• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Abzocke mit falschen Ferienwohnungen : Wenn Touristen den Schlüsseldienst rufen

31.01.2013 12:05 Uhrvon
Halbe Treppe. Die Studentin Cornelia B. aus Vechta fiel auf einen Internet-Betrüger herein und zahlte 920 Euro Vorschuss für eine bereits belegte Wohnung.Bild vergrößern
Halbe Treppe. Die Studentin Cornelia B. aus Vechta fiel auf einen Internet-Betrüger herein und zahlte 920 Euro Vorschuss für eine bereits belegte Wohnung. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

Geschäftemacher bieten nicht nur eigene Wohnungen als Feriendomizile an, sondern sogar fremde. Cornelia B. aus Vechta hat kurzfristig in Berlin eine Bleibe gesucht und ist dabei auf einen Betrüger reingefallen

Schönes helles Zimmer in komplett möblierter Dreizimmerwohnung, zentral in Kreuzberg gelegen für 280 Euro monatlich. So lautete ein Wohnungsinserat bei „Immobilienscout24.de“, präsentiert mit ansprechenden Fotos, auf das Cornelia B. vor drei Wochen stieß. Die 25-Jährige Studentin aus Vechta wollte in Berlin ein Praktikum beginnen und benötigte dringend eine Unterkunft.

Doch die Wohnung war bereits bewohnt, nämlich von einem Fotografen des Tagesspiegel. Der hatte bereits vier Wochen zuvor eine ähnliche Situation erlebt. „Die junge Dame hatte sogar einen Schlüsseldienst beauftragt, um in meine Wohnung zu gelangen. Zum Glück konnten meine Nachbarn das verhindern“, erzählt er.

Offenbar ist das in Berlin, das derzeit heftig über Ferienwohnungen diskutiert, kein Einzelfall.

„So etwas passiert immer wieder mal“, bestätigt eine Polizeisprecherin. Ein Schlüsseldienst dürfe aber nicht ohne weiteres eine Wohnung öffnen, sondern bei Vorlage eines Personalausweises. Auch beim Portal „Immobilienscout24.de“ ist man für so genannten Vorkassebetrug sensibilisiert. „Leider wird unser Service auch von Leuten genutzt, die Kundenkonten unter falschen Identitäten veröffentlichen“, sagt ein Sprecher. Wenn aber eine Zahlung schon vor einer Besichtigung gefordert wird, sei dies ein eindeutiges Kennzeichen für ein unseriöses Angebot.

Wie berichtet, geht der Bezirk Pankow jetzt gegen illegale Vermieter von Ferienwohnungen vor. Im Berliner Abgeordnetenhaus wird heute über die Zweckentfremdung von Wohnraum beraten. Vermeintliche Ferienunterkünfte in existierenden Wohnungen scheinen aber ein besonders dreister Trick zu sein. „Ich bin reingefallen und 920 Euro sind futsch“, sagt Cornelia B.

Als sich die Studentin auf das Inserat im Internet per E-Mail bei einem „Kenni Williamz“ bewarb, bekam sie eine Auskunft in englischer Sprache: Das Zimmer sei frei. Da der Vermieter aus Schottland käme, könne sie sich die Wohnung nicht vorher anschauen. Der zugesandte Vertrag war auch in englisch. Zudem verlangte der vermeintliche Vermieter, der sich im Vertrag Friedrich M. Zahn nannte, eine Vorauszahlung inklusive Monatsmieten und Kaution von 920 Euro. Die Zahlung sollte auf ein tschechisches Bankkonto überwiesen werden.

„Als er dann sagte, dass er nicht telefonieren könnte, weil er kein internationales Netz hätte, kam mir das schon komisch vor“, sagt sie. Daraufhin habe ihr Vater, der Verbindungen zu Berliner Behörden habe, recherchiert und erfahren, dass die Wohnung an der Solmsstraße tatsächlich existiere. Doch statt der Schlüsselübergabe kam eine weitere E-Mail des Vermieters, in der er Cornelia B. um eine zusätzliche Zahlung von zwei Monatsmieten als Sicherheit bat. Erst in diesem Moment erstattete die Frau Anzeige.

Geld hat Cornelia B. bis heute nicht zurückerhalten. Die Polizei in Vechta wollte auf Anfrage keine Auskunft geben. Als sich nun der Tagesspiegel verdeckt noch mal um die Wohnung bewarb, antwortete der vermeintliche Vermieter: Das Zimmer in der Solmsstraße sei noch frei, könne aber vorher nicht besichtigt werden. Man könne es für 290 Euro monatlich mieten – bei Vorauszahlung von zwei Monatsmieten und Kaution in Höhe von 500 Euro.

Sie wollen wissen, was in Berlin läuft? Gönnen Sie sich an jedem Werktag 5 Minuten Lesespaß! Geben Sie hier einfach Ihre E-Mail-Adresse an, um den Newsletter ab morgen zu erhalten.

  • Berlin to go: täglicher Newsletter
  • morgens um 6 Uhr auf Ihr Handy
  • von Chefredakteur Lorenz Maroldt
weitere Newsletter bestellen Mit freundlicher Unterstüzung von Babbel
Altersvorsorge

Altersvorsorge

Welche Vorsorge-Optionen gibt es? Und welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll? Präsentiert von unserem Partner CosmosDirekt klären wir offene Fragen.

Diese und weitere Informationen zum Thema Altersvorsorge finden Sie auf unserer Themenseite.

Folgen Sie unserer Berlinredaktion auf Twitter:

Tanja Buntrock:
Karin Christmann:


Robert Ide:


Sigrid Kneist:


Anke Myrrhe:


Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.


Tagesspiegel lokal

Kreuzberg Blog

Berlin ist Kreuzberg. Und umgekehrt. Kaum ein anderer Berliner Bezirk wird so stark mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht wie Kreuzberg. Was die Kreuzberger bewegt, viele Kiezgeschichten und Meinungen lesen Sie im hyperlokalen Projekt des Tagesspiegels.
Zum Kreuzberg Blog


Ku'damm-Blog

Alle reden vom neuen Aufschwung am berühmten Berliner Kurfürstendamm. Wir zeigen die Fortschritte, aber auch Schattenseiten der Entwicklung in der westlichen Innenstadt und stellen die Menschen dort vor. Machen Sie mit beim Ku'damm-Blog!
Zum Ku'damm-Blog


Pankow-Blog

Pankow boomt. Das Gebiet nördlich vom Prenzlauer Berg wächst rasant. Zu DDR-Zeiten lebten hier vor allem Diplomaten, Funktionäre und Künstler; nun kommen Familien aus dem Prenzlauer Berg hinzu. Eine interessante Mischung. Wir berichten, wie sich das alte Pankow verändert und wer es verändert. Und wir erzählen Geschichten aus der Zeit vor 1989. Die sind spannender als jeder Krimi.
Zum Pankow-Blog


Wedding Blog

Der Wedding lebt. Nur wie? Finden wir es heraus, gemeinsam. Wir: die Leser und die Journalisten des Tagesspiegels. Wir schreiben: Ein Blog über den Wedding. Den alten. Den neuen. Den guten. Den schlechten. Und den dazwischen. Früher Bezirk, bis heute Ereignis. Machen Sie mit beim Wedding Blog!
Zum Wedding Blog


Zehlendorf Blog

Zehlendorf – fein, langweilig, reich? Denkste! Wir hinterfragen gemeinsam mit Jugendlichen, Erwachsenen, Prominenten Klischees und schreiben spannende Geschichten aus dem Stadtteil: über Menschen, lokale Politik und ein Lebensgefühl mit Wasser und Wald. Schreiben Sie mit am Zehlendorf Blog!
Zum Zehlendorf Blog

Umfrage

Kirche und Senat planen Neubauten auf Friedhöfen. Sind Sie dafür?

Service

Empfehlungen bei Facebook

Nachrichten aus den Bezirken

Weitere Themen

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Veranstaltungen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden regelmäßig Salons, Vorträge und Debatten statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Unser HTML/CSS Widget (statisch)

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...