Berlin : Acht Entdecker, acht Museen

Fernweh: Wir suchen Geschichten über das Reisen

Dorothee Nolte

Sie reisten in ferne Länder, lange bevor es den Massentourismus gab, und riskierten dabei ihr Leben: die großen Entdeckungsreisenden des späten 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Einige wurden von schierem Fernweh getrieben, andere von wissenschaftlicher Neugier – aber sie alle brachten Geschichten mit nach Hause, von unbekannten Völkern, exotischen Pflanzen oder aufregenden Kunstwerken.

Für unsere neue Serie „In acht Geschichten um die Welt“ haben wir fünf Männer und drei Frauen ausgewählt, deren Reiseberichte heute noch in Buchform erhältlich sind. Den Anfang macht Georg Forster, der 1772-1775 mit Captain Cook um die Welt segelte. Parallel dazu sendet das Kulturradio des RBB Ausschnitte aus den Berichten der acht Reisenden; ein Hörbuch zur Serie wird Mitte Oktober erscheinen.

Zu jedem Entdecker stellen wir ein Berliner Museum vor, denn: Wer durch die Museen dieser Stadt geht, sieht Kunst- und Naturgegenstände aus der ganzen Welt. Die meisten Schätze sind in der Zeitspanne nach Berlin gekommen, in der auch die acht Reisenden aufgebrochen sind. Nicht alle von ihnen haben tatsächlich Exponate nach Berlin gebracht – aber alle Reisen, ob an den Niger, den Amazonas oder nach Tibet, lassen sich in Berliner Museen nach-reisen.

Wer zum Beispiel das Schiff sehen möchte, mit dem Captain Cook zum ersten Mal um die Welt reiste, der kann sich im Deutschen Technikmuseum das Schiffsmodell von Günter Sperlich (siehe Kasten und Abbildung auf dieser Seite) angucken. Oder er geht in die Südsee-Abteilung des Ethnologischen Museums: Dort sind Gefäße, Keulen und eine Flöte ausgestellt, die von der zweiten Cookschen Weltumsegelung mit Georg Forster stammen.

Die Geschichten der Entdecker leiten den vierten Erzählwettbewerb des Tagesspiegels ein. Diesmal suchen wir Geschichten von erwachsenen und jungen Lesern rund um das Thema Reisen. Ob lebensgefährliche Expedition oder Kuraufenthalt: Die Geschichten sollten nicht nur gut geschrieben sein, sondern auch gut vorgetragen, denn die Sieger werden bei einem öffentlichen Erzählfest im Ethnologischen Museum in Dahlem gekürt.

Dank der Großzügigkeit von Sponsoren und Kooperationspartnern können wir auch diesmal attraktive Preise bereitstellen: Das Sony Professional Center am Potsdamer Platz (www.spc-berlin.de) und die Firma SMART spenden eine elektronische Tafel SMART Board für eine Schulklasse, Rohnstock Biografien stiftet eine Kurzreise und Salon-Kurse, der RBB bietet Praktika, Führungen und mehr. Der Hauptpreis für Erwachsene aber ist, wie könnte es anders sein, eine Reise, gestiftet von eßkultur und dem Gut „A Crapa Mangia“: Sie führt ins süditalienische Cilento, dorthin, wo schon die alten Griechen und Römer Geschichten von Helden und Seefahrern erzählten.

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