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Flughafengelände

Tempelhof: Der Zaun bleibt vorerst stehen

Der Senat hat seine Position verteidigt, das ungenutzte Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof nur schrittweise für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nur Sportvereine sollen ab Herbst aufs Flugfeld.
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Eine komplette Öffnung wäre „sozial schwer zu kontrollieren“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge- Reyer (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung. Deswegen werden voraussichtlich ab Herbst vorerst nur einzelne Sportvereine Zugang zu dem 386 Hektar großen Areal haben.

Der Zaun um das Gelände wird aber bis auf Weiteres bestehen bleiben. Die Vereine sollen Schlüssel bekommen, mit denen ihre Mitglieder Zugang zu einzelnen Sportplätzen am Rande des Feldes haben. Eine komplette Öffnung ist „so bald wie möglich“ geplant, sagte Junge- Reyer, ohne einen Zeitrahmen zu nennen. „Unser Ziel ist es, einen großen Landschaftspark für alle Berliner zu erreichen – das schafft man nicht, indem man einfach den Zaun wegnimmt, sondern durch kontrollierten, sukzessiven Zugang.“ Ansonsten drohten „Vandalismus und unkontrollierte Zerstörungen“.

Die seit Monaten diskutierten und von Protesten begleiteten Forderungen nach einer sofortigen Öffnung des Flugfeldes für alle Berliner sind aus Sicht des Senats eine „alberne Diskussion“, wie Regierungssprecher Richard Meng sagte.

Unter welchen Bedingungen das Gelände schrittweise für eine neue Nutzung geöffnet werden kann, soll nun eine externe Trägergesellschaft des Landes klären. Rund acht Monate nach der Schließung des Flughafens Tempelhof hat der Senat die Adlershof Projekt GmbH damit beauftragt, Konzepte für die weitere Nutzung des Areals zu erarbeiten, sagte Junge-Reyer. Das Unternehmen ist eine Tochter der landeseigenen Firma Wista, die den Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof entwickelt und betreibt.

Die Firma ist vorerst für ein halbes Jahr für die Entwicklung des Gebiets zuständig und bekommt dafür laut Junge-Reyer 700 000 Euro aus der Landeskasse – eine Summe, angesichts derer der Senat den Auftrag laut FDP eigentlich europaweit hätte ausschreiben müssen. Außerdem kritisiert der FDP-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Christoph Meyer, dass der Senat erst jetzt damit beginnt, ein Konzept für Nachnutzung zu erarbeiten.

Die Grünen werfen dem Senat „Konzeptlosigkeit“ vor. So habe die Adlershof Projekt GmbH zwar Erfahrungen mit der Technologie- und Gewerbeansiedlung gesammelt. Mit Vorhaben wie der unter anderem auf dem Gelände angedachten Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2017 mit umliegenden Wohnquartieren fehle der Firma jedoch die Fachkompetenz, bemängeln die Grünen.

Im Oktober soll sich laut Senat entscheiden, ob Berlin den Zuschlag für die Gartenbauausstellung bekommt – in diesem Fall würden die Pläne dafür und auch die Konzeption für eine mögliche Internationale Bauausstellung in die Gesamtplanung integriert. 
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Kommentare [ 10 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von tempelhofer tempelhofer ist gerade offline | 1.7.2009 8:52 Uhr
Viel Lärm um nichts, sprich Konzeptlosigkeit und:
Seit der Schließung des Flughafens gibt es mehr Fluglärm in Tempelhof-Schönberg

Seit es Schließung des Flughafens Berlin-Tempelhof gibt es offenbar veränderte An- und Abflugsregeln.

Die Maschinen starten bei Ostwind gegen Osten und drehen dann über Hohenschönhausen in Richtung Westen ab und fliegen infolge über Tempelhof-Schöneberg.

Dabei wird jetzt früher gegen Westen abgedreht und die Maschinen fliegen dann tiefer über Berlin und über Tempelhof-Schönberg.

Tempelhof wurde wegen u. a. wegen Fluglärm geschlossen.

Jetzt bekommen die Bewohner Berliner und die Tempelhofer und Schönberg erst richtig Fluglärm präsentiert.

Auch wird jetzt öfters kreuz und quer geflogen; Flugbewegungen – im Tiefflug- von Ost nach Süd (Schönefeld) sind keine Seltenheit. Man kann jetzt Flugbewegungen wahrnehmen die früher so nicht gab.

