Berlin : Absatzprobleme auf dem Ku’damm

Auch mit High Heels kann man sprinten. Angeblich

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Dass Bruce Darnell weiß, wie Frauen auf Stilettos zu laufen haben, wurde bekannt, als er vier Kandidatinnen für die TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ auf hohen Absätzen über den Holzpier in Santa Monica, Los Angeles, schickte. Immer und immer wieder, und dann erklomm der 49-jährige Laufsteg-Trainer zur Freude der Touristen selbst die High Heels und stolzierte umher. Die Hand in der Hüfte, die Füße voreinander, die Augen gerade aus – als sei das alles nichts.

In zwei Wochen soll Darnell nun wieder über höhergestellte Damen richten. Aber, was er zu sehen bekommt, wird kaum noch etwas Modelhaftes an sich haben. Es wird eher ein grausamer Kampf: Am Sonnabend, den 19. August um 13 Uhr (also genau in der Mitte des diesjährigen Global Fashion Festivals, das vom 18. bis 20. August geht), werden 100 junge Frauen in schicken Kleidern und auf Schuhen, deren Absätze mindestens sieben Zentimeter hoch und unten höchstens 1,5 Zentimeter breit sind, über eine Strecke von 100 Metern den Ku’damm runter um die Wette laufen. Und sie werden sich nichts schenken. Das lässt der Hauptpreis erahnen: ein Einkaufsgutschein im Wert von 10 000 Euro fürs KaDeWe. Den bekommt die Schnellste. Für die Schönste gibt es 2000 Euro, und 1000 Euro bekommt diejenige mit den „coolsten Stilettos“, wie in der aktuellen Modezeitschrift „Glamour“ steht, die den Stiletto-Run veranstaltet. Die Idee dazu war aber nicht etwa die Modelcasting-TV-Show: „Die Grundidee zu dem Lauf wurde von Glamour Holland entwickelt, wo im März 100 junge Frauen über die angesagteste Shoppingmeile gesprintet sind“, sagt Glamour Publisher Monika Fendt. Da waren die Rahmenbedingungen noch andere: 150 Teilnehmerinnen, die im Pulk auf der P. C. Hooftstraat lossprinteten, aber dafür war auch schon nach 75 Metern Schluss. Die Gewinnerin gab am Ziel bekannt, dies sei das erste Mal gewesen, dass sie High Heels trage.

Die Exportfähigkeit der Idee wurde bereits mehrfach erprobt: An einem 32 Grad heißen Sonnabend Anfang Juni schnallten sich in Moskau junge Damen ihre spitzen Treter unter (die mussten neun Zentimeter hoch sein), danach ging es in St. Petersburg und Nowosibirsk zur Sache, und einen Monat später waren die Polinnen dran.

Über Bestleistungen ist nichts bekannt, aber es wird vermeldet, dass es bisher nicht zu irgendwelchen erwähnenswerten Verletzungen kam. ari

Bewerbungen bis 12. August per Mail an stilettorun@glamour.de

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