Berlin : Abschied vom Luxus

Berliner Landesvertretung zieht ins Rote Rathaus

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Bescheiden war von der „Außenstelle der Senatskanzlei“ die Rede, oder etwas hochtrabend von der „Berliner Landesvertretung“. Die teure Repräsentanz in der Wilhelm- Ecke Dorotheenstraße ist drei Jahre nach dem Einzug nur noch Episode. Einfach weggespart, Berlin hat kein Geld. Im Roten Rathaus ist genug Platz für die 21 Räume, die Staatssekretärin Monika Helbig für sich und ihre 30 Bediensteten für Bundes- und Europa-Angelegenheiten braucht. Am Montag bezog die Staatssekretärin ihr neues Büro. 23 Mitarbeiter folgen ihr bis Mittwoch, die sieben für Europa Zuständigen saßen schon immer im Rathaus.

Die Wege zum Bundestag, Bundesrat und den Ländervertretungen sind nun zwar etwas länger, aber das ist für Monika Helbig kein Problem. Sie ist sogar froh über den Umzug; die Abstimmung sei unter einem Dach einfacher. Der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) hielt die eigene Repräsentanz für wichtig. Er ließ das Haus in der Wilhelmstraße, das früher von der Charité genutzt wurde, für rund drei Millionen Euro fein und licht herrichten; im großen Sitzungs- und Empfangssaal glänzte eine 75 000 Euro teure Kunststoffleuchte. Klaus Wowereit (SPD) fand die Landesvertretung aus Kostengründen überflüssig.

Nun wird das Gebäude von 1874 vermietet. Interessenten sind die Deutsche Forschungsmeinschaft und die Deutsche Welle. Das bringt Mieteinnahmen in das leeren Stadtsäckel; über die Mietkosten wird noch nichts verraten. Obendrein werden die Bewirtschaftungskosten – immerhin 75 000 Euro im Jahr – eingespart. Die anderen Bundesländer mögen in ihren schönen repräsentativen Vertretungen mit Empfängen, Lesungen und Ausstellungen glänzen. Der Senat machte sich in dieser Hinsicht immer rar. „Berlin steht für sich“, sagt Frau Helbig. Vor Ort sei ohnehin überall etwas los. gru

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