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Verkehr

Friedrichshain-Kreuzberg will gegen Autobahnbau klagen

"Absurdes Mammutprojekt": Der Bezirk lehnt die Stadtring-Verlängerung ab. Bisher gibt es aber nur rund 25 Einwendungen gegen die Senatspläne.
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Protest. Schon im Vorfeld der Autobahnverlängerung gehen die Gegner auf die Straße. - Foto: Peters
Gegen den Weiterbau der Stadtautobahn A 100 vom Dreieck Neukölln zum Treptower Park liegen bisher nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung rund 25 Einwendungen vor – weit weniger als erwartet. Unabhängig davon müssen sich die Planer aber auf Klagen gegen den Autobahnbau einstellen. Auch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg prüft jetzt, ob der Bezirk gerichtlich gegen die Straßenbaupläne des Senats vorgehen kann. Wenn es zulässig sei, werde der Bezirk „auf jeden Fall Klage gegen das absurde Mammutprojekt“ einreichen, kündigte Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) an.

In welchem Umfang Bezirke gegen Maßnahmen der Hauptverwaltung gerichtlich vorgehen können, ist nach Angaben der Innenverwaltung verwaltungsgerichtlich noch nicht abschließend geklärt. Jeder Einzelfall müsse geprüft werden.

Der 3,2 Kilometer lange Abschnitt ist mit veranschlagten Kosten in Höhe von rund 420 Millionen Euro die bisher teuerste Autobahnstrecke Deutschlands. Während die Planer argumentieren, durch die Autobahn würden umliegende Straßen vom Verkehr entlastet, befürchtet Friedrichshain-Kreuzberg, dass täglich fast 60 000 Autos mehr die Wohngebiete rings um die Elsenbrücke durchfahren und damit mit Abgasen und Lärm belasten würden.

Auch die Bezirksverordneten von Friedrichshain-Kreuzberg haben sich bereits gegen die Autobahnverlängerung ausgesprochen; auf Initiative der Linken, der SPD und der Grünen. Linke und SPD im Bezirk stehen damit gegen die rot-rote Koalition auf Senatsebene, die den Autobahnbau unterstützt.

Auch die verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Abgeordnetenhaus, Jutta Matuschek, will verhindern, dass der „wald- und wasserreiche Bezirk Treptow durch Autobahnen oder andere Verkehrsgroßprojekte zerstört“ wird.

Zur Klage gegen den Bau entschlossen ist bereits der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch Anwohner haben bereits angekündigt, klagen zu wollen. Verhandelt wird in nur einer Instanz gleich vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Nach Angaben von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) werden durch den Weiterbau der A 100 im Südosten der Stadt rund 30 000 Anwohner ruhiger leben als bisher; zweieinhalb Mal so viel, wie durch den Bau der Autobahn belastet würden.

Die Trasse soll zunächst am Treptower Park enden. Und ob die Autobahn wie geplant später bis zur Frankfurter Allee verlängert wird, ist unklar. Junge-Reyer will sich hier noch nicht festlegen. Allerdings wird beim derzeitigen Umbau des Bahnhofs Ostkreuz ein Tunnel für eine Autobahn vorbereitet. Den Treptower Park soll die Autobahn 2017 erreicht haben.

Die Pläne zum Autobahnbau liegen noch bis zum 9. April im Rathaus Treptow (Neue Krugallee 4) sowie im Rathaus Neukölln (Karl-Marx-Straße 83) aus. Einwendungen können per Post an die Stadtentwicklungsverwaltung, Württembergische Straße 6 in 10707 Berlin, geschickt werden.





