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Wartungschaos

S-Bahn-Betriebsrat befürchtet Verschlimmerung

Seit mehr als zwei Wochen fallen bei der S-Bahn Züge aus, doch es könnte noch schlimmer kommen: Der Betriebsrat der S-Bahn erwartet einen Engpass in den Werkstätten. Zusätzlich drohen noch strengere Sicherheitsauflagen - und der Ferienfahrplan der BVG.
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Der Betriebsratsvorsitzende der S-Bahn, Heiner Wegner, befürchtet eine weitere Verschlimmerung der Zugausfälle und Verspätungen bei dem Verkehrsunternehmen. Die vorhandenen Werkstattkapazitäten reichten nicht aus, um die Fristen für die Überprüfung
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Bislang funktioniert der Notfahrplan der S-Bahn weitgehend. - Foto: ddp
Berlin -  Die aktuelle Krise bei der Berliner S-Bahn kann sich nach Ansicht von Betriebsrat und Bahnspitze noch ausweiten. Auf einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses im Abgeordnetenhaus am Mittwoch warnte Betriebsratschef Heiner Wegner vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. "Wir müssen uns leider auf noch schlimmere Szenarien vorbereiten", räumte auch der neue S-Bahn-Chef Peter Buchner ein. An der Anhörung nahmen zudem DB-Vorstand Personenverkehr Ulrich Homburg und der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, teil.

Wegner sagte in seinem stark emotional gefärbten Vortrag, die Berliner S-Bahn sei "tot". Den S-Bahnern krampfe sich das Herz zusammen, wenn sie sähen, was aus der S-Bahn geworden ist. "Ich hätte in meinen bösesten Träumen nicht daran gedacht, dass die Lebensader der Stadt binnen 170 Tagen abgeschnitten ist", sagte Wegner mit Blick auf eigene Warnungen Ende Januar vor dem Ausschuss über den Zustand der S-Bahn.

Junge-Reyer droht mit Kündigung des Verkehrsvertrags mit der S-Bahn

Buchner sagte, angesichts der negativen Aussichten entwickle das Unternehmen mit dem VBB und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) Not-Szenarien zur Abfederung. Anders als vom Betriebsrat moniert, stünden aber nicht zu wenig Werkstätten zur Verfügung. Engpässe gebe es nur bei spezialisiertem Personal und dazugehöriger Technik.

Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) drohte mit vorzeitiger Kündigung des Verkehrsvertrages mit der S-Bahn. Sie lasse europaweit Ausschreibungsvarianten überprüfen, zugleich würden zusätzliche Bestellungen bei der BVG geprüft, hieß es. VBB-Chef Franz schätzte ein, beim Mutterkonzern Deutsche Bahn sei bislang noch nicht angekommen, "was derzeit bei der S-Bahn abgeht".

Bei der S-Bahn bereitet man sich bereits auf weitere Einschränkungen im Betrieb vor, weil zusätzliche Sicherheitsauflagen durch das Eisenbahn-Bundesamt nicht auszuschließen sind. Ab Mittwoch gilt auch noch der Ferienfahrplan bei der BVG.

Fahrgäste sollen auf BVG ausweichen

Bisher funktioniert der seit Montag geltende Notfahrplan noch weitgehend. Nach Plan fahren lediglich die Züge auf der Ringbahn, in der Hauptverkehrszeit sogar nach Angaben eines Sprechers alle fünf Minuten. Auf den meisten anderen Linien gibt es dagegen weiter nur einen 20-Minuten-Takt. Zehn-Minuten-Verkehr schaffte die S-Bahn gestern zwischen Wannsee und Yorckstraße auf der S 1 sowie auf der S 5 zwischen Warschauer Straße und Hoppegarten.

Wie die S-Bahn auf weitere Auflagen, die den Betrieb einschränken könnten, reagieren will, wurde nicht mitgeteilt. Man habe verschiedene Szenarien vorbereitet, sagte ein Sprecher. Fahrgäste sollen auch auf die BVG ausweichen, dort gibt es mit Beginn des Ferienplans aber von heute an ebenfalls Einschränkungen im Angebot.

Auch eine Betriebsversammlung der S-Bahn-Mitarbeiter brachte gestern keine neuen Erkenntnisse, zeigte aber die Unzufriedenheit mit der Unternehmenspolitik und dem rigiden Sparkurs in Werkstätten und beim Personal. (ho/ddp/Tsp)

