Berlin : Abkühlung?

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VON TAG ZU TAG

Von christian van Lessen

Es gibt Tage, da wünschen sich viele Leute nicht ganz so gutes Wetter. Etwa am traditionelle Krawalltag, dem 1. Mai. Da sollte es kalt sein, denken die Leute, um gewaltfreudige Revolutionäre abzukühlen. Wenn die friedlichen Demos und Feste vorbei sind, müsste es auch Hunde und Katzen regnen, so dass Steinewerfer ihre Steine schnell beiseite legten, sich nach Hause hintern Ofen sehnten.

Aber es ist am ersten Maitag traditionell warm, ja heiß. Der Tag gilt meist als erster wirklicher Sommertag in Berlin. Die Sonne knallt und die einzige Erfrischung, die es dann in bestimmten Stadtteilen gibt, sind die kühlen Strahlen der Wasserwerfer. Wetten, dass es im nächsten Jahr wieder so ist?

Nehmen wir die sommerliche Love Parade, die bekanntlich nicht nur Freunde hat: Die Kritiker ärgern sich stets und ständig über die Route durch den Tiergarten und hoffen, dass es kühler wäre, regnete und das Fest an Reiz verlöre und den Tiergarten schone. Aber die Sonne ist immer treuer Techno-Fan, sicher auch in diesem Jahr.

Den Karneval der Kulturen, der allgemein beliebt ist in der Stadt, mag sie nicht. Sie zieht sich auffallend zurück. Es regnet aus vollen Eimern und ist stets kühl. Die Teilnehmer sind zurecht verschnupft.

Morgen Abend kommt der amerikanische Präsident. Sollen wir um gut Wetter bitten? Die Meteorologen sagen tagsüber sommerliche 27 Grad voraus. Abends aber könnten Schauer kommen. Und Abkühlung bringen. Vielleicht nicht das Schlechteste.

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