Berlin : Abschied auf bremische Art

Feines hanseatisches Understatement beherrscht Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) in Perfektion. Aber es gab wohl wenig so gute Gelegenheiten, das unter Beweis zu stellen, wie das Jahr, in dem er Bundesratspräsident war. Dass er bei dem Empfang, den Staatsrätin Kerstin Kießler am Mittwochabend zum Abschluss von Bremens Bundesratspräsidentschaft gab, auf die turbulentesten Tage nur am Rande einging, passt ins Bild. Nachdem Horst Köhler (CDU) am 30. Mai plötzlich zurückgetreten war, musste Böhrnsen einspringen. Der Volljurist tat es immer mit Bezug auf Artikel 57 des Grundgesetzes und machte sich viele Freunde, indem er diese Situation gerade nicht ausnutzte für eigene Zwecke. Am wichtigsten sei für ihn die Einbettung der Bundesratspräsidentschaft zwischen 20 Jahre Mauerfall und 20 Jahre Einheit gewesen, sagte er und setzte sich leidenschaftlich dafür ein, dass auch künftig das Fest zur deutschen Einheit dezentral in den Bundesländern gefeiert wird. Bi

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben