Berlin : Abitur 2001: "Mit Ach und Krach"

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Jürgen Schau, Columbia-Tristar-Chef, 55 Jahre: Das war eine verrückte Zeit damals. Ich habe nach der mittleren Reife zunächst eine Ausbildung als Werbe-Kaufmann in Düsseldorf gemacht und danach mein Fach-Abitur an der Abendschule nachgeholt. Das war ganz schön heftig. Tagsüber jobbte ich, um mir die Fahrstunden für den Führerschein verdienen zu können, sogar in einer Strickwarenfabrik habe ich geschuftet. Abends bin ich dann zur Schule gegangen. Da ich viel Judo und Jiu-Jitsu trainiert habe, half mir das, den Kopf frei zu bekommen von dem Stress. Mathe und Physik lagen mir gar nicht, Sprachen schon eher. Bei den Prüfungen war nichts mit Schummeln, Handys gab es ja noch nicht. Mit Ach und Krach habe ich das Abi bestanden. Naja, gebüffelt habe ich vorher schon eine Menge dafür, obwohl ich das nie so ernst genommen habe, wie ich vielleicht sollte. Jedenfalls war genug Ehrgeiz da, um das durchzustehen. Als dann alles vorbei war, haben Freunde uns Absolventen vier Judo-Matten geschenkt, auf denen haben wir mit Altbier vom Fass gefeiert. Im Hintergrund liefen die "Rolling Stones" und die "Beatles", ich trug noch lange Haare, Jeans mit Schlag und blaue Stiefel. Verrückt, damals.

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