Absage von Nisan 23 : Tüv hätte Kinderfest am Brandenburger Tor genehmigt

Das Kinderfest "Nisan 23" wurde am Mittwoch vom Senat abgesagt. Wegen eines mangelnden Sicherheitskonzepts. Dieses war jedoch zuvor vom Tüv genehmigt worden.

Sophie Aschenbrenner
Vergangenes Jahr kamen etwa 350 000 Besucher zum Kinderfest den Linden. .
Vergangenes Jahr kamen etwa 350 000 Besucher zum Kinderfest den Linden. .Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die Zukunft des internationalen Kinderfestes „Nisan 23“ am Brandenburger Tor bleibt unklar. Unterstützung für die Veranstalter, deren geplantes Fest für das letzte April-Wochenende der Senat überraschend abgesagt hatte, bahnt sich von der Wirtschaft an: Eine Firma bot an, die Kosten für den geforderten Sicherheitszaun zu übernehmen. Hierfür ist Organisator Riza Sahin dankbar: „Alleine könnten wir das nicht finanzieren.“ Diese Wendung hat Sahin dem Senat unverzüglich per Einschreiben mitgeteilt. Er will weiter kämpfen. „Bei mir liegen 4000 Bilder, die Kinder für den Malwettbewerb eingesendet haben“, sagt er. „Was soll ich denn sonst mit denen machen?“

Michael Jörn vom Tüv Rheinland hat das abgelehnte Sicherheitskonzept geprüft – das erste Mal, denn für 2015 hatte der Senat ein vom Tüv zertifiziertes Konzept gefordert. „Unserer Ansicht nach reicht das Konzept völlig für diese Art von Veranstaltung aus“, sagt Jörn. Zwar habe es noch Kleinigkeiten zur Abstimmung gegeben, etwa die genauen Einsatzpläne von Polizei und Feuerwehr. „Wir haben mit den Teilnehmerzahlen der Vorjahre gerechnet. Wir gehen davon aus, dass zur besucherstärksten Zeit zwischen 14 und 16 Uhr zwischen 25 000 und 30 000 Menschen auf dem Gelände sind. Dies lässt sich durch Luftbildaufnahmen ermitteln“, sagt er.

Zu den konkreten Mängeln des vorgelegten Sicherheitskonzeptes äußert sich die zuständige Behörde, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, auf Anfrage des Tagesspiegels weiterhin nicht. Sprecher Martin Pallgen sagt: „Im aktuellen Fall des Nisan-Kinderfestes haben die

Sicherheitsstellen das Sicherheitskonzept des Veranstalters als nicht ausreichend bewertet. Dieser Einschätzung muss die Genehmigungsbehörde folgen. Gerade weil uns das Wohl der Kinder am Herzen liegt, müssen wir alles nur Erdenkliche tun, um deren Sicherheit zu gewährleisten.“ Die Vorkehrungen hierfür müsse der Veranstalter erbringen. Tue er dies nicht, könne man das Kinderfest weiterhin nicht genehmigen.

Auf keinen Fall wolle man das Fest verhindern, sagt Pallgen. Vielleicht macht das ja Hoffnung: Auf der Internetseite von „Nisan 23“ ist immer noch das Grußwort des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zu lesen, der für das Kinderfest wirbt.

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