Es ist insgesamt lauter.

Anwohner von Schönefeld berichten über ähnliche Erfahrungen; auch sind die südlichen Anwohner von Tempelhof, die Steglitzer und Zehlendorfer betroffen.

Ärger gibt es auch um einen zweiten Landeplatz (Stationierung) für Rettungshubschrauber am Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn. Anwohner befürchten unzumutbaren Lärm durch die Stationierung des Intensiv-Rettungshubschraubers Christoph. Die bisherigen 1000 Flüge vom und zum Krankenhaus kommen noch mal 2000 Flüge hinzu.

Irgendwie schade für die Marzahner, hatte sich doch der „Osten“ gegen den Bonzenflughafen ausgesprochen und die Stationierung von Tempelhof nach Marzahn löst ein bisschen Schadenfreude aus.

Aber es gibt ja ein neues Volksbegehren…
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von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 1.7.2009 11:21 Uhr
@tempelhofer
Zitat:


Es ist insgesamt lauter.



Ihre Beobachtung kann man ganz einfach widerlegen, indem man die dort wohnenden Menschen befragt. Seit Schließung des Flughafens ist es still, das Quartier ist lebenswerter geworden. Bei mir am Südkreuz herrscht (abgesehen vom Bahnverkehr) himmlische Stille.
Comment
von tempelhofer tempelhofer ist gerade offline | 1.7.2009 14:03 Uhr
... ein schönes Märchen ausgedacht ...
@schoeneberger und/oder @southcross



Zitat von scoenberger schreibt:

Ihre Beobachtung kann man ganz einfach widerlegen, indem man die dort wohnenden Menschen befragt. Seit Schließung des Flughafens ist es still, das Quartier ist lebenswerter geworden. Bei mir am Südkreuz herrscht (abgesehen vom Bahnverkehr) himmlische Stille.



Ihre Beobachtung kann man ganz einfach widerlegen, indem man die dort wohnenden Menschen befragt. Seit Schließung des Flughafens ist es still, das Quartier ist lebenswerter geworden. Bei mir am Südkreuz herrscht (abgesehen vom Bahnverkehr) himmlische Stille.

Schoeneberger da haben Sie ein schönes Märchen ausgedacht. Es fehlt bei Ihrer Aufzählung die Ergänzung Autobahn / Sachsendamm bzw. weiter östlich der Tempelhofer Damm.

Und Schoeneberger und wie ist es heute - mit Bread & Butter - schön ruhig? Oder ist die ganze Umgebung nicht schon zugeparkt und die „Schleichwege“ durch ihr ruhiges Quartier etwas lauter geworden.

Gewöhnen Sie sich daran, die Musikpyronale kommt erst noch, das Vorspiel dazu haben Sie schon.

Und Schoeneberger: hier schreibt ein Anwohner (siehe Beitrag von elvira) und der scheint besser zu hören und er beschreibt die Lage etwas anders.
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von mutexx mutexx ist gerade offline | 1.7.2009 13:49 Uhr
copy & paste - das nervt!
"Es ist insgesamt lauter. "

Auf der Ostseite ist das nicht der Fall.

Comment
von berlinfahrer berlinfahrer ist gerade offline | 1.7.2009 10:25 Uhr
Seit der Schließung ...
habe ich hier meinen Spaß mit diesem dussligen Bomber und seinen Rundflügen. Das Teil ist einfach nur Laut und fliegt einmal die Stunde im Tiefflug über uns hinweg. Nicht sehr spaßig.
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von unbekannt | 1.7.2009 10:32 Uhr
hm
na da können die linksautonomen in sportvereine gehn,dann können die aufs flugfeld.

dann terrorisieren die nicht mehr die stadt und treiben nur noch sport....

