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Öffentlicher Nahverkehr

S-Bahn-Betrieb droht einzufrieren

Der Betriebsrat warnt davor, dass Weichen und Signale unzureichend auf Schnee und Eis vorbereitet werden.
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Schönwetterzüge. Die S-Bahn, hier vor der BVG-Zentrale nahe der Jannowitzbrücke, ist nicht winterfest, sagen Experten. Auch dies sei Folge des Sparkurses im Konzern. - Foto: Mike Wolff
Der Betriebsrat formuliert es ironisch: „Die Bahn setzt auf den Klimawandel.“ Dahinter steckt aber die Furcht, dass es in diesem Winter erneut zu einem Chaos im Betrieb kommt. Wie im Januar, als der Verkehr wegen eingefrorener Sicherheitseinrichtungen fast komplett zusammengebrochen war. Jetzt geht es um Weichen, die nach Angaben des Betriebsrats nicht ausreichend für den Winter vorbereitet worden sind und deshalb bei Frost, der nur bei einem Klimawandel garantiert ausbleibt, einfrieren könnten. Von der Bahn war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

Für die Weichen ist im Bahnkonzern der Bereich Netz zuständig. Und auch dort wird gespart. Die Pflege der Weichen ist nach Angaben des Betriebsrats erheblich eingeschränkt worden. Einige Anlagen seien auch komplett aus dem Pflegeprogramm genommen worden. Und beim Fett für das Pflegen der Weichen habe man das teure Mittel, das einen geringeren Personalaufwand erfordert, mit einem billigeren „gestreckt“, sodass jetzt die Kartusche verstopfe, mit der das Fett auf die Weiche geschmiert werde. Auch im Januar hatte der Umstieg auf ein anderes Spray zum Einfrieren der Sicherheitseinrichtungen geführt.

Weichen würden, um Kosten zu sparen, auch nicht mehr ausreichend gereinigt, bemängelt der Betriebsrat weiter. Dies sei aber erforderlich, damit die Anlagen „winterfest“ sind. Bei Defekten sei der Entstörungsdienst angewiesen worden, als Ursache andere Gründe anzugeben.

Auch vorhandene Weichenheizungen seien abgebaut worden, heißt es in einem Informationsblatt des Betriebsrats. Zudem seien zum Teil „aus Sparsamkeit“ unpassende Teile eingebaut worden, sodass die Wärme wirkungslos verpuffe.

Eingeschränkt worden sei auch die Wartung der Signalanlagen. Nötige Reparaturen verzögerten sich oft, weil die Techniker inzwischen auch für das Auswechseln von Glühlampen oder das Reparieren von Wasserkochern zuständig seien, weil bei den Hausdiensten die zuständigen Mitarbeiter abgezogen worden seien.

Der Betriebsrat hatte schon vor dem vergangenen Winter vor den Folgen der Sparwut im Unternehmen öffentlich gewarnt und auch Politiker darauf hingewiesen. Folgen hatte dies nicht. Proteste gab es erst, nachdem die Züge und Signale bei starkem Frost tatsächlich ausgefallen waren.

Und erst nach dem Desaster im Sommer mit schnell verschlissenen Rädern und unterlassener Wartung bei Teilen der Bremsanlage hat Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die Verantwortlichen zusammengetrommelt. Dieses Mal forderte sie die Bahn sofort auf, den Hinweisen des Betriebsrats, der sicher detaillierte Kenntnisse habe, unverzüglich nachzugehen, um den Betrieb auch im Winter sicherzustellen.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.11.2009)
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Kommentare [ 29 ] Kommentar hinzufügen »

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von rob3 rob3 ist gerade offline | 20.11.2009 18:59 Uhr
Ich sag es immer wieder
die Politiker warten wieder bis das Kind in den Brunnen gefallen Klopf, Klopf Aufwachen Frau Senatorin !
Comment
von Chep87 Chep87 ist gerade offline | 20.11.2009 19:19 Uhr
England, Neuseeland und viele andere Länder
haben versucht die Bahn zu privatisieren und sind damit maßlos auf die Schnauze gefallen und haben am Ende die Bahn für viel Geld zurück gekauft! Aber leider muss man ja immer selber die Erfahrung machen...
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 21.11.2009 10:39 Uhr
Zur Information...
In England war das Problem dass das Netz auch privatisiert wurde. Die einzige Art und Weise wie man da Geld verdienen kann ist Investitionen zurueck zu fahren und bei der Wartung zu sparen. Dann sammelt sich irgendwann ein grosser Rueckstand an der nicht mehr aufgeholt werden kann.

Im Gegensatz zum Netz wird bei den Zuegen so viel investiert wie nie zuvor, und abgesehen von der allgemeinen britischen Ueberlastung und Ueberteuerung fahren die sehr gut.
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von flexton flexton ist gerade offline | 21.11.2009 12:42 Uhr
Die Bahn ist nicht privatisiert
Sie ist, wie schon immer, in vollem Bundesbesitz. Sie ist weder an der Börse noch hat ein Privatmann oder eine Firma auch nur einen Cent "Anteil" an der DB. Man hat lediglich in den 1990ern die Rechtsform geändert, das war es auch schon. Es sind nach wie vor die Politiker für die Bahn verantwortlich, niemand anderes. Ein Privatunternehmen will Geld verdienen und das geht nur mit zufriedenen Kunden. Zu unterstellen ein Privatunternehmen hat also ein Interesse an so einem Chaos wie bei der berliner S-Bahn ergibt für mich nur Sinn wenn man ein ziemlich seltsames Bild von der Privatwirtschaft hat.

Darüber hinaus gibt es auch andere "Beispiele", siehe in Japan. Es gibt keine pünktlicheren Bahnen auf der ganzen Welt als jene in Japan. Und diese sind Privatunternehmen. Das Bahnnetz in Japan wurde unter 7 Bahngesellschaften aufgeteilt, so dass es kein Monopol gibt sondern 7 Gesellschaften die untereinander in starkem Wettbewerb stehen. Wettbewerb, das ist die große Stärke der Privatwirtschaft. Die Kunden stimmen mit den Füßen ab, so verbessern sich die Dinge letztlich zum Wohle aller weil Mittelmaß keine Chance mehr hat. Wenn man natürlich die Gesetze des Marktes mißachtet indem man ein Monopol schafft, also einfach die alte Staatsbahn als "Monolit" privatisiert, dann ist das meiner Meinung nach ein Fall für das Bundeskartellamt und kein Grund für "Kapitalismuskritik".

Alle Probleme die wir haben lassen sich auf unüberlegte Eingriffe der Politik zurückführen. Die "Minijobs" wurden ebenso von der Politik ermöglicht wie die Ausweitung von Leiharbeit, während die Politik umgekehrt bis heute keinen allgemeinen Mindestlohn eingeführt hat. Dadurch gibt es auf dem Markt den Anreiz einen Wettbewerb um Sozialabbau zu betreiben, wenn man in der Politik diesen Anreiz setzt braucht sich keiner wundern wenn auch genau das eintritt. Es hieß doch über Jahre von Politikern und Experten man müsse den "Niedriglohnbereich ausbauen".

Der Kapitalismus ist kein Sündenbock für alles.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade online | 21.11.2009 20:37 Uhr
@flexton
Es ist sicher nur Zufall, daß die Bahnprivatisierung nicht das Schienennetz umfassen soll, richtig?
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von welu welu ist gerade offline | 20.11.2009 19:51 Uhr
Immer wieder S-Bahn
Ich will nicht wissen wie gefährlich es wirklich ist die S-Bahn zu benutzen...

Hauptsache es wird genug Gewinn erwirtschaftet!!
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von welu welu ist gerade offline | 20.11.2009 19:52 Uhr
Ach JA
Die Fahrpreise sollen Teurer werden...

Noch Fragen??
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von palomino palomino ist gerade offline | 20.11.2009 20:00 Uhr
Oh mein Gott ! Ich kanns nicht glauben...
Die Bahn ist in der Geiselhaft der Spar-Mafia zu einem völligen Tollhaus verkommen ! Weichen und Signalanlagen sind neben den Brems-Anlagen der Fahrzeuge die zentralsten sicherheitsrelevanten Einrichtungen eines Bahnstbetriebs - hier in einer solchen Art, bar jeder Verantwortung zu sparen, muss man wohl mit 'versuchter fahrlässiger Tötung' in mehreren Millionen Fällen bezeichnen !
Die Unterlassung nötiger Wartungsarbeiten alleine ist schon kriminell, aber wenn dann die entsprechenden Mitarbeiter auch noch offensiv zur Umbenennung von Fehler-Ursachen oder zur Verwendung billiger aber nicht passender Ersatzteile bei Reparaturen angehalten werden, dann brauchen wir nicht mit Blick auf z.B. Italien mit dem Kopf schütteln und von 'typisch italienischen', weil mafiösen Verhältnissen sprechen....! Ich bin ausser mir, das ist unfassbar! Wer will mir jetzt noch erzählen, daß derart skrupelloses Wartungs-Procedere sich nur auf die Gleisanlagen der Berliner S-Bahn beschränkt, wenn doch derselbe Drecksverein (DB-Netz) für die Strecken des gesamten Bundesgebietes, also auch des Schnell- und Fernverkehrs zuständig ist ?
Es scheint mir ein Wunder, daß wir nicht jede Woche ein "Eschede" haben !!! Es wird aber wohl nicht lange dauern, wenn auch nur die Hälfte der Vorwürfe in dem Artikel wahr sein sollte !
Man sollte die Bahn schleunigst not-verstaatlichen, BEVOR deren Entscheider UNS TOT-SPAREN !!!!
Sind wir denn alle der Willkür des unbedingten Profits dritter derart unabwendbar ausgesetzt ?
Bei einer solchen Bedrohung für Leib und Leben so vieler Menschen sollte tatsächlich die Bundeswehr im inneren eingesetzt werden dürfen - das, was bei der Bahn geschieht, ist ein kaum verhohlener Krieg gegen die Bevölkerung im Namen der Gewinn-Abschöpfer !
Es ist wirklich jammerschade, daß solche Subjekte mit sowas vor Gericht immer wieder glimpflichst davonkommen, und unsereins darf noch nicht einmal zur Gewalt aufrufen, was in diesem Fall schlicht präventive Notwehr wäre !!!
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von Lutze Lutze ist gerade offline | 20.11.2009 22:01 Uhr
Notverstaatlichen
Jetztauf einmal. Wie hat Deutschlad gejubelt am 01.01.94:"Endlich keine Beamtebahn mehr". Die Beamten haben aber eines getan. Wartungen wurden pünktlich durchgeführt. Neu Waggons oder Lokomotiven wurden vor Abnahme richtig geprüft. Ich gönne euch allen den jetzigen Salat.
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von schienenwolf schienenwolf ist gerade offline | 21.11.2009 1:37 Uhr
Leider daneben
Leider ist versuchte Fahrlässigkeit nicht strafbar. Aber wenn dem so wäre, führe ja keine S-Bahn mehr durch unsere Hauptstadt - mangels Personal.

Übrigens war mindestens einer der in Italien wegen Schäden an den Radsätzen entgleisten und verunglückten Kesselwagen, denen ein halbes Dorf zum Opfer fiel in Deutschland zugelassen - Vorsicht also mit den "italienischen Verhältnissen"!
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von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade online | 21.11.2009 11:35 Uhr
@schienenwolf | 21.11.2009 1:37 Uhr
… und zwar mit der gebrochenen Achse, die ein halbes Jahr vorher gewisslich in Duisburg einer Generalrevision unterzogen worden war, aber insgesamt 35 Jahre auf dem Buckel hatte. Auch Stahl altert, wird spröde, erst recht dann, wenn die Legierung ursprünglich für 80 bis 100 km/h ausgelegt worden ist, jetzt aber bis 160 km/h bewältigen muss.

Nein! Nur geeignetes Material garantiert einen funktionierenden Betrieb, vom Personal einmal ganz abgesehen! Es ist ein Tanz auf dem Vulkan, und die Magma brodelt schon.

Der Wahnsinn aber hat Methode, und niemand lenkt wirklich ein.
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von froggy08 froggy08 ist gerade offline | 20.11.2009 20:29 Uhr
Auch wenn ich mich wiederhole:
Der Fisch stinkt vom Kopfe her.
Die Bahn ist immer noch Staatsbesitz. Was hier an Lärm und Gezänk zwischen Politik und Bahnmanagement ausgetragen wird, ist das gezielte Werfen von Nebelbomben für's Volk. Der Staat könnte eine andere Bahnpolitik machen, wenn er das wollte. Und der Bürger könnte einen Bahnpolitik bekommen können, wenn er das wollte. Aber die meisten wählen in dieser Frage aus Sicht durch die Windschutzscheibe und deshalb ist die Bahn in dem Zustand, wie sie eben ist.
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von daniel83 daniel83 ist gerade offline | 20.11.2009 20:54 Uhr
The same procedure as last year...
Waren nicht auch im letzten Winter die Probleme bei Frost auf die Verwendung von Billig-Schmierstoffen zurückzuführen?

Aber bereits im Herbst einzukalkulieren, dass irgendwann der Winter kommt, ist vielleicht auch wirklich zu viel verlangt. Ich meine, wer soll denn ahnen, dass bei Minusgraden die Weichen einfrieren?
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von unbekannt | 20.11.2009 21:24 Uhr
Wer auf personellen "Altlasten" sitzt, muss anderswo sparen!
Ich durfte in diesem Jahr einen kurzen Einblick in den Bahnkonzern nehmen und mich wundert nichts mehr. Ein unvorstellbar große Anzahl von Kollegen in dern Frankf
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von bender bender ist gerade offline | 20.11.2009 23:03 Uhr
Frau Junge-Reyer...
kann schon mal die nächste Presseerklärung formulieren, dass sie total entsetz ist und prüfen wird, was für Konsequenzen gezogen werden. Oder werden die Erklärungen sowieso immer auf Wiedervorlage gelegt?

Rote Insel
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von akula akula ist gerade offline | 20.11.2009 23:16 Uhr
Und nochwas
Im großen Stil wurden sämtliche Einzelhandelsgeschäfte auf Bahnhöfen dicht gemacht und nach und nach teuer durch sogenannte DB-Shops ersetzt. Ich will garnicht wissen, wieviel Menschen ihre Existenz dadurch verloren.

Und sollte der Winter kalt werden, wird es auf jedenfall wieder zum Chaos kommen! Geändert hat sich ja nichts. Die Technik ist noch immer dieselbe. Und neue Züge will die Bahn der S-Bahn auch nicht spendieren. Selbst beim geplanten Umbau von Waggons für mehr Fahrräder wurde gespart. Statt die Metallstangen seitlich zu entfernen und in die Mitte zu setzen, war es doch billiger einfach eine Sitzreihe zu entfernen. Aber vorher schön PR gemacht.

Die Akte DB und S-Bahn kann schon Buchseiten füllen. Ich verstehe nicht, wieso sich kein Autor bisher an der Story versucht.
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von regiomontanus regiomontanus ist gerade offline | 21.11.2009 9:06 Uhr
Die natprlichen Feide der S-Bahn
sind der Frühling, Sommer, Herbst und Winter....

Schön, dass die Fahrpreise kontinuierlich gesteigert werden - der ÖPNV ist mittlerweile eine echte Abzocke von Bürgern.
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von oliver111 oliver111 ist gerade offline | 21.11.2009 9:55 Uhr
Der Privatisierungswahn
wo einige sich bereichern auf Kosten von anderen und dabei auch Schäden in Kauf nehmen, sollte sofort abgeschafft werden. Alle Allgemeingüter des Volkes wie Bahn, Strom gehören nicht in private Hände von Investoren, leider haben wir eine Bundesregierung die genau darauf abzielt alles zu privatisieren
ob im Krankenwesen, Bahn egal und das Chaos ist denen auch egal, Hauptsache einige werden reich also die "Leistungsträger" um mehr geht´s nicht.
Comment
von unbekannt | 21.11.2009 10:13 Uhr
Der Betriebsrat...
...warum nicht einmal auf das Statement der Klofrauen hören.
Dann erfahren wir bestimmt, daß die Kapazitäten der Toiletten
erschöpft sind.
So wie das Arbeitsamt jetzt Agentur für Arbeit heißt und trotzdem
ein Beamtehaufen bleibt ergeht es auch der DB. Zuviele reden
rein und es gibt noch immer keinen richtigen Wettbewerb. Siehe Berliner S-Bahn.
Comment
von abc abc ist gerade offline | 22.11.2009 20:27 Uhr
@ grieslinder
Was soll diese Verunglimpfung des Betriebsrates? Ist Ihnen entfallen, dass dieser schon seit Jahren vor den Folgen des rigorosen Sparkurses gewarnt hat? Und dessen Warnungen schon mehrmals durch die Realität bestätigt wurden? Erinnert sei an den Unfall am Südkreuz (zu wenig Bremssand), die Zusammenbruch des S-Bahnverkehrs im Januar diesen Jahres - und natürlich an das seit Juli wiederkehrende S-Bahnchaos?

@ flexton:
"Wettbewerb, das ist die große Stärke der Privatwirtschaft. Die Kunden stimmen mit den Füßen ab, so verbessern sich die Dinge letztlich zum Wohle aller weil Mittelmaß keine Chance mehr hat."

Ihnen ist schon die Existenz von Autos, Reisebussen und Flugzeugen, im Nahbereich auch von Fahrrädern aufgefallen? Die Annahme, die Bahn sei konkurrenzlos, ist also schlicht und ergreifend falsch.
Comment
von hub3rtb hub3rtb ist gerade offline | 21.11.2009 11:00 Uhr
Neue Aufgaben
Kein Wunder, dass sich die Bahn nicht mehr für unser verrottetes Schienennetz interessiert, gilt es doch, neue große Aufgaben anzugehen, z.B. in Katar. Und das kostet nicht, es bringt sogar noch Geld!
Siehe: http://tinyurl.com/y8n889j
Comment
von hub3rtb hub3rtb ist gerade offline | 21.11.2009 11:06 Uhr
Schienennetz für Katar für 17 Mrd EUR
... und das Beste ist: Die brauchen da keinen Frostschutz!

Hoffentlich bekommen die Scheichs nicht mit, wie hier bei der Bahn gearbeitet wird, dann stornieren die womöglich noch den Auftrag - und woher kommen dann die vielen Millionen für den Vorstand?
Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade online | 21.11.2009 12:27 Uhr
Und alle machen weiter ?
Wenn also „die Vorbereitung der DB AG“ und der Tochtergesellschaften „auf den Börsengang“ genau diese Ergebnisse zeitigt, kann noch so sehr darauf verwiesen werden, dass die Bahn ja „eigentlich“ noch immer „Staatsbetrieb“ ist. Organisation und Struktur befinden sich dann allenfalls in einer Art „Übergangsstadium“, wobei inzwischen die betriebswirtschaftliche Abteilung das alleinige Sagen hat. Diese aber präsentiert das glatte Gegenteil von bahntechnischer Kompetenz, was allein dadurch bewiesen wird, dass Minimalanforderungen schlicht ignoriert werden. Es ist absolut nicht der „mangelnde Wettbewerb“, welcher das wachsende Desaster der Bahn AG mit betrieblicher Un-Sicherheit, mit sinkender Leistungsqualität und mit faktischer Gefährdung von Menschen herbeigeführt hat.

Der menschliche Organismus benötigt abwechslungsreiche Nahrung, um zu gedeihen und „gesund“ zu bleiben. Ebenso bedarf es angemessener Behausung oder Kleidung. Die betriebswirtschaftliche Ideologie hingegen sagt, dass etwas Hirsebrei und Lehmplätzchen ja reichen, denn die Leute fühlen sich ja satt. Genauso wird mit dem „Organismus Bahn“ umgegangen. Beim Menschen dauert das Ausheilen einer Wunde – soweit keine Infektion vorliegt – mindestens zehn Tage. Die Beseitigung von Mängeln – soweit überhaupt damit angefangen wird – oder das Umsetzten von technischen Neuerungen bei einem komplexen Apparat wie der Bahn erfordern einfach Zeit und Personal. Die betriebswirtschaftliche Scholastik hingegen behauptet einfach, es ginge auch „ohne“, es ginge auch „kürzer“, und marschiert zahlenverblendet in ein neues Zeitalter der Inquisition. – Müssen wir alle da aber mitgehen – und das auch noch „freiwillig“?

Den Mitarbeitenden bzw. dem Betriebsrat der Berliner S-Bahn ist zu danken, dass man sich nicht mehr „das Maul verbieten“ lässt.
Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade online | 21.11.2009 12:57 Uhr
Blindflug
Seit Jahren verweisen Mitarbeitende von Bahn AG und S-Bahn auf die sachlichen Schwierigkeiten, doch nichts passiert. Das Desaster um die Fahrgestelle der BR 481/482 (Radscheiben, Achsen, Bremsanlagen, Mechanismus der Fahrgestelle) wird von Seiten der S-Bahn einfach geleugnet, obgleich auch die TU schon längere Zeit Alarm schlägt. Bei der „Muttergesellschaft“ werden die Probleme mit dem Material ebenfalls einfach nur abgestritten. Was auch die übrigen Bahnanlagen nicht nur in Berlin betrifft: Überalterte Signal- und Sicherungstechnik!?! Der mangelhafte bis problematische Zustand von Schienen und Gleisbett ist durch Wartungsmängel mitbedingt und dem Ausbleiben rechtzeitiger Erneuerung geschuldet. Für die restlichen, noch gerade geleisteten Routineaufgaben wird Fachpersonal „gestrichen“, werden ungeeignete Materialen und Ersatzteile dekretiert und werden die Prüfintervalle vorsätzlich so ausgedehnt, dass sie allen gegebenen Erfahrungswerten Hohn sprechen.

Und wie „bearbeitet“ die Bahn AG die Probleme? Eben! Mit Leugnen und dem Maulkorb für die Mitarbeitenden. – Dies entspricht einer Mentalität von persönlicher „Verantwortung“, wie sie bei den ehrenwerten Vertretenden recht spezieller Fußballwetten nicht anders sein dürfte.
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von bellerophon1701 bellerophon1701 ist gerade offline | 21.11.2009 13:07 Uhr
lachplatte
lieber berliner senat,
wie lange wollt ihr euch eigentlich noch von den irren bei der bahn zum gespött der öffentlichkeit machen lassen? ganz europa lacht sich tot über die "weltstadt" ohne funktionierenden nahverkehr. mal sind es die "extremen witterungsverhältnisse" (gemeint waren so ca. 5 grad minus), dann ein wartungsskandal, der mal eben den verkehr sechs monate lahmlegte. das ganze bei einer völlig utopischen preisgestaltung - in JEDER anderen statd gelten einzeltickets zwei stunden in ALLE RICHTUNGEN, nicht nur in eine. von den überteuerten zeitkarten gar nicht zu reden. jedem idioten ist klar, dass dieses unternehmen geld ohne gegenleistung abgreifen will und dabei mutwillig das leben der fahrgäste aufs spiel setzt. was muss denn noch kommen, ehe der durch die bahn hundertfach gebrochene vertrag endlich gekündigt und neu ausgeschrieben wird und berlin wieder einen personennahverkehr bekommt, der seinen namen verdient?
schön, dass in berlin immer geld für stadtschlässer, tolle bibliotheksbauten und jeden anderen mist da ist, während alltag und arbeitsmarkt zusammenbrechen. und dann reibt ihr euch verwundert die augen, weil so viele "junge familien" wegziehen, so der tenor eines jaul-artikels im tagesspiegel vor nicht allzu langer zeit. wie wäre es denn mal mit infrastruktur und perspektiven schaffen statt jammern? empfehlung: ein ausflug nach stockholm, kopenhagen oder oslo - alles städte mit einer erheblich höheren lebensqualität und bedeutend weniger allüren. beispiel nehmen und nachmachen!
Comment
von akula akula ist gerade offline | 21.11.2009 18:24 Uhr
@bellerophon1701
Eins muss ich dazu aber sagen: Stockholm bietet auf dem Niveau dann aber auch überteuerte Zeittarife bei wesentlich kleinerem Nahverkehr. Es ist also nicht so, dass der Berliner VBB überteuert und unattraktiv wäre. Natürlich ist es in den genannten Städten entspannter, da wohnen auch weniger, die Mentalität ist eine ganz andere und auch der Netzausbau ist etwas günstiger (Stockholm ist bewusst viel untertunnelt aufgrund guter und harter Steinschichten - Berlin ersäuft im Grundwasser und liegt nicht am Meer).
Comment
von holzmichel holzmichel ist gerade offline | 21.11.2009 18:06 Uhr
Global Warming
Das S-Bahn-Management hat hier sicher nachgedacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass wegen der globalen Erwärmung künftig keine Kosten mehr für Maßnahmen gegen Eis und Schnee entstehen werden ....
Comment
von freidenker freidenker ist gerade offline | 21.11.2009 21:48 Uhr
Wenn das stimmt, ...
... was oben im Artikel steht, dann ist das derart grotesk und erbärmlich, dass mir einfach die Worte fehlen.

Comment
von hub3rtb hub3rtb ist gerade offline | 26.1.2010 15:09 Uhr
äs gutt äs gido
ieven aua outenminischter kutt nott häv sätt it bätter

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