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Abitur 2017 : Berlins bester Schüler kommt aus Hellersdorf

Die Inflation der Spitzennoten Berliner Schüler hält an: Mehr Abiturienten als 2016 erhalten eine 1,0 oder 1,1. Der Gesamtschnitt bleibt bei 2,4.

Viele Schüler brauchen länger bis zum Abitur, weil sie sich in der Wahl ihrer Leistungsfächer vertan haben.
Viele Schüler brauchen länger bis zum Abitur, weil sie sich in der Wahl ihrer Leistungsfächer vertan haben.Foto: dpa

Berlins Abiturienten werden immer besser - oder zumindest die Noten im oberen Bereich. Dies belegt die diesjährige Abiturauswertung. Demnach wurden die Spitzennoten von 1,0 und 1,1 an über 470 Schüler vergeben. Das sind 37 mehr als 2016, als 433 diese Noten erreichten. Gemessen an der Gesamtschülerzahl stieg der Anteil aber nur von 3,0 auf 3,1 Prozent. Der Gesamtschnitt blieb konstant bei 2,4 wie in allen sechs Vorjahren seit Einführung des Zentralabiturs.

Der beste Schüler stammt aus dem Hellersdorfer Melanchthon-Gymnasium. Er schaffte 894 von 900 möglichen Punkten, was noch besser als 1,0 ist.

Insgesamt waren 15.117 Schüler erfolgreich, das sind 932 mehr als im vergangenen Jahr: Der Abijahrgang war somit noch um fast 1000 Schüler größer als 2016. Rund 700 aus dem Jahrgang hatten aber Pech und haben jetzt kein Abitur in der Tasche: Die Durchfallquote stieg von 3,2 auf 4,7 Prozent. Eine mögliche Erklärung dafür sieht die Verwaltung darin, dass erstmalig auch Schüler erfasst wurden, die auf Grund einer Nichtzulassung zur Prüfung nicht bestanden haben. Sie wurden offenbar bislang nicht mitgezählt, lautete die Auskunft.

Rund zwei Drittel der Abiturienten stammen aus Gymnasien, der Rest verteilt sich auf Sekundarschulen, Oberstufenzentren und Kollegs.

Nur jeder sechste Abiturient hat einen Migrationshintergrund

Der Anteil der erfolgreichen Abiturienten nichtdeutscher Herkunftssprache, die also Deutsch nicht als Familiensprache angeben, liegt in diesem Jahr bei 17,7 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr gesunken. Damals lag er bei 18,9 Prozent, im Jahr 2015 waren es 18,1Prozent. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte den Anstieg 2016 als „Beleg für die zunehmend erfolgreiche Integration in Berlin“ gewertet. Dieses Jahr wurde die negative Entwicklung nicht eigens kommentiert. Der Anteil der Migranten an der Gesamtschülerzahl liegt bei rund einem Drittel.

Scheeres gratulierte am Freitag den Abiturienten und dankte den Lehrern und Schulleitern. In Neukölln laden Bürgermeisterin Franziska Giffey und Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer ihre Spitzen-Abiturienten – 17 Schülerinnen und drei Schüler, die mit 1,0 oder 1,1 abgeschlossen haben – am Montag ins Rathaus ein.

Die diesjährige Abiturbeilage finden sie an diesen Sonntag im Tagesspiegel.

Die Liste der besten Schulen 2017 finden Sie hier
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