Berlin : Abwärts!

Matthias Oloew

über die Berliner Lust, unten anzukommen Klaus Wowereit mit seinem sicheren Gespür für Trends hat die Tragweite dieses Termins gleich richtig eingeschätzt. Für die meisten war es nur die Eröffnung einer künstlichen Rodelbahn der Superlative. Für den Regierenden Bürgermeister aber bedeutete die kleine Feierstunde am Potsdamer Platz offenbar mehr – er konnte so beweisen, dass es stimmt, was er bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten immer gerne wiederholt: Berlin ist die Trendmetropole schlechthin. Und was verbindet man in London, New York oder Madrid derzeit mit der Stadt? Mit dem Abwärtstrend in der Wirtschaft, bei den Steuern…

Wer sich also gefragt hat, weshalb eine Kunstschnee-Rampe am Potsdamer Platz aufgebaut wurde, der ist seit gestern aufgeklärt. Berlin muss seiner Trend-Rolle schließlich gerecht werden. Und die Berliner und Touristen machen kräftig mit. Sie fahren auf die Rodelbahn ab und haben einen Riesen-Spaß dabei sich dem hinzugeben, was bisher nur einen negativen Klang hatte und bestenfalls geeignet ist, Depressionen und eine noch größere Konsumflaute auszulösen: dem Abwärtstrend. Auf Skiern oder Plastikringen, egal, Hauptsache laut und lustig.

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