(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.03.2009)
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Kommentare [ 14 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von mcbain mcbain ist gerade offline | 27.3.2009 12:12 Uhr
25!
25 Einwendungen, scheint so als ob Berlin entschieden hätte und gegen die Verlängerung ist! Naja was solls, wozu denn eine Autobahn in einer Kleinstadt!
Comment
von lankwitze lankwitze ist gerade offline | 27.3.2009 12:47 Uhr
Parkplätze?
In ganz +berg/fhain gibt es keine Parkplätze! Wo fahren die mit ihren Autos lang? Nicht an MEINEM Haus vorbei oder Kennzeichnung und Autobahnverbot für jedes +berger Auto!
Comment
von sommer sommer ist gerade offline | 27.3.2009 14:05 Uhr
Kleinstkarierte
27.Mar.09
Ich HASSE solche Einwender!!
Es ist sehr bedauerlich gewesen, dass im damaligen West-Berlin, in den Fünfzigerjahren, nicht so viel Stadtautbahn wie möglich in den märkischen Sand gebaut wurde. Große Areale der Stadt waren noch (vom Bombenkrieg her) zerstört, und die Menschen (auch ich) freuten sich über jede sinnvolle Bautätigkeit in unserer Stadt.
Bausenator Schwedler hatte unbedingte Vorahnung vom deutschen Wirtschaftswunder und der hohen Motorisierung, die dieses Wirtschaftswundern mit sich bringen würde.
Jetzt kommen die Kleinstkarierten und wollen irgendwie verhindern, dass der Autobahnring sinnvoll vollendet wird. Es ist zum Kotzen!
Ich hoffe sehr, dass der Wowereit-Senat endlich mal was Sinnvolles und Zukunftsweisendes vollbringt, und nicht weiter so rumeiert wie z.B. beim Flughafen Tempelhof.
MfG
Peter Sommer
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von milton milton ist gerade offline | 27.3.2009 15:16 Uhr
Kleinkariertere
27.Mar.09
Ich HASSE solche Betonköppe!!
Es ist sehr bedauerlich gewesen, dass im damaligen West-Berlin, in den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren so viel Stadtautobahn in den märkischen Sand gesetzt wurde. Große Areale der Stadt wurden so ästhetisch zerstört, und die Menschen (auch ich) freuen sich nicht über die Form von Bautätigkeit in unserer Stadt.

Mal ernsthaft, Herr Sommer, wer noch mehr Grünfläche und historische Stadtstruktur opfern möchte, der kann ja mit seinem eigenen Haus anfangen. Wenn ich mir die Pläne aus den 60er Jahren anschaue (Flächennutzungsplan von 1965, kann man googlen), in denen zum Beispiel eine Autobahn vom Görlitzer Park quer durch Kreuzberg (Oranienstraße) verlaufen sollte, dann bekomme ICH - Verzeihung! - das Kotzen, Herr Sommer! Die Bauten um das Kottbusser Tor herum und entlang der Hochbahnstrecke U1 hatten das Ziel, den Verkehrslärm abzuschirmen. Welche "ästhetische" Großtat! Jedesmal, wenn ich mich in Steglitz etc. aufhalten, tut es mir weh, was aufgrund des Autobahnbaus an historischenr Substanz verloren gegangen ist. Sicher waren da auch verrottete Gebäude oder gar Ruinen dabei, aber wenigstens mit Charme. Wieviel Charme haben heute Plätze wie der Innsbrucker Platz oder der Bundesplatz? Gar keinen, leider!

Ich weiß, dass ich das nicht von jeder Person fordern kann, aber ich besitze kein Auto, laufe oder fahre dafür Fahrrad oder auch mal mit der BVG.

Wer Autobahnbau für zukunftsweisend hält, ist rückwärtsgewandt.

