Berlin : Absturzursache bleibt ein Rätsel

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Die Ursache des Absturzes eines Privatflugzeuges in ein Neuköllner Hinterhaus am 24. Mai 2001 bleibt ungeklärt. Warum das Triebwerk der einmotorigen Beechcraft „Bonanza“ im Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof ausgefallen war, habe nicht mit hinreichender Sicherheit festgestellt werden können, heißt es im gestern veröffentlichten Abschlussbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Bei dem Unglück, das zu einer erneuten Diskussion über die Sicherheit innerstädtischer Flughäfen geführt hatte, waren der Spandauer Steuerberater Peter R. (56) und seine 55-jährige Ehefrau Gisela ums Leben gekommen. R., der seine Privatpilotenlizenz seit 1992 besaß, hatte bereits 450 Flugstunden absolviert. Um 16.49 Uhr flog die Maschine über den Kontrollpunkt „Echo 1“, (Kreuzung der A10 mit der Bahnlinie Berlin-Strausberg) in die Berliner Kontrollzone ein. Als sich die kleine Maschine noch rund 3,3 Kilometer vor Tempelhof in einer Höhe von 260 Metern befand, meldete der Steuerberater dem Kontrollturmum 16.54 Uhr „ein großes Problem“ mit dem Motor. Nur 46 Sekunden später, unmittelbar nachdem R. den Notruf „Mayday“ gesendet hatte, verschwand die „Beechcraft“ vom Radarschirm. Wegen der geringen Flughöhe bestand keine Chance, die Landebahn im Gleitflug zu erreichen, so der Bericht. Die Maschine stürzte in den Hinterhof eines Hauses an der Karl-Marx-Straße, schlug ein rund vier Quadratmeter großes Loch in die Giebelwand eines fünfgeschossigen Wohnhauses und fiel brennend auf ein Gartenhaus.

Die Obduktion ergab laut Untersuchungsbericht keine Hinweise auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Piloten.Treibstoffmangel wird ausgeschlossen, ebenso die nach dem Unfall diskutierte Möglichkeit, der Pilot könnte vergessen haben, die Treibstoffversorgung vom leeren auf den vollen Tank umzuschalten. Auch wurden in der Mechanik des Triebwerks keine Mängel gefunden. Dagegen entdeckten die Ermittler am Motor Überhitzungsspuren. Ob die Ursache dafür eine falsche Einstellung des Benzingemischs oder eine fehlerhafte Förderung in der Kraftstoffanlage war, habe aufgrund des hohen Zerstörungsgrades der Maschine nicht mehr festgestellt werden können, so der Bericht.

Als Konsequenz aus dem Unfall war die Landebahnschwelle für einmotorige Flugzeuge in Tempelhof weiter ins Flughafengelände hinein verlegt worden. Damit überfliegen die Maschinen das bebaute Gebiet in größerer Höhe und haben bessere Chancen, bei einem Motorausfall noch bis zum Airport zu gleiten. Rainer W. During

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