Berlin : Abseitsfalle

Gerd Nowakowski

sorgt sich um die WM-Tauglichkeit der Polizei Da hat es sich Innensenator Körting zu leicht gemacht. Es sei richtig, „schwersten Straftaten präventiv zu begegnen“, verteidigte er gestern den Polizeieinsatz in der Diskothek „Jeton“. Den Beweis nämlich, dass schwere Straftaten geplant waren, hat die Polizei nicht erbracht. Es bleiben 158 Menschen, die geschlagen, verletzt und stundenlang festgehalten wurden, und eine Polizei, die kleinlaut einräumen muss, dass es die brutale Gegenwehr gar nicht gab, mit der die Truppe ihren massiven Einsatz anfänglich rechtfertigte. Allerdings: Unschuldslämmer waren alle Disko-Besucher nun auch nicht. Immerhin 70 Festgenommene gehören zur Kategorie der „immer gewaltbereiten“ oder „unter Alkohol gewaltbereiten“ Fußball-Hooligans. Ein Recht, solche Personen ohne Anlass zu verprügeln, hat die Polizei aber nicht. Der Verdacht, es könnte sich um eine Vergeltungsaktion der Beamten für einen missglückten früheren Einsatz handeln, ist deshalb nicht ausgeräumt. Zu beantworten ist eine Frage: Wie verhält sich die Polizei, wenn bei der FußballWM hunderttausende Fans in der Stadt sind? Mit der Methode – erst schlagen, dann fragen – ist kein Pokal zu holen.

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