Der Weiterbau der A 100 vom Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park steht auf der Kippe. Die Koalitionsfraktionen SPD und Linke haben sich geeinigt, die weiteren Planungsmittel in Höhe von 3,1 Millionen Euro zu sperren.
Das laufende Genehmigungsverfahren für den mit Kosten in Höhe von 420 Millionen Euro veranschlagten Autobahnabschnitt, den bisher teuersten in Deutschland, soll aber zu Ende geführt werden. Ob dann gebaut wird, ist ungewiss. Die Entscheidung könnte 2011 nach den Wahlen ein neuer Senat treffen. Die Baukosten würde der Bund tragen.
SPD und Linke wollen das jetzt gesperrte Geld frühestens dann freigeben, wenn die Stadtentwicklungsverwaltung neue Zahlen zur Auswirkung des Autobahnbaus in diesem Bereich vorgelegt hat, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Jutta Matuschek. Die neue Analyse innerhalb des Stadtentwicklungsplans Verkehr, der derzeit erstellt wird, müsse zeigen, wie sich der Verkehr mit und ohne A-100-Verlängerung entwickele. Die bisherigen Zahlen reichten nicht aus, sagte Matuschek. Durch die neue Analyse komme man zu einem „geordneten Entscheidungsprozess“, sagte der Verkehrsexperte der SPD, Christian Gaebler. Auf Parteitagen haben sich SPD und Linke gegen den Bau ausgesprochen.
Von der Stadtentwicklungsverwaltung, die den Bau vorangetrieben hat, gab es am Montag keine Stellungnahme. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte die Pläne stets damit begründet, dass Stadtstraßen in der Umgebung vom Verkehr entlastet würden, weil die Autobahn den Verkehr bündele, was Kritiker wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Grünen sowie Bürgerinitiativen bezweifeln.
Umstritten ist zudem, wie viel zusätzlichen Verkehr es am vorläufigen Ende des Stadtrings am Treptower Park geben wird. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg befürchtet, dass es vor allem auf der Elsenstraße zu einem Dauerstau kommen würde, was die Planer aber verneinen. Der Bezirk erwägt eine Klage, sollte der Bau beschlossen werden.
Bürgermeister Franz Schulz (Grüne), sieht noch nicht das Ende des Projekts. „Nach dem Verlauf der Anhörung habe ich das Gefühl, dass der Senat in seiner Planung durchmarschieren will“, sagte Schulz. Dann sei er nicht weiter angewiesen auf zusätzliche Mittel für Umplanungen. Der Haushaltsbeschluss wird nach Auffassung des Bezirksbürgermeisters allenfalls Verzögerungen mit sich bringen.
Für Harald Moritz von der Bürgerinitiative Stadtring Süd ist es dagegen „nur eine Frage der Zeit, bis die Bauplanungen in der Versenkung verschwunden“ sind. Durch den jetzigen Beschluss sei das Projekt zwar noch nicht tot, sondern lediglich verzögert, da man anscheinend das Gesicht wahren müsse.
Nach dem Vorliegen der neuen Zahlen werde man „nachdenken“, ob mit dem Bau begonnen wird, sagte Matuschek. Ein Planfeststellungsbeschluss biete nur die Möglichkeit dazu, schreibe das Bauen aber nicht vor, ergänzte Gaebler. Martin Schlegel vom BUND erwartet, dass bei einem Beschluss zum Weiterbau die neuen Zahlen im Planverfahren berücksichtigt werden. Die Arbeiten sollten 2011 beginnen und 2017 abgeschlossen werden. Für die Verlängerung sind die CDU und die FDP sowie im Senat vor allem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg JungeReyer. Die Grünen lehnen den Bau ab, die Linke will ihn auch nicht, und eine knappe Mehrheit der SPD-Mitglieder ist laut Parteitagsbeschluss ebenfalls dagegen. Mit dem Einfrieren der Planungsgelder haben die Koalitionsfraktionen jetzt immerhin Zeit gewonnen. Die Freigabe von Mitteln muss die Verwaltung jetzt jeweils beantragen.
Nicht betroffen sind die vorbereitenden Arbeiten für einen nächsten Bauabschnitt vom Treptower Park zur Frankfurter Allee am Ostkreuz, das derzeit umgebaut wird.
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Ich frage mich manchmal, wo wir wohl heute ständen, wären unser Vorfahren auch so borniert und festgelegt gewesen. Man stelle sich Berlin ohne Stadtautobahn vor? Ohne die A111, ohne die AVUS. Diese Verkehrsadern sind lebenswichtig und es ist ein debiler Gedanke, dass die gezielte Verhinderung von leistungsfähigen Verkehrsadern etwas am Verkehrsaufkommen verändern würde.
Wozu gibt es z.B. Verkehrsplaner? Wozu werden die überhaupt bestellt, wenn Politiker XY-Beliebig sich hinstellen kann und das Fazit der Fachleute (...Stau Elsenbrücke...) anzweifeln kann. Dann hätte man doch den Planer nicht gebraucht und das Geld gespart, wenn die Mandatsexperten es eh besser wissen?
Und natürlich werden jetzt künftig alle Verkehrsteilnehmer einen Umweg über die Elsenbrücke machen, nur weil dort die Autobahn fertiggestellt wurde. Mach ich künftig auch so, wenn ich nach Waltersdorf will, fahr ich über die Elsenbrücke.
Der Verkehr wird dadurch nicht direkt mehr werden, sondern besser gebündelt und abgeführt. Nichts verursacht soviel Abgas, Lärm und Feinstaub wie STOP&GO. Jetzt werden natürlich die ÖPNV&Fahrrad-Aktivisten kommen, die jedes Auto aus der Stadt verbannen wollen, weil jedes Auto einen Angriff auf deren Entfaltungsfreiheit bzw. eine potentielle Mordwaffe darstellt.
Aber gerade auf Autobahnen kommen keine Fahrräder mit Kraftfahrzeugen in Berührung, konfliktfreier läßt sich ein Verkehrsraum nicht gestalten.
Ich wünsch mir ein bißchen mehr Weitsicht, so wie früher, als man die ursprünglichen Planungen für das Verkehrssystem Berlins gemacht hat. Da war noch Hirn & Planungsidealismus und weniger Ideologie und Blödsinn am Werk.
Übrigens, rechnen Sie mal aus wieviele Kilometer Tram man mit diesem Geld bauen könnte. Und das für so etwas in einer Stadt, in der nur 1/3 der Bevölkerung ein Auto besitzt, eine Mehrheit entsteht, war doch vorauszusehen.
Das Geld kommt nicht vom Bund sondern von unseren Kindern, die die Schulden abbezahlen müssen, die wir heute anhäufen.
Und mit dem Geld sollte man deshalb äußerst verantwortungsvoll umgehen, damit unsere Kinder auch noch zusätzlich unsere Rente bezahlen können.
Aber das ist Ihnen mit Ihrer Punkt, aus, nach mir die Sintflut-Syntax wahrscheinlich eh schnuppe.
die lösung die a100 bis zum treptower park zu verlängern ist sicherlich eine nicht zu ende gedachte idee, denn die a100 müsste mindestens zur frankfurter allee oder besser zur landsberger allee verlängert werden, dann würden die dicht bebauten gebiete in friedrichshain und treptow entlasstet. wenn es so bleibt wie heute, dann wird sich der verkehr weiter durch die wohngebiete schieben und nicht kontroliert abfließen können.
Natürlich erzeugen Straßen (Straßen)Verkehr. Nur dazu werden Straßen gebaut.
Werden sie nicht gebaut, obwohl Verkehr benötigt wird, dann verlagert sich der Verkehr auf andere Träger. Nämlich jene, die dann dort alternativ anzubieten sind.
In einer Stadt mit hoher Besiedlungsdichte können das nur Verkehrsträger sein, deren spezifischer Flächenbedarf deutlich niedriger als ein regelhaft zu nur 25% ausgelasteter Pkw ist.
Das kann in der Stadt - solange uns nicht noch etwas besseres einfällt - nur der ÖPNV sein.