Gruß
Milton
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von hollebolle hollebolle ist gerade offline | 27.3.2009 17:14 Uhr
LOL
Ich empfehle Herrn Sommer ins Ruhrgebiet zu ziehen. Tolle Autobahnen soweit das Auge reicht. Oder nach Bielefeld. Auch ein schöner Highway durchs Zentrum. Da kommt maximales Großstadt-Feeling auf!
Comment
von hdg hdg ist gerade offline | 27.3.2009 20:42 Uhr
Liebe Leute,
regt Euch doch nicht auf.
Herr Sommer meint das bestimmt ironisch.
Mit seiner Überspitzung weist er dankenswerterweise auf eine Verkehrspolitik hin, die zwar schon vor vielen, vielen Jahren überholt war, aber dank unserer wachsamen Verwaltung, dem ADFC, dem VDA und der Straßenbauwirtschaft "am Leben" gehalten wurde.
Die den Verkehr betreffende Zukunft städtischer Kommunen gehört Menschen in einem preiswerten, zügig fahrenden und rund-um-die-Uhr zur Verfügung stehenden ÖPNV.
Herr Sommer hat uns noch mal auf die Betonköpfe hingewiesen, deren Jünger noch heute an verantwortlicher Stelle sitzen.
Danke!
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von treptower treptower ist gerade offline | 28.3.2009 12:09 Uhr
@sommer
Es ist nirgends zu lesen, daß der Ring geschlossen werden soll. Selbst weitläufige Pläne gehen davon aus, daß an der Storkower Schluß ist.
Comment
von treptower treptower ist gerade offline | 28.3.2009 12:11 Uhr
Weitere Einwendungen
Wer sich über den Bau mit seinen Konsequenzen etwas informieren will: http://stop-a100.de/
Comment
von alligatorix alligatorix ist gerade offline | 27.3.2009 15:12 Uhr
Hass ?
Der Vorkommentator "hasst" solche Einwender. Muss man das und den Beitrag von Herrn Sommer überhaupt ernstnehmen oder handelt es sich um Realsatire? ("so viel Autobahnen wie möglich in den märkischen Sand bauen", "es ist zum Kotzen" und ähnliche "Sachargumente" sprechen ja wohl für sich oder vielmehr gegen den Verfasser, sofern ernstgemeint)
Es gibt Argumente pro und contra Autobahnverlängerung, aber diese sollten sachlich vorgetragen werden.
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von spraykanal spraykanal ist gerade offline | 27.3.2009 15:19 Uhr
Gesundes Herz bekommt Bypaß
Wenn ein gesundes Herz einen Bypaß bekommt, dann muß es doppelt soviel schlagen, um das dreifache Blut zu transportieren.
Das ist sicher nicht die Absicht eines kultivierten Berliner Stadtbezirks.
Außerdem schädigt eine Stadtarchitektur nach russischem Vorbild das Berliner Ambiente und eine Untertunnelung der B96a am Prenzlauer Berg wäre ein förderlicheres Projekt als eine rudimentierte Stadtautobahn nach Berlin Treptow.
Es ist der gleiche zementierte Irrsin wie in Berlin die Abfahrt nach Steglitz und er zerstört die innerberlinerische Wohnlandschaft und das anliegende Kleingewerbe.
Ein klare Absage an das Projekt
Comment
von prokrastes prokrastes ist gerade online | 27.3.2009 15:24 Uhr
Eine grandiose Fehlentscheidung
war es, 1990 nicht die gesamte Ost-Berliner Innenstadt abzureißen und durch geeignete Parkplätze und Autobahnzubringer zu ersetzen.

Dann hätten wir diverse Probleme nicht.

PS:

@TSP: Daß dieser blöde Film beim Laden der Seite automatisch abspielt, das nervt außerordentlich. Macht das doch bitte so, daß man fürs Abspielen den Play-Knopf drücken muss.
Warum überhaupt Film? Ist der TSP keine Zeitung mehr oder was?!
Comment
von hollebolle hollebolle ist gerade offline | 27.3.2009 17:19 Uhr
ja leider
Da haben Sie recht. Das Zentrum Ost ist leider versaut worden. Besonders der Bereich südlich der Karl-Marx-Allee. Da sehe ich leider auch kein vernünftiges städtebauliches Konzept in naher Zunkunft. Schrecklich. Ein Armutszeugnis wer da an den Ausbau von Autobahnen drum rum denkt. Wir brauchen Wohnungen (in möglichst attraktiver Architektur), keine Highways.
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von flow-wolf flow-wolf ist gerade offline | 27.3.2009 18:46 Uhr
Notwendig
Berlin braucht diesen Stadtring. Die Verbindungen zwischen Neukoelln und Friedrichshain sind mieserabel, verursacht durch eine ehemalige Grenze. Eine bessere Infrastruktur bringt Berlin wirtschaftliche Vorteile, Anwohnern Nachteile. Was wiegt mehr? Das Wohl Einzelner oder das der Stadt?
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von treptower treptower ist gerade offline | 28.3.2009 12:02 Uhr
@flow-wolf
Bedeuten zusätzliche Autobahnen wirklich eine bessere Infrastruktur? Mehr Infrastruktur bvielleicht, aber besser?

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