Abkühlung für den Magen : Die besten Eisbecher der Stadt

Voll Achtziger? Stimmt nicht! Der Eisbecher ist noch immer beliebt – und das völlig zu Recht. Wir haben die besten Kombis Berlins getestet.

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Bei Caffè e Gelato in den Arkaden am Potsdamer Platz gibt es aufwändig gestaltete Becher. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Bei Caffè e Gelato in den Arkaden am Potsdamer Platz gibt es aufwändig gestaltete Becher.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

COPPA AMICIZIA

Wenn Federico Fellini Eisbecher statt Filme gemacht hätte, wäre dies sein Opus magnum geworden: Der Freundschaftsbecher vereint Opulenz und Dekadenz, begräbt sechs Kugeln feinstes italienisches Eis unter Sahne und einem Berg aus hinreißend drapierten Früchten. Eigentlich ist die Eisdiele in den Potsdamer Platz Arkaden bekannt für hervorragendes Eis, allem voran ihr Pistazieneis, das es bei der Eisweltmeisterschaft unter die besten Deutschlands geschafft hat. Dass man sich hier mit derselben Hingabe der Pflege eines vom Aussterben bedrohten Kulturgutes widmet, finden wir aller Ehren wert: La Dolce Vita in der Shopping Mall! Caffè e Gelato, Potsdamer Platz Arkaden, Tiergarten, Preis: 19,90 Euro

GUTE LUISE

Robert Gburek gehört zur neuen Eiscouture, die ihr Sortiment aus hervorragenden, oft aus der Region bezogenen, Produkten mit viel Kreativität und handwerklichem Können bestückt. Anders aber als seine Kollegen schaut er nicht abschätzig auf Eisbecher herab. Gburek, der das „Vanille & Marille“ mit aufgebaut hat, widmet sich mit Engagement und Stilbewusstsein der Wiederbelebung der Eisbecherkultur: Drei Kugeln – Schoko & Luise, Schokogold und Weiße Schokolade mit Orange und Ingwer – treffen auf Bitterschokolade, Sahne und Scheiben der „Gute Luise“, eine alte französische Birnensorte, die Gburek auch für sein Eis verwendet und aus Werder bezieht. Das Ganze wird mit einem Schuss Ironie im französischen Glas serviert – Retrocharme vom Feinsten! Schoko & Luise, Fehmarner Straße 20, Wedding, Preis: 5,90 Euro

PALM BEACH

Exklusiv für das Tagesspiegel-Magazin „Genuss“ kreiert und ab jetzt in allen Florida-Eis-Filialen erhältlich: sechs Kugeln gemischtes Eis, getoppt von Sahne, „Exoticsauce“, und frischen Früchten der Saison. Florida Eis gibt es inzwischen in vielen Supermärkten und Spätis. Der Eisbecher ist aber mal wieder ein Grund, sich nicht von den inzwischen fast legendären Schlangen vor den Filialen abschrecken zu lassen. Oldschool Eisbecher, der sehr nah dran ist am Geschmack der Kindheit. Fehlt eigentlich nur noch eine Jukebox, aus der „Abba“ und die „Bay City Rollers“ schallen. Florida Eis Filialen: Alt-Tegel 8 und 28, Tegel, Klosterstraße. 15 und Altstädter Ring 1, Spandau, Preis: 10,50 Euro

FREUNDSCHAFTSBECHER

Klassisch-italienische Eiskultur mit hausgemachtem Eis aus frischen Früchten, ohne Zusatz von künstlichen Aromen: Der Freundschaftsbecher ist extra breit, seine Schale hat zwei Vertiefungen. Großzügig versteckt unter Schlagsahne, Fruchtsauce und ganz viel frischem Obst, warten dort jeweils vier Kugeln aus rotem Fruchteis darauf, von zwei Seiten aus verspeist zu werden. „Man isst aufeinander zu“, sagt Martin Wittur, Geschäftsführer des „Eisgrün“ am Ku’damm, das Prinzip. So ein bisschen erinnert das an den Disney-Zeichentrickfilm „Susi & Strolch“, wo auch schon ein geteilter Teller zum ersten Kuss führte. So oder so, der ideale Eisbecher für das erste Date. Eisgrün, Kurfürstendamm 115, Wilmersdorf, Preis: 12,80 Euro

SCHLEMMERBECHER

Er ist der Wandlungsfähige unter den Eisbechern: Die vier Kugeln hausgemachtes Eis sind frei wählbar, ebenso kommen die Saucen – wahlweise Schoko oder Erdbeere – aus eigener Herstellung. Wählen kann man auch, ob mit oder ohne Alkohol (Eierlikör, Himbeergeist, Amaretto...), und natürlich darf man auch die Art der Streusel bestimmen. Die dienstälteste Eisdiele Berlins in der Blissestraße in Wilmersdorf weiß eben, was ihre Kunden möchten: freie Wahlen und gutes Eis. Den Schlemmerbecher in seiner schönsten Ausführung gibt es im EisCafé Monheim, Blissestr. 12, Wilmersdorf, Preis: 5, mit Alkohol 6 Euro.

Der Text ist zuerst erschienen im Magazin „Tagesspiegel Genuss“.

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