Abbruch des Strafvollzugs in Berlin : U-Bahn-Täter nach Kenia abgeschoben

Einer der vier U-Bahn-Schläger, die den Maler Marcel R. auf dem Bahnhof Lichtenberg ins Koma geprügelt hatten, wurde abgeschoben. Sollte er erneut versuchen, nach Deutschland einzureisen, wird er sofort festgenommen.

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Im Dezember 2011 wurde er vom Jugendgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt, jetzt wurde der Kenianer Jefeth W. abgeschoben. Der heute 20-Jährige war einer der vier U-Bahn-Prügler, die im Februar 2011 den Maler Marcel R. halbtot schlugen. Das Opfer hatte mit schwersten Kopfverletzungen überlebt und lag wochenlang im künstlichen Koma. Alle vier Schläger wurden im Dezember 2011 zu Haftstrafen verurteilt. Der Prozess lief wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Videos aus den Überwachungskameras der BVG hatten wegen ihrer Brutalität Entsetzen ausgelöst.

Jefeth W. hat demnach nur knapp die Hälfte seiner Haft abgesessen. Die Innenverwaltung bestätigte lediglich die Tatsache einer Abschiebung, wollte aber aus Datenschutzgründen nicht sagen, um wen es sich handelte.

Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass das Gericht einer Abschiebung zugestimmt hatte. Laut Strafprozessordnung ist es möglich, von der Vollstreckung der Strafe abzusehen, wenn der Verurteilte ausgewiesen wird. Ein Haftbefehl sorgt jetzt dafür, dass Jefeth W., sollte er versuchen wieder einzureisen, sofort festgenommen wird.

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