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Kommentare [ 16 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von unbekannt | 15.7.2009 13:14 Uhr
naja
man sollte eventuell den kauf von sänften oder rikschas in erwägung ziehen?draisinen dürften ja in den fahrpausen der s-bahn auch auf die strecke geschickt werden können?
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von liberalgeist liberalgeist ist gerade offline | 15.7.2009 13:15 Uhr
Warum läßt man sich
im Abgeordnetenhaus eigentlich von einem linken Betriebsratfuzzi informieren? Sollte man nicht lieber jemanden nehmen, der Ahnung von der Sache hat? Oder ist man bei den ahnungslosen Roten lieber unter sich?
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von nin nin ist gerade offline | 15.7.2009 14:11 Uhr
neoliberalistenq....
lol. soll man sich vielleicht lieber von einem "rechten" vorstandsfuzzi informieren lassen? die haben den schlamassel verursacht oder sind gerade erst gekommen.
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von micshow micshow ist gerade offline | 15.7.2009 15:13 Uhr
Diese linken Betriebsratsfuzzi...
Genau! Diese linken Betriebsratfuzzis! Die haben den Schlamassel doch schon vor über nem Jahr kommen sehen und davor gewarnt, dass die S-Bahn auf Verschleiß gefahren wird. Aber die haben sich einfach nicht genug angestrengt um wirklich alle darauf hinzuweisen! Selbst hier gibts noch Kommentatoren, die noch nicht ganz darüber aufgeklärt worden sind, dass die Leute da Ahnung haben (immerhin arbeiten die ja in dem Unternehmen).
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von monitor monitor ist gerade offline | 15.7.2009 15:22 Uhr
@Liberalgeist
Außer in der Belegschaft gibt es bei der S-Bahn nachweislich niemanden, der Ahnung von der Sache hat. Den letzten hat Medorn rausgeschmissen.
Da der Betriebsrat gewählter Sprecher der Belegschaft ist, ist er der einzig geeignete, um die Abgeordneten wahrheitsgemäß zu informieren.
Wie die Information eines Geschäftsführers ausfällt konnte man vor kurzem in der Abendschau live erleben.
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von flapjack flapjack ist gerade offline | 15.7.2009 13:34 Uhr
Es könnte noch schlimmer kommen
Unter Umständen ist es sogar möglich, dass die S-Bahn bis weit ins Jahr 2010 nur unzureichende Dienste anbietet.
Ich bin echt erstaunt, mit welcher Gelassenheit bisher auf die Gesamtsituation reagieren. Eine Großstadt, deren öffentliches Verkehrssystem nur zur Hälfte funktioniert, macht sich absolut lächerlich, wenn sie es nicht schafft, das Problem so schnell wie möglich zu lösen. Mal abgesehen davon schwindet das Vertrauen, sofern es jemals vorhanden war, in die Deutsche Bahn immer mehr. Würde mich überhaupt nicht wundern, wenn Kunden ihre Abos kündigen. Das wäre doch mal überhaupt die Idee: alle Berliner fahren eine Woche lang kollektiv schwarz mit der S-Bahn. Kann mir nicht vorstellen, dass Kontrolleure dann die Eier haben, noch jemanden zur Kasse zu bitten.

Ansonsten ist der Vorschlag, auf die BVG auszuweichen mehr als sinnfrei. Viele Ziele, die etwas außerhalb des Rings liegen, sind doch fast nur mit der S-Bahn zu erreichen. Gut, es gibt Busse, doch die können ja wohl nicht die Alternative sein.
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von ChrissiW ChrissiW ist gerade offline | 15.7.2009 13:40 Uhr
I'm Walking
... heißt es dann wohl bald. Nach wochenlangem Streik, Winterchaos und jetzt das, hat man doch irgendwann die Faxen dicke.
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 15.7.2009 14:07 Uhr
wir
können ja den hervorragenden Alleskönner Lindner hinschicken.
Aber eines ist mir nicht klar, warum durch den Ferienfahrplan Enpässe entstehen, da sind doch offenbar weniger Züge im Umlauf
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von the_master the_master ist gerade offline | 15.7.2009 14:27 Uhr
@liberalgeist
Was soll die Polemik? Wegner ist nun wirklich alles andere als ein "linker Betriebsratsfuzzi". Aber er ist Disponent bei der S-Bahn und lange Jahre Betriebsrat, er weiß, was dort wirklich abgeht. Im Gegensatz zur S-Bahn- bzw. DB Führung, die die letzten Monate eine Lüge nach der anderen aufstellte, warnte Wegner schon vor Monaten und Jahren vor der Auspressung der S-Bahn.

Wem willst du da eher glauben?
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von soldier soldier ist gerade offline | 15.7.2009 14:47 Uhr
@liberalgeist 13:15 Uhr
Sie nmeinen, man hätte lieber Sie nehmen sollen ...?
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von bender bender ist gerade offline | 15.7.2009 15:15 Uhr
Ab Freitag
Auf bahninfo-forum.de wird berichtet, dass ab Freitag noch weitere Einschränkungen kommen. Ring eingeschränkt, Nord-Süd-Tunnel im 20-Minuten-Takt (nur noch S1), S2 und 25 werden aufgestückelt und DER HAMMER: ZWISCHEN ZOO UND OSTBAHNHOF KOMPLETTE EINSTELLUNG!
Comment
von micshow micshow ist gerade offline | 15.7.2009 15:18 Uhr
Achja:
Schuld an dem Chaos ist natürlich vor allem der rote Senat. Nicht die Bahnprivatisierungstrategie der Bundesregierung unter Mehdorn, Tiefensee & Co. Und auch nicht die ganz offensichtlich fehlerhafte Radreifenkonstruktionen aus der privaten Wirtschaft. Oder das Vertuschen der "Auffälligkeiten" bei den Radreifen durch die S-Bahn Führung und die falschen Angaben ggü. dem Eisenbahnbundesamt...
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von monitor monitor ist gerade offline | 15.7.2009 15:55 Uhr
@micshow
Wenn ich Sie richtig verstehe und den Gedanken weiterverfolge, komme ich zu dem Ergebnis, daß das mit der S-Bahn nicht passiert wäre, hätte man Tempelhof nicht geschlossen. ;-)
Comment
von micshow micshow ist gerade offline | 15.7.2009 16:12 Uhr
Stimmt!
Soweit bin ich gedanklich noch gar nicht gekommen.. :)
Comment
von oreilly oreilly ist gerade offline | 15.7.2009 17:18 Uhr
nicht ganz, micshow
Nein, das S-Bahn-Chaos ist die Strafe Gottes ---- weil ProReli von den Berlinern abgelehnt wurde.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 15.7.2009 17:40 Uhr
oreilly
noch schlimmer, weil wir di Kommunisten gewählt haben und Hr.Wowereit die Räde nicht gepflegt hat. Er,hätte auch die Verträge, die Diepgen und wenn ich mich nicht irre, auch nen Wirtschaftssenator der Rexroth hiess, hochleben lassen sollen, und und.....

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