Berlin : Ach, wie süß!

-

VON TAG ZU TAG

Werner van Bebber

schmilzt angesichts neuer BuddyBären

Alles so schön bunt hier: Das ist immer eine Erfolgsgarantie. Wenn das bunte Ding aus Plastik besteht, ist der Erfolg ein massenhafter. Wenn das bunte Plastik-Ding Toleranz und Völkerverständigung symbolisiert, kann es sich nur um einen bunten Buddy-Bären handeln.

Mag sein, dass am Anfang der Plastikbärenkarriere eine nette Idee war – ein poppiger Wiedererkennungseffekt. Vielleicht auch haben die Designer-Bären sogar ein Eigenleben entwickelt: Guckt euch an, Leute, was man mit Acryltechnik alles machen kann. Die Leute kamen und bestaunten das Bärenlager am Brandenburger Tor. Eineinhalb Millionen sollen es gewesen sein. Wenn alle etwas nett und niedlich und poppig finden, was wie ein bunter Bär aussieht, muss der Regierende Bürgermeister einen Bären nach Los Angeles mitnehmen und der Partnerstadt geschenkmäßig zumuten.

Damit hätten die Erfinder der Idee es gut sein lassen können. Doch jetzt wollen sie den Erfolg wiederholen, weitere 125 Bären bemalen lassen und die Plastik-Armada auch noch auf Tournee schicken. Und dann? Sollen sie alle in der Stadt herumstehen? Werden sie vergraben wie die chinesische Terrakotta-Armee des Kaiser Shi Huang Di? Besser nicht. Was werden die Leute von uns denken, die die Bären später einmal finden?

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar