahlt wird und am Ende keine CD eintrifft.
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von toastbrot toastbrot ist gerade offline | 5.2.2010 16:45 Uhr
paypal
... dann sollte per Paypal bezahlt und der Käuferschutz in Anspruch genommen werden ;)
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von sonnyboy sonnyboy ist gerade offline | 5.2.2010 15:41 Uhr
Steuersünder
Was ist mit Mehrfachtätern.die schon über Lichtenstein aufgefallen sind....
Gibt es von der Klieentelpartei schon Vorschläge wie die Gelder verwendet werden?
Fragen über Fragen............
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von teerpaul teerpaul ist gerade offline | 5.2.2010 15:48 Uhr
Mich interessiert
...wieviel berliner Steuersünder auf der liechtensteiner CD drauf waren und wieviele sich angezeigt haben.
Jenachdem wie das Ergebnis ausfällt würde es vieleicht ausreichen künftig einfach ein CD-Gerücht in die Welt zu setzten.

Interessieren würde mich auch ob der CD-Verkäufer für die Gewinnsumme Steuern zahlen muß?
Wenn ja, an wen?

Muß nicht z.B.jeder ausländische Künstler aus seinen Veranstaltungsgewinnen Steuern bei uns zahlen?

Wer weiß etwas darüber?
Comment
von 09we 09we ist gerade online | 5.2.2010 17:39 Uhr
Was hat die Künstlersteuer hier zu suchen?
Dieses Feld ist sehr umfangreich, sodaß es den Rahmen hier sprengen würde. Wenn Sie es aber interessiert dann können Sie vielleicht auch im Internet die einzelnen Rechtsvorschriften nachschlagen. Sie können aber auch noch 3 Jahre warten, dann ist alles viel einfacher (sagt die Westerwelle).
Die Rechtsgrundlagen sind u.a. folgende:
§§ 38 - 39d EStG
Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 15.1.1996 (BStBl 1996 I S. 55)
R 125 Abs. 5, 6 LStR

§§ 50, 50a, 50d EStG
§§ 73d, 73e EStDV
Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 23.1.1996 ( BStBl 1996 I S. 89)

§§ 2, 3, 18 Abs. 8 UStG
§§ 51 - 58 UStDV

Comment
von teerpaul teerpaul ist gerade offline | 5.2.2010 20:20 Uhr
Lieber 09we
Vielen Dank.

Künstlersteuer deswegen weil der Mann für mich ein Lebenskünstler ist.

Oder gibt es vieleicht eine Hehlersteuer?

Werde mr aber die Paragraphen ansehen.
Comment
von strikeanywhere strikeanywhere ist gerade offline | 5.2.2010 20:46 Uhr
...
Vereinfacht dargestellt ist es bei Künstlern so: Bei der Steuer für ausländische Künstler ist es so, dass derjenige der ihn auszahlt, die Steuer einbehalten und abführen muss! Ausserdem gilt die Steuer auf die komplette Gage (sofern man den Freitrag von 250€ pro Künstler überschreitet) - die Ausgaben sind irrelevant, bzw. zählen zum Teil als Gage, so das der klassische Gewinn egal is.

Aber ich würde vermuten das es in dem Fall eine Einnahme aus einem ganz normalen Verkauf ist - auch nicht anders als wenn ich mir bei Amazon irgendeine CD/ Programm etc hole. Dürfte eher die Frage ob das Bundesfinanzamt, dann die CD verzollen muss, da die Freigrenze "leicht" überschritten wird. Und der Verkäufer dürfte dem Steuerrechts eines Heimatlands unterliegen - sollte man der dortigen Behörde gleich mal bescheid sagen - nicht das er sie unterschlägt ....
Comment
von ostfriese ostfriese ist gerade offline | 5.2.2010 16:33 Uhr
Drei Selbstanzeigen in Berlin ...
... mein alter Steuerberater sagte immer:
"Das schlechte Gewissen tut nur seine Pflicht!"
Und dann schob erh hinterher:
"Früher oder später landet auch der klügste Fuchs beim Kürschner!"
Erwartungsfroh grüßt alle schlauen Füchse:
der Ostfriese
Comment
von Ekig Ekig ist gerade offline | 5.2.2010 16:46 Uhr
Lehren aus der Geschichte?
Bei der Einkommenssteuer läßt es sich leichter betrügen, als bei der Konsumsteuer(Mehrwert). Deshalb umstellen auf Mehrwertsteuer.

Sozialverhalten: Es gibt die gesellschaftliche Vereinbarung, einen Teil seines Einkommens an die Gemeinschaft abzugeben. Warum sind ausgerechnet die Reichen dermaßen asozial?

Deshalb mehr Sozialtrainings für Selbstständige und Unternehmer. Z.B. gemeinsam mit Straftätern.
Comment
von 09we 09we ist gerade online | 5.2.2010 17:48 Uhr
Falsch
die Putzfrau ohne Steuerkarte, der Handwerker ("Kumpel") ohne Rechnung,der Restaurantbesitzer mit seinen Getränkeeinkäufen bei EDEKA, usw. usw. Da fängt es an!
Wer hier im Forum hat noch nie Steuern direkt oder indirekt hinterzogen? Es waren ja nur Bagatellen ! Wenn 60.000.000 Bundesbürger nur 1 Euro Steuern pro Jahr direkt oder indirekt nicht bezahlen sind das wieviel?
In der Mengenlehre würde man sagen : ´ne ganze Menge!!
Comment
von Rentnermeinung Rentnermeinung ist gerade offline | 5.2.2010 16:53 Uhr
Steuerhinterziehung ist eindeutig strafbar
Steuerhinterziehung liegt vor,wenn Steuerpflichtige den Finanzbehörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige
oder unvollständige Angaben machen.
Damit macht er sich stafbar.Als Tatbestandsmerkmal gilt der
Vorsatz.Verjährung bei Steuerhinterziehung zehn Jahre.
Schwerer Fall der Steuerhinterziehung:Freiheitsstrafe bis 10 Jahre !!!
Für dieses kriminelle Verhalten ist es doch für jeden logisch
denkenden Menschen (Politiker anscheinend ausgeschlossen)
eine CD zu kaufen.Das ist für das Volksvermögen,das Geld
des kleinen Mannes.

PS:1 Frikadelle essen ,Job weg.Verstanden!!!
Dagegen 10 Jahre Knast riskieren !!!!

Wir leben im Feudalismus und nicht im 21.Jahrhundert
Comment
von gittakohl gittakohl ist gerade offline | 5.2.2010 17:01 Uhr
veraltet
Vielleicht sollte man mal in den antiquierten Gesetzesbüchern ausmisten und Zeitgemäßes hineinpacken. Dazu gehört m. E. auch, dass der Staat sich eines "Bezahl-Informanten" bedienen darf, wenn es um das Wohl des Staates geht. Wer hat denn schon Lust, für Zumwinkel und Co diesen Staat mitzufinanzieren? Wir hätten wohl kaum ein so horrende Pro-Kopf-Verschuldung. Und Bildung und Soziales wäre auch kein Problem...
Comment
von aquarius_jedermann aquarius_jedermann ist gerade offline | 5.2.2010 17:24 Uhr
Steuerbetrüger!!!
Auch der TSP betreibt die Verharmlosung des von Bestitzbürgern mit immenser krimineller Energie betriebenen Steuerbetruges, sonst würde nämlich nicht ständig von Steuersündern geschrieben anstelle von Steuerbetrug.

Wikipedia:Strafandrohung

* Freiheitsstrafe bis 5 Jahre oder Geldstrafe
* In besonders schweren Fällen (§ 370 Abs. 3 AO): Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren

Die Strafe ist von der jährlichen Steuerschuld abhängig und wurde am 2. Dezember 2008 mit einer neuen Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofes festgelegt (Az: 1 StR 416/08), wonach die Steuerhinterziehung mit ähnlichen Strafen wie Betrug behaftet ist. Der Steuerschaden ist hochmaßgeblich für die Strafzumessung.

