Berlin : Abitur: Walter Momper: "Ich war ein solider Prüfungstyp"

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Walter Momper, ehemaliger Regierender Bürgermeister Berlins, 56 Jahre: "Auf einem neusprachlichen Gymnasium in Bremen, wo ich herkomme, habe ich 1964 mein Abitur gemacht. Ich habe gerne Sprachen gemocht und mich deswegen entschieden, neben Englisch auch noch Französisch und Spanisch zu lernen. Naja, Spanisch spreche ich nun wirklich nicht mehr sehr gut, weil ich es einfach so wenig parktiziert habe. Das Witzige an der Abi-Zeit ist, dass ich dort damals meine Frau Anne kennengelernt habe und wir uns ineinander verliebten. Zusammen stemmten wir beide die Abitur-Jahrgangs-Zeitung, dabei kamen wir uns näher. In der Klasse saß meine Frau ganz vorne, ich ziemlich weit in der Mitte, hinter ihr. In meiner Schule war die Sitzordung noch nach Leistung aufgeteilt: Die Besten - wie meine Frau - saßen vorne. Ich war eher durchschnittlich.

Da ich ein solider Prüfungtyp war, hatte ich nicht sonderlich viel Bammel vor den Abiturklausuren. In Deutsch kam Fontane und Zuckmeyer dran, in Geschichte Bismarck, glaube ich. Es gab aber auch zwei Schüler in meiner Klasse, die durchgefallen sind. Zwei andere wurden gar nicht erst zugelassen. Geschummelt habe ich nicht während der Prüfungen. Das war auch nicht nötig. Aber unter meinen Mitschülerinnen gab es ein paar Expertinnen. Richtige Profi-Schummler. Die hatten eine "Klatsche" - ein Übersetzungs-Oktavheft - auf dem Klo liegen während der Latein Prüfung. Für mich war immer klar, dass ich das Abitur machen will. Heute ist eine gute Ausbildung sogar wichtiger denn je."

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