Abgeordnetenhauswahl : SPD-Bewerber in 22 Wahlkreisen vorne

Nach Auszählung von 75 Prozent der Stimmen kann sich die SPD über den Gewinn von 22 Direktmandaten freuen. Auch die Grünen errangen wohl drei Wahlkreissiege.

Berlin - Die SPD ist bei der Abgeordnetenhauswahl auch mit ihren Direktkandidaten erfolgreich. Laut Hochrechnungen des Landeswahlleiters nach Auszählung von 75 Prozent der Erststimmen lagen die SPD-Bewerber in 22 von 47 ausgewerteten Wahlkreisen vorn. Die Linkspartei.PDS war demnach bisher zehn Mal, die CDU zwölf Mal und die Grünen drei Mal siegreich. Für die restlichen 31 Wahlkreise lagen noch keine stabilen Ergebnisse vor.

Für die Linkspartei, die 2001 alle 32 Wahlkreise im Osten für sich entschieden hatte, gewannen unter anderen Spitzenkandidat Harald Wolf und Kultursenator Thomas Flierl. Bei der SPD setzte sich unter anderen Landes- und Fraktionschef Michael Müller durch. Für die CDU waren Fraktionschef Nicolas Zimmer und sein Stellvertreter Michael Braun erfolgreich. Zu den Siegern bei den Grünen gehörte der Bildungsexperte Özcan Mutlu. Vor fünf Jahren hatte die Partei lediglich ein Direktmandat gewonnen.

Pflüger kann Wahlkreis nicht gewinnen

Im Kampf um den Wahlkreis gescheitert ist dagegen CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger in Neukölln. Er unterlag der SPD-Politikerin Petra Hildebrandt. Nach Auszählung von knapp 85 Prozent der Stimmen hatte die Sozialdemokratin nach Angaben des Landeswahlleiters mit rund 40 Prozent einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten.

Erfolgreicher war der Regierende Bürgermeister und SPD-Spitzenkandidat Klaus Wowereit in seinem Wahlkreis in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der 52-Jährige setzte sich mit einem Vorsprung von 360 Stimmen gegen den Musicalveranstalter Peter Schwenkow von der CDU durch. Wowereit erhielt 40,5 Prozent der Erststimmen, sein Kontrahent kam auf 38,7 Prozent.

Momper gewinnt ebenfalls Direktmandat

Auch Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) hat ein Direktmandat in Reinickendorf errungen. Er siegte über den CDU-Politiker Michael Wegner mit 565 Stimmen Vorsprung. Er erhielt 37,1 Prozent der Erststimmen, auf Wegner entfielen 33,4 Prozent. Für Momper ist der Gewinn des Wahlkreises besonders wichtig, weil er für den Wiedereinzug ins Parlament nicht über einen Listenplatz abgesichert war. (tso/ddp)

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