Berlin : Abwärts

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Von Andreas Conrad

Nach dem Gesetz der Serie ist höchste Vorsicht geboten. Meiden Sie Fahrstühle in den nächsten Tagen! Zwei Unfälle in nicht mal einer Woche – das kann kein Zufall sein. Und es beruhigt auch nur notdürftig, dass hiesige Hersteller versichern, aus einer Kabine ihrer Produktion komme man nur durch die Tür wieder raus. Kein Notausgang? Wird ja immer schöner. Außerdem, welcher passionierte Kinogänger glaubt das schon. Gewiss, Louis Malle ließ den Mörder in „Fahrstuhl zum Schafott“ nicht entkommen, hilflos steckte der fest, zu dick, um sich aus der offen gebliebenen Spalte nach draußen zu schlängeln. Aber der Film stammt von 1958, zeigt veraltete Technik, ohne die Dachluken oder leicht abzuschraubenden Deckenplatten der modernen Aufzüge, wie man sie aus zahllosen Hollywood-Filmen kennt. Kein Thriller ohne Fahrstuhl, möchte man fast meinen. Unzählige Paternoster hat man in oder auf ihnen schon gebetet, nicht immer hat es geholfen. Jedenfalls nicht dem Gefängniswärter, der von Hannibal the Cannibal im „Schweigen der Lämmer“ auf dem Kabinendach abgelegt wurde. Es krabbelt eben nicht jeder so geschickt durch die Schächte wie Bruce Willis in „Stirb langsam“ oder Tom Cruise in „Mission Impossible“. Erinnert sei auch an Götz Georges „Abwärts“-Trip, ganz zu schweigen von Donald Duck, der als Hotelboy mal an der Kabinendecke plattgepresst gen Tiefe rast, mal eingeklemmt an der verschlossenen Tür klebt, während das davonschießende Höllengefährt seine Livree aufribbelt. Also noch einmal: Nehmen Sie die Treppe!

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