Die ehemalige Basis des US-Militärs auf dem Teufelsberg verfällt immer mehr - durch Frost und Stürme. Immer wieder gibt es auch Fälle von Vandalismus. Was mit dem Gelände passieren soll, ist unklar.
Großenteils zerfetzt flatterte am Montag die weiße Außenhülle der ehemaligen Antennenkuppel auf dem Teufelsberg im Wind – und jener war diesmal auch die Ursache der Schäden. Die Polizei widersprach Vermutungen, es habe sich um Vandalismus gehandelt. Diese Annahme hatte allerdings durchaus nahegelegen. Denn seit Jahren wird die einstige Abhörstation der Alliierten immer wieder mutwillig beschädigt, die Fenster der Flachbauten unter der Kuppel sind längst zerschlagen. Der Zaun rundum werde häufig mit Bolzenschneidern durchtrennt, sagt Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU): „Das ist eine Spielwiese für große Jungs.“
Aber auch Frost und Stürme haben die Gebäude verfallen lassen, seit die Amerikaner und Briten die Abhörstation 1991 geräumt hatten. Später scheiterten private Investoren mit ihren Bauplänen für ein Tagungshotel und eine Luxuswohnsiedlung. Dann erwarb die Maharishi-Weltfriedensstiftung, bekannt durch die Kunst des „yogischen Fliegens“, das Gelände und wollte eine „Friedensuniversität“ errichten. An der Grundsteinlegung nahm im November 2007 auch der US-Kinoregisseur David Lynch teil. Doch die Stadtentwicklungsverwaltung hatte das Fünf-Hektar-Areal inzwischen zum Waldgebiet erklärt, schließlich liegt der Teufelsberg mitten im Naturschutzgebiet Grunewald. Nun darf dort nichts mehr gebaut werden. Die Maharishi- Stiftung drohte zuerst mit einer Klage, ließ die Frist dafür dann aber verstreichen. Im Dezember 2008 bat sie die Bundesregierung erfolglos um Unterstützung. Die Zukunft der Anlage bleibt damit offen.
Bezirks- und Landespolitiker haben sich zwar für die Begrünung der Bergspitze ausgesprochen, doch wegen der Eigentumsverhältnisse ist dies vorerst nicht möglich. Die jüngste Nutzungsidee stammt von ehemaligen Angehörigen der amerikanischen Armee und US-Nachrichtendienste, die einst in der Abhörstation tätig waren. Die „Field Station Berlin Veterans Group“ schlägt vor, in den Ruinen ein Denkmal für den Kalten Krieg und eine Außenstelle des Alliiertenmuseums anzusiedeln. Zu den Unterstützern zählt der Verein „West-Alliierte in Berlin“, der dem Abgeordnetenhaus einen Petitionsantrag zugeleitet hat. Helmut Trotnow, Direktor des Alliiertenmuseums in Zehlendorf, sieht jedoch kaum Chancen für das Ansinnen der Veteranen – es komme um viele Jahre zu spät.
Informationen im Internet:
www.fsbvg.homestead.com
www.west-alliierte-in-berlin.de
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.03.2009)
Kommentare [ 12 ] Kommentar hinzufügen »
Die Umwandlung in Waldfläche allerdings ist ein Schachzug vom Land Berlin, der nicht so richtig nachvollziehbar ist, wenn ohnehin nichts geändert werden darf angesichts der Eigentumsverhältnisse.
Das jetzige Bild ist doch einfach nur tarurig für Berlin - arme sentimentale Veteranen...
scnr
Wieso kann denn der TP nicht mal dieser Frage nachgehen, wem das Zeug denn nun gehört?
Und wenn man schon nichts mit dem Gelände anfangen will, dann könnte man es ja wenigstens abreissen, schöner wird es nämlich nicht durch den weiteren Verfall
Obwohl das Betreten der Anlage verboten war wurde die Polizei nicht tätig.
Vom Bezirksamt wurde mir mitgeteilt dass ein Privatinvestor für die Sicherheit zuständig wäre.

Das ganze sah so aus als ob der Plan einer Zerstörung der Anlage gewollt war.
MfG
Dem Tagesspiegel hatte ich das Problem damals ebenfalls mitgeteilt.
MfG