Ab Freitag Kampagne des Berliner Senats : Olympia-Bewerbung soll in der Kantine durchstarten

Berlin will seiner Olympia-Bewerbung jetzt Schwung verleihen. Senat und Betriebe werben um die Spiele – nicht nur im Fanartikelshop, sondern auch mit Sportleressen und absurden Plakaten.

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Aus der bloßen "Interessenbekundung" soll nun Begeisterung werden. Am Freitag startet die Kampagne, mit der der Senat die Berliner für Olympia 2024 gewinnen will.
Aus der bloßen "Interessenbekundung" soll nun Begeisterung werden. Am Freitag startet die Kampagne, mit der der Senat die Berliner...Foto: dpa

So viel ist sicher: Ab Freitag sollen die Berliner Olympia-Ambitionen auch im Stadtbild sichtbar sein. Dann startet nämlich die Olympia-Kampagne des Senats und der Berlin-Partner – knapp zwei Monate bevor der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet, ob Berlin oder Hamburg deutscher Kandidat für die Sommerspiele 2024 wird. Im Internet werben jetzt schon Berliner Prominente aus Sport, Kultur und Wirtschaft auf www.wirwollendiespiele.de dafür, das Sportereignis nach Berlin zu holen. Über den dazugehörigen Online-Shop kann man sich alle möglichen Fanartikel besorgen: Klatschpappen, Buttons, T-Shirts. Werbeflächen werden für Plakate zur Verfügung stehen. Die 48 möglichen Olympia-Orte finden Sie unter diesem Tagesspiegel-Link.

Industrie- und Handelskammer oder der Verband des Hotel- und Gaststättengewerbes Dehoga verweisen auf ihren Internetseiten längst auf die Olympiabewerbung. Die Organisationen wollen ihre Mitglieder animieren, selber in ihren Betrieben und auch nach außen für Olympia zu werben.

Werbespot im U-Bahn-Fernsehen

Auch städtische Unternehmen wie die Berliner Stadtreinigung (BSR) beteiligen sich. „Wir sind ein sportbegeistertes Unternehmen“, sagte BSR-Sprecherin Sabine Thümler. Ab Montag werden Fahrzeuge der Stadtreinigung mit Olympia-Motiven ausgestattet sein.

Kess? Eine Frau zieht einen Bus - so wirbt die BVG für Olympia in Berlin.
Kess? So wirbt die BVG für Olympia in Berlin.Foto: Promo

Welche Motive es sein werden, wollte Thümler nicht verraten, sagte aber mit Anspielung auf die seit Jahren bekannten, meist sehr humorvollen BSR-Kampagnen: „Aber Sie können sicher sein, bei uns geht es immer mit einem Augenzwinkern.“ Für die Mitarbeiter wird es Anfang Februar eine „olympische Woche“ in der Kantine geben. Unter dem Motto „Fit für Olympia“ wird dann täglich ein Sportleressen angeboten.

Die Berliner Verkehrsbetriebe sind ebenfalls bei der Kampagne aktiv. Im Fahrgastfernsehen in den U-Bahnen wird demnächst ein olympischer Spot zu sehen sein. Auch mit einem Plakat wird die BVG für Berliner Spiele werben – und das Kundenmagazin wird sich in seinen kommenden Ausgaben intensiv mit Olympia auseinandersetzen.

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Wie die BSR setzt auch das Nahverkehrsunternehmen zudem auf die eigenen Mitarbeiter. Mit den anderen städtischen Unternehmen werde es eine gemeinsame Sonderausgabe der Mitarbeiterzeitung geben, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Sie betont auch, dass die Verkehrsbetriebe auch so schon ein wichtiger Pluspunkt bei einer Bewerbung seien. Ein so gut ausgebautes Netz gebe es nicht überall. Außerdem wäre die BVG bis 2024 komplett barrierefrei. „Das sind wichtige Fakten, die wir als Unternehmen in die Waagschale werfen können“, sagte Reetz. Ob die Bemühungen ausreichen, die Berliner und die deutschen Sportorganisationen zu überzeugen, ist ungewiss. Ende Februar soll des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des DOSB in Hamburg und Berlin die Stimmungslage zu Olympia erfragen.

Weitere Infos zu Berlins Olympiabewerbung finden Sie auf unserer Themenseite. Und dass es gar nicht nur um Berlin geht, sehen Sie hier: "Berlins Olympia-Plan reicht von Rostock bis Wolfsburg."

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