Berlin : Abgelehnt: Was Flierl nicht durchsetzen konnte

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So hatte sich der Wissenschaftssenator das vorgestellt: Ab dem Sommersemester 2005 sollten alle Berliner Studierenden 500 Euro pro Semester zahlen, wenn sie länger als 14 Semester studieren. Der Senat hat in den Haushalt bereits Einnahmen von 20 Millionen Euro eingeplant. In Berlin gibt es 27 000 Langzeitstudierende. Berlins Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) betrachtet diese Gebühren für Langzeitstudierende jedoch nur als eine Übergangslösung auf dem Weg zu seinem Modell der Studienkonten: Alle Studierenden bekommen am Anfang ihres Studiums ein Konto mit 360 Kreditpunkten. Das sind 20 Prozent mehr, als man eigentlich bis zur AbschlussPrüfung braucht. Hat der Student einen Kurs erfolgreich absolviert, wird die entsprechende Zahl der Punkte auf seiner Habenseite verbucht. Ist der Student durchgefallen oder hat den Kurs einfach abgebrochen, werden die Punkte von seinem Konto abgebucht, aber nicht der Habenseite zugerechnet. Wer zu oft Kurse abbricht oder nicht besteht, muss später neue Punkte kaufen. Ein Punkt kostet 17 Euro. Teilzeitstudierende, die jobben müssen oder Kinder haben, dürfen ihr Guthaben bis auf 24 Semester strecken. Nur wenn das Studium noch länger dauert, müssen auch sie Punkte nachkaufen: Denn mindestens 15 Punkte werden jedes Semester abgebucht. Flierls Kritiker sehen in dem Modell, das ähnlich noch in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eingeführt wird, ein Einfallstor für Studiengebühren. Denn die Politik könne sich auch entschließen, den Studierenden nicht 360 kostenlose Kreditpunkte zu geben, sondern nur 100 – oder gar keine. akü

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