* Bis 50.000 Euro werden normalerweise Geldstrafen verhängt.
* Ab 50.000 Euro kann auch eine Freiheitsstrafe (auf Bewährung) verhängt werden.
* Ab 100.000 Euro sollte in der Regel als besonders schwerer Fall eine Freiheitsstrafe verhängt werden.
* Ab 1.000.000 Euro ist mit mindestens 2 Jahren Gefängnis zu rechnen, welche in diesem Falle dann auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden können.

Die Besitzbürger haben sich hier ihre eigenen Gesetze gemacht, damit die meisten der Steuerbetrüger ohne Strafe davonkommen, wie auch schon in dem Artikel angekündigt. Denn mit einer Selbstanzeige entkommt man der Strafverfolgung. Soviel zur Rechtschaffenheit der Besitzbürger.
Comment
von attenborough attenborough ist gerade offline | 5.2.2010 17:30 Uhr
3 Selbstanzeigen???
Sehr geehrte Frau Jana Haase, verehrte Mitkommentatoren,

nach Auskunft mehrerer Betriebsprüfer (Namen und zuständige Behörde werden aus naheliegenden Gründen nicht genannt)der Berliner Finanzverwaltung sind die obigen Daten zur Überschrift des Artikels längst überholt!

Es gab in den letzten Tagen bei den einzelnen Finanzämtern eine derartige Fülle von Selbstanzeigen, mit denen sogar die Finanzbehörden selbst nicht gerechnet haben. Mehr darf ich aus nachvollziehbaren Gründen hier leider nicht mitteilen.

Ich möchte das auch nicht weiter kommentieren, da diese Dinge im Einzelfall entschieden werden, sondern nur so als Information in den Raum stellen.

Aus meiner Sicht gibt es hinsichtlich der Strafwürdigkeit und Verfassungsmäßigkeit des Ankaufs der CD mehr juristisch positive Erwägungen für den Ankauf als dagegen. Schließlich war schon bei der Liechtensteiner Affäre kein einziger Steuerstraftäter, der sich gegen eine Verfolgung aus verfassungsrechtlichen Erwägungen zur Wehr setzte, erfolgreich!

Das größte Problem dürfte die politische Brisanz bei den bilateralen Beziehungen zur Schweiz sein. Das ist aber auch alles.
Comment
von 09we 09we ist gerade online | 5.2.2010 20:09 Uhr
Im letzten Satz liegt die Brisanz
viele deutsche Staatsbürger werden schon jetzt beschimpft und erhalten sogar Morddrohungen. Wie weit kann das noch gehen. Werden sie bald alle rausschmeißen? BadenWürttemberg sollte Auffanglager bauen.
Oder schickt die Bundesregierung die Kavallerie mit Herrn Steinbrück als Befehlshaber?
Comment
von MisterTheo MisterTheo ist gerade offline | 5.2.2010 20:10 Uhr
Die Schweiz mit ihrer verlogenen ....
... Doppelmoral ist doch kaum zu ertragen und sollte die Regierung auch nicht kümmern. Diese Vorwürfe hinsichtlicher Geschäfte mit "Dieben" ist doch kaum zu ertragen. Seit Jahrzehnten schützt der Schweizer Staat mit seiner Gesetzgebung einen Bankensektor der Straftaten unfassbaren Unfanges begünstigt und phasenweise auch aktiv unterstützt. Wenn es also um das Hofieren von Straftätern geht, sollte die Schweizer Stimmen, die von "Freiheit" sprechen immer dran denken: Wer im Glashaus wohnt, soll sich nicht bei Licht umziehen!
Comment
von CarlC CarlC ist gerade offline | 5.2.2010 19:38 Uhr
Daten von Steuerhinterziehern?
Wer sagt, dass auf der CD Steuerhinterzieher-Daten sind? Es sind erst mal Bankdaten, die unrechtmässig verbreitet werden. Spass für das dumme Volk. Wird man von den eigentlichen Finanzproblemen abgelenkt und gleichzeitig daran gewöhnt, dass der Rechtsstaat nur so ein Bedarfsgebilde ist mit ON/OFF Schalter.
Comment
von herrschmidt herrschmidt ist gerade offline | 5.2.2010 20:08 Uhr
DAs perfekte Verbrechen
Ich bin nicht der Meinung, dass es hier eine Trennung gibt ala Steuerhinterzieher = böse und Staat = gut. Es gibt wahrscheinlich genausoviel "Kriminelle" ( Personen, die von Inhabern der augenblicklichen Macht so tituliert werden ), falls man diesen Ausdruck einmal verwendet bei den Politikern wie bei den Unternehmern und Hinterziehern. Nur haben sich die Politiker einen selbsternannten Heiligenschein aufgesetzt, so wie der Liebe Gott sich immer Lieber Gott nennt, auch wenn er in Haiti die Erde schüttelt. Das ist einfach nur Image. Wenn Merkel und Co. den Verursachern von immensen volkswirtschaftlichen Schäden, also den Geldinstituten, nach deren Fehlspekulationen neues Spielgeld hinterher schiebt, das liegt nicht im Milliönchen-Bereich und so die Arbeitsleistung eines ganzen Volkes verhökert, verschenkt, vergeudet so erscheinen doch die paar sogenannten Hinterzieher als Peanutsesser. Und wenn man genauer hinsieht, sind sie sogar die besseren Politiker, denn sie sorgen sich um den Erhalt ihrer Beträge während Merkel sie zum Fenster hinaus wirft. Das tragische an der Sache ist, dass auch diese 400 -500 Millionen verschwendet, vergeudet, für nicht schaffenden Schuldendienst verpufft werden. Sind sie dann nicht besser in der Schweiz in einem Tresor aufgehoben ? Im Augenblick habe die wirklich Kriminellen die Oberhand, verstehen es aber, sich als gutmeinende Politiker zu tarnen. Das pefekte Verbrechen!
Comment
von teerpaul teerpaul ist gerade offline | 5.2.2010 21:09 Uhr
Lieber attenborough
Sie schreiben:

