Berlin : Ab morgen wieder live: Stars im Hotel 8. bis 18. Februar

Wer während der Berlinale wo wohnt, wird meist nicht preisgegeben. Aber die Lobbys laden ein zum Spähen nach der Prominenz

Elisabeth Binder

Such den Star: Das ist eines der Lieblingsspiele der Berlinale. Wo leben die Helden der Leinwand? Wo betten sie ihre schönen und lorbeerschweren Häupter zur Ruhe? Was frühstücken sie? Wer in den großen Luxushotels nachfragt, erntet in aller Regel eisernes Schweigen. „Grundsätzlich geben wir keine Auskunft dazu“, heißt es im Hotel Regent am Gendarmenmarkt, früher war dort das bei Stars außerordentlich beliebte „Four Seasons“ untergebracht. Dabei bleibt es, obwohl die vertraute Location auch unter anderer Regie Stammgäste aus Hollywood anziehen dürfte.

Etwas lockerer reagiert die Adlon-Sprecherin, die immerhin bestätigt, dass in den nächsten Tagen „große internationale Stars aus Frankreich, Italien und den USA“ erwartet werden. Dass Robert De Niro dabei sein könnte, der unter anderem in der American Academy auftritt, oder Richard Gere, der seinen im letzten Jahr wegen Schneesturms ausgefallenen Besuch bei der Gala Cinema for Peace nachholen will, mag sie schon nicht mehr kommentieren. „Wir kämen in Teufels Küche. Die Filmgesellschaften wollen, dass ihre Stars glücklich sind. Dazu gehört erst mal Anonymität.“ Wenn in manchen Medien konkrete Namen mit dem Adlon in Verbindung gebracht werden, sind das aus ihrer Sicht „Vermutungen und Behauptungen“.

Das wüssten natürlich auch die Filmgesellschaften, die Diskretion schätzten. Gerüchte, nach denen sich mancher Informant von Boulevardpublikationen hinter den Whiskyflaschen in der Bar versteckt, kann sie nicht nachvollziehen. „Auch das Personal ist streng zum Schweigen angehalten. Dafür gibt es eigene Schulungen.“ Dass sich Fans einfach in die Halle setzen und bei Kaffee und Wein auf das Erscheinen ihrer Idole warten, hält sie für durchaus wahrscheinlich. Solange sie sich den Hotelgästen nicht ungebührlich näherten, sei das auch in Ordnung so. Meist bleibe es aber beim Kreischen vor der Tür. Schauspieler, die sich davon belästigt fühlen, müssen wahrscheinlich Defekte an ihren Star-Genen befürchten.

Auch im Ritz-Carlton kennt man Neugierige, die fragen und gucken, und ist tolerant gegenüber den meist herausgeputzten jungen Gästen, die ihren Tee in der Halle trinken und die Liveversion von „Stars im Hotel“ gucken.

Wenn die Sprecherin des Schlosshotels im Grunewald Namen von angeblichen Star-Gästen liest, fragt sie sich gelegentlich, ob die vielleicht unter einem Pseudonym gebucht haben, was möglich wäre, oder warum sonst sie von bevorstehenden Ankünften nichts weiß. Am heutigen Vorabend der Eröffnung kommt hier immerhin die Berlinale-Jury zu einem ersten Essen zusammen.

Ganz anders als die Kollegen gibt der Sprecher des noch jungen „Hotel de Rome“ ganz unbefangen Auskunft. Ja, vom 9. bis 11. Februar sei Matt Damon da und er bekomme auch wieder die historische Suite, die ihm beim letzten Mal schon so gut gefallen habe. Und für Sharon Stone, die am 10. Februar kommt, habe die Filmgesellschaft „eine sehr große Suite“ gebucht. Außerdem würden auch Veronica Ferres und Armin Müller-Stahl erwartet. Und niemand in seinem Haus habe etwas gegen Gäste, die sich das Treiben in der Lobby anschauen wollten: „Solange sie nicht aufdringlich werden.“ In dem Haus feiern am Sonntagabend Joseph Fiennes, Til Schweiger und Matthias Schweighöfer eine Champagnerparty mit Dom Pérignon. Das Grand Hyatt dagegen liegt dem Berlinale-Palast am nächsten. Auch hier haben die großen Produktionsgesellschaften reihenweise Zimmer gebucht, und man hofft dort, dass sich dahinter auch noch einige Stars verbergen. Trotzdem gilt die eiserne Regel: „Bevor wir etwas bekannt geben, fragen wir die Betroffenen.“ Manch einer will unbedingt inkognito bleiben, da fühlt man sich für den Schutz der Intimsphäre verantwortlich.

Außerhalb der Berlinale kommt es öfter vor, dass Schauspieler oder Popstars etwas verkaufen wollen und gar nichts gegen ein bisschen Reklame haben. Dazu können auch gut informierte kreischende Fans unterm Hotelfenster gehören. Im Hyatt sieht man das sowieso gelassen, weil der größte Star für seine exklusive Suite ein Dauerabo hat: Festivaldirektor Dieter Kosslick wohnt traditionell mit Blick auf den Marlene-Dietrich-Platz. Das darf ruhig jeder wissen.

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