Abstürze in Berlin : Nicht immer ging es glimpflich aus

In Berlin gab es einige Abstürze mit Todesopfern. Auch eine DC-3 war betroffen.

Foto: dpa

Das Wunder von Berlin? Ja, ein kleines Wunder ist es schon, dass die Bruchlandung des Rosinenbombers in Schönefeld so vergleichsweise glimpflich endete. Sieben Verletzte und ein Riesenschrecken für die Passagiere – es hätte weitaus schlimmer kommen können. Schließlich war die Maschine gerade vollgetankt gestartet und rutschte nach der Notlandung über den Rasen des nahen BBI-Geländes auf einen Bus zu, in dem rund 40 Teilnehmer einer Baustellentour saßen. Dass Flammen aus der Maschine schlugen, erfuhr die Öffentlichkeit nur, weil sowohl Insassen des Flugzeugs davon berichteten als auch Buspassagiere dies fotografisch belegten – entsprechende Berichte waren zuvor von der Flughafengesellschaft als haltloses Gerücht bezeichnet worden. Unglücke geschehen, und ob historische Maschinen so sicher sind wie moderne, haben sich schon viele Menschen gefragt, wenn die „Tante Ju“ oder die DC-3 über den Dächern vorbeibrummte. Welch ein Glück, dass der Rosinenbomber eine freie Fläche für seine Notlandung fand. Mancher wird nun an die langjährige Debatte über die Frage erinnern, ob angesichts der Unfallgefahr ein inmitten von Wohnquartieren gelegener Flughafen wie Tempelhof vertretbar ist. Von dort aus startete die DC-3 bis zur Schließung des Traditionsairports im Herbst 2008.

Die in 10 655 Exemplaren gebaute DC-3 gilt als sichere und robuste Maschine. Dennoch gab es Abstürze, zuletzt im Herbst 2009 auf den Philippinen: Eine DC-3 streifte mehr als ein Dutzend Häuser in einem Vorort der Hauptstadt Manila und krachte in eine Lagerhalle; mindestens vier Menschen starben. Das Flugzeug hatte gleich nach dem Start zu brennen begonnen – ein technischer Defekt.

In Berlin stürzte ein Rosinenbomber während der Luftbrücke ab: Am 25. Juli 1948 bohrte sich die DC-3 vor dem Haus Handjerystraße 2 in Friedenau frontal in die Erde. Beim Absturz geriet das Gebäude in Brand, Mieter blieben unverletzt. Die zwei Piloten starben.

Was wäre passiert, wenn die DC-3 in Tempelhof hätte notlanden müssen? „Hypothetische Fragen beantworte ich nicht“, sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel. Keine Flugsituation sei mit der anderen identisch, ein Vergleich verbiete sich. Der Pilot hätte auch in Tempelhof versucht, die Maschine notzulanden. In schlimmer Erinnerung ist der Absturz einer „Beechcraft“ im Mai 2001 beim Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof geblieben. Der Privatflieger ging in einem Hinterhof an der Karl-Marx- Straße in Flammen auf; die zwei Insassen starben. Mieter wurden nicht verletzt.

Die schlimmsten Flugzeugkatastrophen bei Berlin waren 1972 der Absturz einer Iljuschin Il-62 nach dem Start in Schönefeld mit 156 Toten und der Crash einer Tupolew im Anflug auf Schönefeld 1986. Dabei starben 72 Menschen.

Seit dem Absturz eines Minifliegers vor dem Reichstag 2005 wurde viel über Privatflieger über der City diskutiert. Der Bund verhängte damals ein Flugverbot für Privatmaschinen innerhalb des S-Bahn-Rings. Wenig später bekam Airservice Berlin aber eine Ausnahmegenehmigung für den Rosinenbomber – das durchs Verbot existenzbedrohte Unternehmen war gerettet. Auch die „Tante Ju“ der Lufthansa und das Wasserflugzeug dürfen über der City fliegen.

In den vergangenen Jahren beschwerten sich dann mehrfach Anwohner, die DC-3 fliege zu tief über der Stadt und mache Lärm. Die Behörden wiesen die Vorwürfe zurück. Die Mindesthöhe sei nicht unterschritten worden, hieß es.Ha

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

9 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben