Berlin : Abwaschbar: Schutzschicht gegen Schmierereien

I.B.

Graffiti-Farbe kann bis zu zwei Zentimeter tief in den Untergrund eindringen. Oft ist sie dann nur zu entfernen, wenn man den Putz gleich mit abträgt. Deshalb rät der Berliner Haus- und Grundbesitzer-Verband, an Fassaden bis in eine Höhe von zweieinhalb Metern Graffiti-Schutzanstriche anzubringen. Denn mit diesen Schutzanstrichen lassen sich die Kritzeleien am besten entfernen. Mittlerweile existiert ein ganzer Industriezweig, der sich mit dem Schutz vor und dem Entfernen von Graffiti beschäftigt. Auch in Berlin bieten mehrere Firmen entsprechende Dienstleistungen an.

Eine von ihnen ist die Unternehmensgruppe Noack & Co. in Prenzlauer Berg. "Es gibt zwei Arten von Schutzschichten", sagt Rico Kuhlow, Projektmanager bei Noack & Co. Zum einen kann ein permanent vorhandener Lackfilm aufgetragen werden, auf dem die Dosenfarben der Sprayer schlecht haften. Zum anderen schirmt auch ein temporärer Wachsmantel den Untergrund ab.

Zum Thema Ted: Sprayer verpfeifen - soll das belohnt werden?
Meinungen: Pro & Contra Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Sie verhindern, dass die Graffiti-Farbe in den Untergrund eindringen und damit zerstören kann. Die Reinigung erfolgt aber nach verschiedenen Prinzipien. Von der Lackschicht muss der Graffito mit einer chemischen Lösung entfernt werden. Das ist nicht gerade ökologisch und muss von Fachfirmen ausgeführt werden. Bei der Wachsschicht wird dagegen der Schutzfilm zusammen mit der Schmiererei mit warmem Wasser abgewaschen. Kuhlow: "Das kann der Hauswart erledigen." Die Schicht muss aber nach jeder Reinigung neu aufgetragen werden.

Welchen Schutz man wählt, sei keine Frage des persönlichen Geschmacks, sagt Kuhlow, sondern des Untergrundes. Die gasundurchlässige Lackschicht ist bei gestrichenen Hausfassaden zu empfehlen, die atmungsaktive Wachsschicht dagegen für Naturstein und Klinker.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben