Bei der S-Bahn bereitet man sich auf weitere Einschränkungen im Betrieb vor, weil zusätzliche Sicherheitsauflagen durch das Eisenbahn-Bundesamt nicht auszuschließen sind. Ab Mittwoch gilt auch noch der Ferienfahrplan bei der BVG.
Bisher funktioniert der seit Montag geltende Notfahrplan noch weitgehend. Nach Plan fahren lediglich die Züge auf der Ringbahn, in der Hauptverkehrszeit sogar nach Angaben eines Sprechers alle fünf Minuten. Auf den meisten anderen Linien gibt es dagegen weiter nur einen 20-Minuten-Takt. Zehn-Minuten-Verkehr schaffte die S-Bahn gestern zwischen Wannsee und Yorckstraße auf der S 1 sowie auf der S 5 zwischen Warschauer Straße und Hoppegarten.
Wie die S-Bahn auf weitere Auflagen, die den Betrieb einschränken könnten, reagieren will, wurde nicht mitgeteilt. Man habe verschiedene Szenarien vorbereitet, sagte ein Sprecher. Fahrgäste sollen auch auf die BVG ausweichen, dort gibt es mit Beginn des Ferienplans aber von heute an ebenfalls Einschränkungen im Angebot.
Auch eine Betriebsversammlung der S-Bahn-Mitarbeiter brachte gestern keine neuen Erkenntnisse, zeigte aber die Unzufriedenheit mit der Unternehmenspolitik und dem rigiden Sparkurs in Werkstätten und beim Personal. kt
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.07.2009)
Kommentare [ 9 ] Kommentar hinzufügen »
Was mag da sonst noch so zu Tage treten?
Was sich bei der S-Bahn ereignet hat, ist durchaus mit dem Begriff Skandal zu belegen. Skandalös ist es, dass das Management zu Lasten der Sicherheit gespart bzw. den Gewinn "optimiert" hat. Alles aus Gründen des erwarteten Börsengangs.
War ich bisher ein Verfechter des Börsengangs, so sage ich jetzt klar NEIN dazu. Als Vielfahrer der Bahn möchte ich ein sicheres Verkehrsmittel benutzen und kein rendite-optimiertes!
Mit anderen Worten, sie haben es nicht erlebt, sondern sich lediglich in ihrer Phantasie ausgemalt. Würde es nicht so in der Zeitung stehen, vielen Fahrgästen wäre überhaupt nicht aufgefallen, das bei der S-Bahn gerade Chaostage herrschen.
Kurzzüge gab es auch früher schon und das man in der S-Bahn nicht immer einen Sitzplatz kriegt, ist jetzt auch nichts Neues. Wenn im Winter wegen der Kälte ein Gleis bricht und die Züge überhaupt nicht fahren, dann ist das tausend mal ärgerlicher.
Das ist in der Vergangenheit den Verantwortlichen anzulasten.
Jetzt aber über etwas zu jammern wozu es keine Alternative gibt, nämlich die Teile mit der Lagerung zu überprüfen, ist nicht sehr intelligent.
MfG