Abschied mit Song-Cover : Supergeiler Lehrer

Zu seiner Pensionierung zieht der Berliner Lehrer Dirk Stötzer auf ganz besondere Weise Resümee. An seiner Schule drehte er ein Video und das ist einfach "Supergeil".

Simon Grothe
Super nette Schüler, super toller Lehrer: Dirk Stötzer verabschiedet sich mit einem Video.
Super nette Schüler, super toller Lehrer: Dirk Stötzer verabschiedet sich mit einem Video.Foto: Screenshot Tsp

Wer sagt hier, Beamte haben keine Humor? Zum Abschied aus seinem Dienst coverte der 66-Jährige Lehrer Dirk Stötzer den Song „Supergeil“ von Friedrich Liechtenstein, der als EDEKA Werbung über zehn Millionen Mal geklickt wurde. Stötzer rappt, anders als Liechtenstein, nicht über „supergeilen Dorsch und super Bio-Produkte“, sondern über seine ehemalige Schule, das Friedrich-Ebert-Gymnasium in Wilmersdorf.

Das Original von Friedrich Liechtenstein wurde häufig nachgestellt, ein Türke singt von supergeilem Dürüm, das deutsche Rote Kreuz wird mit supergeilem Team für ehrenamtliche Mitarbeiter und ein Jugendlicher meint, die 30.000 Seelen Gemeinde Coesfeld sei eine „Supercity“.

Doch Dirk Stötzer sieht als einziger Cover-Sänger auch aus wie Friedrich Liechtenstein: graue zurückgekämmte Haare, Halbglatze, weißer Bart, schwarzer Rolli und große dunkle Sonnenbrille. Als er mit seinen Kollegen seinen Abschied plante, dachte er sich: „Ich will mal was anderes machen“. 

Mit anderen Beamten aus der Senatsverwaltung reimte er: „Super Latte, super Mathe.“ Dabei schwenkt die Kamera von seinem Kaffee auf ein Whiteboard: „alles super digital“. Stötzer spricht von einer „lowest budget Produktion“. Dirk Stötzer verbrachte sein gesamtes Berufsleben im Schuldienst: Erst als Lehrer für Musik, Mathe und Informatik, dann als pädagogischer Koordinator, Schulleiter und zuletzt in der Senatsverwaltung für Bildung.

Ist denn alles so supergeil an der Friedrich-Ebert-Schule? „Ich kann nur positiv auf meine Zeit zurückblicken,“ sagt Stötzer. „Der einzige Fake ist, dass ich in der Schulkantine Salat esse, den mag ich gar nicht“. Aber man solle das Video auch mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten, „Nicht alles, was nicht perfekt läuft, muss man direkt negativ sehen“, sagt er.

Im Abspann sieht man den Slogan: „Superstadt sucht Superlehrer“. Dirk Stötzer arbeitete zuletzt für die Vermittlungshotline für Quereinsteiger, also ein Superlehrer auf der Suche nach Superlehrern.

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