ABSCHLUSS DER SERIE : Jede Woche zwei neue Gedenktafeln

EIN HALBES JAHR ZEITREISE

Berlin ist eine Zeitreise wert, das war, wieder mal, zu beweisen: Ein halbes Jahr lang hat der Tagesspiegel am Sonntag seine Leser, Neuberliner und Lokalexperten, mit dem Gedenktafelrätsel zu Markierungen der Stadt geführt, an denen an Akteure, Gebäude und Ereignisse erinnert wird. Berlin ist eine wilde Mischung: Gesucht waren ein Schlagerdichter, ein Philosoph, eine Sängerin, eine Schreibwarenhändlerin, ein Kammerdiener, eine Schauspielerin, eine Landesmutter, ein Astronom, ein Komponist, eine Fliegerin, ein Ingenieur, ein Kabarettist und viele mehr.

METALL, PORZELLAN, PLASTIK

Verteilt waren die bemerkenswerten Adressen aus vier Jahrhunderten auf Charlottenburg, Wilmersdorf, Kreuzberg, Schöneberg, Friedenau, Prenzlauer Berg, Mitte, Westend, Tempelhof, Treptow, Steglitz, Marzahn, Friedrichshain, Pankow, Tiergarten und Wannsee – was unter anderem zeigt, dass der Gedenktafelproporz in Groß-Berlin so ungerecht ist wie das Leben, von dem die Tafeln auf verschiedenste Weise erzählen. Als die Rätselkolumne startete, waren in Berlin ungefähr 2820 Gedenktafeln aus Porzellan, Metall, Stein oder Plastik zu finden. Derzeit zählt man, wie das auf der mittlerweile ans Netz gegangenen Homepage www.gedenktafeln-in-berlin.de verfolgt werden kann, 44 mehr. Knapp zwei Tafeln pro Woche kommen also im Schnitt hinzu. 1893, als der erste Tafelüberblick erschien, gab es in der kaiserlichen Reichshauptstadt insgesamt 50 solcher Festplatten. Thomas Lackmann

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