Was soll sich denn entlasten, bei einem Weitbau zur Landsberger Allee? Wo? Ich sage es Ihnen, es würde sich garnichts entlasten. Keine Straße der Welt, die derzeitig dort liegt und unumstößlich nicht ausgebaut werden kann, aufgrund hoher Bebauungsgebiete in Weißensee, Prenzl'Berg und Pankow, kann den Verkehr aufnehmen, die die A100 bringen würde. Die Prenzlauer Promenade ist schon heute überlastet! Auch hier ist ein Ausbau kaum sinnvoll, eher eine Modernisierung. Zumal überall die Tram im Weg ist. Aber Menschen wie Sie, sind und bleiben auf einem Auge blind, weil Sie nicht über den Tellerrand schauen können.
Und auch die Frankfurter Allee kann all den Verkehr nicht wirklich aufnehmen, von der massiven Abwertung des Gebietes mal ganz abgesehen. Alleine auch dort wegen der Tram - dort fährt nämlich die M13, genau im zukünftigen Auffahrtsbereich. Und irgendeiner soll mir mal erklären, wie man das Ringcenter überbrücken will. Mit einer Potthässlichen Brücke, die 100m hoch ist und wie eine Achterbahn am Ende hinten wieder heruntergeht? Mit einem Tunnel, der eigentlich vor dem RingCenter nach aktuellen Planungen herauskommt? Weiterbau zur Landsberger? Und dann? Wo soll denn da eine A100 hin? Indem man Kaufland, das Jobcenter und die Arbeitsagentur abreißt? Der Bogen der Kniprodestraße wäre noch gerade so geeignet, aber dort wohnen zig Menschen! Und in der Ostseestraße, spätestens in der Visbyer geht garnichts mehr!!
Nein, gedacht haben Sie nicht. Da bin ich mir ganz sicher.
früher, also man noch plante halb kreuzberg abzureißen für eine autobahn und bauten wie das nkz - einfach ohne irgendwen zu fragen - umgesetzt wurden. das waren noch zeiten.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kreuzberg;art270,2508858
http://www.wrangelkiez.de/geschichte/bild030.html
Am Ende wird sich Herr Schäuble freuen, die 420 Mio Euro wieder aus seinem Haushalt streichen zu können, Berlin bleibt auf seinen Planungskosten etc. sitzen und der Autobahnring wird nie fertig ....
Und ich wohne mein ganzes Leben lang in der Nähe von Autobahnen und Bahngleisen (die zehn Jahre an der Fernbahntrasse waren eine Tortur, dagegen ist die Autobahn in 500 m nicht zu hören)
Abgestumpft? Völlig angewidert vom Egoismus einiger Leute die die Natur retten wollen, und ihren Kiez, und dabei alle anderen die jeden Tag hier ums nackte wirtschaftliche Überleben kämpfen ohne mit der Wimper zu zucken über die Klinge springen lassen. Ich mag ein Stück Wald, eine Wiese bei Sonnenaufgang. Am liebsten komplett OHNE Menschen. Und so lange an der Warschauer Menschen wohnen und kein Selva Virgin ist, solange können die da zehn Autobahntrassen durchbauen.
Und nein, es würde mir nicht sonderlich gefallen wenn jemand mir jemand das Haus abreißen würde um noch ne Autobahn zu bauen, aber ich würde auch einsehen das es womöglich einen Zweck hat. Nämlich das die Wirtschaft funktioniert. Ohne funktionierende Wirtschaft auch kein Geld für Öko-Forschung, für Wideraufforstungsprogramme in Lateinamerika und dem Schwarzwald.
Wenn Ihnen Menschen am Herzen liegen, dann sollten Sie sich auch gegen Autobahnbau und immer mehr Verkehr einsetzen.
Und sonst geht´s noch gut?? Einen Umweg fahren oder mal irgendwo warten müssen ist wohl kaum eine Folter. Ihr Kommentar ist eine Beleidigung der vielen Menschen, die heute noch von Terror-Regimen gefoltert werden!
Davon abgesehen: was ist mit den vielen von den Automobilisten zum Warten Gezwungenen? Die, weit entfernt von der nächsten Ampel, an Überwegen und Kreuzungen zur Hauptverkehrszeit einfach nicht über die Straße kommen, weil die Autofahrer auch nicht für zehn Sekunden halten mögen und auch bei Stau immer langsam weiterrollen, sodass eine Überquerung unmöglich ist. Die als Abbieger und Noch-bei-Gelb-Fahrer die Fußgänger trotz "Grün" ignorieren und fast über den Haufen fahren - und wenn Fußgänger danach endlich gehen will, ist es bereits wieder "Rot" und man wird von wütenden Fahrern beschimpft, was man noch auf der Straße zu suchen habe. Die alles zuparken, auch auf Gehwegen, sodass man Slalom laufen muss und mit Kinderwagen oder Rollstuhl gar nicht mehr durchkommt. Die selbst immer in Eile sind, aber die anderen Verkehrsteilnehmer gerne mal warten lassen, wenn sie ihr Gefährt mal wieder zum Parken in eine Tramgleiskurve oder auf die Busspur stellen.
Aber aus der Windschutzscheibenperspektive bemerkt man das alles wohl gar nicht mehr.
Nebenbei:
Für eine bessere Verzahnung der Stadthälften würde der Ausbau des Schienenverkehrs wesentlich mehr beitragen und einem größeren Teil der Bewohner (die meisten Berliner sind autolos) nutzen, als dieser irrsinnig teure Autobahnausbau, der ohnehin nur noch mehr Verkehr anziehen würde und Unmassen von Autos an seinem neuen Ende ausgießen würde - und dann wäre die nächste Ausbauforderung nur eine Frage der Zeit...
Und jeder Augenblick den ich warten kostet mich Zeit die ich nicht bezahlt bekomme, Geld verdiene ich nur wenn sich die Mühle bewegt. Also tut jeder Stillstand bzw. das unnötige Unterschreiten der auf einer Straße möglichen Geschwindigkeit, ohne dabei andere zu gefährden (und ich betrachte Lärm und Abgas nicht als Gefährdung) mir weh, in meiner Brieftasche. Das ist Folter.
Und setzen sie mich freundlicherweise nicht mit irgendwelche Verkehrsrowdys gleich... jeder Fußgänger ist ein potentieller Fahrgast, also fahre ich die nicht über den Haufen oder beschimpfe sie, es sei denn sie latschen mir blindlinks vor den Kühler. Wer Selbstmord begehen will soll das gefälligst zu hause erledigen. Und Taxen die in zweiter Reihe halten haben ihren Grund dafür. Privatpkw haben übrigens auf BUSSPUREN nichts, absolut gar nichts verloren. Da gehören lediglich Busse und Taxen hin (naja, angeblich auch Fahrräder.... )
Und mir nutzt der Ausbau der Schiene überhaupt nichts. 1.Privat habe ich in F´hain etc nichts zu tun 2.Beruflich: Reinfahren, rausfahren - nicht genug Kundschaft.
Ich betrachte den Autobahnausbau lediglich aus der wirtschaftlichen Sicht, nicht hinter meiner Windschutzscheibe. Ich bin oft genug außerhalb meines Autos... und komme regelmässig in Gefahr von irgendwelchen Radfahrern umgenietet zu werden.
@Waechter: Menschen liegen mir nicht am Herzen. Schon gar nicht wenn sie versuchen mich wirtschaftlich fertig zu machen.
Soll ich jetzt noch Bill Clinton zitieren??? Mir liegt nur noch eines am Herzen: möglichst ohne Stress arbeiten und leben, bis ich mit 65 tot umfalle. Und der Grüne-Terror auf diesen Straßen verursacht mir Stress. Er kostet mich Geld und damit Lebenszeit. Jede Minute im Stau geht von meiner Freizeit ab.
Ich fass es nicht ...
Ich soll mir nen anderen Job suchen? Ha, bei 350.000 Arbeitslosen in der Stadt, die zum Teil jünger und fitter sind als ich??? Teilweise sitzen HOchschulabsolventen auf der Straße. Mal abgesehen davon das ich nur noch eingeschränkt zum Befehlsempfänger tauge.
Wenn die Sorge um das eigene Überleben Egoismus ist, dann bin ich schuldig. Aber: Ich gebe es wenigstens zu. Grüne und Ökos faseln ständig irgendwas von Planeten und Umwelt retten, das sie nur ihren eigenen Genpool retten wollen, auf Kosten der anderen, das verschweigen sie.
@Waechter: natürlich wäre es sehr angenehm wenn weniger Privatleute Autos hätten und dann Taxi fahren würden.... aber der Weg über Verkehrsbehinderungsmaßnahmen ist genau der falsche, er provoziert die Leute nämlich zu Widerstand, sie sehen ihre "Freiheit" sich zu bewegen wo und wann immer sie wollen in Gefahr. Und wer anderen Leute die Freiheit nimmt oder auch nur den Versuch wagt muß mit den entsprechenden Konsequenzen leben. Und: Ohne Tempo 30 Zonen und Verkehrsberuhigung würde der Verkehr wesentlich besser fließen, weniger Stau, weniger Abgase, weniger Stress - enorme Zeitersparniss: mich kosten die Tempo 30 Zonen im Schnitt ein Drittel meiner Arbeitszeit d.h. ich mache 1 Drittel weniger Umsatz, entsprechend muß ich mehr Arbeiten und darunter leidet meine Lebensqualität in erheblichem Ausmaß. Ich habe daher auch keine Zeit mich noch mit anderen Dingen zu beschäftigen.
Wir sind schon genug über die zurückgekehrte HALBE REGIERUNG verstört, und sind froh, dass keiner auf den Gedanken der kompletten Regierung hierher kommt;
sind auch froh, dass die Fusion mit Brandenburg ausbleibt, weil das ein Flächenstaaten-Denken erforderte – oh Gott, nicht das auch noch!
Nein, die Stadt braucht DIE Politiker, die mit ihrer Politik erreichen, dass sie in diesen „Abseits- Stadtstaat“ wiedergewählt werden, nicht herausgeschmissen!
Man darf hier keinesfalls Leute herbekommen, die man sich SOGAR als Verkehrsminister z. B. in Hessen denken könnte, wo sie auch noch mit Fraport-Ausbau usw. zu tun bekämen – GOTT BEWHLRE UNS VOR SOLCHEM PERSONAL!
Muss ich mir das so vorstellen, dass Berlinbesucher und andere Menschen die sich mit dem Auto in Berlin aufhalten und Richtung Südosten aus der Stadt raus wollen mit dem Fahrrad, der Rikscha oder der Tram bis zum südlichen Anschluss an den Ring fahren, um dort in ihr Auto einzusteigen und weiter zu fahren? Nur wie kommt ihr Auto dahin?
Sie werden bald die Schnauze voll haben von der Provinz Berlin, der "Insel der Glückseeligen". Nur weiter so!!!
60 - 70% Harz-4-Empfänger, tanzen fröhlich mit verklärten Blicken und Blumen im Haar Ringelreien und freuen sich über die fast abgasfreie Zone Berlin. Die restlichen % der Bevölkerung sind dann Mitarbeiter der Sozialbehörden, Arbeitsagenturen und ARGEn, Müllabfuhren, Stadtreinigung, Justiz und Polizei, die versuchen die Ordnung im Gemein(!)-Wesen einigermaßen aufrecht zu erhalten.
Wobei die Betonung auf gemein liegt!
Das betrifft nicht nur das lächerliche Diskussionsmanagement um diesen Autobahnausbau, den ich persönlich aus der täglichen Erfahrung für gut halte.
Es gibt eine Reihe weiterer städtischer Großprojekte, die einfach ganz ganz schlecht, heißt nachlässig und offenkundig desinteressiert gemanagt wurden und werden.
Dazu gehören das Spreedreieck und die Osthafenerneuerung ("Mediaspree"), die Vermarktung der Freifächen um den Hauptbahnhof, insbesondere um den Humboldthafen, die Lenkung der Debatte um die Tempelhof-Nachnutzung, die Durchsetzung der Anbindung des künftigen Großflughafens Schönefeld an das Eisenbahnnetz, die Lösung der S-Bahn-Probleme (nachlässige Verhandlungsführung um Vertragsmodifikationen), die Diskussion um die Nachnutzung für das Gelände des Flughafens Tegel, die Diskussion um neue Nutzungsformen für den Westhafen, das Vorantreiben einer Neugestaltung für das Kulturforum und nicht zuletzt: eine offensiv geführte Diskussion um die Neugestaltung der City-West um den Bahnhof Zoo (bislang nur als Riesenrad und Hochhausdebatte bekannt)undCity-Ost (Marx-Engels-Forum).