*schöne vorstellung*
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von elvira elvira ist gerade offline | 1.7.2009 11:20 Uhr
Bei mir das Gleiche
Ich wohne in der ehemaligen Einflugschneise in Neukölln. Früher hatte man nur Morgens und Abends ein wenig Lärm. Die waren ja schnell weg und mußten wegen der Auflagen Leise sein. Jetzt scheint jeder mit einem Flugzeug erst mal einen Besichtigungsflug über Tempelhof zu machen und über der Gegend zu kreisen. Besonders gerne auch Hubschrauber, was natürlich vorher in der Einflugschneise verboten war. Ein befreundeter Pilot der zu Besuch war meinte dass die Flughöhe über bewohntem Gebiet zum Teil unzulässig wäre und sagte im Scherz:"Hubschrauber mögen keine Leuchtkugeln." Besser ist hier nichts geworden.
Was die Grünen angeht:"Mit Vorhaben wie der unter anderem auf dem Gelände angedachten Internationalen Gartenbauausstellung ..."
Vielleicht solle die Grünen mal überlegen ob das was sie angedacht haben auch das ist, was die SPD angedacht hat. Das man mit Konzepten nur scheibchenweise raus kommt hat ja irgendwie schon Methode und scheint zu signalisieren dass die SPD dort ihr eigenes Ding fahren will, etwas ganz anderes vor hat und das ohne die Öffentlichkeit. Schade nur, dass sich die PDS da so willfährig vor den Karren spannen läßt. Das dort 700 000 EUR scheinbar freihand vergeben wurde erinnert ja schwer an die große Koalition mit deren Altlasten die Gerichte sich gerade beschäftigen.
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von zurueckschnauzer zurueckschnauzer ist gerade offline | 1.7.2009 12:10 Uhr
Lügen haben kurze Beine ...


Zitat von Junge- Reyer

Eine komplette Öffnung wäre „sozial schwer zu kontrollieren“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge- Reyer (SPD)


Damit hat Frau J-R - auch wenn sie es in ihrer typischen Art etwas verquast ausdrückt - ausnahmeweise völlig Recht. Nur warum haben Sie und andere im Frühjahr 2008 das Gegenteil behauptet?

Als es um den THF Volksentscheid ging, haben J-R, Wowereit und Genossen stets suggeriert und z.T. explizit versprochen, dass das Gelände "schon im Frühjahr 2009 für die Allgemeinheit geöffnet werden könnte".

Die ist nur eine von vielen Fehleinschätzungen und dreisten Lügen, die im Vorfeld des Volksentscheids vom Senat verbreitet wurden. Nun fällt dem Senat einer Lüge nach der anderen auf die Füsse, hier in Form von politischen Rechtfertigungsnöten und drastisch erhöhten Kosten für die Sicherung und für Polizeieinsätze.
Leider trägt der Senat letztere nicht selbst ...

Ach ja:


Zitat von J-R

Rund acht Monate nach der Schließung des Flughafens Tempelhof hat der Senat die Adlershof Projekt GmbH damit beauftragt, Konzepte für die weitere Nutzung des Areals zu erarbeiten, sagte Junge-Reyer.



Aha: Schon acht(!) Monate nach der total überraschenden Schliessung hat man erkannt, dass die Stadtentwicklungssenatorin und ihr Haus noch nicht einmal in der Lage sind, für die Zwischennutzung ein Konzept zu entwickeln! Und nun muss ein privates Unternehmen ran, was 700.000 Euro kostet.

Wie wäre es, wenn man (auch zwecks Gegenfinanzierung) die Senatsstelle für Stadtentwicklung einfach ganz auflöste und kompetente Firmen mit der Stadtplanung in ganz Berlin betraute?
Comment
von unbekannt | 1.7.2009 12:17 Uhr
Ich warte mit ein wenig Spannung
auf das erste Bodengutachten hinsichtlich geplanter Bauaktivitäten und wenn die Investorenbande, bereits durch Planung und Vorverträgen ihr Ansinnen zurückstellt, Verluste abschreibt und Entschädigungszahlungen geltend macht.

Das wird dann ein Spaß und mal sehen, welche Farben dann die roten Nelken auf der BuGa annehmen, um die sich Berlin ja erst bewirbt und noch lange keinen Zuschlag hat.

Nicht umsonst läßt der Senat sein angebliches Konzept für viel Geld ein Jahr lang überprüfen.

"Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, daß gründe ich 'nen Arbeitskreis"

Be Berlin halt
Comment
von labcool labcool ist gerade offline | 1.7.2009 19:29 Uhr
Rosinenbomber
Es gibt eine mindest Flughöhe,die wird
aber nicht eingehalten.
Ziel von den Rosinenbomber ist Flughafen Tempelhof.
Simulierte Landeanflüge und das aushebeln des
Nachtflugverbot gehen mittlerweile an die Nerven
von vielen Tempelhofern.

Jedoch ist es aber in Tempelhof leiser geworden.
Das anfliegen von den Hobby Fliegern in
Ihren einmotorigen Knattermaschinen ist nun vorbei.
UND DAS IST AUCH GUT SO.



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