Berlin : Abiball-Betrug: Ermittlungen ausgeweitet

In der Abiball-Betrugsserie ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen gegen mehrere Unternehmen und einen weiteren Mitgesellschafter der Event-Agentur „Easy Abi“. Zu Details äußerte sich die Justiz jedoch nicht. Dringender Tatverdacht bestehe weiterhin vor allem gegen den alten sowie den neuen Geschäftsführer von „Easy Abi“, David H. und Rainer S. Ihnen wird schwere Untreue vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde gegen die am Sonnabend erklärte Haftverschonung der beiden Tatverdächtigen ein. „Darüber wurde noch nicht entschieden“, sagte Justizsprecher Martin Steltner am Montag. Die beiden Männer im Alter von 27 und 64 Jahren waren am Freitag verhaftet, aber unter Meldeauflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Fahnder haben bislang 360 000 Euro auf verschiedenen Konten beschlagnahmt. „Woher genau das Geld stammt, ist noch unklar“, hieß es aus der Behörde. Offenbar gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass der frühere und der jetzige Geschäftsführer bei dem Betrug „gemeinsame Sache“ gemacht haben, sagte ein Beamter. Rainer S. ist bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten: Meineidsdelikte, Falschaussagen, 2004 folgte eine Konkursgeldstrafe, 2007 ein Verfahren wegen Konkurs mit einer Geldstrafe. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass das von den Schülern gezahlte Geld offenbar veruntreut worden war, gingen immer mehr Anzeigen bei der Polizei ein. Zuletzt meldete die Polizei 89 Strafanzeigen in diesem Fall. Unter Geschäftsführer David H. und Mitgesellschafter Marcel L. waren die Abiball-Verträge im vergangenen Jahr mit den Schülern geschlossen worden. Von Dezember bis Mai ging das Geld auf den Firmen-Konten ein. Anfang Mai wurde das Unternehmen an Karl Heinz R. verkauft. Neuer Geschäftsführer wurde Rainer S.

Bei Schüler-Anwalt Karun Dutta laufen weiter Anfragen von Abiturienten und Eltern ein, die sich in rechtlichen Fragen beraten lassen wollen. „Doch geht die Unzufriedenheit jetzt in verschiedene Richtungen: Es gibt inzwischen auch Streit und Vorwürfe der Eltern an diejenigen Schüler, die die Konten verwaltet und die Verträge abgeschlossen haben.“ Dutta rät allen Beteiligten, sich zu solidarisieren. Ansonsten würden sie den Betrügern in die Hände spielen, weil denen ein Streit über die Rechtsverfolgung der Ansprüche innerhalb der Gruppe nutzen würde: „Genauso sind schon früher einige Betrüger davongekommen, was auch in diesem Fall die Vorgeschichte der mutmaßlichen Täter zeigt.“ HH/tabu (mit dapd)

0 Kommentare

Neuester Kommentar