Diese Auswahl der Baustellen zeigt, dass alles miteinander zusammenhängt: alles nämlich im selben Geist. Die Stadtregierung duckt sich jedes Mal weg und klagt: "Worum sollen wir uns denn noch alles kümmern!" Sie ist inaltlich, kompetenzmäßig überfordert und hat auch kein Interesse daran, diese an sich höchst interessanten und anspruchsvollen Aufgaben zu meistern.
Das ständige Sich-Wegducken vor Debatten als Politk im Sinne der Bürger zu verkaufen, ist mies - und im übrigen undemokratisch, reines Herrschaftsdenken, das den "kleinen Leuten" vorgaukelt, die "Regierenenden" meinten es gut mit ihnen.
Die Stadtautobahn ist dicht. Sie ist die am dichtesten befahrene Autobahn Europas, verträgt also gar keine zusätzlichen Autos mehr. Wer schon, wie ich, diese Autobahn seit nunmehr knapp 25 Jahren regelmäßig befährt und auch eine Weile lang direkt an der Stadtautobahn an ihrem damals schlimmsten Abschnitt - der Unterbrechung am Sachsendamm - gewohnt hat, dürfte das wohl bestätigen.
Die Schließung der Lücke am Sachsendamm war mit Sicherheit sinnvoll, denn es war eine künstliche Lücke.
Dann folgte der Ausbau in den Süden.
Wer zwischen Berlin und Umland pendelte, hat sicherlich die einzelnen Stufen des Ausbaus erleben dürfen.
Irgendwann ging die Autobahn bis Adlershof, und es wurden dort viele neue Straßen gebaut, die permanent durch die Autobahnabfahrt zugestaut waren. Dies wurde durch den Weiterbau bis zum Berliner Ring dann beendet.
Ich weiß nicht, was dies gekostet hat, aber nun haben wir den Stau eben woanders, nämlich an der Grenzallee stadteinwärts.
Und den Stau von Norden her will ich gar nicht erwähnen.
Warum werden denn regelmäßig Zufahrten geschlossen?
Es sind nicht Unfälle, sondern es ist das "hohe Verkehrsaufkommen", weshalb man häufig nicht am U-Bahnhof Grenzallee oder am Eichborndamm auf die Autobahn gelangen kann.
Wer außerdem hin und wieder das Adlergestell nutzt, wird feststellen, dass es im Vergleich zur früheren Beanspruchung fast leer ist. Allerdings ist es weiterhin eine große Baustelle.
Es wurden nach meinem dafürhalten viele Fehler hinsichtlich der Autobahnplanung gemacht, vor allem, weil ich den Eindruck habe, das Adlergestell wurde nie in eine Gesamtplanung mit einbezogen. An allen neuralgischen Punkten gibt es weiterhin konventionelle Kreuzungen, anstatt Brücken oder Unterführungen.
...
Das Adlergestell hätte die Stadtautobahn entlasten können, wäre es intelligent gestaltet worden. Ob Tempo 70 oder Tempo 80 wie die Autobahn spielt kaum eine Rolle, die Ampeln sind hier ein viel größeres Problem. Anbinden hätte man das Adlergestell in Adlershof. Das wären entgegen der Planung für jeden Autofahrer vielleicht noch einmal 5 km mehr geworden, die Kostenersparnis und die Zerschneidung von Stadtteilen wäre erspart geblieben.
Ich bin gespannt, wer sich wirklich über eine neue Trasse freuen wird, die bisherigen Nutzer der Autobahn sind es wohl kaum. Aber wahrscheinlich wird die neue Trasse ja ohnehin regelmäßig gesperrt werden - wegen "erhöhten Verkehrsaufkommens"...