"Schließlich war schon bei der Liechtensteiner Affäre kein einziger Steuerstraftäter, der sich gegen eine Verfolgung aus verfassungsrechtlichen Erwägungen zur Wehr setzte, erfolgreich!"

Das stimmt so nicht. Sie hätten schreiben müssen "bisher erfolgreich".
Die höchstrichterliche Entscheidung steht noch aus. Wie ich gehört habe soll das Urteil am 9.2. verkündet werden. Wird sogar im Fernsehen übertragen.
Alle "Rechtsstaatler" dürfen also noch hoffen.

Da Sie so gut informiert sind. Damals haben sich 15 selbst angezeigt. Wiviel waren denn im Datensatz enthalten? Davon wieviel Steuerhinterzieher?
Comment
von jfb jfb ist gerade offline | 5.2.2010 22:31 Uhr
???
Hab ich das gerade richtig gelesen?
„Eine rechtzeitig gestellte Selbstanzeige bewahrt aber vor der weiteren Strafverfolgung.“
Dann würd ich sagen, dass man es auf jeden Fall probieren sollte, sein Geld in die Schweiz zu verlagern.
Wenn man Glück hat merkt es keiner und wenn man Pech hat, kann man sich ja immernoch selbstanzeigen, wenn so eine CD wie jetzt auftaucht.
Dann muss man zwar das Geld zurückzahlen, aber das hätte man ja sowieso machen müssen.
Es wäre wohl logischer, dass das Strafmaß geringer ausfällt und nicht, dass komplett von einer Strafverfolgung abgesehen wird oder versteh ich da was falsch?!
Comment
von demokratur demokratur ist gerade offline | 6.2.2010 8:12 Uhr
Völlig korrekt verstanden
http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/selbstanzeige.htm


Wie vorgehen...

Denke, denke.

So ein bisschen zugeben.
Den Rest nach Costa Rica bringen
Comment
von attenborough attenborough ist gerade offline | 6.2.2010 0:04 Uhr
@teerpaul
Es tut mir leid, sie sind falsch informiert!

Weiter möchte ich die Sache nicht kommentieren.
Comment
von ulf ulf ist gerade offline | 6.2.2010 11:31 Uhr
Was
mal wieder zeigt, dass eigentlich genügend Geld "da" ist.
Nur nicht da, wo es hingehört.

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